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Fusionsreaktor EAST: Chinesen brechen Dichtegrenze für stabiles Plasma
Chinesische Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben am Fusionsreaktor EAST (Experimental Advanced Superconducting Tokamak), auch „künstliche Sonne“ genannt, erstmals ein theoretisch vorhergesagtes Betriebsregime erreicht, in dem die übliche Dichtegrenze nicht mehr gilt: Sie erzielten eine Plasmadichte, die 30 bis 65 Prozent über dem sogenannten Greenwald-Limit liegt – ohne, dass das Plasma instabil wurde. Damit gelang nach Darstellung des Teams der erste experimentelle Nachweis des „dichtefreien Regimes“, wie die Forscher in der Fachzeitschrift Science Advances berichten.
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Warum Dichte für die Fusion entscheidend ist
Bei der Kernfusion werden leichte Atomkerne – typischerweise die Wasserstoffvarianten Deuterium und Tritium – zu schwereren Heliumkernen verschmolzen. Dieser Prozess setzt enorme Energie frei und treibt auch unsere Sonne an. Damit die Reaktion auf der Erde in einem Reaktor funktioniert, muss das Plasma drei Bedingungen erfüllen: extrem hohe Temperaturen von über 100 Millionen Grad, eine ausreichend lange Einschlusszeit und eine möglichst hohe Dichte. Je mehr Teilchen auf engem Raum zusammenkommen, desto häufiger kollidieren und verschmelzen sie – und desto mehr Energie wird freigesetzt. Tatsächlich skaliert die Fusionsleistung mit dem Quadrat der Brennstoffdichte.
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Wir haben Ende 2024 die Kernfusionsanlage Wendelstein 7-X des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik in Greifswald besucht.
Die Greenwald-Grenze als Hindernis
In Tokamaks – ringförmigen Reaktoren, die das Plasma mit starken Magnetfeldern einschließen – gilt eine empirische Obergrenze für die erreichbare Plasmadichte. Diese nach dem US-Physiker Martin Greenwald benannte Grenze beschreibt den Punkt, ab dem das Plasma instabil wird und zusammenbricht. Solche „Disruptions“ können den Reaktor beschädigen und müssen vermieden werden. Der übliche Betriebsbereich am EAST liegt nach Angaben der Forscher bei 0,8 bis 1,0 der Greenwald-Dichte.
Zwar wurde die Greenwald-Grenze bereits in früheren Experimenten überschritten – etwa an den Tokamaks ASDEX Upgrade und DIII-D, wo mit Pellet-Injektion Dichten bis etwa 1,5-fach über dem Limit erreicht wurden. Das Neue an den EAST-Experimenten ist jedoch die Methode und der theoretische Rahmen.
Vergleich mit früheren Experimenten
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Im Mai 2024 hatte ein Team am US-amerikanischen DIII-D-Tokamak die Greenwald-Grenze um 20 Prozent überschritten – allerdings nur für 2,2 Sekunden. Die chinesischen Experimente am EAST erreichten laut den veröffentlichten Daten Plasmaentladungen von etwa 6 bis 7 Sekunden Dauer – also rund dreimal so lange. Zudem übertraf die erreichte Dichte mit bis zu 65 Prozent über dem Greenwald-Limit den Wert der US-Experimente deutlich.
Diese Kombination aus höherer Dichte und längerer Dauer deutet darauf hin, dass das Verfahren einen stabileren Betriebsmodus ermöglicht. Für künftige Fusionskraftwerke wäre das entscheidend: Sie müssten hohe Dichten über Minuten oder sogar Stunden aufrechterhalten können.
Mikrowellenheizung und höherer Gasdruck als Schlüssel
Das Team am EAST in Hefei kombinierte zwei Maßnahmen bereits während der Startphase des Reaktors: Zum einen setzten die Forscher sogenannte Elektronenzyklotronresonanzheizung (ECRH) ein – dabei werden Mikrowellen eingestrahlt, die gezielt die Elektronen im Plasma aufheizen. Zum anderen erhöhten sie den Anfangsdruck des Brenngases Deuterium.
