Digital Business & Startups
Wie Startups zu Lovebrands werden
Der Valentinstag ist da, die Rosen gekauft. Doch während wir uns bei zwischenmenschlichen Beziehungen einig sind, dass echte Liebe mehr als ein einmaliges Candle-Light-Dinner braucht, behandeln viele Unternehmen ihre Kund:innen immer noch wie Tinder-Dates: schnell, oberflächlich, austauschbar.
Ein Klick ist schnell gekauft, Bindung hingegen harte Arbeit. Performance-Marketing ist der One-Night-Stand des Marketings. Doch gerade Startups, die jahrelang auf Sales Activation gesetzt haben, stehen jetzt vor der Herausforderung ihres Lebens: wie bleibt es nicht nur bei einer Nacht, sondern formt sich echte Liebe?
Laut der aktuellen McKinsey-Studie „State of Marketing 2026“ ist Brand Building für CMOs in diesem Jahr das Top-Thema, weil bei allem kurzfristigen „Erfolg“ Marke ja unabhängig macht.
Das Ende der Oberflächlichkeit
Jahrelang haben sich Startups eingeredet, das sei Wachstum: mehr Ads = mehr Klicks = mehr Kund:innen. Startups gieren nach Conversion, Click Through Rates, Funnel-Optimierung. Übersetzt. Wie landet man möglichst schnell in der Kiste?
Ein Unternehmen, das so handelt, macht früher oder später die gleiche Erfahrung: die Akquisitionskosten steigen. Die Kund:innen, die gestern noch nach rechts geswiped haben, swipen nun nach links. Das Problem: Performance-Marketing ist transaktional. Es fragt nicht: „Wer bist du?“ sondern nur: „Was bringst du mir jetzt sofort?“ Es optimiert für den Moment, nicht für die Beziehung.
Doch Studien zeigen eindeutig: Emotional verbundene Kund:innen sind mehr als doppelt so wertvoll. Sie kaufen häufiger, zahlen mehr und werden zu Botschafter:innen der Marke. Die Frage ist also nicht, ob man in Brand Building investieren sollte, sondern wie.
Der Lovebrand-Fahrplan: Die drei Phasen emotionaler Kundenbindung
Kein Date beginnt mit „Komm rein, zieh dich aus, hier ist der Checkout“. Wenn wir uns anschauen, wie Menschen sich verlieben, gibt es ein Muster. Erst kommt die Anziehung, dann das Kennenlernen, schließlich die Bindung. Bei Brands ist es nicht anders. Hier die Phasen, deren man sich bewusst sein sollte:
Phase 1: Die Anziehung – Wer bist du wirklich?
Bevor sich jemand verliebt, muss er oder sie erst einmal wissen, mit wem er es zu tun hat. Das gilt auch für Brands. Und hier scheitern die meisten Startups bereits: Sie können zwar ihre Features aufzählen, aber nicht erklären, wofür sie stehen.
Lovebrands wie Disney haben eine klare Identität. Sie wissen, was sie ausmacht – und kommunizieren das konsequent. Sie zeigen nicht nur, was sie machen, sondern warum es ihnen wichtig ist. Sie wissen, wofür sie notfalls auch Kund:innen verlieren würden. Denn wer allen gefallen will und wahllos swiped, kriegt am Ende gar kein Match.
Die Aufgabe: Definiere deine Markenwerte nicht in einem Brainstorming, sondern durch deine Handlungen. Authentizität erkennt man nicht an Slogans, sondern an Konsistenz.
Phase 2: Das Kennenlernen – Dialog statt Monolog
Stell dir vor, du hast ein erstes Date. Die andere Person redet 90 Minuten nur über sich. Würdest du ein zweites Date wollen? Vermutlich nicht.
Aber genau so fühlt sich Marketing oft an: Monolog statt Dialog. „Wir sind toll! Kauf bei uns! Hier sind unsere Features!“ Die besten Brands verstehen ihre Kund:innen nicht als Zielgruppe, sondern als Community. Schaut z.B. auf Notion. Sie schaffen Räume für echte Gespräche – sei es durch Social Media, Events oder durch Produkt-Feedback-Schleifen, die Kund;innen aktiv einbeziehen.
