Künstliche Intelligenz
Top 10: Die beste Mini-Powerbank fürs Handy – günstig & kompakt bis 10.000 mAh
Handlich und günstig: Mini-Powerbanks halten Smartphones unterwegs am Laufen. Wir zeigen die besten Modelle ab 10 Euro.
Wer häufig außer Haus ist, sollte eine Powerbank mit sich tragen. Denn es kann immer mal passieren, dass der Stand des Akkus beim Smartphone oder Kopfhörer unerwartet schnell abnimmt – und das Gerät ausgeht. Wer das vermeiden will, greift zu einer mobilen Mini-Powerbank. Weder sollte diese viel kosten, noch besonders klobig sein. Schließlich möchte man den externen Handyakku einfach in die Tasche packen, ohne ihn aufgrund seines Gewichts oder der Maße ständig zu bemerken. Hier bieten sich insbesondere Modelle ab 10 Euro an, die bereits Kapazitäten zwischen 2500 und 10.000 Milliamperestunden (mAh) bieten.
Um aber keine falsche Erwartung zu schüren, sei direkt vorneweg genommen: Während Top-Modelle der Powerbanks ab 20.000 mAh (Bestenliste) mit Ladegeschwindigkeiten von 60 W bis über 200 W sogar Laptops laden können, müssen sich Anwender bei günstigen Modellen mit deutlich weniger zufriedengeben.
Die Ladegeschwindigkeit fällt erheblich geringer aus und Sonderfunktionen gibt es nicht. Je nach Modell kann man damit lediglich sehr gemächlich den Akkustand erhöhen oder sogar im schlimmsten Fall nur auf dem gleichen Stand halten. Für den Notfall reicht das allemal aus, sodass man das Smartphone noch für die Ticketkontrolle im Zug oder die Navigation nach Hause am Leben erhalten kann.
Welche ist die beste Mini-Powerbank?
Unsere Produktauswahl basiert auf besonders nachgefragten und damit relevanten Modellen im Preisvergleich und bei Amazon. Unser Testsieger ist die Iniu B61 mit 10.000 mAh für 18 Euro. Trotz guter Leistung und Ausstattung ist sie preiswert und kompakt.
Äußerst praktisch ist zudem die ultrakompakte Anker Nano 22,5W für 17 Euro (Code: ALZADAYS30DE), die aufgrund ihres durchdachten Konzepts mit integriertem USB-C-Stecker unser Technologiesieger wird.
Der Preis-Leistungs-Sieger ist die Logilink PA0257 für aktuell nur 9 Euro – und das bei einer Akkugröße von 10.000 mAh.
Im Testfeld von fast 20 Modellen gibt es trotz ähnlichem Preisrahmen gewichtige Unterschiede bei Kapazität, Anschlüssen, Qualität und Mobilität. Ein Totalausfall ist auch mit dabei.
Was leistet eine Mini-Powerbank – und was nicht?
Eine Mini-Powerbank speichert elektrische Energie in Lithium-Zellen und gibt sie bei Bedarf an angeschlossene Geräte ab. Im Kern funktioniert sie wie ein mobiler Zwischenspeicher: Erst lädt man die Powerbank zu Hause oder im Büro auf, später versorgt sie unterwegs Smartphone, Kopfhörer oder Bluetooth-Lautsprecher mit frischem Strom.
Allerdings entspricht die auf der Verpackung angegebene Kapazität nie der tatsächlich nutzbaren Energie. Der Grund: Hersteller messen die Kapazität bei der internen Zellenspannung von 3,7 V. USB arbeitet jedoch mit 5 V, weshalb die Elektronik die Spannung umwandeln muss. Dabei gehen je nach Qualität der verbauten Komponenten 15 bis 30 Prozent als Wärme verloren. Aus nominell 10.000 mAh werden so in der Praxis oft nur 7.000 bis 8.500 mAh. Ein typisches Smartphone mit 4.000-mAh-Akku lässt sich damit rund 1,5- bis 2-mal vollständig aufladen – nicht drei- oder viermal, wie manche Käufer zunächst annehmen.
