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Der eine Fehler, den Konzerne nach Startup-Übernahmen immer machen


Shopify-CEO Tobi Lütke über einen klassischen Fehler im Umgang mit Gründern – und warum ihr Mindset in Krisen goldwert ist.

Shopify-CEO Tobi Lütke.
Kevin Dietsch/Getty Images

Unternehmen unterschätzen oft das Potenzial von Mitarbeitern mit unternehmerischer Erfahrung. Das sagt Shopify-CEO Tobi Lütke in der Folge des „Founder’s Podcast“.

„Ich finde, das ist etwas ganz Besonderes“, sagt er über die Denkweise von Gründern. „Und Unternehmen lehnen das oft ab. Sie isolieren diese Leute.“

Lütke, der 2006 den E-Commerce-Konzern Shopify mitgründete, beschreibt ein typisches Muster in großen Organisationen: Gründer werden nach einer Übernahme oder Einstellung nicht in zentrale Rollen geholt, sondern an den Rand gedrängt. Häufig landen sie in sogenannten „Skunk-Works“-Teams oder internen Innovationsabteilungen.

Was er bei Shopify geändert hat

Solche Einheiten klingen zwar nach Freiheit und Experimentierfreude, haben in der Praxis aber oft wenig Einfluss auf das eigentliche Kerngeschäft. „Das ist eine Art Kindertagesstätte für Leute, die dir sagen, dass dein Scheiß nicht richtig riecht. Und dein Scheiß riecht tatsächlich“, sagt Lütke. Gemeint sind Gründer, die Probleme offen ansprechen und bestehende Strukturen infrage stellen. „Ich sage dann: Ihr dürft sie nicht in eine Gründer-Kindertagesstätte stecken.“

Während der Pandemie habe er dieses Muster auch bei Shopify beobachtet, erzählt Lütke. Daraufhin habe er die Gründer der übernommenen Unternehmen bewusst sichtbarer gemacht und ihnen mehr Verantwortung übertragen. Teilweise stellte er sie sogar über bestehende Manager. Außerdem nutzt er einen eigenen Slack-Kanal mit den Gründern der akquirierten Startups, um sie direkt um Unterstützung zu bitten.

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Zu den jüngsten Übernahmen von Shopify gehören das Logistikunternehmen Deliverr im Jahr 2022, das Influencer-Marketing-Startup Dovetale im selben Jahr und die Workplace-Messaging-Plattform Threads im Jahr 2024.

Gründer bleiben bei Shopify in zentralen Rollen

Die Gründer von Dovelate und Threads arbeiten bei Shopify weiterhin an Produktfunktionen, während der frühere Deliverr-CEO das Unternehmen nach einem Jahr verließ und ein neues Logistik-Startup gründete.

Im Podcast vom Sonntag fügte Lütke hinzu, dass er leicht Mitarbeiter identifizieren kann, die sich schnell anpassen und in Krisensituationen gute Leistungen erbringen.

Um solche Mitarbeitenden zu erkennen, stelle er ihnen eine einfache Frage: „Habt ihr schon einmal ein Unternehmen gegründet?“

 





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