Die Aufgabe: Hör auf zu senden. Fang an zuzuhören. Schaffe Kanäle, auf denen Kund:innen nicht nur konsumieren, sondern mitgestalten können.
Phase 3: Die Bindung – Wenn die erste Begeisterung verfliegt
Jede Beziehung durchläuft Phasen. Am Anfang ist alles aufregend. Dann wird es Alltag. Und hier zeigt sich, wer bleibt und wer geht.
Viele Startups sind Meister:innen im Onboarding – sie machen den ersten Kontakt unvergesslich. Doch dann? Dann verlässt man sich auf das Produkt. „Wenn es gut ist, bleiben sie schon.“ Das ist der Marketing-Satz für: „Ich will nicht für dich attraktiv bleiben – nimm mich eben so wie ich bin.“
Lovebrands pflegen die Beziehung aktiv. Sie überraschen. Sie halten Versprechen. Sie zeigen Wertschätzung. Ein kleines Beispiel: Delta Airlines machte Schlagzeilen, als sie für verspätete Passagiere eine Pizza-Party an Bord veranstaltete. Das kostete wenig, brachte aber unglaublich viel – weil es zeigte: „Wir sehen euch. Ihr seid uns wichtig.“
Die Aufgabe: Behandle Bestandskund:innen mindestens so gut wie Neukund:innen, denn echte Liebe braucht Loyalität statt flatterhaftem Umschauen nach der Nächsten.
Die bittere Wahrheit: Brand Love kostet Zeit
Hier kommt die unbequeme Nachricht: Brand Building ist langsam. Es passt nicht in Quartalsberichte. Es lässt sich nicht in zwei Wochen umsetzen. Und genau das macht es für viele Startups so schwer.
Sales Activation gibt sofortiges Feedback. Du schaltest eine Kampagne, du siehst Conversions. Branding hingegen ist wie einen Baum zu pflanzen – du siehst die Früchte erst Jahre später.
Doch hier liegt auch die Chance: Während deine Konkurrenz nur auf schnelle Klicks setzt, kannst du eine Marke aufbauen, die bleibt. Nicht trotz der Zeit, sondern wegen der Zeit. Und die erlaubt dir dann Preisführerschaft, höhere Fehlertoleranz und Loslösung vom Produkt.
Unternehmen, die in ihre Brand investieren, haben niedrigere Akquisitionskosten, höhere Margen und höhere Customer Lifetime Values. Der Grund: Loyale Kund:innen kaufen nicht nur mehr – sie bringen auch neue Kund:innen mit.
Fazit: Von der Tinder-Flamme zur langfristigen Beziehung
Der Valentinstag ist nach einem Tag vorbei. Doch die Frage bleibt: Wie behandelst du deine Kund:innen? Wie Tinder-Matches, die du nach dem ersten Klick wieder vergisst? Oder wie Partner:innen, in die du langfristig investierst?
Die gute Nachricht: Es ist nie zu spät, vom reinen Performance-Marketing zum echten Beziehungsaufbau zu wechseln. Oder wie Rihanna sagt: „Take a bow.“
Über den Autor
Can Kupfermann-Gezer arbeitet seit zwei Jahrzehnten für Agenturen und Unternehmensberatungen im Branding. Als Client Service Director und Markenberater bei Laika Communications verbindet er tiefgreifendes Marktverständnis mit langjähriger Erfahrung auf höchstem Niveau. Parallel dazu hält er einen Lehrauftrag für Markenführung an der Berliner Hochschule für Technik (BHT).
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Foto (oben): Shutterstock
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7 spannende Startups aus Hannover, die alle kennen sollten
#StartupsToWatch
Hannover ist immer eine Startup-Reise wert. Deswegen blicken wir heute wieder einmal auf die Digital-Szene in Hannover und stellen wieder einige aufstrebende Startups aus der Hauptstadt des Landes Niedersachsen vor, die mehr Menschen kennen sollten.

In Hannover ist in den vergangenen Jahren eine äußerst spannende Startup-Szene entstanden. Mit interessanten Grownups, aufstrebenden Scaleups und zahlreichen jungen Startups. Dennoch steht Hannover weiter viel zu selten im Fokus der bundesweiten Startup-Szene.
