Künstliche Intelligenz
AirDrop-Support für Android: Google weitet Verfügbarkeit auf weitere Geräte aus
Googles Quick Share und Apples AirDrop arbeiten seit dem 21. November 2025 zusammen, sodass Daten zwischen iPhones, Macs und Android-Geräten nahtlos ohne zusätzliche Software übertragen werden können. Den Startschuss machte Google mit den eigenen Pixel-10-Geräten. In diesem Jahr soll der Datenaustausch für weitere Android-Geräte freigegeben werden. Unter anderem bestätigte Nothing den Einzug der Funktion.
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AirDrop-Support für mehr Android-Geräte
Im Zuge einer Veranstaltung bestätigte Eric Kay, Vice President of Engineering für die Android-Plattform, gegenüber Android Authority, dass die AirDrop-Interoperabilität in diesem Jahr weit über Pixel-Smartphones hinaus ausgeweitet werden soll.

Verstehen sich: Quick Share auf Android-Smartphone mit AirDrop auf iPhone.
(Bild: Google)
Weiter erläuterte er: „Wir haben viel Zeit und Energie investiert, um sicherzustellen, dass wir etwas entwickeln konnten, das nicht nur mit dem iPhone, sondern auch mit iPads und MacBooks kompatibel ist.“ Nachdem Google gezeigt habe, dass dies funktioniere, arbeitet das Unternehmen mit seinen Partnern daran, die Interoperabilität „auf den Rest des Ökosystems auszuweiten“. Nutzerinnen und Nutzer könnten sich „schon bald auf einige spannende Ankündigungen freuen“, sagte Kay.
Der Google-Manager nannte noch keine Partner für den AirDrop-Support, allerdings kündigte Nothing-CEO Carl Pei schon im November an, diese Funktion auf den eigenen Smartphones zu integrieren. Ferner deutete Qualcomm auf X an, AirDrop-Unterstützung auf Smartphones mit Snapdragon-Chip zu bringen.
Offenbar war die Interoperabilität zwischen Quick Share und Apples AirDrop kein Projekt, das nur für die eigenen Pixel-Geräte bestimmt war. Denn Google hatte die AirDrop-Interoperabilität nicht an eine bestimmte Systemkomponente für Pixel-Geräte gekoppelt. Stattdessen hat Google die Quick-Share-Erweiterung von einem System-App-Stub zu einer vollständigen APK mit eigenem Play-Store-Eintrag erweitert. Durch diese Entwicklung hat Google den AirDrop-Support zu einer vollen Quick-Share-Funktion gemacht. Ob die Erweiterung jedoch für sämtliche Geräte mit Quick-Share-Unterstützung angeboten wird, ist noch unklar.
Leichterer Umstieg zwischen iOS und Android kommt
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Zusätzlich zur kommenden AirDrop-Interoperabilität für Android-Geräte bemüht sich Google laut Kay darum, den Umstieg auf Android für iPhone-Nutzer zu vereinfachen: „Wir werden auch daran arbeiten, den Umstieg für diejenigen zu vereinfachen, die sich dafür entscheiden, ihre Daten zu übertragen, und sicherzustellen, dass sie alles haben, was sie von ihrem alten Telefon hatten. Es gibt also noch viel mehr zu tun.“
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Schon im Dezember 2025 bestätigten Google und Apple, dass sie hinsichtlich eines einfacheren Datentransfers zwischen Android und iOS enger zusammenarbeiten. Dabei sollen mehr Dateiformate als bisher von einem aufs andere Betriebssystem übertragen werden können. Unter anderem sollen Kontakte, Kalenderereignisse, Nachrichten, Fotos, Dokumente, WLAN-Netzwerke, Passwörter und auch Daten aus Apps von Drittanbietern transferiert werden können. Im Unterschied zu den bisherigen Lösungen soll der optimierte Weg auch drahtlos ablaufen. Die EU begrüßte bereits Apples und Googles Pläne, einen nahtloseren Datenumzug zwischen iPhone und Android-Geräten zu ermöglichen.
