Künstliche Intelligenz
Post zum Freitag: KI-Überwachung in der Straßenbahn
Liebe Leserinnen und Leser,
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stellen Sie sich vor: Es ist Nacht. Sie fahren von einer ausgelassenen Feier mit der Bahn nach Hause. Ihr Abteil ist komplett leer. Völlige Ruhe. Sie lehnen sich zurück. Doch dann: An der dritten Haltestelle fliegt die Tür auf – und fünf pöbelnde Personen drängen herein. Und natürlich bewegen sie sich – wie der Zufall es so will – direkt in Ihre Richtung.
Aufatmen. Das ist gerade nicht in Wirklichkeit passiert. Aber es könnte. In Bremen wird deshalb bereits etwas dagegen getan: Ein modernes KI-System soll den Fahrgastraum „beobachten“ und bei aggressivem Verhalten automatisch in einer Leitstelle Alarm schlagen. Meine Kollegen Daniel Augustin und Daniel Ziegener waren vor Ort und haben nachgefragt, wie das funktioniert. Und auch wenn der Grundgedanke gut ist, stellt sich hier dennoch die Frage: Wie viel Überwachung ist eigentlich okay?
Beim nächsten Thema geht’s um das liebe Geld: Wero – die europäische, souveräne Antwort auf PayPal. Allerdings ist die Akzeptanz noch recht gering, und ausgerechnet für die technische Infrastruktur greift man teilweise auf Amazon Web Services zurück. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Markus Montz hat sich den aktuellen Stand von Wero genau angesehen, die Bezahlmethode im Onlinehandel ausprobiert und eingeordnet, was von den großen Ankündigungen wirklich schon im Alltag angekommen ist.
Weiter geht es mit Politik rund um die Photovoltaik-Anlage. Die Bundesregierung plant ja, ab 2027 die feste Einspeisevergütung für neue Kleinanlagen zu kippen. Das bedeutet, dass es teurer wird, überschüssig produzierten Strom ins Netz zu übertragen. Eine mögliche Lösung, die gerade diskutiert wird, ist die „Nulleinspeisung“. Das bedeutet, man konfiguriert die Solaranlage so, dass sie ausschließlich für den Eigenverbrauch produziert. Das klingt im ersten Moment nach verschenktem Potenzial, kann sich für bestimmte Haushalte aber lohnen. Sophia Zimmermann hat durchgerechnet, für wen dieses Konzept aufgeht und was man dabei beachten muss, denn für die Behörden ist man damit nicht ganz unsichtbar.
Und was kann man an einem sonnigen Tag optimal mit Strom betreiben? Den elektrischen Rasenmäher! Da gibt’s jetzt jede Menge Auswahl. Wir haben uns LiDAR-Mäher angeschaut, also Modelle mit „Laser-Augen“. Gerade in dicht bebauten Gebieten mit hohen Bäumen oder Mauern kommen die klassischen Satelliten-Bots nämlich schnell an ihre Grenzen. Die LiDAR-Schafe scannen hingegen ihre Umgebung direkt und können so auch in verwinkelten Gärten zuverlässig navigieren. Wir haben vier Modelle auf Herz und Nieren geprüft und zeigen, welche Technik für welchen Garten wirklich sinnvoll ist.
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Nun aber zurück zu den ganz kleinen, aber unendlich nervtötenden Problemen des Tech-Alltags. USB-C-Kabel. Und ja, sie nerven. Denn die Kabel sehen absolut identisch aus, sind aber völlig unterschiedlich: Manche laden quälend langsam das Smartphone, andere übertragen keine Daten auf den PC. Nur weil der Stecker passt, heißt das noch lange nicht, dass auch alle 24 Pins im Inneren korrekt verdrahtet sind oder der nötige Chip für hohe Ladeleistungen verbaut ist. Wie man die Unterschiede aber doch erkennen kann, erfahren Sie in unserem Artikel. Schauen Sie rein!
(mig)
Künstliche Intelligenz
iOS 27: Apple erleichtert Kopieren und Einfügen
Möchte man aktuell unter iOS etwas aus der Zwischenablage einfügen, ist das relativ mühselig: Man selektiert mit dem Cursor die Stelle, an die der Inhalt gesetzt werden soll, drückt einmal lange und wählt dann den Einfügen-Menüpunkt aus. Künftig vereinfacht sich das für bestimmte Arten von App-Content, wie Tester der aktuellen Entwicklerbeta von iOS 27 entdeckt haben. Das neue Betriebssystem bietet nun eine neue „Copy & Paste“-Vorschau direkt über der Tastatur an, wie man das bislang etwa von Codes für die Zwei-Faktor-Authentifizierung kannte. Damit reicht künftig ein Klick, um Inhalte einzufügen, sei es in einer iMessage-Botschaft, einer Notiz oder jeglicher anderer App, die Texteingabe erlaubt. Das Feature ist nämlich systemweit angelegt.