Diese Kombination führte zu einer kühleren Randzone des Plasmas an den Reaktorwänden. Das ist entscheidend: Bei niedrigeren Temperaturen werden weniger Atome aus dem Wandmaterial – hier Wolfram – herausgeschlagen. Diese Verunreinigungen würden sonst ins Plasma gelangen und es durch Abstrahlung von Energie abkühlen. Durch die Optimierung der Plasma-Wand-Wechselwirkung von Beginn an wurden Verunreinigungen und Energieverluste reduziert. Mit saubererem Plasma blieb die Entladung stabil, obwohl die Dichte das 1,3- bis 1,65-fache der Greenwald-Grenze erreichte.
Theorie französischer Physiker erstmals bestätigt
Die Experimente bestätigen nach Angaben der Autoren eine 2022 von Physikern um Dominique Escande vom französischen Forschungszentrum CNRS und der Universität Aix-Marseille aufgestellte Theorie zur „Plasma-Wand-Selbstorganisation“ (PWSO). Diese unterscheidet zwei Betriebsbereiche: Im klassischen „Dichtegrenz-Regime“ ist die Plasmatemperatur an den Reaktorwänden relativ hoch, was zu stärkerem Abtrag von Wandmaterial führt – hier gilt die bekannte Greenwald-Grenze. Im sogenannten „dichtefreien Regime“ hingegen ist die Wandtemperatur so niedrig, dass kaum Material abgetragen wird und das Plasma sauber bleibt. Der Begriff „dichtefrei“ bedeutet dabei nicht, dass das Plasma keine Dichte hat, sondern dass keine praktische Dichtegrenze mehr existiert – die theoretische Obergrenze verschiebt sich zu extrem hohen Werten.
Entscheidend für den Zugang zum dichtefreien Regime ist laut der Theorie die Verwendung von Hochtemperatur-Metallen wie Wolfram als Wandmaterial: Das Schwermetall gibt bei niedrigen Temperaturen kaum Partikel an das Plasma ab, anders als etwa Kohlenstoff. Die EAST-Experimente haben dieses Konzept nach Darstellung der Forscher nun erstmals experimentell bestätigt.
Der EAST-Reaktor hatte bereits im Januar 2025 einen Rekord aufgestellt: Damals gelang es, ein Plasma mit über 100 Millionen Grad Celsius knapp 18 Minuten lang stabil zu halten. Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse zur Dichtegrenze stammen aus einer anderen Versuchsreihe und adressieren einen anderen Aspekt der Fusionsforschung: Während der Januar-Rekord die Einschlusszeit maximierte, ging es nun darum, die höchstmögliche Dichte zu erreichen – zwei Parameter, die sich bislang gegenseitig einschränkten.
Bedeutung für künftige Reaktoren
Die Ergebnisse könnten einen Weg zeigen, die Leistung von Fusionsreaktoren zu steigern. Das Verfahren ließe sich prinzipiell auch auf andere Anlagen übertragen – einschließlich des internationalen Forschungsreaktors ITER, der derzeit in Südfrankreich gebaut wird und an dem auch China beteiligt ist. In Deutschland betreibt das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik zwei wichtige Versuchsanlagen: den Tokamak ASDEX Upgrade in Garching und den Stellarator Wendelstein 7-X in Greifswald.
Als nächsten Schritt wollen die chinesischen Forscher das Verfahren im sogenannten H-Mode testen – einem besonders effizienten Betriebsmodus, bei dem das Plasma von einer Randbarriere eingeschlossen wird und weniger Energie verliert. „Wir planen, die neue Methode bald während des Hocheinschluss-Betriebs am EAST anzuwenden, um das dichtefreie Regime unter Hochleistungs-Plasmabedingungen zu erreichen“, sagte Associate Prof. Yan. Gelänge das, wäre es ein weiterer Schritt auf dem langen Weg zur kommerziellen Kernfusion.
(vza)
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Astronomie: Erstmals präzise Masse eines einsamen Exoplaneten ermittelt
Einer internationalen Forschungsgruppe ist es erstmals gelungen, präzise die Masse sowie Entfernung eines einsamen Exoplaneten zu ermitteln und damit auch zum ersten Mal einwandfrei zu belegen, dass es sich bei dem Himmelskörper nicht um einen Stern handelt. Das hat die Universität Peking jetzt bekannt gemacht, wo Forschungsleiter Dong Subo arbeitet. Möglich war das dank eines Mikrolinsenereignisses, das von Observatorien auf der Erdoberfläche und von Weltraumteleskopen beobachtet wurde. Laut den dabei gesammelten Daten kommt der etwa 9800 Lichtjahre entfernte Himmelskörper ungefähr auf die Masse des Saturn. Die Forschungsgruppe geht davon aus, dass er in einem Sternsystem entstanden ist und später aus diesem herausgeschleudert wurde.
