Künstliche Intelligenz
Cyberangriffe erschüttern Börsen: Massive finanzielle Folgen
Cyberangriffe haben weitreichende finanzielle Konsequenzen, die weit über die unmittelbaren technischen Schäden hinausgehen. Wie eine aktuelle Studie des Datensicherheitsanbieters Cohesity zeigt, mussten weltweit 70 Prozent der börsennotierten Unternehmen nach einem schwerwiegenden Cyberangriff ihre Gewinn- oder Finanzprognosen revidieren. 68 Prozent verzeichneten spürbare Auswirkungen auf ihren Aktienkurs.
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Die Untersuchung „Risk-Ready or Risk-Exposed: The Cyber Resilience Divide“ definiert einen erheblichen Cyberangriff als Vorfall mit messbaren Auswirkungen auf Finanzen, Reputation, Betrieb oder Kundenabwanderung. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (54 Prozent weltweit, 52 Prozent in Deutschland) erlebte in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einen solchen Angriff.
Deutsche Unternehmen zeigen sich dabei vergleichsweise robuster: Nur 52 Prozent der börsennotierten Firmen hierzulande mussten ihre Finanzprognosen anpassen, lediglich 45 Prozent sahen Auswirkungen auf den Aktienkurs. Bei nicht börsennotierten Unternehmen widmeten in Deutschland 62 Prozent Budget von Innovation und Wachstum zur Wiederherstellung nach Angriffen um – gegenüber 73 Prozent weltweit.
„Diese Ergebnisse zeigen, dass deutsche Unternehmen vergleichsweise gut aufgestellt sind, um die geschäftlichen Auswirkungen eines Cyberangriffs klein zu halten“, erklärt Patrick Englisch, Director & Head of Technology Sales Central Europe bei Cohesity. Allerdings schätzen 54 Prozent der deutschen Befragten ihre Cyberresilienz-Strategie als verbesserungswürdig ein.
Hohe Kosten und rechtliche Konsequenzen
Die finanziellen Schäden sind erheblich: 31 Prozent der deutschen Unternehmen verloren zwischen einem und zehn Prozent ihres Jahresumsatzes durch Cyberattacken, weltweit waren es 36 Prozent. Rechtliche und regulatorische Konsequenzen wie Geldstrafen und Gerichtsverfahren trafen 89 Prozent der deutschen Firmen – ein nur geringfügig besserer Wert als die 92 Prozent weltweit.
Besonders problematisch: Über 80 Prozent der Unternehmen in Deutschland und weltweit zahlten im vergangenen Jahr Lösegeld bei Ransomware-Angriffen. Mehr als ein Drittel davon überwies sogar über eine Million Dollar an die Erpresser.
Automatisierung als Schwachstelle
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Ein kritischer Unterschied zeigt sich bei der Automatisierung der Angriffsabwehr: Während weltweit 44 Prozent der Attacken automatisch erkannt und verifiziert werden, sind es in Deutschland nur 35 Prozent. Hierzulande überwiegt mit 42 Prozent die manuelle Verifizierung vor einer Reaktion – weltweit liegt dieser Wert bei 37 Prozent.
Die Wiederherstellung von Daten aus Backups dauert in den allermeisten Unternehmen mehr als einen Tag (Deutschland: 94 Prozent, weltweit: 96 Prozent). In jedem zehnten Fall benötigen Firmen mindestens eine Woche für die vollständige Datenwiederherstellung. Entsprechend fordern 63 Prozent der deutschen Befragten eine stärkere Automatisierung bei Erkennung, Reaktion und Recovery.
Die Forderung nach mehr Automatisierung deckt sich mit Erkenntnissen aus anderen aktuellen Untersuchungen. Eine im Oktober 2025 veröffentlichte Studie des Branchenverbands eco hatte bereits gezeigt, dass rund 40 Prozent der deutschen Unternehmen KI-gestützte Systeme zur Anomalieerkennung und Incident Response einsetzen. Die Bedrohungslage bewerten laut eco 88 Prozent der IT-Sicherheitsfachleute als hoch oder sehr hoch.