(afl)
Künstliche Intelligenz
Der Aufstieg und Fall von Oculus: Wie Metas VR-Ambitionen einst begannen
Was 2009 als Bastelprojekt eines 17-Jährigen begann, entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zum Katalysator eines neuen VR-Zeitalters. Oculus war mehr als nur ein Unternehmen – es war ein Symbol für die Wiedergeburt der Virtual Reality. Doch mit dem Einstieg von Facebook kam es zum Bruch mit der Community und namhaften Partnern, strategischen Kurswechseln und schließlich zum vollständigen Rückzug aller Gründer. Heute existiert die Marke Oculus nur noch als Teil von Metas VR-Gaming-Sparte und könnte aufgrund der kürzlich vorgenommenen Einsparungen bald komplett verschwinden. Was bleibt, ist eine Geschichte von Innovation, Konflikten, einem rasanten Wandel und dem Scheitern einer Vision.
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Ein Teenager mit Weitblick
Palmer Luckey war gerade einmal fünfzehn Jahre alt, als er sich erstmals mit VR-Hardware beschäftigte. Er analysierte alte Forschungsberichte, Militärpatente und medizinische VR-Systeme, bevor er sich gebrauchte Technik günstig auf eBay besorgte und selbst experimentierte. Mit siebzehn baute er den ersten VR-Prototyp, genannt „PR1“ – ein schwerer, unbequemer, aber funktionierender VR-Helm. Sein Ziel: eine erschwingliche, leistungsfähige VR-Brille für den Gaming-Markt.
Anfang 2012 war es dann so weit: Die sechste Generation seines Prototyps, mittlerweile „Oculus Rift“ genannt, war bereit für die Öffentlichkeit. Dazu gründete Luckey zusammen mit Programmierer Brendan Iribe, Softwarearchitekt Michael Antonov und Jack McCauley, der maßgeblich an der Entwicklung der „Guitar Hero“-Instrumente beteiligt war, das Start-up „Oculus VR“. Das Hobby-Projekt entwickelte sich schnell zu einem ernst zu nehmenden Tech-Start-up. Die entscheidende Personalie kam allerdings mit id-Software-Legende John Carmack.

Meta Quest mit Controllern.
(Bild: Meta)
Oculus löst einen VR-Hype aus
Carmack war begeistert von Luckeys Prototyp und präsentierte das Gerät auf der E3 2012 mit einer VR-Version von „Doom 3“. Schnell entbrannte ein kleiner Hype in der Gaming-Szene und Oculus nutzte das Momentum für eine Kickstarter-Kampagne. Auch Valve-Gründer Gabe Newell empfahl öffentlich, die Kampagne zu unterstützen, und so sollten am 1. August 2012 insgesamt 250.000 US-Dollar eingesammelt werden. Binnen 36 Stunden stand die Summe und am Ende kamen über 2,4 Millionen Dollar von rund 9.500 Unterstützern zusammen. Die Begeisterung war riesig: Endlich schien VR nicht mehr nur ein Forschungs- und Tüftlerthema, sondern greifbar für Konsumenten. Carmack schloss sich 2013 Oculus als Chief Technology Officer an.
Bereits im März 2013 lieferte Oculus das erste Development Kit (DK1) aus, das zwar noch weit vom finalen Produkt entfernt war, aber Entwickelnden erstmals ermöglichte, eigene Spiele für VR umzusetzen. Kurz darauf folgte eine 16-Millionen-Dollar-Finanzierungsrunde und im Dezember 2013 kamen weitere 75 Millionen hinzu. Der Durchbruch sollte mit dem „Crystal Cove“-Prototyp gelingen, vorgestellt auf der CES 2014. Er bot erstmals Raumtracking und ein OLED-Display mit niedriger Latenz. Das war entscheidend, um Motion Sickness zu reduzieren, die ein gravierendes Problem vieler früher VR-Systeme darstellte. Im März 2014 begann der Vorverkauf des DK2. Oculus schloss Partnerschaften mit Unity und Epic Games, die ihre Engines kostenlos für Rift-Entwickler bereitstellten. Auch Valve teilte viel Know-how und Personal mit Oculus und glaubte an ein gemeinsames Ziel. Die VR-Welt war im Aufbruch.