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Vorschau und Angaben dazu, aus welcher App ein „Paste“ kommt
Die neue Einfügen-Funktion kommt mit einer Vorschau sowie Angaben dazu, woher ein Inhalt kommt – auch das ist nützlich, um sich nicht zu verklicken. Handelt es sich etwa um einen kopierten Text aus Safari, wird dieser oben größer ausgeführt und unten mit dem Hinweis „Einfügen von Safari“ versehen. Das Feature kommt derzeit mit regulären Texten, Links (die teilweise aber nicht die Seiteninformation mitliefern, wohl ein Bug) sowie Bildern (sehr kleine Vorschau) zurecht. Apple könnte die erkannten Inhalte leicht erweitern, ob es dazu auch noch ein SDK für Entwickler gibt, um eigene Formate „einzuhaken“, ist noch unklar.
Bereits seit 2018 bietet iOS eine Funktion, die die besagten 2FA-Codes erkennen und einfügen kann. Das ging zunächst nur bei Eingang via SMS, inzwischen fischt sie Apple aber auch aus der Mail-App. Beides macht die Nutzung deutlich leichter, da man nur noch einmal klicken muss. Ob die neue „Copy & Paste“-Funktionalität auch unter iPadOS verfügbar ist, konnten wir zunächst nicht prüfen – die Wahrscheinlichkeit ist aber groß.
iOS 27 dient der Produktpflege
Apple hatte für iOS 27 weniger große neue Funktionen, sondern viele kleine Verbesserungen angekündigt. Nach dem großen – und vielfach kritisierten – Liquid-Glass-Redesign gilt dies auch als notwendig. Weiterhin hat Apple sein Betriebssystem laut eigenen Angaben „erheblich“ beschleunigt, etwa durch einen neuen CPU-Scheduler.
Zu den weiteren nützlichen neuen Funktionen in iOS 27 zählen auch eine neue Doppelkamera-Nutzung für FaceTime oder ein integrierter Wiederherstellungsmodus für iPhones. Apple verspricht zudem jede Menge Bugfixes.
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(bsc)
Künstliche Intelligenz
Astronomie: Zwei Spiralarme der Milchstraße merklich weiter entfernt als gedacht
Zwei der vier großen Spiralarme der Milchstraße sind merklich weiter von uns entfernt als bislang angenommen. Das hat eine neue Analyse von Daten der Weltraumteleskope XMM-Newton und Chandra ergeben, die jetzt vorgestellt wurde. Demnach befinden sich der sogenannte Äußere Arm sowie der Äußere Scutum-Centaurus-Arm (auch Scutum-Crux-Arm) bis zu zehn Prozent weiter von uns entfernt als gedacht. Damit müsse die gesamte Karte unserer Heimatgalaxie angepasst werden, schreibt die Europäische Weltraumagentur ESA. Gleichzeitig macht die deutliche Korrektur sichtbar, wie ungenau unser Wissen über unsere Galaxie noch immer ist.
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Aus dem Inneren schwer zu überblicken

Darstellung der Korrektur
(Bild: ESA/Gaia/DPAC, Stefan Payne-Wardenaar, ESA/XMM-Newton and NASA/Chandra)
Dass wir über die genaue Gestalt unserer Milchstraße vergleichsweise wenig wissen, liegt an unserer Position inmitten der Galaxie, in der dicke Wolken aus kosmischem Staub viel vor unserem Blick verstecken. Geändert habe sich das mit dem Weltraumteleskop Gaia, schreibt die ESA. Erst damit hätten wir überhaupt bestätigen können, dass die Milchstraße vier Spiralarme hat und nicht nur zwei. Für ihre jetzt vorgestellte Analyse hat die Forschungsgruppe vermessen, wie Röntgenstrahlen von fernen Gammastrahlenausbrüchen an Staubwolken in der Milchstraße reflektiert wurden. Diese Wolken liegen demnach in den Spiralarmen, weshalb sie deren Distanz verraten. Bestätigt habe sich dabei die Distanz zum Perseus-Arm. Der Arm, in dem das Sonnensystem liegt, heißt Orion-Arm.
