Künstliche Intelligenz
Abofalle Auto: Wie Autohersteller Folgekosten für digitale Dienste verschleiern
Die Datenverbindung im Auto ist inzwischen so wichtig wie ausreichend Benzin im Tank oder Energie in der Batterie. Routenplanung mit Echtzeitverkehrsdaten, die Belegungsanzeige der nächsten Ladestation, Streaming der favorisierten Playlisten und Vorheizen per Smartphone bei eisigen Außentemperaturen – solche nützlichen Funktionen benötigen eine Internetverbindung über ein Mobilfunknetz sowie typischerweise einen Clouddienst des Autoherstellers. Beides summiert sich über die Lebenszeit eines Autos zu einem Kostenblock, für den der Nutzer aufkommen muss, sei es über den Kaufpreis oder ein Abo.
- Die Onlinedienste der Hersteller sind im Auto essenziell, doch viele Funktionen lassen sich nach kurzen Gratisphasen nur noch mit einem Abos nutzen.
- Preise und Leistungsumfänge sind intransparent.
- Drittanbieter können nur eingeschränkt auf Fahrzeugdaten zugreifen, was die Abhängigkeit vom Hersteller erhöht.
In der Regel ist der volle Funktionsumfang zeitlich begrenzt ohne Abo nutzbar. Dann muss sich der Besitzer entscheiden, ob ihm der Komfort eine kostenpflichtige Verlängerung wert ist. Das gilt meist auch für sicherheitsrelevante Dienste wie die Echtzeitinformation über ein nahendes Stauende oder ein liegengebliebenes Fahrzeug. Lediglich die Notruffunktion, die vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist (eCall), darf nicht abgeschaltet werden.
Im schlimmsten Fall werden Services nach wenigen Jahren nicht einmal mehr angeboten, da sich die technischen Rahmenbedingungen geändert haben oder notwendige Dienste von Drittanbietern nicht mehr zur Verfügung stehen, wie uns Leser berichteten. Will man wissen, welche Services zu welchen Konditionen bei den unterschiedlichen Herstellern verfügbar sind, wird es schon bei einem Neuwagen unübersichtlich. Herauszufinden, wie die Situation drei Jahre später aussehen wird, ist nahezu unmöglich.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Abofalle Auto: Wie Autohersteller Folgekosten für digitale Dienste verschleiern“.
Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.
Künstliche Intelligenz
Digitale Demokratie: Ostdeutsche Kleinstädte hängen den Westen ab
Wer glaubt, dass digitale Teilhabe in den wohlhabenden Regionen Westdeutschlands ihre Hochburg hat, irrt. Eine aktuelle Erhebung des Forschungsprojekts „Erfolgsfaktoren lokaler E-Partizipation“ (ErLE) zeichnet ein Bild, das die gängigen Klischees der deutschen Digitalisierungslandschaft auf den Kopf stellt. Das Forschungskonsortium, das aus Wissenschaftlern der TU Dresden (TUD) sowie der Universitäten Düsseldorf, Leipzig und Koblenz besteht, hat über 10.000 Kommunen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist eine Art digitaler Ost-West-Tausch: Besonders in der Fläche hat der Osten die Nase vorn.
Weiterlesen nach der Anzeige
So bieten nur 43 Prozent der westdeutschen Kleinstädte digitale Beteiligung an, wie aus einem ersten Ergebnisbericht hervorgeht. In Ostdeutschland sind es dagegen bereits 62 Prozent. Auch bei den mittelgroßen Städten führt der Osten mit 85 zu 70 Prozent deutlich. Lediglich in den Metropolen wendet sich das Blatt zugunsten des Westens, doch der strukturelle Vorsprung der kleineren ostdeutschen Kommunen bleibt das markanteste Ergebnis der Studie.