Welche Ausstattung gibt es in welcher Preisklasse?
Der Preis bestimmt maßgeblich, welche Features eine Mini-Powerbank mitbringt: Unter 10 Euro dominieren einfache Modelle mit Basis-Ausstattung. Die meisten setzen noch auf Micro-USB zum Laden der Powerbank selbst, während sie Energie über USB-A abgeben. Die Ladegeschwindigkeit liegt typischerweise bei 5 bis 10 W – genug, um den Akkustand langsam zu erhöhen oder zumindest zu halten. Eine LED-Anzeige mit vier Punkten signalisiert den ungefähren Ladestand, ein Display fehlt überwiegend.
Zwischen 10 und 20 Euro steigt die Qualität spürbar. Hier haben sich USB-C-Anschlüsse zum Laden und Entladen etabliert, manche Modelle bieten sogar bidirektionales USB-C – ein einziger Port übernimmt beide Aufgaben. Die Ladegeschwindigkeit klettert auf 15 bis 22,5 W, was ein Smartphone deutlich schneller auffüllt. Einige Powerbanks in diesem Segment integrieren bereits ein kleines Display mit Prozentanzeige oder fest verbaute Kabel, die das Mitschleppen separater Strippen überflüssig machen.
Ab 20 Euro kommen Extras wie Power Delivery (PD) oder Quick Charge hinzu. Diese Schnellladeprotokolle handeln automatisch die optimale Spannung mit dem Endgerät aus und erreichen Ladegeschwindigkeiten von 25 W und mehr. Die Verarbeitung fällt hochwertiger aus, das Gehäuse besteht oft aus Aluminium statt Kunststoff, und die Elektronik arbeitet effizienter – mehr von der gespeicherten Energie kommt tatsächlich im Smartphone an.
Grundsätzlich gilt: Mini-Powerbanks eignen sich ideal als Notfallreserve für den Alltag. Wer regelmäßig mehrere Geräte laden oder auch Tablets und Laptops versorgen möchte, greift besser zu größeren Modellen ab 20.000 mAh (Bestenliste) mit entsprechend höherer Ausgangsleistung. Manche bieten überdies kleine, im Notfall sinnvolle Extras, wie eine integrierte LED-Taschenlampe.
Welche Kaufkriterien sind entscheidend?
Für die meisten Nutzer dürften Merkmale wie Größe, Gewicht und Robustheit entscheidend sein. Die hier gezeigten Modelle sind allesamt „Mini-Powerbanks“, das bedeutet, sie sind besonders gut für die Mitnahme geeignet. Sie liegen zwischen knapp 100 g und 230 g und sind besonders flach oder leicht. Die Geräte eignen sich, um Smartphones (Bestenliste), Bluetooth-Lautsprecher (Bestenliste) oder Kopfhörer (Bestenliste) mobil nachzuladen. Da sie kompakt und leicht sind, stören sie beim Transport kaum. Fürs Handgepäck im Flugzeug sind alle Modelle geeignet, da die maximale Kapazität von 99 Wh (rund 25.000 bis 27.000 mAh je nach Spannung; üblich sind 3,7 V) keiner der externen Handyakkus erreicht.
Neben der Verarbeitung, dem Gewicht und der Ausstattung stehen in dieser Bestenliste vorrangig Kapazität und Ladegeschwindigkeit im Fokus. Beides messen wir mithilfe des Messgeräts F-nirsi FNB58, das uns Banggood zur Verfügung gestellt hat, und stecken dieses zwischen Powerbank und Verbraucher. Es gibt Werte, wie Watt (Leistung), Volt (Spannung) und Ampere (Strom) an, trackt aber auch die nutzbare Kapazität. Ebenfalls misst es die benötigte Ladezeit.
