Künstliche Intelligenz
Autoindustrie: Aus für Verbrenner bis 2030/35 kaum noch umsetzbar
Die Verbände der europäischen Automobilhersteller (Acea) und Zulieferer (Clepa) fordern von der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine dringende Kurskorrektur in der EU-Klimapolitik für die Autoindustrie. Sie warnen in einem offenen Brief an die CDU-Politikerin, dass die starren CO2-Ziele für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge für 2030 und 2035 „in der heutigen Welt einfach nicht mehr machbar“ seien. Der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor sei unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr realistisch.
Als Hauptgründe für ihren Appell nennen die Lobbygruppen geopolitische Umbrüche, eine stagnierende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und den Mangel an bezahlbaren Modellen sowie die starke Abhängigkeit von China bei Batterien und Rohstoffen. Sie sehen damit die europäische Autoindustrie in ihrer Wettbewerbsfähigkeit bedroht: China könne die Produktion von E-Autos deutlich günstiger bewerkstelligen.
Anstatt auf Idealismus zu setzen, müsse die EU-Strategie „industrielle und geopolitische Realitäten“ anerkennen, ist dem Schreiben zu entnehmen. Es müsse mehr Flexibilität geben. Die Verbände plädieren dafür, nicht ausschließlich auf reine batteriebetriebene Fahrzeuge zu setzen. Es müsse auch Raum für andere Technologien wie Hybride, Wasserstoff und E-Fuels geben, um die Klimaziele zu erreichen. Grundsätzlich sei es nötig, die europäische Lieferkette für Batterien und andere Schlüsselkomponenten zu stärken, das Qualifizierungsangebot zu verbessern und für ein globales, wettbewerbsfähiges Umfeld zu sorgen.
Auto-Lobby hat schon viel durchgesetzt
Der Acea hat bereits erreicht, dass Pkw-Hersteller mehr Zeit bekommen, um sich an die EU-Klimavorschriften zu halten. Seit Juni verlangt er eine Aufweichung der Emissionsgrenzwerte auch für Lkw. Die innerhalb der EU geltenden CO2-Vorgaben für Autobauer müssen Hersteller von schweren Nutzfahrzeugen inzwischen ähnlich erfüllen. Deren CO₂-Emissionen im Betrieb sollen im Vergleich zu 2019 bis 2030 um 45 Prozent reduziert werden, bis 2035 um 65 Prozent. Die Bundesregierung forderte schon vorher Ausnahmen. Der 2023 gefundene Kompromiss sieht vor, dass in einem ersten Schritt eine neue Fahrzeugkategorie „E-Fuels only“ geschaffen wird. Entsprechende Autos sollen nur synthetische Kraftstoffe verbrennen dürfen.
Manfred Weber (CSU), Chef der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament, hat Verständnis für die Lobby-Rufe: Das Beste wäre es ihm zufolge, „den Menschen einen Anreiz zu geben, ein modernes Auto mit Verbrennungsmotor zu kaufen und ihr altes auszumustern“. Die belgische Grünen-Abgeordnete Sara Matthieu kritisiert dagegen: eine weitere Schwächung der Klimavorgaben serviere China den Markt für E-Autos auf dem Silbertablett. Volvo in Ghent zeige, dass Investitionssicherheit ausreiche.
Matthieu hat mit Kollegen der europäischen Grünen-Fraktion ebenfalls einen Brandbrief an von der Leyen gerichtet. Darin fordern sie: Die EU müsse in Batterieinfrastruktur, erschwingliche Ladeoptionen und „Sozial-Leasing“ investieren. Beobachter wie Felix Creutzig vom Mercator-Institut warnen, ein weiteres Eindampfen der CO2-Flottengrenzwerte würde die Transformation und Wettbewerbsfähigkeit der Autobranche gefährden.
(vbr)
Künstliche Intelligenz
heise security Webinar: So verändert KI die IT-Sicherheit
Die aktuell bei vielen Unternehmen anstehende Einführung KI-gestützter Tools und Workflows verändert die Art & Weise, wie wir Security denken, analysieren und letztlich umsetzen müssen. Denn unter anderem der damit einhergehende Verlust an Determinismus hat weitreichende Konsequenzen, die bislang viel zu wenig bedacht und berücksichtigt werden. Dieses Webinar bereitet Security-Verantwortliche darauf vor, welche Neuerungen diese Veränderungen mit sich bringen und wie sie darauf reagieren können.
Nach einer kurzen Analyse der Bedrohungslage geht es darum, wie die Einführung von KI „die Mechanik“ der IT und damit auch der IT-Security verändert und was das bedeutet. Das bleibt nicht abstrakt, sondern führt letztlich zu ganz konkreten Fragen wie: Was muss ich als Security-Verantwortlicher auf dem Schirm haben, wenn die Personalabteilung eingehende Bewerbungen mit der Unterstützung von KIs zusammenfasst und vorsortiert? Nach dem „What could possibly go wrong“ kommt der praxisrelevante Teil, der erklärt: Wie kann ich solche Prozesse in der Praxis sinnvoll begleiten und dabei die Ansprüche des Unternehmens an IT-Sicherheit praktisch umsetzen?
