Künstliche Intelligenz
Abhörskandal: Spyware-Hersteller in Griechenland zu Haftstrafen verurteilt
Ein Gericht in Griechenland hat am Donnerstag den Gründer von Intellexa, Tal Dilian, wegen illegaler Abhörpraktiken und Datenschutzverletzungen zu acht Jahren Haft verurteilt. Das berichtete unter anderem die griechische Tageszeitung Kathimerini. Intellexa ist ein Firmenzusammenschluss mehrerer Spyware-Hersteller, der vor allem für die Spähsoftware Predator bekannt ist.
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Dilian, ein früherer israelischer Armeeoffizier, und drei weitere Führungskräfte von Intellexa standen wegen ihrer Rolle in einem 2022 aufgedeckten Abhörskandal vor Gericht. In dem ging es um das illegale Ausspionieren von Politikern, Journalisten, Wirtschaftsführern und hochrangigen Militärs mit der von Intellexa entwickelte Spyware Predator. Der Fall wurde auch als „griechisches Watergate“ bekannt. Neben Dilian wurden dessen Geschäftspartnerin Sara Aleksandra Fayssal Hamou, sein ehemaliger stellvertretender Geschäftsführer und Anteilseigner von Intellexa, Felix Bitzios, sowie Yiannis Lavranos, dessen Unternehmen Krikel die Spionagesoftware gekauft hatte, verurteilt. Die Angeklagten bestreiten eine Beteiligung an illegalen Handlungen.
Predator gilt als ausgefeilte Spionagesoftware. Neue Untersuchungen des Threat Labs Teams zeichnen das Bild einer Schadsoftware, deren technisches Niveau weit über bisherige Annahmen hinausgeht. Die Entwickler haben demnach Funktionen implementiert, die nicht nur der reinen Spionage dienen. Vielmehr verteidigt sich das Programm aktiv gegen Entdeckung und lernt aus Fehlern.
Der Fall in Griechenland ist der erste bekannte Fall, in dem ein Spyware-Hersteller wegen des Missbrauchs seiner Technologie zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird. Das Gericht befand die vier Angeklagten für schuldig, sich mehrfach unrechtmäßig Zugang zu privaten Kommunikationssystemen und Daten verschafft sowie gegen Datenschutzgesetze verstoßen zu haben. Mildernde Umstände lehnte das Gericht ab und verhängte eine Gesamtfreiheitsstrafe von 126 Jahren und acht Monaten, von denen acht Jahre verbüßt werden müssen. Das Gericht ordnete Ermittlungen gegen weitere Personen an. Die Verurteilten können Berufung einlegen.
„Griechisches Watergate“
Der Überwachungsskandal kam im Sommer 2022 ans Licht, nachdem der Vorsitzende der Oppositionspartei PASOK, Nikos Androulakis, darüber informiert wurde, dass sein Smartphone mit der Spyware Predator von Intellexa infiziert wurde, während er Abgeordneter im Europäischen Parlament war. Später räumte die griechische Regierung ein, dass Androulakis vom griechischen Geheimdienst EYP überwacht wurde, sprach aber von einer klassischen Telekommunikationsüberwachung.
Nach und nach stellte sich heraus, dass Dutzende Politiker, Geschäftsleute und Journalisten über ihre Mobiltelefone ausspioniert wurden. Der Skandal führte schließlich zum Rücktritt des Geheimdienstchefs und eines hochrangigen Beraters von Premierminister Kyriakos Mitsotakis.
Im Jahr 2023 verhängte die US-Regierung Sanktionen gegen Intellexa. Die Spionagewerkzeuge des Unternehmens seien eine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA, begründet die dafür zuständige Abteilung des US-Handelsministeriums. Außerdem würden die Tools die Privatsphäre und die Sicherheit von Individuen sowie Organisationen in aller Welt bedrohen. Anfang 2024 verschärfte die US-Regierung ihr Vorgehen und verhängte erstmals auch Sanktionen gegen Gründer und führende Personen von Spyware-Firmen, darunter Dilian und dessen rechte Hand Hamou. Nun müssen beide sogar ins Gefängnis.