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Was fehlt: In der rapiden Technikwelt häufig die Zeit, die vielen News und Hintergründe neu zu sortieren. Am Wochenende wollen wir sie uns nehmen, die Seitenwege abseits des Aktuellen verfolgen, andere Blickwinkel probieren und Zwischentöne hörbar machen.
Facebook ändert alles
Am 25. März 2014 verkündete Facebook für viele überraschend die Übernahme von Oculus für rund zwei Milliarden US-Dollar. Mark Zuckerberg sprach von einer kommenden Plattform, die über Gaming hinaus neue Formen von Kommunikation, Bildung und Zusammenarbeit ermöglichen würde. Für den Social-Media-Milliardär sollte sich nun endlich der Traum einer eigenen und selbstkontrollierten Hardware erfüllen – sein ganz persönlicher iPhone-Moment. Zwölf Jahre später wissen wir, dass Zuckerbergs VR-Wette trotz Namensänderung und Milliarden-Investitionen nicht aufgegangen ist.
Die VR-Community war schon damals sofort gespalten. Viele Unterstützer waren in das Projekt „Oculus“ auch emotional investiert. Sie sahen sich als Teil einer Bewegung, an deren Spitze ein Tech-Wunderkind stand, das revolutionäre Technologie in seiner Garage entwickelte – für die Community und nicht für einen Tech-Konzern. Doch die Realität sah anders aus. Oculus war schon immer ein erfolgsorientiertes Unternehmen mit großem Potenzial, das auch abseits von Kickstarter Finanzspritzen erhielt. Eine Übernahme war also nur eine Frage der Zeit.
Nachdem das als sympathisch wahrgenommene Start-up allerdings Teil eines unbeliebten Konzerns wurde, der bis dato vor allem für Datensammlung und Plattformkontrolle bekannt war, fühlten sich viele Kickstarter-Unterstützer betrogen. Einer davon war Minecraft-Erfinder Markus Persson, der umgehend seine Gespräche mit Oculus über eine VR-Umsetzung seines Erfolgsspiels einstellte. Ein paar Monate später schluckte allerdings Microsoft sein Unternehmen und Minecraft erschien 2016 doch noch für die Oculus Rift. Die Übernahme führte auch zu einem Zerwürfnis mit Valve, das anschließend mit HTC zusammenarbeitete und ein paar Jahre später schließlich selbst die Valve Index veröffentlichte.
Die erste Oculus Rift und die Geburtsstunde der Quest
Trotz der Kritik ging die Produktentwicklung weiter und dank der Facebook-Milliarden auch deutlich schneller als geplant. Das erste kommerzielle Rift-Headset (CV1) erschien im März 2016 für 599 US-Dollar. Es bot 1080 × 1200 Pixel pro Auge, 90 Hz, 360-Grad-Tracking und erstmals die speziell für VR entwickelten Touch-Controller. Parallel arbeitete Oculus mit Samsung an Gear VR, einer günstigen Mobile-Lösung mit Galaxy-Smartphones als Basis. 2018 folgte die Oculus Go, die erstmals ganz ohne PC oder Smartphone funktionierte, allerdings nur drei Bewegungsgrade (3DoF) beherrschte.

Die erste Oculus Rift händigte Palmer Luckey dem ersten Vorbesteller persönlich aus.
(Bild: Palmer Luckey)
Ein Jahr später änderten Facebook und Oculus den Kurs: Mit der Quest erschien erstmals eine autarke VR-Brille mit 6-DoF-Tracking und Inside-Out-Kameras. Die Verbindung zu einem teuren Gaming-PC war nicht mehr nötig, womit eine weitere Einstiegshürde abgebaut werden konnte. Mit der Quest 2 senkte Meta 2020 den Preis auf 299 US-Dollar und verdoppelte die Leistung. Die Geräte verkauften sich millionenfach, auch dank Software wie „Beat Saber“, das noch heute die Liste der meistverkauften Quest-Spiele aller Zeiten anführt.