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Ideale Umstände für Vermessung
Als Mikrolinseneffekt wird in der Astronomie ein Spezialfall von sogenannten Gravitationslinsen bezeichnet, bei denen ein massereiches Objekt im Vordergrund Lichtstrahlen dahinter liegender Objekte so stark biegt, dass sie davor mehrfach zu sehen sind. Mikrolinsen erzeugen dabei aber – anders als große Gravitationslinsen – keine voneinander trennbaren Bilder. Lediglich eine Aufhellung des dahinter liegenden Objekts ist auszumachen. Trotzdem verrät diese Aufhellung Details zum Objekt im Vordergrund, vor allem, wenn diese Mikrolinsen von unterschiedlichen Standorten aus beobachtet werden. Über die sogenannte Parallaxmessung können dann die grundlegenden Werte zur Masse und Entfernung dieses Vordergrundobjekts ermittelt werden.
Einsame Exoplaneten werden seit Anfang des Jahrtausends gefunden, noch ist aber viel über sie unbekannt. Im Fall des jetzt vermessenen Himmelskörpers gehen die Forscher und Forscherinnen davon aus, dass das Objekt in einer protoplanetaren Scheibe entstanden ist und nicht allein im interstellaren Raum. Dynamische Prozesse müssten es dann aus seiner „Geburtsstätte“ herausgeschleudert haben, woraufhin es jetzt einsam durch die Milchstraße treibt. Der Himmelskörper komme auf genau 0,219 Jupitermassen. Das Team sieht die gleichzeitige Beobachtung solcher Mikrolinsenereignisse auch für die Analyse anderer einsamer Planeten als erfolgversprechend. Die Entdeckung stellt es in einem Forschungsartikel im Wissenschaftsmagazin Science vor.
(mho)
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D-Ticket-App endlich mit Apple-Wallet-Support – wenn man weiß wo
Frohe Kunde zum neuen Jahr: Ohne die Nutzerschaft in den Release Notes ihrer App zu informieren, hat der Verkehrssoftwarespezialist HanseCom eine Unterstützung für die Apple Wallet auf dem iPhone in seine D-Ticket-App implementiert. Der Wunsch, diese einzubauen, besteht bereits seit gut drei Jahren. Technische Gründe, warum es so lange nicht klappte, konnte die Firma nicht mitteilen. „Bald bequem in Apple Wallet aufbewahren“ hatte der Entwickler schon im Frühjahr 2023 angekündigt.
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E-Mail-Rechnung oder Neubestellung
Nun ist der Wallet-Support aber da – wie lange er schon umgesetzt ist, ließ sich zunächst nicht prüfen. Es ist allerdings denkbar, dass es bereits im Herbst geschah, da die Funktion leicht übersehen werden kann. So taucht der Apple-Wallet-Support nur an zwei Stellen für Nutzer direkt sichtbar auf: Wenn man ein frisches Deutschlandticket löst (dann erfolgt eine direkte Information) sowie in den E-Mail-Rechnungen, wo sich ein Link zum Anlegen der Karte befindet (auch für Google Wallet). Da letztere nicht bei allen Nutzern auf dem Handy, sondern auf Mac oder PC landen, ist dieser leicht zu übersehen beziehungsweise nur mit Mühen aufs Handy übertragbar.
Laut D-Ticket-App-FAQ gibt es aber noch einen anderen Weg: Man muss sich tief ins Einstellungsmenü in den Bereich „Meine Verträge“ begeben und dort dann suchen (siehe Screenshot). Wo man hingegen nicht fündig wird, ist beim Ticket selbst – dort taucht nur der QR-Code auf, jedoch kein Link zum Hinterlegen in der Wallet. Diese Bedienentscheidung dürfte dazu geführt haben, dass viele User das neue Feature noch nicht mitbekommen haben.
