Künstliche Intelligenz
EU-Cyberagentur nutzt heimlich KI für Berichte – und fliegt auf
Zwei Berichte der EU-Cybersicherheitsagentur Enisa haben für Aufsehen gesorgt: Die Dokumente waren gespickt mit zahlreichen erfundenen Quellen. Wissenschaftler prüften das genauer – und fanden starke Anhaltspunkte dafür, dass die falschen Quellen von einer KI halluziniert wurden.
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Betroffen sind zwei im vergangenen Oktober beziehungsweise November erschienenen Berichte der Agentur. Als Forscher von der Westfälischen Hochschule die Publikationen lasen, wurden sie stutzig. Zum einen klangen viele Textpassagen für sie unschlüssig. Als sie auf die angegebenen Links zu zitierten Quellen klickten, funktionierten diese überhaupt nicht. Und das im großen Stil: 26 von 492 Fußnoten sollen dem Spiegel-Magazin zufolge in einem der Berichte falsch gewesen sein.
„Man hätte nur einmal draufklicken müssen“
Nun kann ein Link aus vielerlei Gründen nicht funktionieren, etwa weil die Struktur der Webseite, auf die er verweist, sich verändert hat. Auffällig an den falschen Links waren aber LLM-typische Fehler. So enthielt ein Link auf eine Microsoft-Seite über die russische Hackergruppe APT29 auch diesen Namen – Microsoft selbst bezeichnet die Gruppe aber als Midnight Blizzard.
„Mich stört maßgeblich, dass eine öffentliche Behörde, die in meinen Augen die sehr wichtige Aufgabe hat, verlässliche, nachvollziehbare Berichte herauszugeben, das in diesem Fall nicht getan hat“, kritisiert Christian Dietrich, einer der Forscher und Professor an der Westfälischen Hochschule. „Man hätte nur einmal draufklicken müssen.“
Enisa spricht von „menschlichen Fehlern“
Enisa, welche über ein jährliches Budget von rund 27 Millionen Euro verfügt, räumte die Fehler auf Anfrage des Spiegel-Magazins ein, spricht von „Mängeln“, für die man Verantwortung übernehme. Es sei zu „menschlichen Fehlern“ gekommen und man habe die KI „kleinere redaktionelle Überarbeitungen“ vornehmen lassen.
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Auch vom Chaos Computer Club gibt es Kritik. Sprecher Linus Neumann nannte den Vorgang „blamabel“. „Enisa soll die zentrale Anlaufstelle für unabhängige Expertise, Richtlinien und Standards in Europa sein“, zitiert der Spiegel Neumann. „Wenn dann schon in den sehr oberflächlichen Bedrohungsberichten derart unsauber gearbeitet wird, wirft das ein sehr schlechtes Licht auf die Institution“.
(nen)
Künstliche Intelligenz
FIFA Fußball-WM 2026: Ausgewählte TikToker dürfen Teile von Spielen streamen
Der Fußball-Weltverband FIFA hat die Social-Media-Plattform TikTok als offiziellen Partner für die Fußball-WM 2026 auserkoren. Ausgewählte TikTok-Influencer sollen dadurch bevorzugten Zugang zu Spielen der Weltmeisterschaft bekommen, um ihr Publikum zu unterhalten.
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Dazu gehören laut FIFA-Mitteilung Zugang zu Pressekonferenzen und die Möglichkeit, Teile der Fußballpartien live zu streamen. Auch bei Mannschaftstrainings sollen die von TikTok ausgewählten Influencer zuschauen und aufzeichnen dürfen. Die dafür zugelassenen Influencer will TikTok aus der ganzen Welt im Rahmen eines Creator-Programms auswählen.
„Neue Art und Weise, den Fußball zu vermarkten“
„Das ist eine innovative und kreative Zusammenarbeit, die noch mehr Fans auf der ganzen Welt auf bislang beispiellose Weise mit der FIFA-Weltmeisterschaft verbinden wird, indem sie ihnen Einblicke hinter die Kulissen gewährt und sie näher als je zuvor an das Geschehen heranbringt“, kommentiert FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström die Partnerschaft mit dem aus China stammenden Social-Media-Dienst.
„Während der Fußball wächst, sich weiterentwickelt und immer mehr Menschen vereint, sollte sich auch die Art und Weise, wie er geteilt und vermarktet wird, weiterentwickeln.“ Die FIFA hat bereits für die Fußball-WM der Frauen 2023 mit TikTok zusammengearbeitet.
TikTok unterschreibt Trump-Deal
Im Dezember haben sich TikTok-Mutter Bytedance und die US-Regierung auf eine Lösung im Streit um die US-Zukunft des Social-Media-Diensts geeinigt: Die US-Tochter von TikTok verkauft den Großteil ihrer Anteile an Investoren – darunter Oracle, Silver Lake und die Firma MGX aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dadurch entgeht TikTok einer Sperre in den USA, mit der sowohl die Biden- als auch die Trump-Regierung gedroht hatten.
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Bereits die vorherige Biden-Administration hatte eine Gefährdung der nationalen Sicherheit durch die App befürchtet, wenn China Zugriff auf die Nutzerdaten und -profile von TikTok bekommt. In den USA zählt die App über 170 Millionen Nutzer.