Die Datenbasis ist groß: 2390 Städte und Gemeinden haben geantwortet. Damit repräsentiert die Umfrage Orte, in denen mit 45 Millionen Menschen mehr als die Hälfte der gesamten deutschen Bevölkerung lebt. Die Forscher dokumentieren damit bei der Online-Bürgerbeteiligung erstmals eine Kluft zwischen den Ambitionen der Großstädte und der oft mühsamen Realität im ländlichen Raum.
Ressourcen-Falle in Rathäusern
Ob eine Kommune ihre Bürger online mitentscheiden lässt, ist selten eine reine Frage der politischen Ideologie. Vielmehr geht es um harte Standortfaktoren. Große, einwohnerstarke Städte sind fast ausnahmslos mit digitalen Partizipationsangeboten am Start (96 Prozent). Die personelle Schlagkraft ist hier der Motor: In den Großstädten leisten sich 63 Prozent der Verwaltungen eigene Abteilungen oder feste Personalstellen für digitale Beteiligung im Rahmen des E-Governments. Ganz anders sieht es in der Provinz aus: Hier wird die Partizipation meist flexibel und ohne feste personelle Verankerung „mitgestemmt“.
Das Forschungsteam betont das übergeordnete Ziel des Projekts: Ziel sei es, „Erfolgsbedingungen für digitale Bürgerbeteiligung zu identifizieren und für die kommunale Praxis nutzbar zu machen“. Dass dies dringend nötig ist, zeigt die Beobachtung, dass digitale Teilhabe anscheinend „ansteckend“ wirkt. Kommunen, die entsprechende Formate nutzen, finden sich auffällig oft in der Nachbarschaft anderer digital aktiver Gemeinden wieder. Es entsteht eine Art regionaler Sogeffekt.
Wer hingegen als kleine Gemeinde allein auf weiter Flur agiert, tut sich schwerer, die notwendigen Strukturen aufzubauen. Das Team unter Sprecherin Marianne Kneuer von der TUD will daher Wege aufzeigen, wie diese Erfolgsfaktoren auch dort greifen können, wo die Personaldecke dünn ist.
Was die Bürger am meisten bewegt
Weiterlesen nach der Anzeige
Inhaltlich trennen die verschiedenen Gemeindetypen Welten. In den Metropolen geht es um die „großen“ Transformationsthemen unserer Zeit: Über die Hälfte der Großstädte lässt ihre Bürger bei der Verkehrsentwicklung sowie beim Klima- und Umweltschutz digital mitreden. Kleinstädte und Landgemeinden nutzen die Tools dagegen eher für Pragmatisches: Stadtentwicklung und das Management von Mängeln stehen hier im Fokus – Schlaglöcher-Melder oder die Gestaltung des neuen Dorfplatzes. Doch egal ob Millionenstadt oder kleine Gemeinde, ein Kernmotiv eint fast alle Teilnehmer der Stichprobe: „Entscheidungsprozesse in Politik und Verwaltung transparenter zu gestalten“.
Ein weiterer Aspekt der Untersuchung ist die Zielgruppe. Großstädte setzen stark auf das Internet, um „unterrepräsentierte Gruppen zu erreichen“ (Platz 2 der Beweggründe). Kleinere Kommunen hoffen eher darauf, überhaupt die absolute Zahl der Beteiligten zu erhöhen. Sie wollen die Menschen generell wieder mehr an Politik teilhaben lassen, unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund. Die Wissenschaftler machen jedoch deutlich, dass die Erhebung nicht repräsentativ ist. Beleuchtet würden vor allem die strukturellen Unterschiede zwischen den Regionen und Stadttypen.
Das durch die Stiftung Mercator geförderte Projekt ErLE zeigt: Die digitale Bürgerbeteiligung ist in Deutschland kein Luxusgut für privilegierte Großstädter, sondern wird zunehmend zum Standardwerkzeug der lokalen Demokratie. Doch der Vorsprung der ostdeutschen Kommunen im Bereich der Kleinstädte offenbart auch, dass Nachholbedarf in den alten Bundesländern besteht. Damit E-Partizipation flächendeckend gelingt, müssen laut den Resultaten vor allem die Rahmenbedingungen für kleinere Verwaltungen verbessert werden: Ohne feste Ansprechpartner und eine solide Finanzierung droht die digitale Teilhabe am Markstein zur Landgemeinde zu enden.
