Künstliche Intelligenz
Gabun sperrt soziale Medien nach Protesten und Streiks
Die Regierung im zentralafrikanischen Gabun hat die Sperrung aller sozialen Medien im Land angekündigt. Die Sperre solle ab sofort und bis auf weiteres gelten, hieß es in einer Mitteilung der Kommunikationsbehörde, die im Fernsehen verlesen wurde. Am Mittwoch waren Facebook, Instagram und Tiktok für die rund 2,5 Millionen Einwohner des Landes nicht mehr erreichbar, wie Einwohner der Hauptstadt Libreville der Deutschen Presse-Agentur sagten. Whatsapp und andere Messenger funktionierten zunächst weiterhin.
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Als Gründe nannte die Behörde die Verbreitung falscher Nachrichten, Diffamierung von Personen und Institutionen sowie Verstöße gegen den Datenschutz. Meinungsfreiheit sei ein Grundrecht, dürfe aber nicht unter Verletzung geltender Gesetze ausgeübt werden.
In den Wochen zuvor hatte Frust über gestiegene Lebenskosten und niedrige Gehälter zu Protesten und Streiks in dem wald- und ölreichen Küstenland am Äquator geführt. Die Regierung von Präsident Brice Oligui Nguema setzte als Antwort auf die Proteste in dieser Woche Steuern, Einfuhrzölle und Gebühren auf mehrere Lebensmittel und Baumaterialien für sechs Monate aus.
Oligui hatte vor zweieinhalb Jahren einen unblutigen Staatsstreich gegen die seit Jahrzehnten autokratisch regierende Bongo-Familie angeführt. Er wurde anschließend vor einem knappen Jahr zum Präsidenten gewählt. Viele der rund 2,5 Millionen Gabuner, die trotz des Rohstoffreichtums des Landes großteils in Armut leben, setzten große Hoffnungen in Oligui. Nach Angaben der Weltbank sind fast 40 Prozent der jungen Leute arbeitslos.
(mho)
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„Dark Galaxy“: Neu entdeckte Galaxie besteht zu 99 Prozent aus Dunkler Materie
Eine internationale Forschungsgruppe hat eine Galaxie entdeckt, die zwar mit der Helligkeit von etwa einer Million Sonnen leuchtet, aber zu 99 Prozent aus Dunkler Materie besteht. Bei CDG-2 (Candidate Dark Galaxy-2) dürfte es sich um eine der am stärksten von Dunkler Materie dominierten Galaxien handeln, die jemals entdeckt worden sei, erklärt das Team. Gefunden wurde sie ausschließlich dank ihrer vier Kugelsternhaufen, die möglicherweise ihre gesamte Population ausmachen. Allein die sind demnach für 16 Prozent der Leuchtkraft der gesamten Galaxie verantwortlich. Unsere Milchstraße hat dagegen mehr als 150 solcher kugelförmig zusammenstehenden Sterne. Normalerweise entdeckt man zuerst die Galaxie selbst und dann ihre Sternhaufen.
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Kein Material für Sternentstehung
Nachdem die Kugelsternhaufen den entscheidenden Hinweis für das Vorhandensein der ungewöhnlichen Galaxie geliefert haben, hat die Forschungsgruppe mit den Weltraumteleskopen Hubble und Euclid sowie dem Subaru Telescope in Hawaii weitere Analysen vorgenommen. Damit habe man das „schwache, diffuse Leuchten“ entdeckt, das die Sternhaufen umgibt. Das habe man als „deutlichen Hinweis auf eine darunter liegende Galaxie“ gewertet. Die Untersuchungen hätten ergeben, dass ein Großteil jener Materie, aus der normalerweise Sterne entstehen, wohl durch Interaktionen mit anderen Galaxien herausgezogen worden sei. Dabei geht es vor allem um Wasserstoffgas. Übrig geblieben ist demnach das ungewöhnliche Objekt, das fast vollständig aus Dunkler Materie besteht.
Dunkle Materie ist eine nicht experimentell beobachtete Form von Materie, die gemessene Bewegungen von Galaxien und Galaxienhaufen erklären soll. In der Wissenschaft geht man davon aus, dass es im Kosmos deutlich mehr Dunkle Materie als Standardmaterie gibt. Noch mehr entfällt demnach auf die nicht weniger rätselhafte Dunkle Energie. Auch wenn beide noch nicht beobachtet wurden, gelten die Theorien als akzeptiert, weil sie grundlegende Fragen beantworten. Trotzdem werden auch alternative Erklärungsversuche vorgebracht und es gibt astronomische Beobachtungen, die nicht zur Dunklen Materie passen wollen. Es wurden auch bereits Galaxien entdeckt, die größtenteils aus Dunkler Materie bestehen, CDG-2 gehört unter ihnen zu den größten. Vorgestellt wird die Entdeckung in The Astrophysical Journal Letters.
