Social Media
Feed und Fudder 77 – Social Gretchenfrage: Sales oder Entertainment?
Sales oder Spaß? Warum überhaupt „oder“? Natürlich wollen Unternehmen Geld verdienen, und Social Media ist längst ein relevanter Absatzmarkt. Doch warum posten so viele Marken Inhalte, die ausschließlich auf Verkauf getrimmt sind oder anders ausgedrückt: Langweilig!
Dabei kann Social Media Content, der eine Marke stärkt und Umsatz bringt, alles andere als öde sein. Im Feed und Fudder Podcast sprechen wir darüber, ob Sales und Entertainment wirklich Gegensätze sind, und zeigen euch Beispiele, die beides souverän verbinden.
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Entertainment first! Die neue Realität im Social Media Management
Influencer Marketing: Wie Social Media Manager*innen die richtigen Partner finden
Transkript Feed und Fudder Podcast Folge 77 – Social Grechtenfrage: Sales oder Entertainment?
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Hier gibt es das Transkript zu Folge 77 – Social Grechtenfrage: Sales oder Entertainment?
Transkript
Nicola
Hallo und Servus zu einer neuen Folge Feed & Futter mit Alex und mir, der Niki. Alex, jetzt wollte ich was mit holy holy anfangen, aber die Überleitung habe ich voll verkackt. Wir hatten ganz oft schon auf dem Blog auf allsocial.de das Thema: Wie entertaining ist Social? Ich bin heute etwas durcheinander. Wie entertaining ist Social? Leute, seht’s mir nach, ich bin heute ein bisschen verballert. Deine These war: 2026 wird es noch entertainiger und Sales ist nicht so krass wie Entertainment. Sales oder Entertainment, es ist verwirrend heute.
Alexander
Ich habe sogar zwei Thesen. Die erste These ist Entertainment First. Social Media wird immer weniger Social und mehr Media. Früher hat man Social Media genutzt, um sich mit Leuten zu vernetzen, die man kennt oder noch nicht kennt. Da gab es Funktionen wie Anstupsen auf Facebook oder Gruscheln auf StudiVZ. Sowas gibt es heute gar nicht mehr. Heute geht man auf Social Media, um Content Creators zu folgen. Social Media wird immer mehr zu Streaming. Video-Content ist das bevorzugte Format und wird am meisten ausgespielt. Man nutzt Social Media, um sich passiv zu unterhalten und zu konsumieren.
Die zweite These: Es gibt so viele Marken, denen dieser Entertainment Shift egal ist oder die ihn nicht verstanden haben. Sie veröffentlichen am laufenden Band Postings, die ausschließlich auf Sales getrimmt sind und nur das zeigen, was sie selbst gerne sehen wollen. Sie machen sich keine Gedanken darüber, dass man Inhalte veröffentlichen sollte, die die Zielgruppe sehen will, die Fragen beantworten, Probleme lösen oder einfach unterhalten. Das sind meine zwei Thesen.
Nicola
Das sind starke Thesen. Punkt eins: Ich bin bei dir. Unterhaltung war immer schon ein Thema, aber es gibt eine Verlagerung von Beziehungen hin zu mehr Entertainment. Die Bedürfnisse Unterhaltung, Zerstreuung und Beziehung waren immer da. Aber die Plattformen haben sich stark Richtung Videocontent verändert, weil man über Werbeplatzierung mehr Geld verdient. Videocontent muss hochwertiger produziert sein, braucht Storytelling, ein Bild reicht nicht mehr. Dadurch wird es entertainiger, wenn man erfolgreich sein will.
On top wollen die Plattformen mehr Content und fördern durch den Algorithmus viel Content. Wie willst du viel Content produzieren, wenn du nichts Serielles machst? Das eine bedingt das andere. Das Bedürfnis nach Entertainment war schon immer da, aber durch die Plattformlogik führt es automatisch dazu, dass man mehr ins Entertainige geht. Man braucht etwas Serielles. Man kann zwar 100 Jahre aus seinem Leben erzählen, aber irgendwann ist es auserzählt. Dann wird es geskripteter und die Lösung ist: mehr Entertainment. Storytelling sind erfundene Geschichten.
YouTube braucht Content und Watchtime. Die Oscars sollen künftig nur noch auf YouTube oder Streaming stattfinden, nicht mehr im TV. Das Nutzerverhalten der jungen Zielgruppe ist Social First oder Social Only. Große Inhalte finden nicht mehr im TV statt. Das hängt alles zusammen. Spannend ist dein zweiter Gedanke: Sales. Wenn jeder Post auf Sales getrimmt ist, kann das der organischen Reichweite schaden. Deine fünf Cent?
Alexander
Denke ich schon. Es kann sein, dass Sales-Posts lustig und gut sind. Meine Aussage war allgemein gemeint. Ich meine stinklangweilige Beiträge. Auch Beiträge, die Produkte vorstellen, können unterhaltsam sein. Eigentlich wollte ich sagen: Social Media Beiträge, die ausschließlich so formuliert sind, wie man es selbst gern hätte, sind meistens langweilig. Und langweilig ist das Letzte, was die Community sehen will. Der Entertainment-Gedanke ist zu stark geworden. Ihr könnt eure Produkte vorstellen, eure Dienstleistungen, eure Services, aber das kann man mit unterhaltsamem Storytelling machen.
