Künstliche Intelligenz
Backblaze: Ausfallraten von Festplatten sinken weiter
Backblaze, ein Anbieter von Cloud-Speicher, hat seinen jährlichen Bericht zu Festplattenausfällen veröffentlicht. Der Bericht deckt das gesamte Jahr 2025 sowie langfristige Trends ab. Mit einer Analyse von über 337.000 Festplatten liefert das Unternehmen detaillierte Einblicke in Ausfallraten, Zuverlässigkeit und die Leistung verschiedener Modelle.
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Die Ausfallrate über alle Festplatten hinweg (durchschnittliche jährliche Ausfallrate, AFR) sank nach Angaben des Unternehmens auf 1,36 Prozent, im Vorjahr lag die AFR noch bei 1,55 Prozent. Insgesamt sind im vierten Quartal 2025 943 Laufwerke ausgefallen, damit mussten die Techniker durchschnittlich rund 30 Laufwerke pro Tag tauschen.
Die Daten zeigen, dass Festplatten mit höheren Kapazitäten zunehmend dominieren: Modelle mit 14 bis 16 TB machten über 52 Prozent der eingesetzten Geräte aus. Besonders zuverlässige Modelle wie die Toshiba MG08ACA16TA mit einer AFR von 0,90 Prozent stachen hervor. Andererseits zeigten ältere Modelle wie die HGST HUH728080ALE600 mit einer AFR von über 10 Prozent deutliche Schwächen.
Die Auswertung verdeutlicht auch, dass Ausfallraten stark von Alter, Kapazität und Hersteller abhängen. Neue 26-TB-Festplatten wurden erstmals integriert und wiesen im ersten Quartal eine AFR von nur 0,40 Prozent auf. Zudem zeigt die Quartalsanalyse Schwankungen: Während die AFR im vierten Quartal auf 1,13 Prozent sank, lag sie im dritten Quartal bei 1,55 Prozent.
Zwei Laufwerkstypen absolvierten das vergangene Quartal ohne Ausfälle: Die beiden Seagate-Laufwerke ST8000NM000A (8 TByte) und ST16000NM002J (16 TByte), mit einem Fehler kamen eine ältere HGST-Platte sowie zwei weitere Seagate-Laufwerke mit 12 und 16 TByte aus. Bei Seagate verzeichnete Backblaze auf der anderen Seite mit der 10-TByte-Festplatte ST10000NM0086 aber auch eine Ausfallrate von mehr als 5 Prozent.
Orientierungshilfe
In früheren Jahren nutzte Backblaze keine Server-Festplatten für seine dauerlaufenden Systeme, sondern möglichst günstige Desktop-Festplatten. Heute kauft das Unternehmen jedoch fast ausschließlich hochwertige Server-Festplatten.
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Eine Einschätzung, wie lange eine einzelne Festplatte in einem System funktionieren wird, lässt sich aus den Daten nicht errechnen. Dennoch bietet die Statistik eine Orientierungshilfe bei der Auswahl von Festplatten. Der Bericht unterstreicht zudem die Bedeutung regelmäßiger Backups, da technische Verbesserungen allein keine absolute Datensicherheit garantieren können. Das vollständige Datenset ist auf der Backblaze-Website verfügbar.
(ll)