Zu 100% unabhängig und werbefrei
Dieses rund zweistündige Webinar am 29. Oktober 2025 richtet sich vor allem an IT-Security-Verantwortliche, Security-bewusste System- und Lösungs-Architekten sowie Betreuer von KI-Projekten in Unternehmen. Es wurde von der heise-security-Redaktion zusammen mit den Referenten konzipiert und ist damit – wie alle heise-security-Events – unabhängig und keine Werbeveranstaltung. Die Teilnahme kostet regulär 149 Euro; aktuell gilt aber noch der Frühbucher-Tarif mit 129 €. Mitglieder von heise security PRO können natürlich kostenlos teilnehmen. Alle weiteren Informationen zum Webinar und die Möglichkeit sich anzumelden gibt es auf der Webseite zu:
(ju)
Künstliche Intelligenz
FTC an Google: Gmail benachteiligt angeblich Wahlkampf-Mails der Republikaner
Der Chef der US-Verbraucherschutzbehörde FTC hat Google in einem offenen Brief an den Alphabet-Chef Sundar Pichai vorgeworfen, dass Gmail die E-Mails von Republikanern öfter in den Spam-Ordner verschiebt als solche von Demokraten. Das würde gegen Vorgaben der Federal Trade Commission verstoßen und könnte Ermittlungen zur Folge haben, warnt Andrew Ferguson. Google hat dem bereits widersprochen, laut dem Politmagazin Axios erklärte eine Sprecherin, dass die Spamfilter eine Reihe von Signalen auswerten würden. So würde eine E-Mail beispielsweise als Spam eingeordnet, wenn viele sie als solche markieren oder ein Absender besonders viele Nachrichten verschickt, die als Spam gekennzeichnet würden. Das geschehe unabhängig von der politischen Ausrichtung.
Kein neuer Vorwurf
Der Vorwurf gegen Google ist nicht neu, das Nationalkomitee der US-Republikaner (RNC) fühlt sich schon seit Jahren von dem mit Abstand am weitesten verbreiteten E-Mail-Provider in den USA benachteiligt. Neu ist jetzt, dass der Vorwurf auch von US-Behörden geteilt wird. 2022 nach den jüngsten Zwischenwahlen zum US-Kongress hatte das RNC Klage wegen der behaupteten Benachteiligung eingereicht, die war vom zuständigen Bundesbezirksgericht aber abgewiesen worden. Das RNC habe nicht hinreichend dargelegt, dass Google böswillig gehandelt habe, hieß es damals zur Begründung.
Obwohl Google damals eine Auseinandersetzung vor Gericht erspart geblieben war, gab es deutliche Worte vom Richter. Dass die Spamfilter von Gmail ungleiche Auswirkungen auf die E-Mails politischer Parteien hätten, sei besorgniserregend, erklärte er. Google sei sich dieser Voreingenommenheit bewusst und sei bislang nicht in der Lage, sie zu korrigieren. Eine Abschaltung sei für Nutzer und Nutzerinnen aber schädlich. Auch wenn sie im Großen und Ganzen unvollkommen seien, seien sie moralisch nicht zu beanstanden. Der jetzt vom Chef der FTC erhobene Vorwurf folgt nun wenige Tage auf einen Bericht der konservativen New York Post, in dem es hieß, dass Spendenaufrufe der Republikaner noch immer öfter im Spam landen und damit schwerer zu finden sein würden.
Google hatte vor den Zwischenwahlen 2022 ein Programm zur Kennzeichnung politischer E-Mails ins Leben gerufen, die diese vor der Aussortierung in den Spam schützen sollten. Genehmigt wurde das von der US-Wahlkommission (Federal Election Commission). In dessen Rahmen konnten sich politische Parteien dafür registrieren, deren Nachrichten wurden dann nur noch auf Phishing und Malware geprüft. Das RNC hatte sich damals aber nicht an dem Programm beteiligt, eben weil Google Parteilichkeit bei der Filterung vorgeworfen wurde. The Verge hat damals berichtet, dass die RNC-Mails on einem einschüchternden und drohenden Ton gehalten und häufig mehr als zehnmal pro Tag verschickt wurden.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Freitag: Wikipedia-Untersuchung auf Manipulation, Copilot für Samsungs Smart-TVs
Ein Untersuchungsausschuss in den USA verlangt innerhalb von zwei Wochen von der Wikipedia-Stiftung Informationen über mutmaßliche Manipulationen von Inhalten. Denn nach Ansicht der Republikaner wurden Informationen auf der Wikipedia-Plattform für Propaganda manipuliert, die auf ein westliches Publikum abzielen. Derweil soll Microsofts KI Nutzern von Samsungs Smart-TVs auf Zuruf mehr Informationen zum gezeigten TV-Content liefern können. Zudem soll sie auch Handlungen zusammenfassen und das Lernen fremder Sprachen unterstützen können. Microsofts Copilot landet zunächst auf Samsung-Geräten von 2025. Fernseher wie diese könnten in Zukunft über ein Quanteninternet vernetzt werden, das Informationen sicher übertragen und Quantencomputer verbinden soll. Teile davon könnten mit herkömmlicher Netzwerktechnik vereinbar sein, wie eine Studie zeigt. Denn ein reines Quantennetzwerk ist aufgrund der Empfindlichkeit der Quantenobjekte aufwendig aufzubauen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia gerät in den USA unter Beschuss durch die Republikanische Partei. Im Ausschuss für Aufsicht und Regierungsreform, dem wichtigsten Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten, haben die Republikaner eine Untersuchung eingeleitet über angebliche organisierte Bemühungen, Wikipedia-Einträge mit Vorurteilen zu versehen, und über die Reaktion der Wikimedia Foundation darauf. Das ist Teil einer Untersuchung über „die Bemühungen ausländischer Operationen und Einzelpersonen an akademischen Einrichtungen, die mit Geldern der US-Steuerzahler subventioniert werden, die öffentliche Meinung in den USA zu beeinflussen„, heißt es einem Schreiben an die Betreiber von Wikipedia: Republikaner leiten Untersuchung ein.