Anschlüsse
Um die Powerbank mit den eigenen Geräten nutzen zu können, muss diese über die richtigen Anschlüsse verfügen. Im Testfeld taucht ein vermeintlich längst überwunden geglaubter Standard erneut auf: Micro-USB. In unserer Produktauswahl der im Preisvergleich beliebtesten Modelle unter 10 Euro setzen mehr als fünf Powerbanks mitunter oder ausschließlich auf Micro-USB zum Laden, einer bietet auch den Lightning-Anschluss von Apple. Zum Aufladen von Smartphone & Co. kommt USB-A, selten USB-C zum Einsatz. Stehen nicht die richtigen Anschlüsse zur Verfügung, helfen Adapter (Ratgeber).
Kapazität und Leistung
Neben den Anschlüssen entscheiden hauptsächlich Kapazität und Ausgangsleistung über die Eignung einer Powerbank. Die Kapazität, meist in Milliamperestunden (mAh) angegeben, gibt Auskunft darüber, wie viel Energie der Akku-Pack maximal speichern kann. Die Ladung nimmt im Laufe der Zeit ab, auch wenn man die Powerbank nicht verwendet. Wird die Batterie längere Zeit eingelagert, empfiehlt es sich, sie vorher auf einen Akkustand von 50 bis 70 Prozent zu bringen, um die Lebensdauer der Zellen zu maximieren – ganz volle und ganz leere Lithium-Akkus verschleißen schneller.
Die Kapazität der hier getesteten Exemplare liegt nominell zwischen 2400 mAh (Jetting 2600) und 10.000 mAh (beispielsweise Intenso Powerbank P10000), wobei der Wert in der Praxis oft geringer ausfällt und auch mit jedem Ladezyklus abnimmt. Nach 300 bis 600 Ladezyklen ist die Kraft dieser Akkus häufig stark reduziert. Damit sind die Powerbanks aber auch bei regelmäßiger Nutzung für mehrere Jahre treue Begleiter.
Die Ein- und Ausgangsleistung entscheidet darüber, wie schnell sich der Akku-Pack aufladen lässt und wie zügig er umgekehrt ein angeschlossenes Gadget wieder flottmacht. Sie wird üblicherweise in Ampere oder Milliampere angegeben, jeweils bei einer Spannung von 5 V, dem Standard für USB-Ports.
Welche gute und leichte Powerbank gibt es?
Wer eine besonders leichte Powerbank sucht, achtet auf Modelle unter 150 g. In dieser Gewichtsklasse punktet die Anker Nano 22,5W mit nur rund 100 g – sie wiegt damit weniger als die meisten Smartphones und verschwindet problemlos in der Hosentasche. Der integrierte USB-C-Stecker macht ein separates Kabel überflüssig, was außer Haus zusätzlich Gepäck spart. Mit 5.000 mAh reicht die Kapazität für etwa eine vollständige Smartphone-Ladung.
Etwas mehr Kapazität bei noch akzeptablem Gewicht bietet die Iniu B61: Sie bringt rund 180 g auf die Waage, speichert aber 10.000 mAh und lädt ein typisches Handy damit fast zweimal komplett auf. Generell gilt: Je höher die Kapazität, desto schwerer fällt die Powerbank aus – hier muss jeder den passenden Kompromiss zwischen Gewicht und Laufzeit finden. Für den täglichen Einsatz mit einem einzelnen Smartphone genügen 5.000 mAh in den meisten Fällen, wer auch Kopfhörer oder eine Smartwatch versorgen möchte, greift besser zu 10.000 mAh.
Alternativen
Totalausfall: Slub Powerbank 10000mAh
Ein Totalausfall war ein No-Name-Produkt, das wir bei Amazon gefunden haben – die Slub Powerbank 10000mAh. Nach dem Auspacken aus dem Karton und Betätigen des Ein-/Aus-Knopfes haben wir uns bereits gewundert, warum das Display nicht aufleuchtet. Auch ein Anschluss ans Stromnetz oder einen Verbraucher schaffte keine Abhilfe.