Nicola
Ich bin voll bei dir. Die Akzeptanz für Sales ist in den letzten Jahren krass gestiegen. Früher waren die Leute sensibel, wenn man erwähnt hat, dass man etwas kaufen kann. Heute hat jeder zweite Post irgendeinen Rabattcode. Influencer-Marketing ist Homeshopping in der äußersten Form. Es gibt eine hohe Akzeptanz für Abverkauf.
Aber es muss nutzerorientiert sein. Wenn die User den Content als akzeptabel und plattformgerecht sehen, ist Sales okay. Wenn sie merken, dass es nicht passt, zu plump ist oder nicht unterhält, kommt eine Abwehrhaltung. Es muss Aufmerksamkeit generieren, unterhaltsam sein und im Zweifel steckt eine ganze Brandlogik dahinter: Storytelling, Visualität und so weiter.
Alexander
Und genau das ist eigentlich das Kriterium, wie wir oft unsere Wins aussuchen. Bei den Wins schauen wir: Hat eine Marke verstanden, einen bestimmten Zeitpunkt zu nutzen? Zum Beispiel diese berühmt-berüchtigte Hebebühnenfirma, die den Louvre Einbruch genutzt hat, um ihre eigenen Hebebühnen zu zeigen, die bei diesem Einbruch im Einsatz waren. Sie haben die Vorzüge betont, wie stabil und flexibel ihre Hebebühnen sind. Oder war das Storytelling gut?
Du kannst deine Produkte vorstellen, das ist legitim. Du kannst deine Dienstleistung vorstellen, gar kein Problem. Aber mach es nicht langweilig. Auf Sales getrimmt heißt: ein langweiliges Posting, das nur über dich selbst spricht.
Bei der Hebebühnenfirma war es anders: Sie haben den richtigen Zeitpunkt gewählt, sie waren nicht zu schade, sich selbst ein bisschen auf die Schippe zu nehmen, und sie haben trotzdem die Vorzüge des Produkts eingebaut. So kann man es machen. Eine langweilige Firma hätte erst das Wasserzeichen der Hebebühne eingefügt, hätte 20 Freigabeschleifen gebraucht, der Zeitpunkt wäre verpasst worden und am Ende wären langweilige Zahlen gekommen wie „hochfahrbar auf 18 Meter“.
Nicola
Du musst den Nerv treffen, damit die Leute hängen bleiben. Damit sie merken: witzig, das teile ich. Manchmal ist der Kauf nicht das primäre Ziel, sondern ein Nebeneffekt. Das Primärmotiv ist Unterhaltung. Der Abverkauf passiert nebenbei.
Ich nehme mich da nicht aus. Ich will gar nichts kaufen und dann kommt ein guter Post und ich denke: interessant. Wenn es gut gemacht ist, passt es. Es kann auch eine Werbeanzeige sein, die in einem guten Umfeld stattfindet. Wenn ich harten Abverkauf will, muss ich in ein werbliches Umfeld gehen.
Ein gutes Beispiel, wie Social-Logik auf einem Home-Shopping-Kanal funktioniert, ist Whatnot. Das ist eigentlich eine TikTok-Logik: Feed, Swipen, Clips, Likes, Kommentare. Die Verkäufer machen Live-Shopping, du kannst direkt kaufen. Es wird nicht langweilig. DM hat das auch in der App, MediaMarkt auch. Whatnot bringt es aber auf die Spitze, weil das System gut funktioniert. Es ist gelernt, es ist socialig. Die Verkäufer animieren dich permanent: Welche Tasche soll ich verkaufen, worauf habt ihr Bock? Die Community wird extrem eingebunden.
Da gehst du hin, weil du etwas kaufen willst oder auch nicht. Vielleicht findest du es einfach unterhaltsam. Diese zwei Wege sind spannend: Social, wo du Unterhaltung suchst und dann kaufst, oder eine Sales-Plattform, die sehr socialig ist. Whatnot zeigt, wie Social-Logik in einem reinen Selling-Prozess funktioniert.
Alexander
Whatnot ist auch stark in der Zusammenarbeit mit Influencern und Creatorn. Da fühlt es sich organisch an. Organisch ist so ein Wort, da denke ich immer an einen OP-Tisch, wie bei Dr. Bibber.
Nicola
Oder Social Media Dr. Bibber.
Alexander
Genau. Die Socialigkeit ist in der App und in der Verkaufslogik. Gleichzeitig tragen Creator das auf Social Media weiter und es wirkt nicht plump oder abverkaufslastig, sondern natürlich. Ein spannendes Beispiel. Du hast aber auch ein Beispiel aus Hanau mitgebracht.
Nicola
Ein sehr lokales.
Alexander
Ja, die Card Buddies. Wir hatten es ja schon von Pokémon. Grüße an den Kabuto-King. Kabuto steht gerade bei 124 Dollar. Er hat sein Versprechen eingehalten: Eine Karte aus seiner Sammlung wurde bei eBay versteigert, 50.000 Dollar, und er spendet das an ein Kinderkrankenhaus.
