Künstliche Intelligenz
Bericht: Samsung beginnt vorzeitig Serienfertigung von HBM4
Bereits in der kommenden Woche soll Samsung einem südkoreanischen Bericht zufolge die Serienproduktion von neuem High-Bandwidth Memory (HBM4) aufnehmen. Diese gelten als wichtige Komponenten von bereits für das Jahr 2026 angekündigten KI-Beschleunigern wie Nvidias Vera Rubin und AMDs neuen Instinct-Systemen.
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Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap News berichtet unter Berufung auf Quellen aus dem Unternehmensumfeld von Samsung, dass die HBM4-Stapel die Tests von Nvidia bestanden hätten. Auch Bestellungen soll der GPU-Marktführer bereits aufgegeben haben. Konkurrent AMD, der mit seinen neuen Beschleunigern ebenfalls auf HBM4 setzt, nennt der Bericht nicht als möglichen Samsung-Kunden.
Bisher wurde davon ausgegangen, dass Samsung erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 die begehrten Chipstapel mit hoher Bandbreite liefern kann. Als erstes und bisher einziges Unternehmen schafft das SK Hynix, und zwar schon seit Herbst 2025. Der Hersteller, ebenfalls aus Südkorea und zusammen mit Samsung Weltmarktführer, galt daher als engster Partner von Nvidia. Wie Yonhap zuvor berichtete, sollen sich erst kürzlich SK-Hynix-Vertreter mit Nvidia-CEO Jensen Huang in den USA getroffen haben, um die weitere Zusammenarbeit zu besprechen.
Samsung folgt SK Hynix
Gegenüber dem bisher vorwiegend für KI-GPUs eingesetzten HBM3e bringt HBM4 einen deutlich erhöhten Durchsatz und mehr Speicherdichte. Die JEDEC-Spezifikationen sehen 8 Gbit/s pro Pin vor, SK Hynix gab jedoch vor einem halben Jahr schon an, „über 10 Gbit/s“ erreichen zu können. Das ergäbe bei einem gesamten Chipstapel gegenüber HBM3e mindestens eine Verdopplung der Bandbreite auf deutlich über 2048 GByte/s. Wie schnell Samsungs HBM4-Stacks arbeiten, geht aus den aktuellen Berichten nicht hervor.
Der zunehmende Fokus der Speicherhersteller auf HBM- und GDDR-Bausteine gilt als wichtiger Faktor für die enormen Preissteigerungen bei PC-Riegeln der letzten Monate. Weil die Hyperscaler wie Alphabet (Google), Amazon, Meta, Microsoft und OpenAI für ihre Rechenzentren nahezu jeden Preis bezahlen, ist die Herstellung von KI-spezifischen Speichern für die Chiphersteller lukrativer als die von PC-Bausteinen. Zusätzlich schlucken die Server reichlich klassischen Arbeitsspeicher. Samsungs Aktie stieg in Südkorea nach dem Bericht um gut fünf Prozent an. Das globale Hinterlegungszertifikat (Global Depositary Receipt, GDR) für den westlichen Handel mit Samsung-Werten spiegelt diese Entwicklung nicht wider.
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