Datenschutz & Sicherheit
Datenleck bei Substack: Datensatz mit knapp 700.000 Einträgen im Netz
Bei Substack konnten Kriminelle Daten von zahlreichen Nutzern abgreifen. Das Unternehmen hat den IT-Sicherheitsvorfall inzwischen eingeräumt.
Weiterlesen nach der Anzeige
Die Plattform Substack bietet Interessierten die Möglichkeit, journalistische Angebote, Blogs, Newsletter oder Podcasts anzubieten und gegebenenfalls als Abonnements zu monetarisieren. Der CEO Chris Best hat nun in einer Rundmail Kundinnen und Kunden angeschrieben und über den IT-Vorfall informiert. „Ich kontaktiere Sie, um Sie von einem Sicherheitsvorfall wissen zu lassen, der darin mündete, dass Ihre E-Mail-Adresse und Telefonnummer Ihres Substack-Kontos ohne Ihr Einverständnis geteilt wurde“, fängt die Mail von Best an.
IT-Vorfall Anfang Februar
Demnach hat Substack am 3. Februar 2026 Belege für ein Problem mit den IT-Systemen gefunden, das nicht autorisierten Dritten einen begrenzten Zugriff auf Nutzerdaten ermöglichte. Davon betroffen sind E-Mail-Adressen, Telefonnummern und andere interne Metadaten; auf Kreditkartennummern, Passwörter und Finanzinformationen wurde dabei nicht zugegriffen.
„Wir haben das Problem mit unseren Systemen gelöst, das ermöglichte, dass dies passiert. Wir führen eine vollständige Untersuchung durch und ergreifen Maßnahmen, die Prozesse und Systeme zu verbessern, damit diese Art von Problem künftig nicht noch einmal passiert“, führt Best weiter aus. „Wir haben keine Hinweise darauf, dass diese Informationen missbraucht werden, aber wir empfehlen Ihnen, bei E-Mails oder Textnachrichten, die Ihnen verdächtig erscheinen, besondere Vorsicht walten zu lassen.“ Best schließt mit den Worten: „Das ist wirklich ärgerlich. Es tut mir leid. Wir werden hart daran arbeiten, dass so etwas nicht noch einmal passiert.“
Der Datensatz kursiert bereits im digitalen Untergrund. Die Datei ist 697.293 Zeilen lang und die Daten erwecken den Anschein, durch Scraping erlangt worden zu sein. Dabei lesen Täter Informationen massenhaft aus, die in einzelnen Konten in der Regel öffentlich einsehbar sind, und erstellen daraus eine große Datenbank. Diese können bösartige Akteure dann etwa für gezielteres und authentischer wirkendes Phishing missbrauchen, da sie mit der Information arbeiten können, dass die gelisteten Opfer einen Substack-Zugang besitzen.
Der Datensatz dürfte in Kürze auch bei Troy Hunts Have-I-Been-Pwned-Projekt zugänglich und damit durchsuchbar werden. Substack hatte vor rund zwei Jahren für Aufsehen gesorgt, da das Unternehmen Nazi-Beiträge nicht löschen wollte. Kurz nachdem das höhere Wellen schlug, lenkte Substack schließlich ein – zumindest ein wenig.
Weiterlesen nach der Anzeige
(dmk)