Die Messung bestätige, wie wertvoll auch alte ESA-Missionen für die Forschung noch immer sind, sagt der Projektwissenschaftler von XMM-Newton, Erik Kuulkers. Das Weltraumteleskop wurde 1999 gestartet. Gleichzeitig zeige die Analyse auch, was für die Zukunft noch zu erwarten sei. So soll in elf Jahren das bislang größte Röntgenteleskop NewAthena gestartet werden. Damit könnten solche Reflexionen in noch größerer Distanz vermessen und die Milchstraße umfangreicher kartiert werden. Die Vermessung der Distanzen zu den Spiralarmen wird in einem Artikel im Fachmagazin Astronomy & Astrophysics vorgestellt.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Test von KI im Auto: Gemini soll Umgebung und Verkehrsschilder erklären
Google hat eine experimentelle Gemini-Funktion für Android Automotive demonstriert, mit der Gemini Fragen zur Umgebung außerhalb des Fahrzeugs beantworten kann. Hierfür greift die KI auf Befehl der Fahrerin oder des Fahrers temporär auf die Frontkamera des Fahrzeugs zu. Die neue Funktion hat Android-Ökosystem-Chef Sameer Samat im Rahmen der Google-Developer-Reihe „Release Notes“ mit Logan Kilpatrick, Produktleiter bei Google AI Studio, vorgeführt.
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„Hey Google, was siehst du um uns herum?“
Für die Funktion hat Google einen Volvo EX60, der im Januar dieses Jahres vorgestellt wurde und noch nicht ausgeliefert wird, angepasst. Das Fahrzeug basiert softwareseitig auf Android Automotive und hat als KI-Assistenz Gemini an Bord. Um die Funktion zu starten, sagt man lediglich „Hey Google, was siehst du um uns herum?“. Der Befehl aktiviert die Frontkamera des Fahrzeugs, Gemini analysiert die Umgebung und erklärt, was zu sehen ist. Samat betont im Hinblick auf den Datenschutz, dass Gemini keinen ständigen Zugriff auf die Kamera habe. „Erst wenn man es aufruft und eine Frage stellt, liefern die Kameras für einen bestimmten Zeitraum diese Bilder an Gemini“, so der Google-Manager. Nach Beantwortung der Frage werde der Zugriff wieder beendet.
Im Video zeigt Google, dass man Gemini auch während der Fahrt nach Informationen etwa zu Gebäuden am Straßenrand und Orten fragen kann. Bei der Fahrt durch Mountain View, wo Googles Hauptquartier ist, fragte Samat etwa danach, um was für eine Skulptur es sich handle und was für ein Gebäude sich dahinter befinde, das auf der rechten Seite zu sehen sei. Gemini nannte dann nach einer gewissen Denkpause nicht nur den Namen der Skulptur, sondern auch, woraus sie besteht und weitere Hintergründe. Ebenso auskunftsfreudig zeigte Gemini sich bei dem Gebäude.
Die Funktionsweise dürfte manchen bekannt vorkommen, denn sie ähnelt dem Kameramodus von Gemini Live auf Android-Smartphones. Anstatt das Smartphone auf die Umgebung zu richten, nutzt Gemini letztlich die Kamera des Autos als Augen. „Wir wollten herausfinden, was möglich wäre, wenn Gemini – mit deiner Erlaubnis – die Welt so sehen könnte, wie du sie beim Fahren erlebst“, erklärte Samat während der Demo.
Gemini trifft BMW Natural Interaction
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Google ist dabei nicht das erste Unternehmen, das die Außenkameras von Fahrzeugen mit KI kombiniert. So hatte BMW im Jahr 2019 sein Konzept BMW Natural Interaction präsentiert, mit dem sich Funktionen nicht nur per Gesten und Sprache im Fahrzeug steuern lassen, auch konkrete Fragen zu Dingen der Umwelt soll eine KI beantworten können. Bis heute hat der Konzern dies aber nicht in dieser Form umgesetzt. Ob Google seine experimentelle Funktion für Serienfahrzeuge anbieten wird, hat der Konzern noch nicht verraten.
Weiter sagte Samat, dass Google noch daran arbeite, den besten Weg zu finden, um diese Funktion in Fahrzeuge zu integrieren. Ferner prüfe der Konzern Möglichkeiten, wie sie sich im realen Straßenverkehr als nützlich erweisen könnte. Als Beispiel nannte er die Verwendung von Gemini, um während der Fahrt Verkehrsschilder in einer fremden Sprache zu übersetzen.
Einige KI-Funktionen für Android Automotive, die sich teilweise auch die Frontkamera zunutze machen sollen, hat Google im Zuge der I/O 2026 im Mai angekündigt. So könne Gemini künftig etwa Fragen beantworten, die speziell auf ein Fahrzeug zugeschnitten seien – beispielsweise die Identifizierung einer Kontrollleuchte auf dem Armaturenbrett oder, ob der Fernseher, den man abholen möchte, in den Kofferraum passe.
Ferner soll die immersive Navigation in Google Maps in kompatiblen Fahrzeugen mithilfe der Live-Spurführung präziser sein. Diese funktioniere vollständig im Fahrzeug und analysiere die Straße über die Frontkamera des Fahrzeugs. Die Live-Spurführung erkenne überdies, auf welcher Spur man sich befinde, und könne in Echtzeit Hinweise geben, wann man die Spur wechseln oder abfahren müsse. Diese Funktionen sollen im Laufe dieses Jahres freigegeben werden.
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(afl)
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