(vbr)
Künstliche Intelligenz
Meta hat sieben Millionen Smart Glasses verkauft
Meta hat im vergangenen Jahr mehr als sieben Millionen Smart Glasses verkauft. Das geht aus dem Jahresbericht des weltgrößten Brillenherstellers EssilorLuxottica hervor, den das Unternehmen am Mittwochabend veröffentlicht hat. EssilorLuxottica entwickelt und verkauft die smarten Brillen zusammen mit Meta.
Weiterlesen nach der Anzeige
Vor einem Jahr hieß es noch, dass zwei Millionen Smart Glasses verkauft wurden und die jährliche Produktionskapazität bis Ende 2026 auf 10 Millionen Stück erhöht werden solle. Im Sommer teilte das Unternehmen dann mit, dass sich die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht hätten. Ein Quartal später erklärte EssilorLuxottica, die Smart Glasses machten mittlerweile ein Drittel seines Umsatzwachstums aus, und dass die Pläne zur Produktionssteigerung weiter beschleunigt würden.
Meta auf Erfolgskurs
Anfang des Jahres berichtete Bloomberg, dass Meta und EssilorLuxottica die Produktionskapazitäten wegen der hohen Nachfrage auf 20 oder gar 30 Millionen Einheiten erhöhen könnten. In einem Interview mit dem Tech-Newsletter Sources bestätigte Metas Technikchef Andrew Bosworth, dass die Produktion massiv hochgefahren werde, jedoch ohne Zahlen zu nennen.
Das neueste Produkt aus Metas Portfolio, die Meta Ray-Ban Display, sollte ursprünglich Anfang 2026 in Europa erscheinen. Diese Pläne liegen derzeit auf Eis, da Meta nicht einmal die Nachfrage auf dem US-Heimatmarkt befriedigen kann. Allerdings dürfte dies eher mit Einschränkungen in der Lieferkette als mit der tatsächlichen Nachfrage zusammenhängen, da das Waveguide-Display der Smart Glasses äußerst komplex in der Herstellung ist. Laut Bosworth wurde auch hier die Produktion deutlich hochgefahren.
Verschiedene neue Modelle
Der verdreifachte Absatz im Jahr 2025 dürfte mit dem Umstand zusammenhängen, dass EssilorLuxottica und Meta eine ganze Reihe neuer Produkte auf den Markt gebracht haben: Im Sommer die Oakley Meta HSTN, gefolgt von der zweiten Generation der Ray-Ban Meta-Brillen, der Oakley Meta Vanguard und der Meta Ray-Ban Display im Herbst. Und für 2026 sind laut Bosworth weitere Produkte geplant.
Weiterlesen nach der Anzeige
Verkauft werden die Wearables hauptsächlich von EssilorLuxottica, das laut aktuellen Zahlen weltweit über 13.500 Brillengeschäfte betreibt. Das Unternehmen bezeichnet Smart Glasses im Quartalsbericht als „neues Kerngeschäft“.
Die Konkurrenz steht derweil in den Startlöchern. Google hat angekündigt, noch in diesem Jahr erste Smart Glasses mit und ohne Display auf den Markt zu bringen, mit Warby Parker und Gentle Monster als offiziellen Brillenpartnern. Auch Apple könnte laut einem Bericht von Bloomberg noch in diesem Jahr Smart Glasses vorstellen, deren Marktstart für 2027 geplant sein soll.