Die Card Buddies in Hanau sind ein Offline-Store für Pokémon-Karten, machen Turniere, Tauschbörsen und arbeiten viel mit Whatnot. Das ist ein Beispiel dafür, wie man Whatnot als Streaming-Plattform nutzt. Es ist zwar Verkauf, aber von der Logik her ist Whatnot wie eine Streaming-Plattform, ein Shopping-Netflix. Das bindet Partner gut ein.
Wir hatten im Vorgespräch ein Beispiel, wo es uns zu viel wurde: Holy, die Energy-Drink-Marke. Das Produkt ist cool, aber sie arbeiten mittlerweile mit jedem Influencer und Creator zusammen. Whatnot konzentriert sich auf passende Partner, Holy ist überall. Das ist ein Massenmodell, verständlich, aber mir ist es zu wahllos. Überall taucht Holy auf, Rabattcodes überall. Zu viel des Guten.
Nicola
Das sind zwei unterschiedliche Ansätze. Card Buddies ist ein Local Store, sehr spezialisiert, eine nerdige Zielgruppe. Sie haben Offline-Events. Aber auf dem Account sind so viele Zuschauer, viel mehr als in Hanau leben. Das ist ein spannender Mix: ein kleiner Store, der unterhaltsam auf Instagram unterwegs ist, kombiniert mit Whatnot. Damit erweitern sie brutal ihre Reichweite und ihr Abverkaufsgebiet.
Es ist nicht fancy, aber sie haben verstanden, wie sie ihre Nerds erreichen. Sie sind sympathisch und unterhaltsam. Sehr lokal, sehr klein, aber konsequent und clever gemacht. Unterhaltsam, aber das primäre Ziel ist: Der Store soll funktionieren und Menschen sollen Karten kaufen.
Da ist genau der Punkt: Plattform verstanden, User verstanden und dann überlegt, welchen Content man machen muss, damit die Leute dranbleiben, wiederkommen, eine Beziehung aufbauen und irgendwann vielleicht etwas kaufen.
Alexander
Du hast gerade echt den Hot Take rausgehauen, mit diesen drei Punkten. Plattform verstehen, User verstehen, auf Entertainment, aber auch nicht gewollt oder auch gezwungen, sondern natürlich, empathisch, sympathisch, auf Storytelling zu machen. Und nicht auf Teufel komm raus Storytelling zu machen, sondern wirklich natürliches…
Nicola
Ja, was auch zu dir passt. Also ich meine auch bei den Cardbuddies, die machen das natürlich, es würde jetzt bei einer anderen Branche vielleicht gar nicht funktionieren. Es funktioniert, weil diese Menschen in dem Store so sind, wie sie sind und über diese Themen so reden, wie es in dieser Zielgruppe funktioniert. Und sich da nicht zu verstellen, sondern im Gegenteil zu gucken, wo sind meine Stärken. Und dann sagen, okay, das ist unique.
Also das kann niemand einfach so kopieren. Weil der Store kannst du nicht kopieren. Du kannst die Menschen nicht einfach kopieren. Und das ist ein Erfolgsrezept, was man sich wirklich genau anschauen kann. Und top Card Buddies finde ich wirklich spannend. Deswegen bin ich voll froh, dass du dir das Beispiel mitgebracht hast.
Dass die dann aber nicht nur an Reichweite auf Social denken, sondern weiterdenken, ja, wie ist denn der Abverkaufprozess? Also Punkt 1, kommt jemand in die Store? Ist das ein Abverkauf? Geht jemand auf Whatnot? Ist das der Abverkauf? Geht jemand in meinen Shop? Ist das der Abverkauf? Also das ist halt auch noch so entscheidend.
Es hilft jetzt nicht nur zu sagen, ja, wir haben einen super coolen Channel, sondern am Ende des Tages auch, okay, aber wie kommen die Personen jetzt, also wo soll die hin? Sollen die in die Store gehen? Sollen die auf Whatnot gehen? Oder sollen die in den Online-Shop gehen? Und ich glaube, das ist auch nochmal so die Next Level, damit es wirklich funktioniert, dass du das durchdacht hast.
Und bei Holy zum Beispiel, deswegen ist das ein, ja, ich verstehe den Ansatz, die sind ein Massenprodukt. Die müssen in den Massenmarkten, B2C-Markt. Und im Idealfall läufst du am Supermarkt am Corner vorbei, siehst das Logo, siehst das Produkt und greifst hin. Deswegen müssen die brutal nervig sein und wahnsinnig präsent. Und das ist, glaube ich, die Challenge bei Holy. Der Account, finde ich, ist auch gut gemacht und der Account ist auch sehr unterhaltsam. Grundsätzlich mit den Creatorn haben die auch eine krasse Reichweite. Aber, was du jetzt sagst, bis zu gewissen Punkt wird es halt belanglos.
Alexander
Mir ist es einfach zu wahllos Ich finde, WhatNot zum Beispiel bleibt eigentlich immer… WhatNot ist ja nicht nur Pokémon-Sammelkarten, da kannst du ja alles Mögliche versteigern, aber… Genau, aber dann bleibt es auch getrennt.
Nicola
Luxustaschen und Hausrat. Dann arbeiten die dann halt immer in diesen Sphären.