Bei genauerem Blick auf das Gehäuse fiel eine deutliche Wölbung der Powerbank auf, zudem löste sich die Plastikabdeckung über dem Display und der Platine mit wenig Mühe. Angesichts des erheblichen Sicherheitsrisikos, das von aufgeblähten Lithium-Akkus ausgeht, haben wir aus Sicherheitsgründen von weiteren Tests abgesehen und Amazon umgehend über den Umstand hingewiesen. Kurz nach unserer Meldung hat Amazon das Produkt aus dem Umlauf genommen, es lässt sich nun nicht mehr bestellen.
Dass dieses Produkt qualitativ so mangelhaft ist, ist schade, denn das Konzept mit integrierten Kabeln und einem Display mit Prozentangabe des Akkustands hat uns angesprochen. Für 10 Euro und mit 10.000 mAh sowie 22,5 W an Ladegeschwindigkeit hätte die Slub Powerbank ein sehr stimmiges Gesamtpaket sein können. Gerade die transparente Gehäusehälfte, die den Blick aufs Innere ermöglicht, sieht sehr schick aus. So aber haben wir durch unseren Produkttest ein möglicherweise gefährliches Produkt gefunden, das unter anderen Namen auch noch weiter im Netz verkauft wird, etwa bei Aliexpress. Hier heißt es ganz klar: Finger weg!
Fazit
Auch für unter 10 Euro gibt es bereits brauchbare portable Powerbanks. Die Geräte in diesem Preisbereich beschränken sich auf die Grundfunktionen, erfüllen diese aber zufriedenstellend. Auffällig ist, dass teuer nicht besser sein muss. Bereits für 5 Euro bekommt man von Hama eine ordentliche Powerbank mit 5.000 mAh. Unser Testsieger Iniu B61 liefert zum Preis von 18 Euro eine Kapazität von 10.000 mAh und bleibt dennoch kompakt und mobil.
Vorsicht ist geboten, da einige günstigere No-Name-Modelle hingegen statt USB-C nur Micro-USB verwenden, um wenige Cent zu sparen. Besonders auffällig ist im Allgemeinen aber die teils geringe Ladegeschwindigkeit – viele Smartphones dürften so nur den Akkustand halten, aber nicht jedoch effektiv nachladen. Unsere Tests zeigen außerdem, wie wichtig es ist, den Herstellern nicht aufs Wort zu glauben und bei der Kapazität genau hinzusehen. 10.000 mAh klingen im ersten Moment wahnsinnig toll, wenn davon aber nur die Hälfte nutzbar ist, kann man sich den Aufpreis auch gleich sparen und zur 5800-mAh-Powerbank greifen. Ist der Preis aber bei unter 10 Euro, kann man eine schlechtere Effizienz leichter verschmerzen.
Weiteres Ladezubehör zeigen unsere Bestenlisten:
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Zellen auf Reset: US-Firma sucht mit umstrittener Methode nach dem Jungbrunnen
Kann man den Alterungsprozess umkehren? Diese Frage spielte überraschenderweise kurz auch auf dem vergangenen Weltwirtschaftsforum in Davos eine Rolle. Befragt nach seiner Einschätzung antwortete Elon Musk, dass der Umstand „sehr gut lösbar“ sei und dass es „offensichtlich“ sein werde, wenn Wissenschaftler herausfinden, warum wir altern. So weit, so Elon Musk.
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„Das Altern hat eine relativ einfache Erklärung“
Kurz darauf schaltete sich der Harvard-Professor und Verfechter der Lebensverlängerung David Sinclair in die Unterhaltung auf X ein und stimmte dem reichsten Mann der Welt nachdrücklich zu. „Das Altern hat eine relativ einfache Erklärung und ist offenbar umkehrbar“, schrieb Sinclair. „Klinische Studien beginnen in Kürze.“
„ER-100?“, fragte Musk.