In den vergangenen Wochen und Monaten sind uns wieder einige Startups aus Hannover aufgefallen, die wir hier noch einmal in den Mittelpunkt rücken. Zu den absoluten Überfliegern aus Hannover gehört weiter das Cyber Security-Unternehmen Hornetsecurity. Der amerikanische Security-Anbieter Proofpoint übernahm das Unternehmen zuletzt. Die Bewertung lag bei „weit über 1 Milliarde US-Dollar“.
Aufstrebende Startups aus Hannover
Deepvac
Deepvac, von John Robertus und Anton Opalikhin auf die Beine gestellt, konzipiert „hochpräzise Environmental Test Systeme und Engineering Services für Raumfahrt und High Reliability Anwendungen“. Das Schlagwort dabei lautet: „Thermal Vacuum Testing“. Mehr über Deepvac
INLEAP Photonics
+++ Das DefenseTech INLEAP Photonics, 2023 von Marius Lammers, Felix Wellmann, Katharina Haas und Jannes August als Spin-off aus dem Laser Zentrum Hannover ausgegründet, entwickelt eine laserbasierte Drohnenabwehr. Mehr über INLEAP Photonics
Novo AI
Novo AI, von Hemanth Mandapati, Dimitrij Lewin und Mainul Quraishi ins Leben gerufen, setzt auf „KI-gesteuerte Fertigung“. In der Selbstbeschreibung der jungen Firma heißt es: „With Novo AI, industries of all process types could realize financial value while improving their machine life-cycle and efficiency.“ Mehr über Novo AI
Plantilizer
Das BioTech Plantilizer, von Jutta Papenbrock, Khushal Borse und Diego Perri ins Leben gerufen, entwickelt naturbasierte Lösungen für die Landwirtschaft. „Mit unserem patentierten Verfahren entwickeln wir Biodünger, die die Vorteile von Biokohle und Mikroorganismen vereinen und die Pflanzenentwicklung sowie den Ertrag fördern“, ist zum Konzept zu lesen. Mehr über Plantilizer
skando energie
Bei skando energie, von Stefan Schmidt-Kolberg an den Start gebracht, dreht sich alles um „Prozess- und Energiekostenoptimierung für Handwerk, Gewerbe und Industrie“. Auf der Website heißt es: „skando energie zeigt Ihnen die vermeidbaren Verbräuche auf und hilft, Energie und Geld einzusparen!“ Mehr über skando energie
Soyle
Das junge Startup Soyle unterstützt nachhaltige Landwirtschaft mit KI-gestützten wissenschaftlichen Erkenntnissen über Pflanzen und Böden. „We are an impact-driven startup focused on creating innovative solutions that have a positive impact on agriculture and the environment“, teilt das von Rahul P. Raj ins Leben gerufene Unternehmen mit. Mehr über Soyle
Sywit
Sywit, von Alexander Schülke, Igor Sokrut, Axel Sparnicht und Tobias Kieneke ins Leben gerufen, nutzt „synthetische Daten und speziell trainierte KI-Modelle, um industrielle Anwendungen optimal zu unterstützen“. „Unsere Vision ist eine Industrie, in der dank automatisierter und KI-gestützter Qualitätssicherung Rückrufaktionen und massenhafter Ausschuss der Vergangenheit angehören“, ergänzt das Startup. Mehr über Sywit
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16-Jähriger baut KI-Tool – und lehnt 300.000-Dollar-Chance ab
Rudrojas Kunvar, 16, entwickelte Evion, ein KI-Tool, das Landwirten hilft, den Gesundheitszustand von Feldfrüchten zu analysieren.
Das Tool sammelt Luftbilddaten von Drohnenaufnahmen der Felder.
Kunvar entwickelte Evion, um diese Daten für kleine und mittelgroße Betriebe zugänglicher zu machen.
Als er sich im vergangenen Jahr mit einem Risikokapitalgeber traf, erhielt der 16-jährige Rudrojas Kunvar ein Angebot, das selbst die gelassensten Teenager begeistern würde: 300.000 Dollar (etwa 277.000 Euro) erhalten, die Highschool abbrechen und sein KI-Startup Vollzeit leiten.