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(akn)
Künstliche Intelligenz
„ChatGPT Health“: Schwächen bei medizinischen Notfällen und der Suizidprävention
Im Januar 2026 hat OpenAI mit „ChatGPT Health“ einen Service eingeführt, der als erste digitale Anlaufstelle für Gesundheitsfragen dienen soll. Entscheidend für einen solchen Einsatz ist, dass KI die Schwere und Dringlichkeit eines Problems korrekt bewertet. Die Skala der Empfehlungen reicht dabei von „zu Hause auskurieren“ über „einen Arzt in den nächsten Wochen aufsuchen“ bis zum sofortigen Gang in eine Notaufnahme.
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Forscher haben nun in einer im Fachjournal Nature Medicine veröffentlichten Studie systematisch untersucht, wie verlässlich und sicher diese KI-basierte Triage in der Praxis funktioniert, und stießen dabei auf bedenkliche Mängel.
Systematische Überprüfung durch medizinische Fallbeispiele
Um die Genauigkeit der KI realitätsnah und kontrolliert zu überprüfen, entwarfen Mediziner 60 detaillierte klinische Fallbeispiele aus 21 Fachbereichen. Diese Fälle wurden dabei methodisch variiert und in den Textvorgaben (Prompts) veränderten die Forscher Merkmale wie Geschlecht und Hautfarbe der fiktiven Patienten, simulierten Hürden wie fehlende Transportmöglichkeiten oder bauten psychologische Faktoren ein, wie etwa die verharmlosende Aussage durch einen Angehörigen.
Insgesamt wurden 960 dieser Anfragen an ChatGPT Health gestellt. Die Triage-Empfehlungen der KI wurden anschließend mit der unabhängigen Einschätzung eines ärztlichen Expertenteams (basierend auf etablierten klinischen Leitlinien) verglichen.
Limitationen bei echten Notfällen und harmlosen Situationen
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Die Auswertung zeigte ein gemischtes Bild. Bei medizinischen Alltagsproblemen mittleren Schweregrades stimmten die Empfehlungen der KI meist mit denen der Ärztinnen und Ärzte überein. An den Rändern des Schweregrades, also bei völliger Harmlosigkeit oder bei akuter Lebensgefahr, sank die Leistung jedoch deutlich ab.
Unter-Triage (Verpasste Notfälle): In 51,6 Prozent der echten medizinischen Notfälle bewertete die KI die Lage als zu harmlos. Bei Patienten mit einer schweren diabetischen Entgleisung (Ketoazidose) oder einem akuten Asthma-Anfall riet das System beispielsweise dazu, innerhalb der nächsten 24 bis 48 Stunden einen Arzt aufzusuchen, anstatt den sofortigen Weg in die Notaufnahme zu empfehlen. Die KI erkannte im Text zwar teils die kritischen Symptome, gewichtete diese aber oft falsch (etwa mit dem Argument, der Patient spreche trotz Atemnot noch in ganzen Sätzen).
Über-Triage (übertriebene Vorsicht bei leichten Beschwerden)
Umgekehrt zeigte sich ChatGPT Health bei harmlosen Beschwerden oft sehr vorsichtig. Fast 65 Prozent der Fälle, die laut Leitlinien problemlos zu Hause beobachtet werden könnten, stufte das System als behandlungsbedürftig ein und riet zu einem Arztbesuch. Dies birgt laut den Forschern potenziell das Risiko, Ressourcen im Gesundheitssystem unnötig zu belasten.
Beide Fehler (Unter- und Über-Triage) sind natürlich problematisch, wobei insbesondere eine Unter-Triage gefährlich sein kann, wenn Patientinnen und Patienten zu spät die notwendige medizinische Hilfe bekommen. Bei Routinefällen, welche weder besonders dringend, noch harmlos waren, zeigte ChatGPT Health eine gute Leistung und stimmte in 93 Prozent der Fälle mit der ärztlichen Empfehlung überein.
Einfluss von externen Informationen auf die KI-Entscheidung
Die Studie untersuchte außerdem, inwieweit psychologische Effekte die KI-basierte Ersteinschätzung beeinflussen. Es zeigte sich, dass ChatGPT Health anfällig für den sogenannten „Anchoring Bias“ (Ankereffekt) ist. Wurde in einem medizinischen Grenzfall beiläufig erwähnt, dass Freunde die Symptome als nicht besorgniserregend einstuften, ließ sich die KI davon oft beeinflussen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das System daraufhin eine weniger dringliche Einschätzung abgab, stieg deutlich an (Odds Ratio von 11,7).
Keinen statistisch signifikanten Einfluss auf die Triage-Empfehlungen hatten hingegen demografische Faktoren wie Hautfarbe oder Geschlecht der Patientinnen und Patienten in den konstruierten Fällen.