„Ja“, antwortete Sinclair.
ER-100 ist der Codename einer Behandlung, die von Life Biosciences entwickelt wurde, einem kleinen Start-up-Unternehmen aus Boston, das Sinclair mitbegründet hat. Wie Sinclair selbst bestätigte, hatte die Firma jüngst die FDA-Zulassung erhalten, um den ersten gezielten Versuch der Umkehrung des Alterungsprozesses an freiwilligen Probanden durchzuführen.
Das Unternehmen plant, Augenkrankheiten mit einem Verjüngungskonzept namens „Reprogrammierung“ zu behandeln. Dieses Konzept hatte kürzlich Hunderte Millionen an Investitionen für Silicon-Valley-Firmen wie Altos Labs, New Limit und Retro Biosciences angezogen, die wiederum von vielen Tech-Größen unterstützt werden.
Wie funktioniert die „Reprogrammierung“ zur Verjüngung?
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Die Technik versucht, Zellen in einen gesünderen Zustand zurückzuversetzen, indem sie ihre epigenetischen Kontrollen – Schalter an unseren Genen, die bestimmen, welche Gene ein- und ausgeschaltet sind – umfassend zurücksetzt. „Reprogrammierung ist wie die KI der Bio-Welt. Es ist das, was jeder finanziert“, sagt Karl Pfleger, ein Investor, der ein kleineres britisches Start-up namens Shift Bioscience unterstützt. Er sagt, dass Sinclairs Unternehmen kürzlich zusätzliche Mittel gesucht hat, um seine Behandlung weiter voranzutreiben.
Doch die Reprogrammierung ist nicht unumstritten und bringt auch Risiken mit sich. Bei manchen Labortieren hat sie sogar Krebs verursacht. Aber die von Life Biosciences entwickelte Version der Technik hat dem Unternehmen nach erste Sicherheitstests an Tieren bestanden.
Erste Tests an Patienten mit Glaukom
Aber es bleibt risikoreich. In der Studie wird die Behandlung zunächst an etwa einem Dutzend Patienten mit Glaukom getestet. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der hoher Druck im Inneren des Auges den Sehnerv schädigt. In den Tests werden Viren, die drei leistungsstarke Reprogrammierungsgene tragen, in ein Auge der Patienten injiziert. Das geht aus einer Beschreibung in der Studie hervor, die erstmals im Dezember veröffentlicht wurde.
Um sicherzustellen, dass der Prozess nicht zu weit geht, werden die Reprogrammierungsgene durch einen speziellen genetischen Schalter kontrolliert, der sie nur dann aktiviert, wenn die Patienten eine niedrige Dosis des Antibiotikums Doxycyclin einnehmen. Zunächst werden sie das Antibiotikum etwa zwei Monate lang einnehmen, während die Auswirkungen überwacht werden.
Führungskräfte des Unternehmens kündigen schon lange eine in 2026 beginnende Studie an. „Für uns als Branche ist das eine unglaublich große Sache“, sagte Michael Ringel, Chief Operating Officer bei Life Biosciences, bei einer Veranstaltung im Herbst dieses Jahres. „Es wird das erste Mal in der Geschichte der Menschheit sein, in der jahrtausendealten Geschichte der Menschheit, dass nach etwas gesucht wird, das verjüngt … Behalten Sie also diesen Bereich im Auge.“
Die Wurzeln der Reprogrammierungs-Technologie
Die Technologie basiert auf einer vor 20 Jahren mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Entdeckung. Die Forschung zeigte, dass die Einführung einiger weniger potenter Gene in eine Zelle dazu führt, dass diese sich wieder in eine Stammzelle zurückverwandelt. Diese Zellen können sich wie in einem frühen Stadium eines Embryos zu verschiedenen spezialisierten Zelltypen entwickeln. Diese Gene, die als Yamanaka-Faktoren bekannt sind, werden mit einem „Reset-Knopf“ für Zellen verglichen. Doch die möglichen Tumorerkrankungen brachten Wissenschaftler auf eine neue Idee, die als „partielle“ oder „vorübergehende“ Reprogrammierung bezeichnet wird. Dabei wird die Exposition gegenüber den starken Genen begrenzt – oder nur auf einen Teil davon beschränkt –, in der Hoffnung, dass die Zellen sich jünger verhalten, ohne dass sie ihre Rolle im Körper vollständig vergessen.