Nicht alle Verkehrsbetriebe – aber das ist letztlich egal
Leider unterstützt die D-Ticket-App bei der Wallet-Nutzung nicht alle Verkehrsbetriebe – wobei für den Kunden letztlich egal ist, welchen man wählt, denn das Ticket gilt ja deutschlandweit. „Du kannst die Wallet-Funktion derzeit nutzen, wenn du bei einem der folgenden Verkehrsunternehmen registriert bist: Bahnen der Stadt Mohnheim (BSM), Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG), Hagener Straßenbahn (HST), moBiel, Mecklenburg-Vorpommersche-Verkehrsgesellschaft (MVVG), Neubrandenburger Stadtwerke (neu.sw), NEW mobil Mönchengladbach, Ruhrbahn Mülheim, Ruhrbahn Essen, Stadtbus Dormagen (SDG), Städtische Nahverkehrsgesellschaft (SNG) Suhl/Zella-Mehlis, Stadtwerke Neuss, Stadtwerke Solingen, Verkehrsverbund Berlin Brandenburg (VBB), VGV Velbert, Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP), Verkehrsverbund Vogtland (VVV), Verkehrsunternehmen Wartburgmobil (VUW), Wuppertaler Stadtwerke (WSW), ZVON Oberlausitz-Niederschlesien“, heißt es. Verwirrenderweise klappte es beim Kurztest in der Mac & i-Redaktion aber auch mit der OVG Oberhavel Verkehrsgesellschaft mbH.

Nett: Das Wallet-Ticket aktualisiert sich nach der Hinterlegung brav autonom. „Wenn du das Ticket einmal in die Wallet geladen hast, aktualisiert es sich automatisch, solange dein Abonnement aktiv ist.“ Die D-Ticket-App ist nützlich, wenn man schnell ein Deutschlandticket benötigt: Sie erlaubt die Verwendung von Kreditkarten und Paypal-Zugängen und verkauft das aktuelle Ticket auch im aktuellen Monat – man wird also nicht zum Vorverkauf gezwungen.
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(bsc)
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Samsung Galaxy Tab A11 im Test: Günstiges Mini-Tablet mit 8,7 Zoll
Samsung bringt mit dem Galaxy Tab A11 nach langer Pause eine Neuauflage seines kleinsten und günstigsten Tablets auf den Markt. Doch was ist neu?
Nach knapp zwei Jahren bringt Samsung mit dem Galaxy Tab A11 eine Neuauflage seines kompakten Einsteiger-Tablets. Es tritt die Nachfolge des Galaxy Tab A9 an – eine „10“ im Namen überspringt Samsung dieses Mal einfach.
Mit seinem 8,7-Zoll-Display richtet sich das Gerät an Nutzerinnen und Nutzer, die ihr Tablet häufig unterwegs dabeihaben möchten und deshalb eine handliche Alternative suchen. Auch als Zweitgerät für zu Hause bietet sich das Tab A11 an – etwa, um abends das Smartphone beiseitezulegen und stattdessen über das Tablet Artikel zu lesen oder YouTube-Videos zu schauen.
Technisch hat sich allerdings wenig getan: Samsung setzt erneut auf denselben Chipsatz, auch die übrigen Eckdaten lassen kaum echte Neuerungen erkennen. Die Verbesserungen liegen im Detail und fallen insgesamt überschaubar aus. Wie sich das neue, kleine und günstige Tablet im Alltag schlägt, zeigt dieser Testbericht.
Design
Gegenüber dem Vorgänger hat sich beim Galaxy Tab A11 äußerlich kaum etwas getan. Samsung setzt weiterhin auf das bewährte, kantige Metallgehäuse, das einen hochwertigen Eindruck vermittelt und sauber verarbeitet ist. Auch die einzeln eingefasste Kamera auf der Rückseite bleibt Teil des Designs.
Die Abmessungen sind unverändert: Mit 211 × 8 × 124,7 mm und einem Gewicht von 335 g liegt das Tablet gut in der Hand. Es eignet sich sowohl zum Lesen im Hochformat als auch für Videos im Querformat und lässt sich selbst über längere Zeit einhändig halten. Der Schutz gegen Wasser oder Staub ist nach IP52 nur minimal gegeben, ein paar Tropfen Wasser sollten dem kleinen Tablet also zumindest nicht schaden.
Display
Die Auflösung liegt auch beim Galaxy Tab A11 mit 1340 × 800 Pixeln weiterhin nur auf HD-Niveau. Bei einem kleinen Display mit 8,7 Zoll fällt dieser Nachteil für den Preis aber nicht ganz so drastisch ins Gewicht. Mit rund 179 PPI wirken Inhalte im Alltag überwiegend scharf, auch wenn Bildpunkte mit dem Auge beim genauen Hinsehen zu erkennen sind. Full HD wäre gerade für Videos oder kleinere Schriften wünschenswert gewesen.