Alexander
Also hier ihre Pokémon-Influencern werden jetzt nicht auf einmal Luxustaschen auf WhatNot steigern.
Nicola
Ja, absolut. Brauchen die auch gar nicht. Du willst ja in diesen Stream rein, weil du ja deine Trading Cards da findest. Oder du gehst in den Stream rein, weil du halt Hausauflösungen toll findest und Schnäppchen jagen willst. Also da ist ganz klar der Trigger sehr gezielt gesetzt. Und ich glaube, die Schwierigkeit bei Holy ist einfach, dass die so in den Massenmarkt müssen. Diese Brand muss so sichtbar sein, wenn ich in den Corner, in den Supermarkt gehe, dass ich diesen Aufsteller sehe und dann sage ich, ah ja, Holy, der vertraue ich der Marke. Und das ist eine ganz andere Herausforderung.
Und dadurch wird die Marke aber, verliert die natürlich ein bisschen an Charakter. Die Frage, wie weit treibst du das? Das ist die Frage, können wir nur wissen, wie erfolgreich Holy ist. Und vielleicht in ein, zwei Jahren. Also vielleicht ist die Brand dann durch, kann auch sein. Dass die dann halt einfach durch ist, das Produkt ist abverkauft, alles in Happy und Gutes. Aber für den nachhaltigen Brandaufbau ist es natürlich heftig, wenn es so unfassbar breit wie eine Gießkanne auf alles ausgerollt wird. Das ist das, was dich dann ja nervt.
Alexander
Ich glaube, vielleicht nach dem ganzen Gespräch revidiere ich es ein bisschen. Ich glaube, was mich so vielleicht gar nicht nervt, ist gar nicht so die Masse, sondern die Art und Weise. Durch diese Masse, wenn ich sage mal so, great und influencer, hast du auch unterschiedliche Qualitätsstufen. Meine ich nicht böse, ist einfach so. Und wenn halt so Whatnot, wenn du die halt gezielt aussuchst, mit wem du zusammenarbeitest, die können das dann schon besser einbauen. Wie bei den Card Buddies: Die bauen das ja ganz sympathisch ein, ganz organisch, es stört dich nicht.
Wenn du aber praktisch jeden, der einen YouTube und Instagram-Kanal hat, zu deinen Markenbotschaftern machst, dann gibt es halt welche, die können es halt richtig gut. Und die man sagen halt auch irgendwie passend. Und dann gibt es halt welche, die können es einfach nicht. Und dann ist es einfach total schräg, wie dann das Produkt eingebunden wird. Ich meine, ich habe es dir doch geschickt. Ich habe mal beim Bilder aufräumen, etwas gefunden. Ich würde mal sagen, es ist einer, wenn wir von Social-Media-Klassikern reden, vielleicht auch Fail-Klassiker, es ist wohl der größte oder der bekannteste Social-Media-Produktplacement-Fail.
Und zwar, es geht um Bifi. Es gab mal eine Influencerin aus Heidelberg, die einfach Bifi in der Badewanne gegessen hat und auch ihre ganze Badewanne drumherum, ihr ganzes Badezimmer war von oben bis unten voll mit Bifi.
Nicola
Ja, stimmt. Schrecklich. Allein der Geruch, allein das Bild riecht für mich.
Alexander
Alles passt halt so überhaupt nicht zusammen, weil ich glaube, wenn ich baden gehe, dann denke ich an Entspannung, ich denke an Wohlfühlen. Genau, überleg dir mal, du machst dir schön so einen Schaumbad ein und
Nicola
da ist Bifi, aber das riecht nach Wurst.
Alexander
Du hast dann so Duftkerzen vielleicht und alle mich dann schön richtig, bis du dich dann wohlfühlst, gehst dann ins Badewasser, heimelig gemütlich und dann machst du so ein Bifi auf und dann kommt dieser Geruch.
Nicola
Und es stinkt einfach. Aber gut, dass du es nochmal rausgekramt hast. Dieses Bild riecht für mich. Also es riecht nach Vanille, Seife und nach Wurst.
Alexander
Wenn Bilder riechen können, das ist für mich einer der absoluten Social Media Klassiker. Aber hat das mit Food zu tun.
Nicola
Ja und hat auch eine gewisse Berühmtheit erlangt. Aber irgendwie drehen wir uns, also beziehungsweise eigentlich ist es genau das, was du am Anfang gesagt hast. Sales per se ist ja nicht verkehrt, gerade im Social ist Sales durchaus ein wichtiger Bestandteil.
Inzwischen, und es ist sehr akzeptiert, aber es muss halt plattformgerecht sein und es muss unterhaltsam sein und es muss passen und dann habe ich auch kein Problem damit, dann hat der User kein Problem damit und ich glaube, das ist das, was dich bei Holy stört, dass eben genau, was du gesagt hast, es so blump oft eingebaut wird, dass es dann halt eben eine plumpe, schlecht gemachte Werbung ist.
Alexander
Genau, es ist eingebunden wie halt da die Bifi in der Badewanne.