(mho)
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Wehen, Windeln, Werbung: Sechs Schwangerschafts-Apps im Test
Sie helfen dabei, den perfekten Namen fürs Baby zu finden, sich während der Schwangerschaft gut zu ernähren und die spannende Zeit für die Nachwelt festzuhalten: Apps für werdende und frischgebackene Eltern bieten Lösungen für verschiedenste Probleme, die künftige Mamas und Papas haben oder eventuell haben könnten.
Schwangerschafts-Apps vereinen gleich mehrere solcher Problemlöser: Sie informieren laufend über die Entwicklung des Babys in der aktuellen Schwangerschaftswoche, bieten anschauliche Größenvergleiche mit Obst oder Tieren und versammeln allerlei Helferlein vom Wehenzähler bis zum Arzt-Terminkalender. Doch das hat seinen Preis, denn Apps mit einer so klar umrissenen und potenziell kauffreudigen Zielgruppe ziehen Werbetreibende und Datensammler an.
- Etliche Schwangerschafts-Apps wollen werdende Eltern unterstützen; manche Krankenkassen übernehmen App-Kosten.
- Die Apps zeigen, wie sich das Baby mit jeder Woche entwickelt, und bieten nützliche Werkzeuge und Tipps.
- Augen auf: Neben gezielter Werbung sind bei manchen Apps auch zweifelhafte Inhalte dabei.
Das muss aber kein Grund sein, die Apps links liegenzulassen. Wir haben uns für diese Marktübersicht sechs Angebote näher angesehen: Babelli, BabyCare und Keleya aus Deutschland, die verbreitete, aus Großbritannien stammende App „Schwangerschaft + Tracker-App“ (im Folgenden „Schwangerschaft+“ genannt) von Philips sowie die Apps Preglife aus Schweden und Sprout aus den USA, die in den Appstores ebenfalls hohe Downloadzahlen und gute Bewertungen haben. In diesem Artikel zeigen wir außerdem alternative Wege zur Schwangerschaftsbegleitung per App und fragen eine Expertin, was sie von solchen Apps hält.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Wehen, Windeln, Werbung: Sechs Schwangerschafts-Apps im Test“.
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KIT-Forscher testen Kohlendioxid-speichernden Beton | heise online
Die Baustoffindustrie ist für rund acht Prozent der weltweiten Kohlendioxidemissionen verantwortlich. Europäische Forscher entwickeln einen Baustoff, der sogar das Treibhausgas aus der Atmosphäre entfernen soll.
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Für die Kohlendioxidemissionen ist der Zement verantwortlich, genauer die Herstellung eines Ausgangsmaterials Zementklinker „Diese hohen Emissionen entstehen durch den Energieeinsatz bei der Produktion, aber vor allem auch durch die chemisch bedingte Entsäuerung von Kalkstein bei der Herstellung von Portlandzementklinker, dem am häufigsten verwendeten Bindemittel für Beton“, sagt Frank Dehn, Leiter des Instituts für Massivbau und Baustofftechnologie am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
Im Rahmen des europäischen Projekts C-SINC entwickeln Forscher aus Karlsruhe zusammen mit Kollegen aus Belgien, den Niederlanden und Spanien einen sauberen Zementersatz. Zement ist das Bindemittel für Beton. Koordiniert wird das Projekt von einem Industriepartner aus Schweden.
Magnesiumcarbonat statt Zementklinker
Die Forscher setzen dabei auf magnesiumhaltige Silikate, die in einem gezielten, beschleunigten Mineralisierungsprozess mit Kohlendioxid (CO₂) zu Magnesiumcarbonat reagieren. Das Magnesiumcarbonat soll dann als sekundärer zementärer Zusatzstoff den Zementklinker zum Teil ersetzen.
„Indem wir das dabei eingesetzte CO₂ gezielt aus Industrieabgasen abscheiden, also der Atmosphäre entziehen, kann Beton künftig nicht nur emissionsärmer werden, sondern aktiv als CO₂-Senke wirken“, sagt Dehn. „Das CO₂ wird nicht einfach gespeichert, es wird chemisch in ein Mineral eingebaut. Es bleibt fest gebunden und kann so über sehr lange Zeiträume nicht wieder entweichen.“
Ziel des Projekts ist, dass der saubere Beton in absehbarer Zeit als Baustoff zur Verfügung steht. Das KIT übernimmt dabei die Materialprüfung: „Wir untersuchen mithilfe von Strategien des Maschinellen Lernens und strukturmechanischer Modelle, wie sich das Bindemittel im Beton verhält, wie wir den Beton optimal zusammensetzen und wie er sich in der Praxis bewährt“, sagt Dehn. „Das machen wir in kleinem Maßstab, aber auch in realen, großen Bauteilen.“
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(wpl)
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