Das IPS-Panel im 15:9-Format nutzt die Front dank einer Screen-to-Body-Ratio von knapp 82 Prozent gut aus und verleiht dem kleinen Tablet ein zeitgemäßes Erscheinungsbild. Die wichtigste Neuerung betrifft die Bildwiederholrate: Statt 60 Hz bietet das Galaxy Tab A11 nun 90 Hz. Das sorgt für deutlich flüssigeres Scrollen, geschmeidigere Animationen und ein insgesamt reaktionsfreudigeres Bediengefühl – gerade im Alltag ein klarer Mehrwert, auch ohne höhere Auflösung.
Abseits davon bleibt die Bildqualität auf solidem Mittelmaß. Die Farbdarstellung ist kräftig, aber weitgehend natürlich, die Blickwinkelstabilität überzeugt. LCD-typische Schwächen wie leichte Schattenbildung oder eine ungleichmäßige Ausleuchtung sind vorhanden, stören aber nicht übermäßig.
Mit rund 530 Nits ist das Display ausreichend hell für den Außeneinsatz, solange man direkte Sonneneinstrahlung meidet – ein leichter Zugewinn gegenüber dem Galaxy Tab A9. Widevine L1 ist ebenfalls vorhanden, sodass Streaming-Dienste theoretisch Full-HD liefern könnten, praktisch bleibt jedoch die HD-Auflösung des Panels der limitierende Faktor.
Samsung Galaxy Tab A11 – Bilder
Kamera
Etwas überarbeitet ist die Kameraausstattung. Neu ist der Sensor mit 5 Megapixeln als Frontkamera für Selfies und Videochats. Hinten bleibt es bei der 8‑Megapixel‑Linse. Viel erwarten sollte man nicht von so einem günstigen Tablet. Für gelegentliche Schnappschüsse, einen Videocall oder das Ablichten von Dokumenten reicht es aber aus.
Ausstattung
Bei der übrigen Hardware hat sich tatsächlich kaum etwas getan, die Ausstattung ist weitgehend identisch geblieben. Samsung setzt im Galaxy Tab A11 erneut auf den preiswerten Helio G99 von Mediatek. Die Leistung liegt damit spürbar unterhalb der Plus-Modelle, reicht aber für Alltagsaufgaben wie Streaming, Surfen oder einfaches Multitasking meistens aus.
Gelegentliche Denkpausen sind dennoch spürbar. Mit rund 8800 Punkten im PCMark ordnet sich das Tablet im unteren Mittelfeld ein. Auch die Grafikleistung bleibt mit 1300 Punkten bei 3DMark Wild Life überschaubar und genügt lediglich für einfache Casual Games, bei Titeln mit anspruchsvoller Grafik stößt der SoC jedoch schnell an seine Grenzen.
Samsung bietet das Tab A11 wahlweise mit 4 GB RAM und 64 GB Speicher oder mit 8 GB RAM und 128 GB Speicher an. Von der Variante mit 4 GB RAM und 64 GB Speicher raten wir trotz des günstigen Preises jedoch ab. Empfehlenswert ist die Version mit 8 GB RAM und 128 GB Speicher. Ein microSD-Slot zur Speichererweiterung und eine 3,5-mm-Klinkenbuchse sind vorhanden, auf einen Fingerabdrucksensor verzichtet Samsung.
Bei den Schnittstellen wirkt das Tablet wenig zeitgemäß: USB-C arbeitet nur nach dem 2.0-Standard, drahtlos stehen Wi-Fi 5 und Bluetooth 5.3 bereit. Das ist für ein günstiges Tablet üblich, im Jahr 2025 aber nicht mehr zeitgemäß. Das gilt auch für die Variante mit Mobilfunk, die es nur mit 4G (LTE) gibt. Dank GNSS mit GPS, Glonass, Beidou und QZSS eignet sich das Galaxy Tab A11 auch zur Navigation – sowohl per Hotspot beim reinen WLAN-Modell als auch direkt bei der Mobilfunk-Variante.
Der Klang fällt für ein kleines Tablet ordentlich aus. Zwei Stereo-Lautsprecher mit jeweils 1 Watt unterstützen Dolby Atmos und reichen für Spiele, Videos oder kurze Clips problemlos aus.