Nicola
Genau, Bifi in der Badewanne. Und wenn es gut gemacht ist, unterhaltsam, plattformgerecht und die User anspricht, dann stört es niemanden. Dann hast du den perfekten Fit. Und ich glaube, das ist am Ende des Tages unsere Frage vom Anfang: Sales oder Entertainment? Ich würde sagen, das kann man gar nicht trennen. Solange es unterhaltsam ist und den Usern Spaß macht, kann man absolut abverkaufen und Sales machen. Es nervt nur, wenn es plump, einfach und langweilig ist. Das braucht kein Mensch.
Alexander
Ich habe auch noch einen Win mitgebracht, und da wurden alle Win-Checkmarks erfüllt. Ich fand ihn super sympathisch, weil sie Storytelling gemacht haben, und zwar doppelt. Sie haben erzählt, wie es dazu kam, und sie haben daraus auch eine zweite Story gemacht. Ich kannte die Marke vorher nicht, jetzt kenne ich sie. Es geht um Vöslauer Mineralwasser aus Österreich.
Ich bin ein großer Fan davon, wenn Marken Momentum nutzen. Der Sidekick von Conan O’Brien, Jordan Schlansky, hat in seinem Podcast erzählt, dass er totaler Fan von Vöslauer ist. Das hat Millionen Hörer erreicht und lief auch auf YouTube. Die betreuende Agentur hat gedacht: Lass uns in die USA fliegen und ihm Danke sagen. Also haben sie in der Nähe des Podcaststudios ein großes Straßenbanner aufgehängt. Darauf stand: „Everyone else look away, this is between Jordan and us“ – daneben eine Vöslauer-Flasche.
Ich finde das super sympathisch. Sie haben das Momentum genutzt, die Geschichte erzählt, wie es dazu kam, und die Marketingverantwortlichen erzählen das voller Stolz auf Social Media. Das finde ich mega sympathisch. Wenn man etwas Cooles gemacht hat, ist es legitim, sich zu zeigen und zu sagen: Das ist unsere Kampagne. Deswegen ist das mein Win der Woche.
Nicola
Absolut. Und ich als großer Wassertrink-Fan: Es schmeckt auch wirklich gut. Die müssen nichts versprechen, was sie nicht halten. Es ist ein gutes Wasser. Und ich bin nicht gesponsert. Falls jemand Wasser sponsern will, meldet euch. Ich habe kein Problem damit, für Wasserwerbung zu machen, das gut schmeckt. Es hätte wahrscheinlich nie Berühmtheit in den USA erlangt, aber sie haben das Momentum perfekt genutzt.
Ja, da sind wir schon am Ende. Alex, du kannst mir alles Mögliche abverkaufen, solange es unterhaltsam ist. Ich wünsche dir eine gute Woche. Sei unterhaltsam. Langweile mich nicht. In dem Sinne: gute Woche. Ciao.
Alexander
Mach’s gut.
Social Media
KI für Social Media Agenturen: Effizientes Werkzeug oder Risiko für echte Markenkommunikation?
Ein Meinungsbeitrag aus der Praxis von Anna Deimann
Künstliche Intelligenz hat sich in den vergangenen Jahren rasant im Social Media Marketing etabliert. Was zunächst nach Zukunftsmusik klang, gehört heute für viele Teams zum Alltag. Texte, Bilder & Auswertungen lassen sich automatisieren oder zumindest vorbereiten. Die Frage ist längst nicht mehr, ob KI eingesetzt wird, sondern wie bewusst und verantwortungsvoll.
Gerade im Social Media Marketing, wo Nähe, Persönlichkeit und Vertrauen eine zentrale Rolle spielen, lohnt sich ein genauer Blick darauf, was KI heute leisten kann und wo ihre Grenzen liegen.
Wo KI im Social Media Marketing heute steht
KI im Social Media Marketing eröffnet eine Vielzahl an Möglichkeiten, die vor allem auf Effizienz, Skalierbarkeit und bessere Planbarkeit abzielen. Viele Aufgaben, die früher viel Zeit oder manuelle Abstimmung erfordert haben, lassen sich heute deutlich schneller vorbereiten und umsetzen.
Ein großer Vorteil liegt in der Content-Planung und -Vorbereitung. KI-Tools können Themen vorschlagen, Redaktionspläne strukturieren und Inhalte auf unterschiedliche Plattformen anpassen. Texte lassen sich variieren, kürzen oder verlängern, an verschiedene Zielgruppen anpassen oder in unterschiedliche Tonalitäten überführen. Dadurch wird es möglich, konsistent zu posten, ohne jeden Beitrag komplett neu zu denken.
Auch in der Content-Produktion selbst sind die Möglichkeiten breit. KI unterstützt bei der Texterstellung, bei der Generierung von Bildideen, bei der automatischen Erstellung von Untertiteln oder bei der Anpassung von Videoformaten für Reels, Shorts oder Stories. Bestehende Inhalte können effizient recycelt und für mehrere Kanäle aufbereitet werden, etwa aus einem langen Video mehrere kurze Clips oder aus einem Beitrag mehrere Varianten.
KI für Performance-Analyse und -Auswertung
Im Bereich Analyse und Optimierung spielt KI ebenfalls eine zentrale Rolle. Sie kann große Mengen an Performance-Daten auswerten, Trends erkennen und Zusammenhänge sichtbar machen. Daraus lassen sich Empfehlungen ableiten, etwa zu Posting-Zeiten, Content-Formaten oder Themen, die besonders gut funktionieren. Entscheidungen werden dadurch stärker datenbasiert und weniger vom reinen Bauchgefühl abhängig.
