Entwicklung & Code

AI Slop verstopft Open Source: GitHub kündigt Maßnahmen an


GitHub hat erste Schritte angekündigt, um das Problem der schmuddeligen KI-Beiträge für Open-Source-Projekte anzugehen. Immer mehr Maintainer beklagen sich über derartige Pull Requests (PRs), deren Autorinnen und Autoren „möglicherweise nicht vollständig verstehen, was sie beitragen“ (Brecht Van Lommel, Blender). Das zu Microsoft gehörende GitHub steht als KI-Treiber im Zentrum der Kritik, hat nun aber eine Reihe von Maßnahmen in Planung.

Weiterlesen nach der Anzeige

Im Blogeintrag erkennt GitHub das Problem an: „Als Heimat von Open Source haben wir die Verantwortung, euch bei dem zu helfen, was auf euch zukommt.“ Als erste Maßnahme kündigt GitHub an, dass Maintainer PRs künftig einfach löschen können. Das gibt ihnen die Möglichkeit, schon anhand einer schnellen Prüfung AI Slop kurzerhand auszusortieren, um die Übersichtlichkeit des Repos zu erhalten. Das war auch eine der Hauptforderungen vieler überlasteter Projektverantwortlicher.

Weitere Funktionen, die GitHub derzeit erwägt, sind an Bedingungen geknüpfte PRs oder Triage-Tools, die PRs aussortieren, die Erfordernisse nicht erfüllen, die die Maintainer beispielsweise in einer Datei CONTRIBUTING.md manifestieren.

Vorangegangen war ein Aufruf von GitHub in der Community, in dem der Anbieter um Feedback bittet. Hier kündigt GitHub noch an, dass Maintainer PRs auf bestimmte Gruppen von Kontributoren oder für Mirrors einschränken können sollen.

In den vergangenen Wochen hatte die Kritik zugenommen: Gentoo Linux ist auf dem Weg, von GitHub zu Codeberg zu wechseln, und Curl stoppte das Bug-Bounty-Programm auf Hacker One aus ähnlichen Gründen. Zuletzt hatten sich Rémi Verschelde, Maintainer der Spiele-Engine Godot, und Brecht Van Lommel, Softwarearchitekt bei Blender, kritisch zu Wort gemeldet. Verschelde schreibt auf Bluesky: „Offen gesagt werden AI-Slop-PRs für die Godot-Maintainer immer anstrengender und demoralisierender.“ Gleichzeitig ruft er dazu auf, Godot besser finanziell zu unterstützen, um mehr Maintainer bezahlen zu können: Das „ist die einzige praktikable Lösung, die ich mir vorstellen kann.“

Weitere Vorschläge in den Kommentaren zu seinem Posting sind ein Authentifizierungssystem für Kontributoren oder ein Vorrang für erfahrene Entwickler mit ausreichend historischen GitHub-Beiträgen. Das hält auch Verschelde für möglich: „Ich möchte die Zugangsbarriere nicht erhöhen, aber wir haben vielleicht keine andere Wahl.“ An GitHub möchte er festhalten, aufgrund der guten Vernetzung der Projekte und nicht zuletzt wegen der kostenlosen CI.

Weiterlesen nach der Anzeige

Kritik an GitHub zielt in erster Linie auf die KI-treibende Politik von Microsoft, in deren Zentrum der Copilot steht. Alex McLean, Maintainer des Musik-Projekts Strudel, berichtet etwa: „Bei uns gab es keine KI-Bot-PRs mehr, seit wir von Microsoft GitHub zu Codeberg umgezogen sind. Ich vermute, dort gibt es keine Anreize dafür.“ Ein anderer Kommentator bezweifelt, dass GitHub ernsthafte Maßnahmen ergreifen will: „Das werden sie nicht. GitHub untersteht Microsofts KI-Team. Jedes neue Update auf der GitHub-Homepage hat einen KI-Bezug.“ Hier wird sich Microsoft beweisen müssen, um eine weitere Abwanderung einzudämmen.

Brecht Van Lommel schreibt im Blender-Blog neben seinem eingangs genannten Zitat: Für Maintainer ist es sinnvoll, neue Entwickler in das Projekt einzuweisen, um dieses voranzubringen, „auch wenn es für den Reviewer schneller gewesen wäre, die Änderungen selbst vorzunehmen (mit oder ohne KI). Daher sollten Reviewer wissen, ob sie mit einem Menschen zusammenarbeiten, damit sie entscheiden können, ob sich der Aufwand lohnt.“


(who)



Source link

Beliebt

Die mobile Version verlassen