Quest wird zur geschlossenen Plattform
Seit der Facebook-Übernahme veränderte sich die Plattformphilosophie grundlegend. Aus einer relativ offenen Entwicklerplattform wurde ein kontrolliertes Ökosystem. Facebook verlangte zunehmend Exklusivverträge, schloss den Store für experimentelle Projekte und koppelte ab 2020 Oculus-Geräte an Facebook-Konten – ein Schritt, der zu einem zwischenzeitlichen Verkaufsstopp von Oculus-VR-Brillen in Deutschland führte.
Entwickler fühlten sich ausgeschlossen, Nutzer beklagten Datenschutzprobleme und Sideloading-Tools wie SideQuest entstanden, um Sperren zu umgehen. Oculus gründete unter Facebook eigene Studios und finanzierte exklusive Titel. Ab 2020 übernahm Facebook mehrere namhafte Entwicklerstudios, darunter Beat Games („Beat Saber“), Ready at Dawn („Lone Echo“), BigBox VR („Population: One“), Sanzaru Games („Asgard’s Wrath“) und Camouflaj („Iron Man VR“).
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Ziel war eine stabile Pipeline an hochwertigen, exklusiven Inhalten für die Quest-Plattform. Im Laufe der Jahre sollten die Oculus Studios VR-Blockbuster wie „Asgard’s Wrath 2“, „Batman: Arkham Shadow“ oder „Marvel’s Deadpool VR“ hervorbringen. Storytelling-Versuche wie das Oculus Story Studio zeigten auch das Potenzial für VR-Filme, doch die Priorität verschob sich klar in Richtung Spiele.
Der Exodus der Gründer
Zwischen 2015 und 2021 verließen alle Oculus-Mitgründer das Unternehmen – ein schleichender Prozess, der die wachsende Kluft zwischen der ursprünglichen Vision und der neuen Konzernrealität offenbarte. Jack McCauley ging bereits kurz nach der Facebook-Übernahme desillusioniert von der neuen Unternehmensstruktur und den veränderten Prioritäten. Palmer Luckey, das Gesicht der Firma und Erfinder des ersten Prototyps, wurde 2017 entlassen. Der Auslöser war eine politische Kontroverse: Luckey hatte eine Pro-Trump-Gruppe namens „Nimble America“ finanziell unterstützt, die unter anderem Anti-Clinton-Memes verbreitete. Die Enthüllung führte zu massiver Kritik aus der Entwickler-Community, einige Studios drohten mit dem Boykott von Oculus-Produkten.
Facebook distanzierte sich, Luckey verschwand zunächst aus der Öffentlichkeit und schied schließlich aus dem Unternehmen aus. Er selbst sprach später von einem erzwungenen Abgang. Mittlerweile sind die Wogen geglättet und Luckey arbeitet mit seinem Rüstungsunternehmen Anduril wieder mit Meta zusammen. Brendan Iribe, CEO und einer der wichtigsten strategischen Köpfe hinter Oculus, verließ das Unternehmen 2018. Der Grund: Facebook hatte das ambitionierte Rift-2-Projekt eingestellt, an dem Iribe maßgeblich beteiligt war. Die Entscheidung signalisierte eine klare Verschiebung weg von High-End-PC-VR hin zu günstigeren, autarken Geräten wie der Quest.