Weitere Einsatzfelder finden sich im Community-Management und in der Interaktion. KI kann Kommentare vorsortieren, wiederkehrende Fragen erkennen oder Antwortvorschläge vorbereiten. Auch das Monitoring von Marken, Themen oder Stimmungen in sozialen Netzwerken lässt sich automatisiert unterstützen.
Unsere Learnings aus der Agenturpraxis
Als Social-Media-Agentur betreuen wir parallel sehr unterschiedliche Accounts. Unterschiedliche Branchen, unterschiedliche Zielgruppen, unterschiedliche Erwartungen an Tonalität und Auftreten. Genau in diesem Alltag zeigt sich schnell, wofür KI wirklich taugt. Nicht als Alleskönner, sondern als Werkzeug, das Arbeit erleichtert, wenn man es richtig einsetzt.
Sehr früh haben wir gemerkt, wie stark KI bei vorbereitenden Aufgaben helfen kann. Bei der Themenfindung für Redaktionspläne, beim Sammeln von Content-Ideen oder beim schnellen Durchspielen verschiedener Ansätze für einen Post. Auch erste Textskizzen oder grobe Caption-Varianten lassen sich effizient erstellen. Das spart Zeit, vor allem in Phasen, in denen viele Inhalte parallel geplant werden müssen.
Mit zunehmender Nutzung wurde unser Umgang mit KI deutlich strukturierter. Heute setzen wir sie gezielt dort ein, wo sie uns Geschwindigkeit und Überblick verschafft. Etwa um Ideen zu sortieren, Inhalte für verschiedene Plattformen vorzubereiten oder Performance-Daten schneller einzuordnen. Gerade bei mehreren Kunden gleichzeitig hilft uns das, sauber und konsistent zu arbeiten, ohne den Überblick zu verlieren.
So ist KI für uns zu einem festen Bestandteil der täglichen Social-Media-Arbeit geworden, der vor allem eines bringt: mehr Klarheit, mehr Tempo und bessere Planbarkeit im Alltag.
Die Grenzen der KI in der Agenturpraxis
Trotz aller Fortschritte merken wir im Alltag sehr schnell, wo KI an ihre Grenzen stößt. Besonders dann, wenn es um echte Nähe und Fingerspitzengefühl geht. KI kann Texte formulieren und Reaktionen nachahmen, sie hat aber kein Gespür für Situationen, Stimmungen oder Zwischentöne. Genau diese Feinheiten entscheiden im Social Media Marketing oft darüber, ob ein Beitrag glaubwürdig wirkt oder nicht.
Ein weiterer Punkt, der in der Praxis relevant ist, betrifft die Verlässlichkeit von Inhalten. KI liefert in der Regel schnelle und schlüssig klingende Antworten. Das ist hilfreich, erfordert aber Aufmerksamkeit. Zahlen, Fakten oder konkrete Aussagen müssen geprüft werden, bevor sie veröffentlicht werden. Die Verantwortung für Inhalte bleibt immer beim Absender, unabhängig davon, wie sie entstanden sind.
Auch bei Sprache und Kontext zeigt sich, dass menschliche Einschätzung unverzichtbar ist. Ironie, Branchenjargon oder kulturelle Besonderheiten werden von KI nicht immer korrekt eingeordnet. Ein Text kann formal gut geschrieben sein und trotzdem nicht zur Marke, zur Zielgruppe oder zur aktuellen Situation passen. Genau hier ist Erfahrung gefragt.
Fazit
In unserer täglichen Arbeit sehen wir sehr deutlich: KI kann Social Media Arbeit einfacher machen. Sie spart Zeit, hilft beim Strukturieren und nimmt viele repetitive Aufgaben ab. Gerade wenn viele Kanäle, Formate und Kunden parallel betreut werden, ist das ein echter Vorteil, den wir nicht mehr missen möchten.
Gleichzeitig merken wir aber auch jeden Tag, wo Schluss ist. Eine KI weiß nicht, wie sich ein Kunde wirklich positionieren möchte, welche Themen sensibel sind oder wann ein Post zwar „gut klingt“, sich aber trotzdem falsch anfühlt. Diese Entscheidungen entstehen im Gespräch, aus Erfahrung und aus dem Verständnis für die Menschen hinter der Marke.
Für uns ist KI deshalb kein Ersatz, sondern ein Werkzeug. Sie hilft im Hintergrund, aber die Richtung geben immer noch Menschen vor. Am Ende entscheidet nicht der Algorithmus, ob ein Beitrag Vertrauen aufbaut, sondern ob er ehrlich, passend und durchdacht ist. Genau das lässt sich nicht automatisieren und genau darin liegt weiterhin der Kern guter Social-Media-Arbeit.
Hinweis: Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag. Es besteht keine bezahlte Kooperation.
Social Media
So erhaltet ihr den blauen Haken
+++ Update 20.02.2026: Artikel wurde an die aktuell gültigen Voraussetzungen für eine Verifizierung für Facebook Pages angepasst +++
Es besteht immer mal wieder Verwirrung, wenn es um die Verifizierung von Seiten und Profilen bei Facebook geht. Deshalb wollen wir mit diesem Artikel ein paar Grundlagen klären und die Erwartungen an den blauen Haken in die richtige Perspektive setzen.