Deutsche Vorsicht als Sicherheitsvorteil
Interessanterweise erweist sich die oft kritisierte deutsche Zurückhaltung bei neuen Technologien als Sicherheitsvorteil: Während weltweit 37 Prozent der Befragten angeben, dass GenAI-Tools in ihren Unternehmen deutlich schneller eingeführt werden, als sie es für sicher halten, sind es in Deutschland nur 29 Prozent. Die als typisch erachtete deutsche Skepsis bremst also offenbar eine zu schnelle Einführung von Tools, deren Sicherheitsstandards noch nicht ausreichend überprüft wurden.
Trotz der vergleichsweise besseren Werte bleibt Deutschland explizit nicht von den Herausforderungen verschont, die das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik in seinem aktuellen Lagebericht beschreibt. Besonders staatlich gelenkte Angriffe und Ransomware stellen anhaltende Bedrohungen dar.
KI als zentrales Werkzeug der Zukunft
Für die Zukunft setzen die Unternehmen auf künstliche Intelligenz: 41 Prozent der deutschen Befragten erwarten, dass KI bis Ende 2026 eine zentrale Rolle in ihrer Datensicherheitsstrategie einnehmen wird – weltweit sind es 37 Prozent. Fast alle Teilnehmer sehen einen begrenzten Einsatz von KI zur Unterstützung menschlicher Entscheidungen oder zur Automatisierung von Routineaufgaben vorher. Nur ein Prozent will KI ausschließlich zur Erfüllung von Compliance-Anforderungen nutzen.
„Automatisierung lohnt sich in jedem Fall“, betont Englisch. „Schließlich haben in Deutschland und weltweit jeweils über 80 Prozent der Unternehmen im letzten Jahr Lösegeld in Zusammenhang mit Ransomware bezahlt – über ein Drittel sogar mehr als eine Million Dollar. Jeder abgewehrte Angriff bedeutet damit direkt messbare Kosteneinsparungen.“
Die Studie basiert auf einer Umfrage unter 3.200 IT- und Sicherheitsverantwortlichen, davon 400 aus Deutschland. Die Befragung wurde im September 2025 von Vanson Bourne im Auftrag von Cohesity durchgeführt. Die Befragten repräsentieren Unternehmen mit mindestens 1.000 Mitarbeitern aus öffentlichen und privaten Sektoren in elf Ländern. Details zu den Ergebnissen finden sich bei Cohesity.
(fo)
Künstliche Intelligenz
Die besten VR-Spiele im Januar 2026: „Orcs Must Die VR“ und „Dread Meridian“
2026 startet mit einer überschaubaren Anzahl an VR-Spielen. Große Produktionen sucht man vorerst vergebens. Dennoch bringt auch der Januar wieder ein paar interessante Titel aus der zweiten und dritten Reihe auf Meta Quest 3, PS VR2 und SteamVR, die sowohl durch ungewöhnliche Szenarien als auch durch spezielle Spielmechaniken auffallen.
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Orcs Must Die: By The Blade
Am 22. Januar bringt Teravision Games mit „Orcs Must Die: By The Blade“ die bekannte Serie erstmals in die Virtual Reality. Die Mischung aus Nahkampf-Action und strategischer Fallenplatzierung erscheint exklusiv für Meta Quest und enthält eine zwölf Missionen umfassende Kampagne, aufgeteilt in drei Kapitel. Spieler bewegen sich frei durch die Levels, blocken und kontern Angriffe und platzieren Fallen.
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Orcs Must Die: By The Blade | VR Announcement Trailer
Das Spiel bietet 15 Waffen, 15 Fallen und zahlreiche Herausforderungen. Ein Koop-Modus für zwei Personen ist ebenfalls enthalten. Laut Design Director César Solís Galindo wurde die Spielmechanik so angepasst, dass Orks nicht einfach geradeaus zur Zielzone laufen, sondern gezielt Jagd auf Spieler machen, was die Dynamik im Vergleich zur klassischen Tower-Defense-Vorlage deutlich verändern soll.
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Dread Meridian
„Dread Meridian“ von Kukrgame und Level Infinite erscheint im Januar für PC-VR und Meta Quest. In der Rolle der Forscherin Daniella reisen Spieler in einer von Lovecrafts „Berge des Wahnsinns“ inspirierten Geschichte auf die abgelegene Arktisinsel Oglanbyen, um ihre vermisste Zwillingsschwester zu finden. Dabei soll ein düsteres Survival-Horror-Adventure mit genretypischen Rätseln, Ressourcenverwaltung, anpassbaren Nah- und Fernkampfwaffen und begrenzter Munition entstehen.