Software
Der wohl größte Vorteil des Galaxy Tab A11 gegenüber dem Vorgänger A9 soll der deutlich verlängerte Update-Support sein. Selbst das kleine und günstige Tablet soll bis zu sieben Jahre lang mit Sicherheits-Updates versorgt werden – das ist in dieser Preisklasse alles andere als selbstverständlich. Ob sich Samsung am Ende daran hält, ist unsicher.
Zum Testzeitpunkt Ende Dezember lief das Gerät bereits mit One UI 8 und Android 16, ausgeliefert wird es in der Regel noch mit Android 15 und One UI 7. Der Sicherheitspatch war allerdings nicht mehr aktuell und stammte aus Oktober. Angesichts der Geräteklasse ist von quartalsweisen Updates auszugehen, was bei günstigen Samsung-Tablets üblich ist.
An der Oberfläche selbst gibt es keine Überraschungen. One UI bietet den gewohnten Samsung-Funktionsumfang mit zahlreichen eigenen Apps als Alternativen zu Googles Diensten – inklusive etwas Bloatware. Navigiert wird standardmäßig per On-Screen-Tasten, optional lässt sich aber auch die Gestensteuerung aktivieren.
Akku
Auch beim Akku bleibt alles beim Alten: Das Galaxy Tab A11 ist mit 5100 mAh ausgestattet – eine Kapazität, die mittlerweile viele Smartphones ebenfalls erreichen. Dennoch überzeugt das Tablet, wie schon der Vorgänger, mit einer guten Laufzeit. Das liegt zum einen am kleinen Display, das deutlich weniger Energie benötigt als größere Bildschirme, zum anderen am genügsamen Helio‑G99‑SoC ohne hohe Leistungsreserven.
Beim PCMark Battery Test erreichte das Tablet einen simulierten Wert von rund 12,5 Stunden und landet damit im oberen Drittel des Testfelds. Im Alltag lässt sich das Tab A11 damit problemlos einen ganzen Tag intensiv nutzen. Liegt es meist auf dem Couchtisch und wird nur sporadisch verwendet, muss man es nur alle drei bis vier Tage nachladen. Geduld ist beim Laden allerdings gefragt: Samsung erlaubt maximal 15 Watt, wodurch ein vollständiger Ladevorgang fast zwei Stunden in Anspruch nimmt.
Preis
Die UVP für das Modell mit 4/64 GB liegt bei 179 Euro. Bereits kurz nach dem Marktstart sind die Preise jedoch deutlich gefallen: Die Variante mit kleinem Speicher ist ab etwa 119 Euro auf Ebay erhältlich. Mit LTE gibt es sie ab rund 165 Euro auf Ebay (Code POWEREBAY10E). Das Galaxy Tab A11 mit 8/128 GB kostet derzeit rund 173 Euro, die LTE‑Version liegt bei knapp 200 Euro.
Fazit
Nach über zwei Jahren bringt Samsung wieder ein kompaktes und günstiges Tablet im 8,7-Zoll-Format auf den Markt. Es drängt sich allerdings der Eindruck auf, dass sich der Hersteller dabei nur wenig Mühe gegeben hat: Technisch ist vieles nahezu identisch mit dem rund zwei Jahre alten Vorgänger.
Zu den wenigen echten Verbesserungen zählt das Display, das nun mit bis zu 90 Hz arbeitet und damit spürbar flüssiger wirkt. Auch die Frontkamera wurde minimal aufgewertet. Das Panel ist zudem etwas heller, bietet aber weiterhin nur HD-Auflösung. Die Leistung reicht für Alltagsaufgaben wie Surfen, Streaming und einfache Apps aus, für mehr als Casual Games fehlt es dem Galaxy Tab A11 jedoch an Power.
Sollte Samsungs Update-Versprechen tatsächlich eingehalten werden, wäre das ein echtes Highlight: Bis zu sieben Jahre Support sind für ein Budget-Tablet äußerst ungewöhnlich. Der Preis bleibt niedrig, auch der Aufschlag gegenüber dem Vorgänger fällt moderat aus. Wer ein älteres Lenovo- oder Amazon-Tablet ersetzen möchte, findet hier eine solide Alternative. Besitzer eines Galaxy Tab A9 hingegen haben kaum Gründe für ein Upgrade.
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