Die Fußball-WM 2026 findet vom 11. Juni bis zum 19. Juli 2026 in Kanada, Mexiko und den USA statt. Die Übertragungsrechte in Deutschland hat sich MagentaTV gesichert, wo alle 104 Spiele live zu sehen sein werden. Bei ARD und ZDF werden 60 Spiele live zu sehen sein, darunter die Spiele der deutschen Nationalmannschaft und das Finale.
(dahe)
Künstliche Intelligenz
c’t-Workshop: Sicher trotz knapper Ressourcen – IT-Strategien für KMU
Cyberangriffe auf die IT-Infrastruktur können einen Betrieb schnell zum Stillstand bringen oder hohe Kosten verursachen. Insbesondere für kleine und mittlere Betriebe (KMU) stellt dies eine Herausforderung dar: Oft fehlen spezialisierte Security-Teams und die Budgets sind begrenzt. Zusätzlich sorgen neue Vorgaben wie die NIS2-Richtlinie für Unsicherheit bezüglich der geltenden Regeln und notwendigen Maßnahmen.
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Der Workshop „IT-Sicherheitsstrategien für kleine und mittlere Unternehmen“ bietet hier Unterstützung. Die Referenten Ann-Kathrin Rechel und Viktor Rechel, leitende Cybersicherheitsberater bei secuvera, zeigen praxisnahe Wege auf, wie KMU ihre IT-Sicherheit mit vertretbarem Aufwand stärken können. Ziel ist eine stabile Basis, um gegen Angriffe gewappnet zu sein und künftige Anforderungen gut umsetzen zu können.
Bedrohungen erkennen und abwehren
Die Teilnehmer lernen, welche Gefahren für KMU realistisch sind und wie diese die eigene IT-Landschaft betreffen können. Dazu werden Grundbegriffe der Informationssicherheit vermittelt und relevante Standards wie ISO 27001, TISAX/VDA-ISA oder IT-Grundschutz vorgestellt.
Der Schwerpunkt liegt jedoch auf konkreten Best Practices: Welche organisatorischen und technischen Schritte bringen den größten Nutzen bei vertretbarem Aufwand? Anhand einer Checkliste erläutern die Referenten die wichtigsten Maßnahmen und typische Fehler, die es zu vermeiden gilt. So können die Teilnehmer im Anschluss eine pragmatische, bezahlbare Sicherheitsstrategie für ihr Unternehmen festlegen.
Zielgruppe und Voraussetzungen
Der Online-Workshop richtet sich an Unternehmen mit 10 bis 1000 Mitarbeitenden, die bisher kein oder nur ein rudimentäres Informationssicherheitsmanagement haben. Angesprochen sind Entscheider mit strategischer oder operativer IT-Verantwortung, etwa aus Geschäftsführung, IT-Leitung oder Administration.
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, eine IT-Affinität erleichtert aber das Verständnis. Der Fokus liegt auf einem verständlichen Überblick, ohne auf konkrete Systemkonfigurationen einzugehen. Eine individuelle Beratung ist nicht das Ziel des Workshops.
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- Termin: 21. und 22. Januar 2026
- Uhrzeit: jeweils von 9 bis 12:30 Uhr
- Preis: 880 Euro
Weitere Informationen zu Ablauf und Anmeldung finden Sie auf der Workshop-Seite der heise academy.
(abr)
Künstliche Intelligenz
Windows-Updates: Microsoft trennt zwischen Windows 11 und Server 2025
Ab dem kommenden Patchday am 13. Januar 2026 will Microsoft Updates für Windows 11 in den Versionen 24H2 und 25H2 einerseits und Windows Server 2025 andererseits mit separaten Bezeichnungen anbieten, also unterschiedlichen KB-Nummern. Dies hat Microsoft bereits im Dezember im Ankündigungsbereich des Dezember-Updates für den Windows Server 2025 bekanntgegeben. Der Schritt wirkt zunächst etwas ungewöhnlich angesichts der Tatsache, dass die genannten Systeme die gleiche Codebasis verwenden. Lediglich die Menge der installierten und freigeschalteten Funktionen variiert je nach Produkt und Version.
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Allerdings kann Microsoft auf diese Weise nicht nur wie bislang in der Dokumentation differenzieren, sondern perspektivisch auch Updatepakete gezielt für Desktop oder Server zusammenstellen. Bislang sind zwar die Beschreibungen der Updates für Server 2025 und für die Desktop-Systeme 24H2 und 25H2 verschieden, die Pakete selbst aber identisch und damit auch gleich groß. Mit der Änderung bekommt Microsoft zum Beispiel die Möglichkeit, nicht wie bislang mit jedem Update für den Server auch massenhaft neuen Code für die Copilot-Komponenten von Windows 11 bereitzustellen, der bei der Installation dann doch nicht gebraucht wird.
Relevant ist das Ganze vor allem für Firmenandmins, die künftig separate Einträge für Windows 11 und Server 2025 vorfinden werden. Ob Microsoft die Gelegenheit dann auch nutzen wird, um Updates zu verschlanken, bleibt indes abzuwarten.
Nicht zu verwechseln ist die Änderung der KB-Nummern mit den Änderungen bei den Update-Titeln aus dem vergangenen Herbst. Microsoft hat die länglichen Updatenamen Ende Oktober erheblich verkürzt, was vor allem unter Admins auf eher wenig Gegenliebe stieß. Der Hersteller ruderte Mitte November ein wenig zurück; der Updatename nennt seitdem zumindest Datum sowie KB- und Buildnummer.
(jss)
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