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Dread Meridian | Pre-Order Trailer | Meta Quest Platform
Neben der Einzelspielerkampagne ist ein Koop-PvE-Modus für vier Personen geplant. Im asynchronen Multiplayer werden die Rollen auf Überlebende und Monster verteilt, die in rundenbasierten Matches aufeinandertreffen. Das Studio kündigte bereits an, diesen Modus basierend auf Community-Feedback weiterentwickeln zu wollen.
Lesen Sie auch
Puzzles of the World
Wer es ruhiger angehen möchte, findet mit „Puzzles of the World“ ab dem 8. Januar auf Meta Quest eine entspannte Alternative. Darin setzen Spieler Miniaturmodelle weltbekannter Orte wie die Yasaka-Pagode in Kyoto oder die Kanäle von Venedig zusammen. Während der schrittweisen Vervollständigung der 3D-Puzzles liefert das Spiel historische Informationen über die Bauwerke.
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Puzzles of the World | Announcement Trailer | Meta Quest 3 + 3S
Ein in die VR-Umgebung integriertes Booklet liefert Zusatzwissen, während Spieler mit einem virtuell nachgebildeten CD-Player zwischen verschiedenen Klanglandschaften wechseln können. Das Spiel startet im Early Access und soll künftig um weitere Inhalte ergänzt werden.
Für Simulations-Fans: „Raceclub“ & „F/A-18 Pilot Simulator“
Die Fahrzeuge in „Raceclub“ orientieren sich an Formel-V12- und Elektro-Rennwagen. VR-Rennfahrer rasen allein oder im Multiplayer in Zeitrennen, Einzelrennen oder freier Fahrt über verschiedene Strecken. Die Entwickler versprechen eine kompetitive Komponente mit Online-Ranglisten. Originallizenzen gibt es allerdings nicht.
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Race Club Teaser Preorder on Meta Quest
Für Fans realistischer Flugsimulationen erscheint im Januar der „F/A-18 Pilot Simulator“ für Meta Quest von Tas Systems, das zuvor schon den Flugsimulator „Flight Unlimited“ auf der Quest veröffentlicht hat. Neben Start und Landung auf Flugzeugträgern simuliert der Titel auch Luftkämpfe und Bodenangriffe im Cockpit eines F/A-18 Super Hornet. Durch eine transparente Cockpit-Darstellung sollen sämtliche Systeme direkt in der VR-Umgebung bedient werden können.
Alle VR-Spiele im Januar 2026 in der Übersicht

Teravision Games
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| Titel | Genre | Plattform | Datum |
| Puzzles of the World | Puzzle | Meta Quest | 08.01.2026 |
| Hunter Simulator VR: Wild Hunting | Jagdsimulator | Playstation VR2 | 09.01.2026 |
| Void Jump VR | Plattformer | PC-VR | 14.01.2026 |
| Catana: Red Flowers | Plattformer | Meta Quest | 15.01.2026 |
| Ghost Cam | Horror | PC-VR | 19.01.2026 |
| Salmon Man | Plattformer | Meta Quest | 22.01.2026 |
| Orcs Must Die: By The Blade | Action | Meta Quest | 22.01.2026 |
| Escape – Backrooms Horror VR | Horror | Playstation VR2 | 23.01.2026 |
| Synephoria | Kreativ-App | PC-VR | 29.01.2026 |
| Pirates VR: Jolly Roger | Adventure | Meta Quest | 29.01.2026 |
| Mole a Hole | Maulwurf-Simulator | Meta Quest | Januar |
| Raceclub | Rennsimulation | Meta Quest | Januar |
| Dread Meridian | Horror-Adventure | Meta Quest | Januar |
| Blaster Bots | Action | Meta Quest | Januar |
| Fixer Undercover | Adventure | Meta Quest | Januar |
| F/A-18 Pilot Simulator | Flugsimulator | Meta Quest | Januar |
| Million Dollar Decision | Shooter | Meta Quest | Januar |
| Skyleap | Plattformer | Playstation VR2 | Januar |
| Slime Lab | Sandbox | PC-VR, Meta Quest | Januar |
| Bent on Destruction | Simulation/Geschicklichkeit | PC-VR | Januar |
| Frenzy Blood (Early Access) | Horror | PC-VR | Januar |
| The Lists VR | Mittelalter-Simulation | PC-VR | Januar |
(joe)
Künstliche Intelligenz
Fusionsreaktor EAST: Chinesen brechen Dichtegrenze für stabiles Plasma
Chinesische Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben am Fusionsreaktor EAST (Experimental Advanced Superconducting Tokamak), auch „künstliche Sonne“ genannt, erstmals ein theoretisch vorhergesagtes Betriebsregime erreicht, in dem die übliche Dichtegrenze nicht mehr gilt: Sie erzielten eine Plasmadichte, die 30 bis 65 Prozent über dem sogenannten Greenwald-Limit liegt – ohne, dass das Plasma instabil wurde. Damit gelang nach Darstellung des Teams der erste experimentelle Nachweis des „dichtefreien Regimes“, wie die Forscher in der Fachzeitschrift Science Advances berichten.