Für Iribe, der an die Zukunft der PC-gebundenen Virtual Reality glaubte, war dies ein Bruch mit der ursprünglichen Produktphilosophie. Nate Mitchell, zuletzt Head of VR Product bei Facebook, ging 2021. Iribe und Mitchell arbeiten heute gemeinsam an einem KI-Projekt. Michael Antonov wechselte 2019 in die Biotech-Branche. Auch John Carmack, der 2013 als CTO zu Oculus gestoßen war und dem Unternehmen enorme Glaubwürdigkeit verliehen hatte, reduzierte ab 2019 seine Rolle auf eine beratende Funktion. 2022 verließ er Meta vollständig und kritisierte öffentlich die Ineffizienz des Konzerns. In einem internen Memo sprach er von „verschwendetem Potenzial“ und einer Organisation, die trotz enormer Ressourcen zu langsam vorankommt.
Rebranding und Metaverse-Wandel
Ohne die ursprünglichen Köpfe hinter Oculus vollzog Facebook im Oktober 2021 einen radikalen Kurswechsel: Das Unternehmen benannte sich in Meta um und erklärte das „Metaverse“ zur zentralen Zukunftsvision. Mark Zuckerberg präsentierte in einer aufwendig inszenierten Keynote eine Welt voller virtueller Räume, in denen Menschen arbeiten, spielen und sich treffen sollten. Seine VR-Brillen sollten das Tor zu dieser neuen Realität werden. Doch die meisten Menschen schienen eher verwirrt von Zuckerbergs Visionen. Die Marke Oculus wurde im Zuge dessen schrittweise eingedampft. Aus Oculus Quest wurde Meta Quest, das Oculus-Logo verschwand von den Geräten, die eigenständige Oculus-App wurde in die Meta-Infrastruktur integriert. Was einst als unabhängiges Start-up begonnen hatte, war nun vollständig in den Konzern aufgegangen – nicht nur strukturell, sondern auch symbolisch.

Mit diesem Screenshot aus „Horizon Worlds“ tat sich Mark Zuckerberg 2022 keinen Gefallen.
(Bild: Mark Zuckerberg / Meta Platforms)
Zuckerbergs Metaverse-Strategie sollte enorme Ressourcen verschlingen. Allein 2022 investierte Meta über 13 Milliarden US-Dollar in seine Reality Labs, die Sparte für VR und AR. Doch die Ergebnisse blieben hinter den Erwartungen zurück. „Horizon Worlds“, Metas soziale VR-Plattform, kämpft seit jeher mit geringen Nutzerzahlen, technischen Problemen und einer wenig einladenden Ästhetik. Kritiker spotteten schon früh über die cartoonhaften Avatare ohne Beine, die eher an frühe Second-Life-Experimente erinnerten als an eine revolutionäre Online-Plattform. Statt einer offenen, kollaborativen VR-Welt entstand ein geschlossener Plattformansatz. Die ursprüngliche Vision der Oculus-Gründer – offene Standards, Entwicklerfreiheit, Community-Nähe – geriet immer weiter in den Hintergrund.
Meta kontrollierte Hardware, Software, Store und Inhalte. Die Verknüpfung mit Facebook- und später Meta-Konten wurde zur Pflicht, Datenschutzbedenken häuften sich. Entwickler beklagten intransparente Richtlinien und willkürliche Ablehnungen im App-Store und das erhoffte Branchenwachstum blieb auch mit verbesserten und günstigen Geräten wie der Meta Quest 3 und Quest 3S aus. Heute setzt Meta vor allem auf Künstliche Intelligenz und Smart Glasses, während Virtual Reality nur noch nebenherzulaufen scheint.
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Oculus hat der Virtual Reality einst den Weg in die Gegenwart geebnet. Ohne Luckeys Pionierarbeit, Carmacks Unterstützung und die Begeisterung der frühen Unterstützer gäbe es viele Entwicklungen in der Branche heute womöglich gar nicht. Doch die Geschichte zeigt auch, wie schnell eine Idealvorstellung durch Konzernlogik ersetzt werden kann. Der kometenhafte Aufstieg von Oculus ist damit auch ein Lehrstück über die Risiken von Übernahmen im Tech-Sektor und missverstandenen und fehlgeleiteten Visionen. Mit den enormen Einsparungen in Metas VR-Gaming-Sparte und der Schließung zahlreicher Studios, dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis auch das letzte Überbleibsel des einst so gefeierten Start-ups von der VR-Bildfläche verschwindet.