„Es waren definitiv ein paar harte Wochen des Überlegens“, sagte Kunvar, der in Germantown, Maryland, lebt, gegenüber BUSINESS INSIDER (BI). „Das ist eine Menge Geld.“
Kunvar hatte den Sommer zuvor damit verbracht, Evion zu entwickeln, ein kostenloses KI-Tool zur Analyse von Feldfrüchten, das Bilder von einfachen Kameradrohnen nutzt, die Landwirte selbst kaufen können. Das KI-Modell analysiert die Bilder und erstellt eine Karte des Gesundheitszustands der Pflanzen, die Landwirte in ihre bestehenden Plattformen integrieren oder über ein Dashboard abrufen können. Grün bedeutet gesund, Rot bedeutet ungesund.
„Landwirte können damit die Zukunft ihrer Felder vorhersagen“, sagte Kunvar. „Man sieht, welche Bereiche mehr Wasser oder Dünger benötigen, anstatt einfach überall zu sprühen.“
Wie im Bauwesen und in der Verteidigung verändern Drohnen auch die Landwirtschaft in den USA. Laut Forschern der Michigan State University waren im Jahr 2025 etwa 5500 landwirtschaftliche Drohnen bei der Federal Aviation Administration registriert, nach rund 1000 im Jahr 2024.
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Kunvar sagte, Evion könne Landwirten helfen, Geld zu sparen, da die gezielten Daten die Unsicherheit über den Gesundheitszustand der Felder reduzieren. Das verringert die Wahrscheinlichkeit, Wasser oder Dünger zu verschwenden.
Evion ist als kostengünstige Alternative zu Unternehmen positioniert, die teure Drohnenprodukte oder Dienstleistungen vermarkten. Stattdessen können Landwirte günstige Kameradrohnen kaufen, eigene Fotos machen und die Daten selbst hochladen.
„Es soll ein erschwinglicheres Modell für kleine bis mittlere Betriebe sein“, erklärte Kunvar.
Nachdem Evion aufgebaut war, arbeitete Kunvar mit Jacob Lee zusammen, der Erfahrung mit der Entwicklung von Tech-Tools hat, um die Reichweite zu erweitern. Der erste Pilotstart erfolgte im Herbst.
Letztendlich lehnte Kunvar das Angebot über 300.000 Dollar ab, da er sicherstellen wollte, dass sein Produkt zugänglich bleibt und nicht nur der Profitmaximierung dient.
Wenig KI-Fortschritte in der Landwirtschaft
Die Idee für Evion entstand während Kunvars zweitem Highschool-Jahr an der Poolesville High School in Montgomery County, als er ein Gemeindefest besuchte. Ein Drittel des Montgomery County ist als Agricultural Reserve ausgewiesen, also als geschütztes Land, um ländliche Flächen zu erhalten.
„Ich fragte einen Landwirt, wie er erkennt, wann eine Krankheit droht oder was leichte Verfärbungen bedeuten“, sagte Kunvar. „Im Grunde sagte er, er müsse raten. Ich sprach mit ein paar weiteren Landwirten und stellte fest, dass alle ähnliche Antworten gaben.“
Kunvar, der angab, schon immer eine Leidenschaft für Technologie gehabt zu haben, war überrascht. „Wir haben viele KI-Fortschritte in verschiedenen Branchen gesehen“, sagte er. „Warum passiert im Bereich Landwirtschaft so wenig?“
Ursprünglich wollte Kunvar eine eigene Flotte vollautonomer Drohnen entwickeln, die die Daten erfassen könnten, entschied sich nach Gesprächen mit Mentoren und Berechnungen jedoch für einen anderen Ansatz. Stattdessen studierte er Drohnen und identifizierte den Hauptkostenfaktor: die Multispektralkamera.
„Die Kamera war der größte Kostenfaktor. Ich fragte mich: ‚Was, wenn es eine Möglichkeit gibt, ähnliche Daten ohne diese Kamera zu bekommen? Was, wenn ich eine einfache Kamera nutzen könnte?‘“, sagte Kunvar.