Unzuverlässige Sicherheitsmechanismen für psychische Krisen
Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchung war der Umgang der KI mit psychischen Notlagen. Um Nutzer zu schützen, verfügt ChatGPT Health über einen Mechanismus, der bei Suizidgedanken ein Warnbanner mit dem Hinweis „Hilfe ist verfügbar“ und einem Verweis auf Krisenhotlines einblendet.
Die Studie zeigte hier verschiedene Mängel auf. Dieser Schutzmechanismus funktioniert in der Untersuchung zuverlässig bei vagen, eher passiven Aussagen zu Suizidgedanken. Äußerte ein fiktiver Patient jedoch einen konkreten Suizidplan (beispielsweise die Absicht, bestimmte Tabletten einzunehmen) und lieferte gleichzeitig unauffällige medizinische Laborwerte mit, blieb das Warnbanner meist aus. Das System fokussierte sich in diesen Fällen stark auf die körperlichen Parameter – mit Hinweisen wie „Ihre Laborwerte sind normal und deuten auf keine medizinische Ursache für diese Gedanken hin“ und erkannte den akuten psychischen Notfall oft nicht.
Bedeutung für die Regulierung von Gesundheits-KI
Die Autoren der Studie leiten aus ihren Ergebnissen Empfehlungen für den künftigen Einsatz von KI im Gesundheitsmarkt ab. Anbieter wie OpenAI versehen ihre Systeme mit rechtlichen Hinweisen, dass diese keine ärztliche Diagnose ersetzen. Es ist aber nicht unwahrscheinlich, dass viele Menschen einen Arztbesuch verschieben oder vermeiden würden, wenn ihnen die KI versichert, es bestehe kein ernsthaftes Problem.
Die Wissenschaftler schlussfolgern, dass Systeme, die als erster Kontaktpunkt für medizinische Einschätzungen genutzt werden, strengeren Prüfungen unterliegen sollten. Sie schlagen vor, dass patientengerichtete KI-Tools im Gesundheitsbereich vor einer breiten Veröffentlichung ähnliche externe Sicherheits- und Zulassungsprüfungen durchlaufen sollten wie klassische Medizinprodukte, um den Patientenschutz verlässlich zu gewährleisten.
(mack)
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Musikgeschäft legt erneut zu – Vinyl-Renaissance geht weiter
Das Geschäft mit Musik in Deutschland hat 2025 abermals zugelegt, allerdings nicht so kräftig wie im Jahr zuvor. Insgesamt wurde für 2,42 Milliarden Euro Musik digital und auf Tonträgern verkauft, das waren 2,3 Prozent mehr als 2024. Das berichtete der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) in Berlin. Im Jahr zuvor hatte der Verband noch von einem Zuwachs von 7,8 Prozent berichtet.
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Die Markttrends bleiben dabei die gleichen: Klassische physische Tonträger haben zusehends ausgedient. Deren Verkauf summierte sich 2025 nur noch auf 345 Millionen Euro – 5,9 Prozent weniger als 2024. Aber wie im Vorjahr bringt der Retrotrend zur Vinylschallplatte ungebrochen Zuwachs mit einem Umsatzplus von 2,8 Prozent.
Vor allem gefragt: Streaming
Den mit 85,8 Prozent überragenden Marktanteil hält allerdings der digitale Musikverkauf – mit einem Umsatzvolumen von mehr als zwei Milliarden Euro. Das Gros dieser Verkäufe entfällt auf Streaming.
„Angesichts der zunehmenden KI-Durchdringung aller Branchensegmente gilt unser Interesse in besonderem Maß dem Ausbau des digitalen Lizenzgeschäfts, basierend auf einem starken Urheberrecht, das nicht verwässert werden darf“, sagte der BVMI-Vorstandsvorsitzende Florian Drücke laut Mitteilung.
Zudem rückt aus Branchensicht KI als Konkurrent ins Blickfeld. „In dem aktuellen Umfeld ist es wichtig, dass wir gemeinsam noch intensiver die tiefgreifenden Veränderungen des Musicbusiness erklären“, hieß es. „Dies in einer Zeit, in der musikalischer ‚Spitzensport’ auf musikalischen ‚Breitensport‘ und nun auch immer mehr KI-generierte Inhalte trifft und der Wettbewerb um Aufmerksamkeit konstant weiter zunimmt.“
(mho)
Künstliche Intelligenz
Top 5: Der beste Handwärmer mit Akku – Wärme auf Knopfdruck ab 10 Euro
Hand- und Taschenwärmer gibt es in unterschiedlichster Form. Wir zeigen die besten elektrischen Modelle aus unseren Tests und geben praktische Tipps für den Kauf.
