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Auto-Notrufsystem: NG eCall mit LTE-Unterstützung geht bei Netzbetreibern online


Auto-Notrufsystem: NG eCall mit LTE-Unterstützung geht bei Netzbetreibern online

Bild: ChatGPU

Das Auto-Notrufsystem der nächsten Generation geht heute bei den drei großen Netzbetreibern in Deutschland parallel zur alten Lösung online. NG eCall (Next Generation Emergency Call) setzt nicht mehr auf das alte 2G-Netz, dessen Abschaltung bevorsteht, sondern kommt mit LTE-Unterstützung und mehreren Verbesserungen.

Der seit dem 31. März 2018 für alle neuen Pkw-Modelle und leichte Nutzfahrzeuge verpflichtende eCall kann bei einem Unfall automatisch einen Notruf auslösen und überträgt dabei eine Reihe essenzieller Informationen wie unter anderem Unfallzeitpunkt, Standort und Fahrtrichtung. Parallel dazu wird eine Sprachverbindung aufgebaut, falls Insassen im Fahrzeug noch ansprechbar sind. Der eCall lässt sich über eine entsprechend markierte Taste im Auto auch (von Dritten) manuell auslösen.

2G-Abschaltung ab Sommer 2028

Der aktuelle eCall basiert noch auf dem bald 40 Jahre alten 2G-Netz, das über die kommenden Jahre bei allen Netzbetreibern abgeschaltet werden soll. Bei der Deutschen Telekom ist dies für Juni 2028 geplant, während Vodafone im September 2028 damit anfangen will, bevor bis Ende 2030 auch die Abschaltung bei kritischen IoT-Systemen wie dem eCall geplant ist. Telefónica hat noch keinen Termin für die 2G-Abschaltung genannt.

NG eCall setzt auf LTE

Nach rückt deshalb der NG eCall, der auf das neuere LTE-Netz setzt und perspektivisch auch 5G unterstützen soll. Bei der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefónica ist dafür heute der Startschuss erfolgt. Im Mobilfunknetz von 1&1 besteht derzeit kein Bedarf für diese Funktion, da aktuell noch keine Verträge für Flotten-SIM-Karten mit Fahrzeug­herstellern bestehen. Sobald sich entsprechende Partnerschaften ergeben, will auch 1&1 den neueren NG eCall implementieren.

Der NG eCall ist seit Januar dieses Jahres für Autohersteller verpflichtend. Zunächst gilt die Regelung für neue Fahrzeugmodelle, die nur damit eine Zulassung erhalten können. Im kommenden Jahr soll der NG eCall auf alle Neufahrzeuge ausgeweitet werden.

Breiterer Datenkanal für mehr Informationen

Mit der nächsten Generation des Auto-Notrufsystems soll der Rufaufbau deutlich schneller erfolgen. Aufgrund des moderneren Netzes bestehen auch keine Einschränkungen mehr bei der Datenübertragung, sodass den Netzbetreibern zufolge auch neue Anwendungen möglich seien. Zum Beispiel ließen sich medizinische Daten der Insassen oder Live-Bilder aus dem Fahrzeug übertragen. Ziel sei es, Rettern schon vor dem Eintreffen am Unfallort einen Überblick zu verschaffen, damit diese sich schon während der Fahrt auf den Einsatz vorbereiten können.

Parallelbetrieb geplant

Die heutige Aktivierung von NG eCall bedeutet nicht das sofortige Aus des alten eCall. Vorgesehen ist ein Parallelbetrieb beider Generationen. Der Nachfolger kommt zum Einsatz, wenn sowohl die Fahrzeuge als auch die Leitstellen das neue System unterstützen. Trifft dies nicht zu, wird der Notruf über das alte System abgewickelt.



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