Samsung hat die Integration von Microsofts Copilot in die eigenen Smart-TVs und -Monitore angekündigt. Mit der Künstlichen Intelligenz (KI) im Fernsehgerät soll den Anwendern ein KI-Chatbot zur Seite gestellt werden, der per Sprachbefehl Informationen zum gezeigten Programm liefern kann, etwa zu Athleten einer Sportübertragung. Die Microsoft-KI kann auf Zuruf oder über die Fernbedienung aufgerufen werden und ermöglicht KI-Unterstützung per Konversation. Copilot soll personalisierte Empfehlungen geben können sowie relevante Informationen und eine „interaktive Lernerfahrung“. Die Microsoft-KI soll für die aktuelle Serie von Fernsehgeräten und Monitoren dieses Jahres kommen: Samsung integriert die Microsoft-KI Copilot in neue Smart-TV und -Monitore.
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Ein US-Forschungsteam hat in einem Experiment Quanteninformationen über klassische Internetprotokolle, Router und Glasfaserkabel übertragen. Damit demonstrierte das Team, dass zukünftiges Quanteninternet möglicherweise in Teilen auf bestehender Netzwerktechnik basieren könnte. Ein Quanteninternet verspricht abhörsichere Datenübertragung und die Vernetzung von Quantencomputern. Doch der Aufbau eines Quantennetzwerks ist mit vielen technischen Hürden verbunden, denn Quantenobjekte sind extrem empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen. Allerdings können auch herkömmliche Glasfaserkabel Quanteninformation übertragen. Die Forscher haben nun klassische und quantenbasierte Daten zu einem hybriden Datenpaket kombiniert für ihr Quanteninternet: Klassische Netzwerktechnik überträgt Quanteninformation.
Plug-in-Hybride, die einige Kilometer elektrisch fahren können, bevor der Verbrennungsmotor anspringt, galten einstmals für einige als das Beste aus zwei Welten. Inzwischen aber sind Elektroautos so gut, dass es keine oder nur noch wenige Sachargumente gegen den rein elektrischen Antrieb gibt. Eigentlich sind Plug-in-Hybride am Ende. Dass überhaupt noch Plug-in-Hybride (abgekürzt PHEV) angeboten werden, hat zwei Ursachen: Zum einen möchte die Autoindustrie diese Fahrzeuge inklusive der Verbrennungsmotoren darin gewinnbringend verkaufen, bevor sie endgültig durchs Elektroauto abgelöst werden. Zum anderen setzen sowohl Deutschland als auch die Europäische Union staatliche Fehlanreize, die sich teilweise widersprechen und zu einem unwürdigen Chaos führen: Das Ende der Plug-in-Hybride naht.
Softwarelizenzen sind üblicherweise mit einem Online-Benutzerkonto verknüpft, so auch Microsoft Office-Lizenzen. Diese sind grundsätzlich an einen Microsoft-Account gebunden. Es gibt zwei gängige Lizenzmodelle. Bei dauerhaften Office-Lizenzen kauft man das Produkt einmal und kann es anschließend ohne monatliche Kosten unbegrenzt nutzen. Die Lizenz ist jedoch an einen bestimmten PC gebunden. Abo-Modelle sind nutzer- statt gerätebezogen und können auf mehreren Geräten gleichzeitig verwendet werden. Dafür fallen aber laufend Gebühren an. Bei der Software-Beschaffung sollten Interessenten sorgfältig zwischen Abo- und Einmal-Lizenz-Modell abwägen. Beide haben Vor- und Nachteile, die je nach Nutzungsverhalten relevant sind. Welche das sind und was man bei Lizenzproblemen tun kann, besprechen wir im c’t-Podcast Vorsicht, Kunde: Account gelöscht, Office-Lizenzen futsch.
Auch noch wichtig:
(fds)
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