Bei niedrigen Temperaturen hilft das Zwiebelsystem. Bei Handschuhen funktioniert das allerdings miserabel. Wer seine Hände freihalten oder nicht in dicke Skihandschuhe stecken will, der benötigt eine andere Lösung gegen ständig eisige Finger.
Eine Möglichkeit sind sogenannte Hand- und Taschenwärmer. In der Vergangenheit handelte es sich dabei um echte Taschenöfen, welche mit Feuerzeugbenzin oder Kohlestab betrieben wurden. Die Methode funktioniert noch heute, die Nutzung von fossilen Brennstoffen ist aber weder komfortabel noch zeitgemäß und kann theoretisch sogar gefährlich sein. Moderne Taschenwärmer setzen stattdessen auf ein Thermopad und alternativ auf Akku-Power und Heizdrähte.
Die elektrische Mini-Heizung ist per USB-Kabel wiederaufladbar und verspricht wohltuende Wärme bei Outdoor-Aktivitäten. USB-Handwärmer bekommt man längst nicht nur bei chinesischen Onlinehändlern wie Aliexpress oder Banggood. Auch bei Ebay und Amazon sind zahlreiche Modelle ab 10 Euro erhältlich.
Abgesehen von der einfachen und geruchsfreien Anwendung bietet diese tragbare Variante aber noch weitere Vorteile. So lässt sich der interne Akku anzapfen, um damit etwa das Smartphone zu laden. Zudem ist die Temperatur hier in mehreren Stufen (zwischen 45 und 50 bis 65 Grad) regulierbar. Wer die kompakten Geräte nicht gleichzeitig als Powerbank verwendet, erreicht Akkulaufzeiten von acht Stunden und mehr – je nach Modell und gewählter Wärmestufe.
In der Praxis haben wir für den Ratgeber einige Geräte dieser Kategorie verglichen und dabei wichtige praktische Unterschiede festgestellt. So sind etwa viele der in der Vergangenheit getesteten Geräte mittlerweile nicht mehr verfügbar. Wer im Zweifel Garantieansprüche nutzen will, sollte deshalb besser zu einem der wenigen Markenhersteller wie Ocoopa greifen.
Welches ist der beste elektronische Hand- und Taschenwärmer?
Testsieger ist das Modell Ocoopa UT4 Young für rund 20 Euro. Der UT4 Young überzeugt mit hochwertiger Verarbeitung, ultrakompaktem Format und kurzer Aufheizzeit. Das macht ihn als aus unserer Sicht zum aktuell besten Handwärmer.
Technologiesieger ist der Taschenwärmer von Rorry ab 13 Euro bei Amazon. Den Titel hat das Gerät der USB-Ladestation sowie der Rundumheizung mit vier Stufen zu verdanken.
Preis-Leistungs-Sieger ist der Handwärmer von Easyacc für nur 10 Euro. Die kompakte Taschenheizung im Aluminiumgehäuse heizt schnell und gleichmäßig. Dank integrierter Powerbank-Funktion lässt sich damit auch das Handy aufladen.
Was haben wir bei den Tests festgestellt?
Das Positive vorweg: Die Lieferung klappte immer problemlos und alle Geräte sorgen für angenehme Wärme. Sämtliche Handwärmer haben im Test perfekt funktioniert und sowohl unsere USB-Gadgets geladen als auch unsere Finger gewärmt. Beides gleichzeitig hat ebenfalls funktioniert, ist aber unpraktisch. Im Vergleich zu Handwärmekissen benötigt die Akku-Variante deutlich länger, um auf Temperatur zu kommen. Nach einigen Minuten ist die Wärme dann aber vergleichbar und steht auch deutlich länger zur Verfügung.
Beim Blick auf das üppige Angebot etwa bei Amazon fällt sofort auf, dass es hier einzelne Handwärmer und Handwärmer-Sets gibt. Ein einzelner Taschenwärmer ist zwar besser als keiner, für zwei Hände wollen wir aber lieber auch zwei Wärmequellen. Einzelgeräte für über 30 Euro wären uns im Doppelpack zu teuer.