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Warum Dichte für die Fusion entscheidend ist
Bei der Kernfusion werden leichte Atomkerne – typischerweise die Wasserstoffvarianten Deuterium und Tritium – zu schwereren Heliumkernen verschmolzen. Dieser Prozess setzt enorme Energie frei und treibt auch unsere Sonne an. Damit die Reaktion auf der Erde in einem Reaktor funktioniert, muss das Plasma drei Bedingungen erfüllen: extrem hohe Temperaturen von über 100 Millionen Grad, eine ausreichend lange Einschlusszeit und eine möglichst hohe Dichte. Je mehr Teilchen auf engem Raum zusammenkommen, desto häufiger kollidieren und verschmelzen sie – und desto mehr Energie wird freigesetzt. Tatsächlich skaliert die Fusionsleistung mit dem Quadrat der Brennstoffdichte.
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Wir haben Ende 2024 die Kernfusionsanlage Wendelstein 7-X des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik in Greifswald besucht.
Die Greenwald-Grenze als Hindernis
In Tokamaks – ringförmigen Reaktoren, die das Plasma mit starken Magnetfeldern einschließen – gilt eine empirische Obergrenze für die erreichbare Plasmadichte. Diese nach dem US-Physiker Martin Greenwald benannte Grenze beschreibt den Punkt, ab dem das Plasma instabil wird und zusammenbricht. Solche „Disruptions“ können den Reaktor beschädigen und müssen vermieden werden. Der übliche Betriebsbereich am EAST liegt nach Angaben der Forscher bei 0,8 bis 1,0 der Greenwald-Dichte.
Zwar wurde die Greenwald-Grenze bereits in früheren Experimenten überschritten – etwa an den Tokamaks ASDEX Upgrade und DIII-D, wo mit Pellet-Injektion Dichten bis etwa 1,5-fach über dem Limit erreicht wurden. Das Neue an den EAST-Experimenten ist jedoch die Methode und der theoretische Rahmen.
Vergleich mit früheren Experimenten
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Im Mai 2024 hatte ein Team am US-amerikanischen DIII-D-Tokamak die Greenwald-Grenze um 20 Prozent überschritten – allerdings nur für 2,2 Sekunden. Die chinesischen Experimente am EAST erreichten laut den veröffentlichten Daten Plasmaentladungen von etwa 6 bis 7 Sekunden Dauer – also rund dreimal so lange. Zudem übertraf die erreichte Dichte mit bis zu 65 Prozent über dem Greenwald-Limit den Wert der US-Experimente deutlich.
Diese Kombination aus höherer Dichte und längerer Dauer deutet darauf hin, dass das Verfahren einen stabileren Betriebsmodus ermöglicht. Für künftige Fusionskraftwerke wäre das entscheidend: Sie müssten hohe Dichten über Minuten oder sogar Stunden aufrechterhalten können.