Im Jahr 2020 behauptete Sinclair, dass eine solche partielle Reprogrammierung das Sehvermögen von Mäusen wiederherstellen könnte, nachdem ihre Sehnerven zerstört worden waren, und sagte, es gäbe sogar Hinweise darauf, dass die Nerven nachgewachsen seien.
Nicht alle Wissenschaftler sind sich einig, dass die Reprogrammierung wirklich als Umkehrung des Alterungsprozesses gilt. Aber Sinclair hat nachgelegt. Er vertritt die Theorie, dass der allmähliche Verlust korrekter epigenetischer Informationen in unseren Zellen tatsächlich die eigentliche Ursache des Alterns ist – genau die Art von Grundursache, auf die Musk angespielt hat. „Elon scheint diesem Bereich Aufmerksamkeit zu schenken und [ist] offenbar mit [meiner Theorie] übereinstimmend“, schreibt Sinclair nach einer Anfrage per E-Mail.
Kritiker sprechen von Übertreibung
Sinclair hat sich gänzlich dem Thema Verlängerung der Lebensdauer verschrieben. Als Buchautor und Redner verlangt er astronomische Honorare für seine Vorträge. Zuvor hatte er die Vorteile von Molekülen namens Sirtuine sowie von Resveratrol, einem Molekül, das in Rotwein vorkommt, für die Langlebigkeit angepriesen. Einige Kritiker sagen jedoch, er übertreibe den wissenschaftlichen Fortschritt erheblich. Diese Kritik gipfelte 2024 in einem Artikel im Wall Street Journal, in dem er als „Guru der Umkehrung des Alterungsprozesses“ bezeichnet wurde, dessen Unternehmen „keine Erfolge vorweisen können“.
Life Biosciences gehört zu diesen Unternehmen, die zu kämpfen haben. Die 2017 gegründete Firma verfolgte zunächst die Strategie, Tochtergesellschaften zu gründen, die sich jeweils mit einem Aspekt des Alterungsproblems befassen sollten. Nachdem diese jedoch nur begrenzte Fortschritte erzielten, wurde 2021 ein neuer CEO eingestellt, Jerry McLaughlin, der die Bemühungen des Unternehmens neu auf Sinclairs Ergebnisse mit Mäusen und die Durchführung von Versuchen am Menschen ausgerichtet hat.
Das Unternehmen hat die Möglichkeit diskutiert, andere Organe, darunter auch das Gehirn, umzuprogrammieren. Und Ringel von Life Biosciences spielt ebenso wie Sinclair mit dem Gedanken, dass eines Tages sogar eine Verjüngung des gesamten Körpers möglich sein könnte.
Noch weit von einem Jungbrunnen entfernt
Vorerst sollte man die Studie jedoch eher als Proof of Concept betrachten, das noch weit von einem Jungbrunnen entfernt ist. „Im optimistischen Fall löst dies bei bestimmten Menschen einige Blindheitsprobleme und katalysiert die Arbeit an anderen Indikationen“, sagt der Investor Pfleger. „Es ist nicht so, dass Ihr Arzt Ihnen ein Rezept für eine Pille ausstellt, die Sie verjüngt.“
Die Behandlung von Life basiert auch auf einem Antibiotika-Umschaltmechanismus, der zwar häufig bei Labortieren eingesetzt wird, aber noch nie an Menschen getestet wurde. Da der Schalter aus Genkomponenten von E. coli und dem Herpesvirus aufgebaut ist, könnte er laut Wissenschaftlern beim Menschen eine Immunreaktion auslösen.