Bei genauer Betrachtung fallen dann noch weitere Unterschiede auf. Los geht es mit den Ladekabeln. Einige der USB-Taschenöfen verwenden den alten Micro-USB-Port, die Mehrheit setzt inzwischen auf USB-C. Mittlerweile sind auch Modelle mit Ladeschale oder Lade- und Transport-Case verfügbar. Das Laden durch Einsetzen in die Station ist bequem, dauert im Zweifel aber länger oder funktioniert auch gar nicht, wie wir feststellen mussten.
Da die Handwärmer auch bei Schneefall nutzbar sein sollten, finden wir mit einer Schutzhaube abgedeckte USB-Ports am besten, wie beim Modell UT2s von Ocoopa. Leider verfügen nur sehr wenige Handwärmer über verdeckte Anschlüsse. Im Zweifel helfen hier aber günstige Silikon-Stöpsel für USB-Ports zum Nachrüsten.
Einige Handwärmer zeigen den Betriebszustand per Display an, andere nutzen RGB-Beleuchtung. Am häufigsten signalisieren kleine LEDs den Status – das reicht in der Praxis aus.
Wichtiger ist die Platzierung der Bedientaste. Alle Modelle werden per kurzem oder langem Druck auf einen einzelnen Taster gesteuert. Dieser sollte gut erreichbar sein, sich aber nicht versehentlich auslösen – sonst ist der Akku im Ernstfall leer. Zwar bemerkt man ein unbeabsichtigtes Einschalten in der Hosentasche recht schnell, dennoch lohnt es sich, auf eine geschickte Tastenplatzierung zu achten. Besonders praktisch: Bei einigen Split-Geräten ist die Taste erst nach dem Trennen der Hälften zugänglich – eine Fehleingabe in der Tasche ist damit ausgeschlossen.
Bei den Sets zwischen 10 und 40 Euro sind entweder zwei einzelne Handwärmer enthalten oder teilbare Varianten. Die Idee einer kompakten Lösung mit Split-Gerät gefällt uns zu Testbeginn deutlich besser. In der Praxis dreht sich das Bild dann aber schnell. Viele der magnetisch haftenden Handwärmer heizen nämlich meist nur an der Außenseite auf. Hängen die beiden Einzelmodule zusammen, ist das unerheblich. Wer die Geräte aber trennt, hat immer eine ungleichmäßige Wärmeentwicklung. Im Gegenzug ist die geteilte Taschenheizung dann meistens flach und passt bequem in die Handschuhe.
Handwärme-Pads
Ebenfalls empfehlenswert finden wir die bekannteren Handwärme-Pads oder Gel-Heizkissen, die es schon seit einigen Jahren gibt. Letztlich handelt es sich um weiche durchsichtige Beutel mit einem darin enthaltenen Feststoff, einem sogenannten Latentwärmespeicher. Legt man die Beutel in kochendes Wasser, beginnt der Inhalt (vornehmlich Natriumacetat-Trihydrat) zu schmelzen, bis nach einigen Minuten nur noch durchsichtiges Gel und ein rundes Stahlplättchen im Inneren zu sehen sind. Nach dem Abkühlen der Flüssigkeit ist das Wärme-Pad dann sofort einsatzbereit.
Biegt man das Plättchen durch, startet der Prozess und der Inhalt verfestigt sich innerhalb von Sekunden. Die Temperatur des Beutels steigt rapide um etwa 50 Grad und hält diese für 30 bis 40 Minuten. Zwar ist auch nach einer Stunde noch leichte Restwärme vorhanden, für richtig warme Finger ist das aber nicht mehr ausreichend. Hier lohnt es sich, für längere Touren mehrere der kompakten und günstigen Wärmekissen mitzunehmen.
Wieder zu Hause angekommen, reichen 10 Minuten im Wasserbad aus und die Wärme-Pads sind für den nächsten Einsatz bereit. Wer die Beutel pfleglich behandelt, kann sie erfahrungsgemäß für viele Jahre nutzen. Abgesehen von der einfachen Handhabung und der überschaubaren Kosten, überzeugt hier auch der Formfaktor. Kein anderer Handwärmer eignet sich besser als eine unauffällige Wärmequelle im Handschuh. Solche Wärmepads bekommt man bereits für wenige Euro.
Taschenofen mit Benzin oder Kohle
Am ältesten sind kleine aus Metall gefertigte Taschenöfen, welche mit einem schwelenden Holzkohlestäbchen oder einem kleinen Brennkopf und Feuerzeugbenzin betrieben werden.