(tobe)
Künstliche Intelligenz
iOS 26.3 veröffentlicht: Leichterer Android-Switch, mehr EU-Funktionen
Apple hat am Mittwochabend wichtige Updates für seine Betriebssysteme zum Download freigegeben. iOS, iPadOS und macOS liegen frisch in Version 26.3 vor, lassen sich über die integrierte Software-Aktualisierung herunterladen und auf iPhones, iPads und Macs installieren. Im Beipackzettel verspricht der Hersteller Fehlerbehebungen sowie Sicherheitsverbesserungen. iPhone-Nutzer, die unerwartete Probleme mit iOS 26.2.1 haben, können so die Flucht nach vorn antreten und auf Besserung hoffen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Wechsel zwischen iOS und Android wird einfacher
iOS und iPadOS 26.3 enthalten eine neue Funktion auf Betriebssystemebene, um den Umstieg auf Android zu erleichtern. Bei der offenbar auch drahtlos möglichen Übertragung sollen unter anderem Fotos, Nachrichten und Apps migriert werden – sowie möglicherweise genutzte eSIMs. Gesundheitsdaten können allerdings nicht übertragen werden, schränkt Apple im Beschreibungstext der Funktion ein. Google unterstützt dies ebenfalls mit einer neuen Umzugsfunktion von Android auf iOS. Dieses erweiterte Feature rund um Datenportabilität haben die Konzerne auf Druck von Regulierern eingebaut, es steht weltweit in den Betriebssystemen zur Verfügung.
Nur in der EU legt Apple mit iOS 26.3 die Grundlage, eingehende Mitteilungen in vollem Umfang an ein anderes Gerät als nur die Apple Watch durchzureichen. Ob große Sportuhren- und Smartwatch-Hersteller wie Garmin das unmittelbar unterstützen, war am Mittwoch noch unklar.
Interface-Korrektur in macOS 26.3
iOS 26.3 liefert außerdem eine erste Exklusivfunktion für iPhones und iPads mit Apples hauseigenem Mobilfunkmodem C1 respektive C1X: Diese Geräte geben nun wahlweise weniger genaue Standortdaten an Netzbetreiber weiter. In Deutschland unterstützt das zum Start die Telekom.
Mit macOS 26.3 räumt Apple zudem ein Problem bei der „Liquid Glass“-Bedienoberfläche aus, das manche Nutzer erheblich nervte. Der Bereich zum Ändern der Fenstergröße wird an die abgerundeten Fensterecken angepasst, wie das Unternehmen schreibt – statt weiterhin quadratisch zu bleiben. Letzteres konnte beim Versuch, die Fensterecke mit dem Cursor zu „greifen“, zu lästigen Fehleingaben führen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterhin stehen watchOS, tvOS, visionOS und die HomePod-Software ebenfalls in Version 26.3 bereit. Für bestimmte ältere Betriebssystemversionen wie iOS 18, macOS 15 und macOS 14 liegen ebenfalls Updates vor, die Sicherheits-Patches enthalten. Diese sind allerdings bei iOS offenbar nur noch für ältere iPhones verfügbar, die sich nicht auf iOS 26 aktualisieren lassen. Erste Details zu den gestopften Sicherheitslücken veröffentlicht Apple gewöhnlich im weiteren Verlauf des Abends.
(lbe)
-
Entwicklung & Codevor 3 MonatenKommandozeile adé: Praktische, grafische Git-Verwaltung für den Mac
-
Künstliche Intelligenzvor 1 MonatSchnelles Boot statt Bus und Bahn: Was sich von London und New York lernen lässt
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 3 MonatenHuawei Mate 80 Pro Max: Tandem-OLED mit 8.000 cd/m² für das Flaggschiff-Smartphone
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 3 MonatenFast 5 GB pro mm²: Sandisk und Kioxia kommen mit höchster Bitdichte zum ISSCC
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenKommentar: Anthropic verschenkt MCP – mit fragwürdigen Hintertüren
-
Datenschutz & Sicherheitvor 2 MonatenSyncthing‑Fork unter fremder Kontrolle? Community schluckt das nicht
-
Social Mediavor 2 MonatenDie meistgehörten Gastfolgen 2025 im Feed & Fudder Podcast – Social Media, Recruiting und Karriere-Insights
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenWeiter billig Tanken und Heizen: Koalition will CO₂-Preis für 2027 nicht erhöhen