„Ich war immer der Meinung, dass man für eine breite Anwendung ein anderes System benötigen würde“, sagt Noah Davidsohn, der Sinclair bei der Umsetzung der Technik half und heute als Chefwissenschaftler bei einem anderen Unternehmen, Rejuvenate Bio, tätig ist. Auch die Wahl der Reprogrammierungsfaktoren durch Life – das Unternehmen hat drei ausgewählt, die unter dem Akronym OSK bekannt sind – könnte riskant sein. Es wird erwartet, dass sie Hunderte anderer Gene aktivieren, und unter bestimmten Umständen kann diese Kombination dazu führen, dass Zellen in einen sehr primitiven, stammzellähnlichen Zustand zurückfallen.
Forschung an Verjüngung ohne unerwünschte Nebenwirkungen
Andere Unternehmen, die sich mit Reprogrammierung befassen, sagen, ihr Fokus liege auf der Erforschung der zu verwendenden Gene, um eine Zeitumkehr ohne unerwünschte Nebenwirkungen zu erreichen. New Limit, das eine umfangreiche Suche nach solchen Genen durchgeführt hat, sagt, dass es erst in zwei Jahren für eine Studie am Menschen bereit sein wird. Bei Shift beginnen die Tierversuche gerade erst.
„Sind ihre Faktoren die beste Version der Verjüngung? Wir glauben nicht. Ich denke, sie arbeiten mit dem, was sie haben“, sagt Daniel Ives, CEO von Shift, über den Konkurrenten Life Biosciences. „Aber ich glaube, dass sie in Bezug auf die Anwendung am Menschen allen anderen weit voraus sind. Sie haben einen Weg gefunden, der über das Auge führt, das ein schönes, in sich geschlossenes System ist. Wenn etwas schiefgeht, hat man immer noch das andere.“
Dieser Beitrag ist zuerst auf t3n.de erschienen.
(jle)
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Doom-Scrolling und Suchtgefahr: EU-Kommission fordert Änderungen bei TikTok
Die EU-Kommission hat nach vorläufigen Ergebnissen einer fast zweijährigen Untersuchung festgestellt, dass die Videoplattform TikTok gegen den Digital Services Act (DSA) verstößt. Das Design der Plattform verleite Menschen dazu, möglichst lange auf TikTok zu verweilen, teilte die Kommission am Freitag in Brüssel mit. Sie fordert von TikTok nun eine grundlegende Änderung des App-Designs und weitere Maßnahmen.
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Die Mechanismen, mit denen die Firma möglichen negativen Auswirkungen begegnet, sind aus Sicht der Kommission unzureichend. So habe TikTok etwa unterlassen, der Suchtgefahr vorzubeugen, erklärten hohe EU-Beamte am Freitag. Es gebe keine Zeitbeschränkungen und der Betreiber versuche, die Nutzer in einer Art Endlosschleife zu halten.
Kommission fordert Änderungen
Auch an dem Empfehlungsmechanismus von TikTok hat die Aufsichtsbehörde einiges auszusetzen. Die EU-Kommission sieht darüber hinaus Änderungsbedarf bei den Möglichkeiten für Eltern, den Zugang für Kinder zu kontrollieren oder zu beschränken. Auch das Benachrichtigungssystem sei darauf ausgerichtet, Nutzer möglichst häufig in das Angebot zu locken.
„Das Digitale-Dienste-Gesetz macht Plattformen verantwortlich für jene Effekte, die sie auf Nutzer haben können”, sagt EU-Kommissionsvizepräsidentin Henna Virkkunen. Insbesondere für Kinder und Jugendliche sei Social-Media-Sucht gefährlich und habe negative Auswirkungen auf deren Entwicklung. TikTok sei in vielen europäischen Ländern jene App, die nach Mitternacht noch am häufigsten von Kindern und Jugendlichen genutzt werde – Sperrzeiten oder vergleichbare Mechanismen seien jedoch nicht vorgesehen.