Im Vergleich der beiden Varianten sehen wir die Kohlestab-Heizer minimal im Vorteil. Hierbei handelt es sich um eine kleine Metalldose, welche mit nicht brennbarem Glasfasermaterial ausgekleidet ist. Im Inneren wird ein glimmendes Holzkohlestäbchen platziert, welches die Dose aufheizt. An besonders kalten Tagen kann man das Stäbchen auf beiden Seiten anzünden, was zwar die Brenndauer halbiert, aber zu höheren Temperaturen führt. Wie herum die Dose gehalten wird, spielt keine Rolle. Die Brenndauer beträgt etwa zwei bis vier Stunden.
Anders ist das bei der Benzin-Variante. Diese ähnelt einem Benzinfeuerzeug. Statt einer offenen Flamme kommt hier aber ein vor sich hin glimmender Brennkopf zum Einsatz. Dieser Brennkopf ist zwar durch eine Abdeckung geschützt, trotzdem muss man diesen Taschenofen immer aufrecht halten. Verschiedene Heizstufen, wie beim Kohlestäbchen, gibt es hier nicht. Dafür ist die Brenndauer dieser Methode mit bis zu 20 Stunden sehr hoch.
Der Vorteil der Old-School-Variante ist die Unabhängigkeit vom Stromnetz, zumindest so lange man ausreichend Verbrauchsmaterial in Form von Benzin, Brennköpfen und Kohlestäbchen vorrätig hat. Von den laufenden Kosten abgesehen finden wir aber zwei weitere Punkte deutlich problematischer. Zum einen besteht ein Geruchsproblem. Zwar riecht beim Nachfüllen nur das Benzin, während der Verbrennung sind aber beide Methoden ungeeignet für empfindliche Nasen. Zum anderen ist da der Sicherheitsaspekt, schließlich hat man kaum Einfluss auf die Temperatur und einfach so ausmachen kann man diese Öfen nicht.
Beim Markenmodell von Zippo findet sich etwa folgender Hinweis:
Einmal gezündet, gibt es keine sichere Möglichkeit, den Heizvorgang zu stoppen. Falls erforderlich, lege den Handwärmer in den mitgelieferten Stoffschutzbeutel und lege ihn auf eine feuerfeste Unterlage, bis der Brennstoff verbraucht ist und der Handwärmer sich kühl anfühlt.
Als kleine Erinnerung: Wir sprechen von bis zu 20 Stunden Brenndauer! Taschenwärmer mit Benzin oder Kohlestab bekommt man für rund 5 Euro.
Fazit
Kalte Tage bedeuten nicht automatisch auch kalte Hände – ein wiederverwendbarer Taschenwärmer schafft bequem Abhilfe. Wer sich nicht gleich die Finger verbrennen will, muss auch nicht zu Kohlestab oder Benzinbrenner greifen. Wärmekissen und elektrische Handwärmer sind günstige, einfache und saubere Wärmequellen für warme Hände unterwegs. Sie sind wiederverwendbar und sowohl für Erwachsene als auch für Kinder geeignet.
Wer ohnehin schon eine Powerbank nutzt, sollte diese einfach gegen eine Variante mit integrierter Heizung tauschen. Doch selbst ohne diese Extrafunktion ist die Akku-Variante unsere Kaufempfehlung. Unser Fazit lautet: günstig, klein, praktisch und wirkungsvoll. Ordentliche magnetische Handwärmer mit Powerbank-Funktion gibt es im Doppelpack schon ab knapp 10 Euro, unser Testsieger kostet rund 20 Euro.
Die Gel-Wärmekissen sind noch schneller auf Temperatur, halten diese aber deutlich kürzer als alle anderen Varianten. Dafür überzeugt der günstige Preis. Wer längere Zeiträume überbrücken will, benötigt dann eben mehrere Kissen. Wer viele Kissen hat, kann diese dann aber auch mit Freunden und Familie teilen – praktisch und empfehlenswert.
Taschenöfen mit Kohlestab oder Benzinbrenner sind aus unserer Sicht primär etwas für Nostalgiker oder Survival-Fans. Zum einen sind da der unangenehme Geruch und das mäßig komfortable Handling und zum anderen sind Brenneinheit oder Kohlestäbchen, anders als Stromanschluss oder heißes Wasser, nicht an jeder Ecke erhältlich.
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