Digital Business & Startups
Die 3 wichtigsten Trends für Startups in der Creator Economy 2026
Investoren investieren weiterhin hohe Summen in Startups der Creator Economy. Influencer selbst stehen dabei zunehmend nicht mehr im Mittelpunkt.
Allein im vergangenen Jahr sammelten Unternehmen aus der Creator Economy fast zwei Milliarden US-Dollar (rund 1,8 Milliarden Euro) an frischem Kapital ein. Dabei zeigt sich ein klarer Strategiewechsel: Geschäftsmodelle, die stark auf einzelne Social-Media-Stars zugeschnitten sind, gelten unter Investoren zunehmend als unattraktiv.
Im Jahr 2025 hielten sich Risikokapitalgeber und Private-Equity-Firmen weitgehend mit Investitionen in auf Influencer ausgerichtete Startups zurück. Einige dieser Unternehmen konnten die hohen Wachstumserwartungen nicht erfüllen – prominente Beispiele wie der FaZe Clan verstärkten die Skepsis zusätzlich.
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Neue Ansätze für soziale Medien
Stattdessen setzen Investoren auf Startups, die soziale Medien neu denken. Dazu zählen Unternehmen, die Onlinehandel direkt in soziale Feeds integrieren, den Content-Erstellungsprozess mithilfe von KI automatisieren oder neue, eigenständige Online-Communities aufbauen wollen.
Mehr als ein Dutzend Start-ups der Kreativökonomie sammelten 2025 jeweils mindestens 50 Millionen US-Dollar (rund 46 Millionen Euro) ein, wie eine Analyse von Business Insider auf Basis von PitchBook-Daten zeigt. Zwar floss ein Teil des Kapitals in Dienstleister für Creator und Vermarkter – etwa in Talent-Management-Firmen oder Direktnachrichten-Marketing-Plattformen. Der Großteil der Investitionen ging jedoch an Unternehmen, die den Status quo der Branche aufbrechen wollen.
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1. KI verändert die Content-Erstellung
Mehr als die Hälfte der rund 2 Milliarden US-Dollar aus 13 großen Finanzierungsrunden entfiel auf Startups, die KI-gestützte Tools für die Content-Erstellung entwickeln. Investoren wetten darauf, dass generative KI die Produktion von Inhalten stark vereinfacht und langfristig etablierte Kreativ-Software unter Druck setzt.
Mehrere Anbieter für KI-basierte Video-, Bild-, Musik- und Sprachgenerierung sammelten im vergangenen Jahr zusammen Hunderte Millionen Dollar ein, um diese Technologien für eine breite Nutzerbasis zugänglich zu machen.
2. Onlinehandel gewinnt an Bedeutung
Auch der soziale Handel rückt stärker in den Fokus. Zwar wird der Onlinehandel in den USA von etablierten Plattformen dominiert, doch neue Anbieter kombinieren Online-Shopping zunehmend mit sozialen Formaten wie Livestreams und Creator-Empfehlungen.
Immer mehr US-Verbraucher kaufen Produkte direkt über soziale Feeds – ein Modell, das sich in Asien bereits bewährt hat. Besonders erfolgreich war dabei TikTok Shop, das im Zeitraum zwischen Black Friday und Cyber Monday Produktverkäufe in Höhe von über 500 Millionen US-Dollar (rund 460 Millionen Euro) erzielte.
3. Die nächste große Community-Plattform
Der Markt für soziale Netzwerke wird derzeit von wenigen Tech-Konzernen beherrscht. Gleichzeitig wächst bei vielen Nutzern die Unzufriedenheit mit algorithmisch geprägten Feeds, die zunehmend von KI-Inhalten dominiert werden.
Ob daraus eine neue Generation erfolgreicher Community-Plattformen entsteht, ist offen. Frühere Herausforderer konnten sich trotz großer Aufmerksamkeit nicht dauerhaft durchsetzen. Dennoch investieren Risikokapitalgeber weiter in neue Modelle – insbesondere in Plattformen, die unabhängigen Creatorn mehr Kontrolle über Inhalte, Reichweite und Monetarisierung bieten.
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