(joe)
Künstliche Intelligenz
Fahrassistenz: Hyundai entwickelt „Vision Pulse“-Sensorfusion mit Lidar und UWB
Assistenzfunktionen im Auto sind auf eine verlässliche automatische Umgebungserkennung möglichst nahe an der Echtzeit angewiesen. Jeder, der solche Systeme schon benutzt hat, weiß allerdings, dass sie nicht immer richtig liegen in ihrer Einschätzung. Die Hoffnung der Industrie liegt dennoch darin, mithilfe dieser Fähigkeiten den Fahrer immer besser unterstützen und künftig ganz ersetzen zu können. Wie alle großen Mitspieler arbeitet auch der Hyundai-Konzern mit seiner Automarke Kia fleißig an der Perfektionierung des assistierten Fahrens und stellt ein System namens „Vision Pulse“ vor. Da jede zurzeit bekannte Methode zur Ortsbestimmung und Umfelderfassung unter bestimmten Bedingungen fehlerbehaftet arbeitet, setzt man mehrere Techniken gleichzeitig ein, damit sie sich mit ihren spezifischen Vor- und Nachteilen ergänzen. Man bezeichnet das etwas verallgemeinernd als „Sensorfusion“.
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Zuverlässig und zentimetergenau
Schon seit Längerem hat sich eine Positionierung von anderen Verkehrsteilnehmern mithilfe von Lidar bewährt, auch wenn selbst dieses teure System in Grenzbereichen fehlerbehaftet sein kann. Eine parallel arbeitende Umfelderfassung auf Basis elektromagnetischer Ultrabreitband-Signale im Gigahertzbereich (UWB, wie „Ultra Wideband“) kann diese Fehler in Quasi-Echtzeit korrigieren und damit die Grundlage für eine zentimetergenaue, zuverlässige Raumorientierung bieten. Zudem ist UWB praktisch nicht durch andere Funkwellen störbar und wird auch nicht gebeugt. Mehrere wissenschaftliche Arbeiten haben das mittlerweile gut zeigen können. Die Hoffnungen auf diese Art der Umfelderkennung sind daher groß. Dazu kommt, dass die Ultrabreitbandtechnik im Gegensatz zu Lidar äußerst kostengünstig ist und vergleichsweise wenig Strom benötigt.
Der Hyundai-Konzern möchte diese Art der Sensorfusion künftig in Pkws seiner Marken Hyundai, Kia und Genesis einsetzen, um die Qualität ihrer Assistenzsysteme zu verbessern. Als Markennamen hat man sich „Vision Pulse“ ausgedacht. Der Konzern verspricht, die Assistenz sei damit in der Lage, in einem Umkreis von 100 m Objekte mit einer Fehlertoleranz von nur 10 cm zu orten und spricht von einer Erkennungsgenauigkeit von über 99 Prozent „auch bei widrigen Wetterbedingungen oder Dunkelheit“. Seine „hohe Kommunikationsgeschwindigkeit zwischen 1 und 5 Millisekunden“ soll ein „effektives Sicherheitsmanagement in Echtzeit“ ermöglichen. Algorithmen extrahieren aus den Daten die Positionen und Bewegungsrichtungen mehrerer für das Fahrzeug relevanter Objekte, selbst wenn sie sich mit hoher Geschwindigkeit bewegen, wie Hyundai schreibt. Das System wird in diesem Video von Kia gezeigt:
Sender einbeziehen
Zusätzlich soll der Empfänger zur Ortung über die eigene Wellenausbreitung auch die UWB-Signale nutzen, die andere mit dieser Technologie arbeitende Geräte abstrahlen. Damit soll die Erkennung noch differenzierter werden und immer dichter, je mehr dieser kleinen Sender auf den Straßen unterwegs sind. Hyundai baut sie, wie viele andere Hersteller bereits in die eigenen Autos für die Kommunikation mit einem Funkschlüssel ein. Zudem nutzen auch einige Smartphones, Smartwatches und Tracker UWB für bestimmte Funktionen.