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Partnerschaften mit Landwirtschafts-Nonprofits
Er verwies auf Tesla und seine autonomen Fahrzeuge als Beweis, dass das funktionieren kann. Im Gegensatz zu Waymo und anderen Firmen, die Lidar nutzen, verlässt sich Tesla auf Kameras.
Nachdem die Logistik und das KI-Modell eingerichtet waren, suchten die Gründer Kunden über Kaltakquise per E-Mail und LinkedIn. Bessere Ergebnisse erzielten sie jedoch durch Partnerschaften mit landwirtschaftlich orientierten Nonprofits und Organisationen, um Landwirte zu erreichen. Heute hilft die Technologie Landwirten in Nordamerika, Südostasien und Indien.
Für die Zukunft plant Kunvar, Evion weiter auszubauen und Chancen in anderen Bereichen, einschließlich KI-Infrastruktur, zu erkunden. „Im Unternehmertum gibt es viel Ungewissheit, besonders bei Startups, aber ich habe gelernt, dass in der Ungewissheit auch Schönheit liegt“, sagte Kunvar. „Es gab Zeiten, in denen nichts funktionierte, und dann erzielt man den kleinsten Erfolg, und man denkt: ‚Wow, vielleicht kann ich das doch schaffen.‘“
Lest das Original auf Business Insider US.
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„Wirtschaftsfeindliche Politik“: Neuer Beschluss schockt Unternehmer in Berlin
Berlin führt eine Ausbildungsumlage ein: Unternehmen ohne Azubis sollen ab 2028 zahlen. Warum besonders Startups die Pläne kritisieren.
Das Berliner Abgeordnetenhaus hat am Donnerstag die sogenannte Ausbildungsplatzumlage beschlossen. Klingt kompliziert, heißt aber: Wer nicht ausbildet, muss blechen.
Ab 2028 sollen Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitenden zur Kasse gebeten werden, wenn ihre Ausbildungsquote unter dem Bundesdurchschnitt von aktuell 4,6 Prozent liegt. Und: Es reicht nicht mehr, Stellen einfach auszuschreiben – sie müssen auch besetzt werden.
Berlin will damit 75 Millionen Euro einnehmen
Der Beschluss kommt nicht von ungefähr: Er ist Teil des Koalitionsvertrags von CDU und SPD. Darin steht: Schafft die Berliner Wirtschaft bis Ende 2025 nicht 2000 zusätzliche Ausbildungsplätze im Vergleich zu 2023, greift die Umlage.
Genau das zeichnet sich ab. Im vergangenen Jahr entstanden nur rund 1300 neue Plätze.
Das Geld soll in einen Fonds fließen, der laut Senat rund 75 Millionen Euro pro Jahr einnehmen könnte. Die Idee: Unternehmen, die die Quote verfehlen, zahlen ein – und finanzieren damit Betriebe, die überdurchschnittlich viele Azubis einstellen. „Solidarischer Ausgleich“, nennt es die SPD-Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe, die das Projekt vorangetrieben hat.
Ein Exit ist eingebaut: Schafft Berlin drei Jahre in Folge jeweils mehr als 2000 zusätzliche Azubis, wird das Gesetz automatisch wieder abgeschafft.
Was bedeutet das für Startups?
Die Wirtschaft sieht die Umlage kritisch. Alexander Schirp, Geschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), nennt das Gesetz „überflüssig“ und warnt vor wachsender Bürokratie durch Quoten, Meldungen und zusätzliche Vorgaben.
Auch die Startup-Szene sieht sich direkt betroffen. Bitkom-Chef Bernhard Rohleder spricht von einem „Bärendienst“ für den Standort Berlin. Die Umlage treffe insbesondere Startups und Scaleups aus der Digitalwirtschaft.
Viele von ihnen bilden schlicht nicht klassisch aus – nicht aus Unwillen, sondern wegen ihrer Struktur: kleine Teams und meist akademische Rollen. „Gleichzeitig sind diese Unternehmen zentrale Wachstumstreiber und stehen in einem scharfen internationalen Wettbewerb“, sagt Rohleder.
Christoph Stresing, Geschäftsführer des Startup-Verbands, wird noch deutlicher: Die neue Regel sei „wirtschaftsfeindliche Politik“. Berlin schwäche sich damit selbst im Wettbewerb um die besten Gründer.
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