Die EU-Kommission hatte die Untersuchung gegen TikTok im Februar 2024 eingeleitet und dem Unternehmen nun ihre Untersuchungsergebnisse übermittelt. TikTok hat nun die Gelegenheit, Abhilfe zu schaffen. Bislang sei die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen konstruktiv gewesen, berichten EU-Beamte. So hatte sich TikTok etwa bei der geforderten Anzeigentransparenz mit der Kommission geeinigt und eine Strafe vermieden.
Doch mit der guten Zusammenarbeit könnte nun Schluss sein: „Die vorläufigen Ergebnisse der Kommission stellen unsere Plattform kategorisch falsch und völlig haltlos dar“, erklärt eine TikTok-Sprecherin. „Wir werden alle notwendigen Schritte unternehmen, um diese Ergebnisse mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln anzufechten.“
Strafe wäre nächster Schritt
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Ob TikTok die von der EU-Kommission bemängelten Probleme wirksam adressieren wird, ist offen – viel Zeit wollen die Beamten in Brüssel dem Unternehmen aber nicht lassen. Den Rechtsweg allerdings kann die EU-Kommission nicht verkürzen: Einige Wochen werden nun vergehen, bevor Klarheit besteht, ob TikTok den Forderungen der Kommission entspricht. Erst dann kann die Kommission eine formale Strafe verhängen, die bis zu 6 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes des Gesamtunternehmens betragen kann. Auch tägliche Strafgelder gegen den Betreiber sind laut DSA möglich.
Das Verfahren gegen TikTok ist das erste DSA-Verfahren, das so weit fortgeschritten ist und dabei auch Designmechanismen einer Plattform thematisiert. Rechtsprechung dazu gibt es bislang auf europäischer Ebene kaum. Die Frage, ab wann App-Nutzung süchtig macht und damit eine Gesundheitsgefahr darstellt, ist höchstrichterlich wie wissenschaftlich bislang nicht abschließend beantwortet. Der DSA verpflichtet Unternehmen aber dazu, auch mögliche Risiken, deren Umfang noch nicht abschließend geklärt ist, in ihre Risikofolgeabschätzung einzubeziehen und ihnen vorzubeugen.
(vbr)
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Patentstreit: Münchner Gericht untersagt Renault Verkauf von Clio und Mégane
Das Landgericht München I hat Renault den Verkauf seiner Bestseller-Modelle Clio und Mégane in Deutschland untersagt. Das Gericht gab am Mittwoch dem US-Technologiekonzern Broadcom in einem Patentstreit um Ethernet-Verbindungen recht (Aktenzeichen: 7 O 7655/25). Das berichtet der Fachdienst ip fray. Konkret gehe es um Broadcoms Patent EP1903733 (“Method and system for an extended range ethernet line code”).
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Das Gericht entschied, dass Renault dieses Patent in zwei Fahrzeugmodellen verletzt: beim Clio im Navigationssystem und beim Mégane in der Telematik-Steuereinheit (TCU). Wenn Broadcom sich für eine vorläufige Vollstreckung bis zur erwarteten Berufung entscheidet, muss Renault den Verkauf seiner Modelle Clio und Mégane in Deutschland einstellen. Dafür müsste Broadcom eine Sicherheitsleistung in Höhe von mehreren Millionen Euro bereitstellen.
Verschiedene Medien berichten, dass Renault gegen das Urteil vorgehen wolle. Alternativ können sich die beiden Parteien auch außergerichtlich einigen. Das passiert bei Patenstreitigkeiten häufig, wobei dann oft auch rückwirkend Lizenzzahlungen geleistet werden. Deren Höhe behalten die Streitenden in der Regel für sich.
(jo)
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