Mikrowellenheizung und höherer Gasdruck als Schlüssel
Das Team am EAST in Hefei kombinierte zwei Maßnahmen bereits während der Startphase des Reaktors: Zum einen setzten die Forscher sogenannte Elektronenzyklotronresonanzheizung (ECRH) ein – dabei werden Mikrowellen eingestrahlt, die gezielt die Elektronen im Plasma aufheizen. Zum anderen erhöhten sie den Anfangsdruck des Brenngases Deuterium.
Diese Kombination führte zu einer kühleren Randzone des Plasmas an den Reaktorwänden. Das ist entscheidend: Bei niedrigeren Temperaturen werden weniger Atome aus dem Wandmaterial – hier Wolfram – herausgeschlagen. Diese Verunreinigungen würden sonst ins Plasma gelangen und es durch Abstrahlung von Energie abkühlen. Durch die Optimierung der Plasma-Wand-Wechselwirkung von Beginn an wurden Verunreinigungen und Energieverluste reduziert. Mit saubererem Plasma blieb die Entladung stabil, obwohl die Dichte das 1,3- bis 1,65-fache der Greenwald-Grenze erreichte.
Theorie französischer Physiker erstmals bestätigt
Die Experimente bestätigen nach Angaben der Autoren eine 2022 von Physikern um Dominique Escande vom französischen Forschungszentrum CNRS und der Universität Aix-Marseille aufgestellte Theorie zur „Plasma-Wand-Selbstorganisation“ (PWSO). Diese unterscheidet zwei Betriebsbereiche: Im klassischen „Dichtegrenz-Regime“ ist die Plasmatemperatur an den Reaktorwänden relativ hoch, was zu stärkerem Abtrag von Wandmaterial führt – hier gilt die bekannte Greenwald-Grenze. Im sogenannten „dichtefreien Regime“ hingegen ist die Wandtemperatur so niedrig, dass kaum Material abgetragen wird und das Plasma sauber bleibt. Der Begriff „dichtefrei“ bedeutet dabei nicht, dass das Plasma keine Dichte hat, sondern dass keine praktische Dichtegrenze mehr existiert – die theoretische Obergrenze verschiebt sich zu extrem hohen Werten.
Entscheidend für den Zugang zum dichtefreien Regime ist laut der Theorie die Verwendung von Hochtemperatur-Metallen wie Wolfram als Wandmaterial: Das Schwermetall gibt bei niedrigen Temperaturen kaum Partikel an das Plasma ab, anders als etwa Kohlenstoff. Die EAST-Experimente haben dieses Konzept nach Darstellung der Forscher nun erstmals experimentell bestätigt.
Der EAST-Reaktor hatte bereits im Januar 2025 einen Rekord aufgestellt: Damals gelang es, ein Plasma mit über 100 Millionen Grad Celsius knapp 18 Minuten lang stabil zu halten. Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse zur Dichtegrenze stammen aus einer anderen Versuchsreihe und adressieren einen anderen Aspekt der Fusionsforschung: Während der Januar-Rekord die Einschlusszeit maximierte, ging es nun darum, die höchstmögliche Dichte zu erreichen – zwei Parameter, die sich bislang gegenseitig einschränkten.
Bedeutung für künftige Reaktoren
Die Ergebnisse könnten einen Weg zeigen, die Leistung von Fusionsreaktoren zu steigern. Das Verfahren ließe sich prinzipiell auch auf andere Anlagen übertragen – einschließlich des internationalen Forschungsreaktors ITER, der derzeit in Südfrankreich gebaut wird und an dem auch China beteiligt ist. In Deutschland betreibt das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik zwei wichtige Versuchsanlagen: den Tokamak ASDEX Upgrade in Garching und den Stellarator Wendelstein 7-X in Greifswald.
Als nächsten Schritt wollen die chinesischen Forscher das Verfahren im sogenannten H-Mode testen – einem besonders effizienten Betriebsmodus, bei dem das Plasma von einer Randbarriere eingeschlossen wird und weniger Energie verliert. „Wir planen, die neue Methode bald während des Hocheinschluss-Betriebs am EAST anzuwenden, um das dichtefreie Regime unter Hochleistungs-Plasmabedingungen zu erreichen“, sagte Associate Prof. Yan. Gelänge das, wäre es ein weiterer Schritt auf dem langen Weg zur kommerziellen Kernfusion.