Warum Verifizieren?
Der Sinn der Verifizierung ist es primär, einem Nutzer oder einer Nutzerin zu zeigen, welches die offizielle Seite eines Künstlers oder Unternehmens ist. Damit man unter den 10.000 Justin Bieber Fanpages, also die eine richtige findet.
Aus einer Verifizierung ergeben sich (kaum) weitere Vorteile. Es lohnt sich also nicht unnötig Energie in die Verifizierung einer Seite zu investieren.
Welche Verifizierungen gibt es?
Grundsätzlich kann man zwei verschiedene Verifizierungen unterscheiden:
- Promis, VIPs, Journalist*innen: Diese Personengruppe hat die meisten Privilegien, wenn es um die Verifizierung geht. Verifiziert werden sowohl private Profile als auch Fanpages, niemals aber beides für ein und dieselbe Person. Facebook hat hier klare Regeln, welche Voraussetzungen eine Person erfüllen muss, um in diese Kategorie zu fallen. Dazu zählt unter anderem eine überregionale Bekanntheit.
Man erkennt diese Verifizierung am blauen Haken. - Marken, Unternehmen und Organisationen: Die zweite Gruppe sind national und international bekannte Marken und Unternehmen. In dieser Gruppe bekommen nur Pages eine Facebook Verifizierung.
Man erkennt diese Pages ebenfalls an einem blauen Haken.
Dieses Wissen ist die Grundlage für jede Art der Verifizierung. Wenn ihr das Thema für eure Seite oder euren Place angehen wollt, solltet ihr also wissen, was ihr überhaupt erwarten könnt und wie ihr diese Verifizierung möglicherweise erreicht.
Wichtig: Facebook (Meta) selbst und die Meta Mitarbeiter*innen haben bei diesem System keine Spielräume. Dies bedeutet daher keine Verifizierung für Privatpersonen und für kleinere Unternehmen besteht keine Garantie, dass sie den blauen Haken erhalten. Dennoch können sie im Gegensatz zu Privatpersonen versuchen, zumindest die Beantragung der Verifizierung vorzunehmen. Die Vorteile der Verifizierung liegen neben der Bestätigung der Echtheit des Profils auch in einer besseren Sichtbarkeit in der Facebook-Suche.
Wie kann ich die Verifizierung für eine Facebook Page beantragen?
Die Verifizierung einer Seite oder eines Profils könnt ihr nur über ein Formular bei Facebook beantragen. Auch Unternehmen können über dieses Formular vorgehen. Alternativ kann ein Facebook Account Manager bei der Einrichtung helfen. Das Formular und weiteres zu den Vorgaben für eine Verifizierung ihr zudem im Hilfebereich von Facebook.
Der Prozess erfordert von euch einerseits Angaben zur Authentizität eurer Seite und zur Relevanz eurer Seite. Für den Nachweis der Authentizität ist erforderlich, dass der Infobereich eurer Seite vollständig ausgefüllt ist und eure Seite ein Seitenbild im Profil aufweist. Es sollte mindestens ein veröffentlichter und aktueller Beitrag vorhanden sein. Außerdem muss das Profil einzigartig sein: pro Unternehmen, Marke oder Organisation darf es nur eine Seite geben. Eine Ausnahme ist, wenn ihr Seiten für verschiedene Länder in unterschiedlichen Sprachen nutzt.
Für die Relevanz gilt der Grundsatz, dass ihr bekannt seid. Hier schaut Facebook vor allem auf Nachrichtenquellen und ob die Seite, die ihr verifizieren lassen wollt, eine Persönlichkeit, Marke oder Organisation repräsentiert, nach der gesucht wird.
Schritt für Schritt zur Verifizierung eurer Facebook Page
Anschließend klickt ihr im Formular auf Seite aus und gebt an, welche Seite ihr verifizieren lassen wollt. Facebook benötigt dazu von euch ein Nachweisdokument, hier könnt ihr wählen aus: Führerschein, Pass, Personalausweis, Steuerdokumente, aktuelle Nebenkostenabrechnung oder Satzung.
Nach dem Nachweis der Echtheit eurer Seite, fragt Facebook euch nach der Relevanz eurer Seite. Wählt zunächst die Kategorie zu der eure Seite zählt (u.a. Nachrichten/Medien, Sport, Politik, Unternehmen/Marke/Organisation etc.) und gebt dann das Land oder die Region an, in dem eure Seite am bekanntesten ist.
Zum Abschluss des Formulars hinterlegt ihr noch bis zu fünf Nachweisquellen, die ein öffentliches Interesse an eurer Seite belegen. Beiträge, für die bezahlt wurde, wie etwa Werbung oder sonstige bezahlte Inhalte werden von Facebook hierbei nicht berücksichtigt.


Als Journalist*innen könnt ihr den blauen Haken auch unter dem Menüpunkt Ressourcen für Journalisten unter Privatsphäre in den Einstellungen eurer Seite beantragen. Dazu benötigt ihr einen Nachweis eurer Akkreditierung als Journalist*in, eine geschäftliche Mail-Adresse und müsst angeben, was eure Funktion in der Nachrichtenbranche ist.