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Hyundai schlägt sogar vor, auf dieser Basis möglichst viele kleine Sender an Fußgänger zu verteilen und damit bei Kindergarten- und Schulkindern zu beginnen. Gerade die verletzlichsten Verkehrsteilnehmer wären dann potenziell besser geschützt als die meisten anderen. Noch befindet sich das System in einer Testphase unter realistischen Alltagsbedingungen und realen industriellen Umgebungen. Kia und Hyundai Motor testen zurzeit in einem eigenen Entwicklungszentrum in Hwaseong und dem Seehafen in Busan (beide in Korea), wie Vision Pulse helfen kann, Zusammenstößen zwischen Arbeitsfahrzeugen und Fußgängern vorzubeugen.
Mehr über Hyundai
(fpi)
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HomePod 2: Unschönes Jubiläum | heise online
Geburtstag der nervigen Art: Anfang Februar feierte Apples HomePod 2, die zweite Generation des größeren der beiden Smart Speaker des Herstellers, seine dreijährige Verfügbarkeit ohne Upgrades. Wer die Hardware heute kauft, bekommt also Technik von 2023 – für 349 Euro. Ob und wann Apple eine neue Modellvariante auf den Markt bringt, ist unklar, aktuelle Gerüchte dazu gibt es nicht. Beim billigeren HomePod mini sieht es allerdings noch schlechter aus: Dieses Modell hat Apple seit November 2020 (!) nicht mehr aktualisiert, zwischenzeitlich nur mit neuen Farbvarianten versehen.
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Der HomePod 2 war eine Überraschung
Rückblick: Als der HomePod 2 am 3. Februar 2023 auf den Markt kam, hatte Apple den Vorgänger von 2018 bereits seit gut zwei Jahren eingestellt. Entsprechend waren viele Gerüchteköche überrascht, dass Apple noch einmal nachlegte. Was erschien, war dann eine leicht modernisierte Variante des allerersten HomePod: Der HomePod 2 bekam den schnelleren S7-Chip, eine Ultra-Wideband-Unterstützung über den U1, ein – mit etwas Mühe – entnehmbares Stromkabel sowie einen Luftfeuchtigkeits- und Temperatursensor.
Zudem baute Apple eine Erkennung von Geräuschen – etwa Rauchmelderalarmen – ein. Die Anzahl verbauter Hochtöner (Tweeter) wurde jedoch reduziert und auch an den Mikrofonen wurden zwei eingespart. Sonstige Neuerungen, etwa ein echtes Display, wurden jedoch nicht integriert. Verkauft wird die Hardware auch heute noch in zwei Farbvarianten: „Mitternacht“ (ein Schwarz-Blau-Ton) und Weiß.
Geräte verabschieden sich langsam
Besitzer des HomePod, die ihr Gerät bei Erscheinen gekauft haben, klagten zwischenzeitlich über Probleme mit dem Display und der Netzverbindung. Ein Gerät in der Mac & i-Redaktion verabschiedet sich regelmäßig als Home Hub (HomeKit-Steuerzentrale) aus dem Netzwerk. Nach mehreren Einsatzjahren offenbar häufiger auftretende Probleme mit dem Touchsensor, die zu „Geisterklängen“ führen, scheint es beim HomePod 2 hingegen nicht zu geben.
Momentan ist unklar, wie es beim HomePod weitergeht. Seit vielen Monaten gibt es Gerüchte, dass Apple ein neues Modell mit Display plant – oder ein iPad-ähnliches HomeKit-Steuergerät mit Lautsprecher-Dock. Zuletzt war es aber auch hier ruhiger in der Apple-Spekulantenszene geworden. Fans des HomePod brauchen also Geduld. Die veraltete Hardware sollte man aber nur noch kaufen, wenn man sie wirklich braucht.
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(bsc)
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