Datenschutz & Sicherheit

Anonymisierendes Linux: Notfallupdate Tails 7.4.2 schließt Kernel-Lücke


Die Entwickler der anonymisierenden Linux-Distribution Tails haben Version 7.4.2 herausgegeben, die sie selbst als Notfallupdate bezeichnen. Darin schließen sie mehrere Sicherheitslücken im Linux-Kernel.

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In der Versionsankündigung von Tails 7.4.2 erklären sie, dass diese Version ein „Notfall-Release zum Beheben kritischer Sicherheitsschwachstellen im Linux-Kernel“ darstellt. Die Sicherheitsmitteilung DSA 6126-1 zum aktualisierten Debian-Kernel 6.12.69-1 umfasst mehr als hundert Schwachstellen; nicht jede davon ist jedoch schwerwiegend. Die Folgen wären jedoch fatal: „Wenn Angreifer in der Lage sind, andere, bislang unbekannte Schwachstellen in einer in Tails enthaltenen Software zu missbrauchen, können sie durch DSA 6126-1 die volle Kontrolle über dein Tails erlangen und dich deanonymisieren“, führen die Tails-Programmierer aus.

Jedoch seien Angriffe sehr unwahrscheinlich, heben sie hervor. Sie könnten jedoch von „starken Angreifern wie Regierungen oder Hacking-Firmen durchgeführt werden“. Die Tails-Maintainer haben keine Kenntnis darüber, dass derartige Attacken in der Praxis ausgeführt wurden.

Die neue Tails-Fassung hat zudem den Mail-Client Thunderbird in Version 140.7.1 an Bord. Die Programmierer haben Probleme etwa beim Öffnen der WLAN-Einstellungen aus dem Tor-Verbindungsassistenten heraus gelöst. Das erneute Öffnen von Electrum soll nun wieder klappen, wenn es zuvor nicht sauber geschlossen wurde. Zudem haben sie korrigiert, dass die ausgewählte und auf USB-Stick gespeicherte Sprache im Willkommen-Dialog angewendet wird.

Wie üblich steht die aktuelle Tails-Version als Abbild zum Verfrachten auf USB-Sticks und als ISO-Image für VMs oder zum Brennen auf DVDs zum Herunterladen auf der Tor-Webseite bereit. Die Version für den USB-Stick können Interessierte unterwegs dabeihaben, um damit auf fremden Rechnern eine gesicherte und geschützte Umgebung zum anonymen Surfen im Netz zu starten. Damit lassen sich etwa Zensurmaßnahmen umgehen.

Vor zwei Wochen hatten die Tails-Maintainer die Fassung 7.4.1 veröffentlicht. Auch dabei handelte es sich schon um ein Notfallupdate, das insbesondere die mitgelieferte OpenSSL-Bibliothek auf den Stand 3.5.4 gebracht hat. Die korrigiert Fehler, die Angreifern das Einschleusen von Schadcode und in der Folge im Tor-Kontext die Deanonymisierung von Nutzern ermöglichen, erklärten die Entwickler dazu.

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(dmk)



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