(vza)
Künstliche Intelligenz
KI-Desinformation auf TikTok: EU-Kommission prüft „Polexit“-Kampagne
Die EU-Kommission hat eine Untersuchung gegen TikTok eingeleitet, um die Einhaltung der Regeln für digitale Dienste zu überprüfen. Anlass ist laut einem Brüsseler Politico-Newsletter eine Welle von Videos, die offensichtlich mithilfe von KI erstellt wurden. In den Spots wird massiv für den Austritt Polens aus der EU („Polexit“) im Brexit-Stil geworben.
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Polens stellvertretender Digitalisierungsminister Dariusz Standerski wandte sich laut dem Bericht Ende Dezember offiziell an die EU-Regierungsinstitution und forderte Konsequenzen gegen die Verbreitung dieser Inhalte. Ein Sprecher der Kommission bestätigte, dass die Exekutivinstanz im engen Austausch mit den polnischen Behörden stehe. Es gehe aktuell darum, weitere Details zu sammeln und zu bewerten, ob die Plattform ihren Pflichten im Rahmen des Digital Services Act (DSA) nachgekommen ist.
Junge Frauen in patriotischer Kleidung
Die fraglichen Clips, die vor allem auf TikTok schnell hohe Reichweiten erzielen konnten, folgen einem auffälligen Muster: Sie zeigen junge Frauen in traditionell patriotischer Kleidung, die rechtsextreme Botschaften verbreiten und die polnische Bevölkerung zum Bruch mit Brüssel auffordern. Offizielle Stellen in Warschau sprechen von einer koordinierten Desinformationskampagne. Untersuchungen legen nahe, dass die Inhalte Merkmale russischer Einflussnahme aufweisen, da die Texte teils eine spezifisch russische Syntax enthalten.
TikTok hat auf konkrete Anfragen zu dem Fall bisher nicht inhaltlich reagiert. Der chinesische Plattformbetreiber gab aber gegenüber Medienvertretern an, bereits einen Teil der betroffenen Inhalte wegen Verstößen gegen die eigenen Richtlinien entfernt zu haben.
Viele Wahlen in EU-Ländern 2026
Für TikTok ist es nicht die erste Konfrontation mit den Brüsseler Regulierungsbehörden. Bereits im Frühjahr 2024 forderte die Kommission Informationen darüber ein, wie die Plattform Risiken im Zusammenhang mit KI-Inhalten minimiert. Im Dezember 2024 eröffnete die Brüsseler Behörde dann ein formelles DSA-Verfahren. Sie hegt den Verdacht, TikTok habe es versäumt, manipulative Eingriffe während der rumänischen Präsidentschaftswahlen wirksam zu bekämpfen.
Der DSA verpflichtet Betreiber sehr großer Online-Plattformen dazu, systemische Risiken proaktiv zu identifizieren und abzuschwächen. Versäumnisse können empfindliche Geldbußen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes nach sich ziehen.
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Die ausgemachte Kampagne gewinnt durch den politischen Kalender des Jahres 2026 an Brisanz. Während die EU-Gremien sich bereits auf die französische Präsidentschaftswahl in 2027 vorbereiten, stehen in diesem Jahr zahlreiche nationale Wahlen an, bei denen Online-Manipulationen den Ausgang beeinflussen könnten. Den Auftakt macht die Präsidentschaftswahl in Portugal im Januar, gefolgt von Parlamentswahlen in Ungarn im Frühjahr und Zypern im Mai. Im Herbst stehen einschlägige Entscheidungen in Schweden und Lettland sowie die Präsidentschaftswahl in Bulgarien an.
Die Kommission muss so beweisen, dass die neuen Plattformvorschriften stark genug sind, um die Integrität dieser demokratischen Prozesse gegen automatisierte Desinformation zu verteidigen. Zugleich lasten auf ihr Vorwürfe der Trump-Regierung, nicht mit deren Auffassung von Meinungsfreiheit zu harmonieren. Im November hat die EU-Exekutive einen Plan für einen Europäischen Demokratieschild vorgestellt. Ziel es ist, die „Integrität des Informationsraums“ zu wahren und die kollektive Abwehrfähigkeit der Gemeinschaft gegen Informationsmanipulation und Desinformation zu stärken. Die EU soll demnach etwa ein Netzwerk von Faktenprüfern einrichten.
(nen)
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