Unterschied zwischen dem Verifizierungsabzeichen und der Unternehmungsverifizierung
Für Unternehmen besteht zudem die Möglichkeit sich im Business Manager bei Facebook als Unternehmen verifizieren zu lassen. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf die Verifizierung einer Seite. Für die Seitenverifikation müsst ihr den oben beschriebenen Weg gehen. Die Unternehmensverifizierung bietet Zugang zu bestimmten Meta-Technologien und weiteren Funktionen. Die hat keinen jedoch keinen Einfluss auf die Verifizierung eurer Seite mit dem blauen Haken.
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Der ursprüngliche Artikel wurde im März 2019 verfasst und upgedatet.
Social Media
Social vs. KI – Der ungleiche Kampf um Budget und Ressourcen
In vielen Unternehmen verschieben sich derzeit Budgets. KI-Projekte werden priorisiert, Transformationsprogramme gestartet, neue Tools angeschafft, Beratungen eingekauft. Management-Aufmerksamkeit wandert Richtung Künstliche Intelligenz.
Und parallel heißt es im Marketing: „Für Social ist dieses Jahr weniger Budget da.“
Die Frage liegt nahe: Stehen KI und Social im Wettbewerb um Ressourcen?
Und die Antwort lautet meiner Meinung nach: Ja.
Die Wahrheit liegt aber etwas tiefer verborgen.
Die Konkurrenz entsteht auf der falschen Ebene
Denn KI konkurriert nicht mit Social als Disziplin. KI konkurriert viel mehr mit allem, was nicht strategisch positioniert ist. Es wird auf C-Level diskutiert. Als Effizienztreiber, Innovationsmotor und Zukunftssicherung.
Berechtigt oder unberechtigt ist da gar nicht die Frage, denn im Moment ist das die Realität.
Social Media hingegen wird in vielen Unternehmen noch immer als operativer Kanal geführt:
- Redaktionsplanung
- Postings
- Community Management
- Kampagnenumsetzung
Irgendwas mit Marketing halt.
Aber solange Social primär als Content-Produktion verstanden wird, wirkt KI automatisch größer, relevanter und strategischer.
Nicht, weil es objektiv mehr Wert schafft. Sondern weil es strategisch gerahmt wird.
Das eigentliche Problem liegt nicht bei der KI
Die unbequeme These lautet also:
Wenn Social-Budgets zugunsten von KI-Projekten gekürzt werden, dann liegt das Problem häufig nicht an der Technologie, sondern an der eigenen Positionierung. Denn in vielen Organisationen hat Social nie wirklich den Schritt in die strategische Integration geschafft.
Social wurde:
- als Push-Kanal gedacht, nicht als Nachfrageinstrument
- als Content-Einheit organisiert, nicht als Business-Hebel
- als Kommunikationsmaßnahme bewertet, nicht als Werttreiber
Entsprechend schlecht sieht auch das Reporting aus: Reichweite, Engagement, Follower-Wachstum. Keine Frage: All das sind valide Kennzahlen. Aber sie sind in Budgetverhandlungen auf Geschäftsführungsebene strukturell unterlegen. Denn KI-Projekte versprechen Effizienz, Skalierung, Automatisierung. Und Social argumentiert mit Sichtbarkeit. Das ist kein fairer Wettbewerb.
Wo der Druck tatsächlich entsteht
Die Konkurrenz entsteht nicht zwischen „KI“ und „Social“.
Sie entsteht zwischen:
- Transformationsprojekten mit klarer Business-Story
und - Maßnahmen, die operativ wahrgenommen werden.
Wenn Social nicht eindeutig zeigt, welchen Beitrag es zur Nachfrage leistet, wie es Markenwert aufbaut und welchen Einfluss es auf Pipeline, Leads oder Umsatz hat, wird es in Zeiten knapper Ressourcen zwangsläufig hinter strategischen Initiativen zurückstehen.
KI macht dieses strukturelle Defizit lediglich sichtbar. Es hätte auch etwas anderes sein können: Blockchain, 5G, Industrie 4.0
Die falsche Reaktion wäre Abwehr
Es wäre bequem, jetzt zu argumentieren, dass KI überschätzt wird oder Social unterschätzt. Denn beides greift zu kurz.
Die sinnvolle Reaktion kann nur sein:
- Social strategisch neu zu verorten.
- KI als Hebel innerhalb von Social zu integrieren und nicht als Gegner zu betrachten.
- Reporting konsequent auf Business-Ebene anzuheben.
Denn KI kann natürlich auch Social-Prozesse verbessern: Analyse, Ideation, Testing, Personalisierung und Effizienz. Fertige Tools und Prompts sind schon längst da.
Aber die KI ersetzt nicht: Community-Dynamiken, kulturelle Relevanz, Markenführung und Vertrauensaufbau.
Wenn Social allerdings weiterhin primär als Content-Produktion organisiert bleibt, wird genau dieser Teil durch KI zunehmend automatisierbar.
Und dann entsteht tatsächlich Wettbewerb.
Deshalb: Stell Social lieber heute als morgen strategisch auf und entgeh dieser Falle.
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