Digital Business & Startups
Diese Startups retten die deutsche Autoindustrie
Warum Open Source der Autoindustrie eine zweite Chance gibt und welche Startups schon heute profitieren.
Die Autoindustrie hat sich lange eingeredet, sie könne den Software-Rückstand gegenüber Tesla und China mit ein paar tausend neuen Entwicklern aufholen. Man müsse nur genug Programmierer einstellen, ein paar neue Plattformen ausrollen – und schon werde aus dem Industriekonzern ein Tech-Champion. Diese Illusion ist mittlerweile kollabiert, doch die Industrie hat eine Lösung gefunden.
Mehr als 30 Hersteller, Zulieferer und Chipfirmen, darunter BMW, Daimler, VW und Stellantis, haben sich auf eine gemeinsame Open-Source-Basis für Fahrzeugsoftware verständigt. Dahinter stecken der Verband der deutschen Automobilhersteller (VDA) und die Eclipse Foundation, die daran arbeitet, Open-Source-Software in der Industrie zu verankern. Man hat endlich verstanden, dass die Autoindustrie nur überleben kann, wenn man sich vom Gedanken verabschiedet, alles alleine gestalten zu wollen.
Lest auch
Chinesische Hersteller wie BYD, Nio oder Xiaomi entwickeln ihre Autos längst wie Smartphones. Eine zentrale Rechnerarchitektur, kontinuierliche Software-Updates, neue Funktionen per Download. Das Auto ist dort nicht mehr das Produkt – es ist die Plattform. Wer schnell iteriert, gewinnt.
Das alte Modell hat verloren
Europäische Hersteller dagegen schleppen Jahrzehnte proprietärer IT mit sich herum. Jeder baut seine eigene Middleware, seine eigenen Schnittstellen, seine eigenen Sicherheitsmodelle. Das macht Systeme teuer, träge und vor allem nicht skalierbar. Genau das ist im Plattformzeitalter tödlich. Am Ende bremsen die komplexen Systeme die Geschwindigkeit bei der Entwicklung aus. Und genaus das kann man sich nicht mehr erlauben.
Open Source ist deshalb keine Ideologie, sondern ein industriepolitisches Werkzeug. Wenn sich die Branche auf gemeinsame Grundlagen einigt, kann Innovation dort stattfinden, wo sie hingehört: oben auf der Plattform und tief in der Infrastruktur. Denn auf beiden Ebenen haben europäische Hersteller sehr viel Nachholbedarf.
Das sind auch gute Nachrichten für Startups aus der Mobility-Szene. Zum ersten Mal entsteht damit ein Markt, in dem junge Unternehmen realistisch mitspielen können. Solange jeder OEM seine eigene Softwarewelt pflegt, bleibt jede Zusammenarbeit ein teures Einzelprojekt. Eine offene Architektur macht aus Fahrzeugsoftware etwas, das sich wie Cloud-Dienste entwickeln und verkaufen lässt.
Startups verdienen schon jetzt
Firmen wie Apex.AI aus München zeigen, wie das aussieht. Sie bauen auf dem Open-Source-Robotik-Stack ROS2 eine zertifizierbare, automotive-taugliche Softwarebasis, die BMW, Bosch oder Volvo direkt einsetzen können. Auch Autoware, der offene Fahr-Stack für autonome Fahrzeuge, wird längst von europäischen Testflotten, Robotaxi-Projekten und Zulieferern genutzt – betrieben und industrialisiert von Unternehmen wie TIER IV. Und Anbieter wie TTTech Auto oder dSpace verdienen ihr Geld damit, diese offenen Architekturen so robust zu machen, dass sie in Serie funktionieren.
Lest auch
Das ist kein Randphänomen. So entstehen Plattform-Ökosysteme: Einer liefert die Basis, viele andere schaffen darauf Wert. Genau dieses Modell hat die Tech-Industrie groß gemacht – und genau so haben chinesische Hersteller ihre Geschwindigkeit aufgebaut.
Für Europas Autobauer ist das unbequem. Es bedeutet, Kontrolle abzugeben. Aber die Alternative wäre, weiter in abgeschotteten Software-Silos gegen global skalierende Plattformen anzutreten. Dieses Rennen ist längst entschieden. Open Source garantiert keinen Erfolg. Aber es ist die letzte realistische Chance, wieder Teil des globalen Innovationssystems zu werden – statt nur noch dessen Kunde.
Digital Business & Startups
5 neue Startups: ONOX, aimed analytics, Recarbox, FORMIC, showroom.fm
#Brandneu
Es ist wieder soweit – neue Startups stehen in den Startlöchern! Hier sind einige spannende junge Unternehmen, die man kennen sollte. Heute werfen wir einen Blick auf diese Neugründungen: ONOX, aimed analytics, Recarbox, FORMIC und showroom.fm.

deutsche-startups.de stellt heute erneut eine Auswahl junger Startups vor, die in den vergangenen Wochen und Monaten gegründet wurden oder kürzlich aus dem Stealth-Mode hervorgetreten sind. Noch mehr spannende Neugründungen gibt es übrigens in unserem Newsletter Startup-Radar.
ONOX
Bei ONOX aus Weilbach, von Martin Thierberger, Michael Hetzer und Sebastian Schlegel gegründet, handelt es sich um einen Traktor, der Energie nutzt, wo sie entsteht. Dazu wird der im landwirtschaftlichen Betrieb produzierte Strom in kleineren Batterien gespeichert, die flexibel an den Traktor angebracht werden können und diesen mit Energie versorgen.
aimed analytics
Das BioTech aimed analytics aus Bonn setzt auf eine Plattform, die “biomedizinische Datenanalyse schneller, intelligenter und reproduzierbarer” machen möchte. “We are shaping the future of medicine through the power of data analysis”, teilt das von Kevin Baßler und Patrick Günther ins Leben gerufene Unternehmen mit.
Recarbox
Die Jungfirma Recarbox aus Berlin bietet ihren Kund:innen eine “modulare, abschließbare Kleingarage passend für jeden Standardparkplatz”. “Die Recarbox verbindet den Schutz einer massiven Garage, die Flexibilität eines Carports und moderne Ladeoptionen zu einer smarten Lösung für die urbane Mobilität”, so das Team der Gründerinnen Jonerta Prenga und Elisa Szesny.
FORMIC
FORMIC aus Karlsruhe, von Benedikt Klee, Tommi Kivelä und Maximilian Hochstein an den Start gebracht, entwickelt modulare Transportsysteme, mit denen schwere Lasten unterschiedlicher Größe und Gewichte sicher transportiert werden können. “Die Systeme bestehen aus einer flexiblen Anzahl von Fahrzeugen, diese heben die Last synchron an und bewegen sie dann in Formation – gesteuert von einer einzigen Person“, heißt es.
showroom.fm
Mit showroom.fm starten Anne-Marie den Hertog und Seriengründer Vasco Sommer-Nunes in Berlin eine „Plattform, die es physischen Einzelhändlern ermöglicht, ihr ausgestelltes Inventar in einem standardisierten, KI-lesbaren Format zu veröffentlichen“. Zielgruppe sind dabei neben Händlern auch Hersteller und Agenturen.
Tipp: In unserem Newsletter Startup-Radar berichten wir einmal in der Woche über neue Startups. Alle Startups stellen wir in unserem kostenpflichtigen Newsletter kurz und knapp vor und bringen sie so auf den Radar der Startup-Szene. Jetzt unseren Newsletter Startup-Radar sofort abonnieren!
WELCOME TO STARTUPLAND

SAVE THE DATE: Bereits am 18. März findet unsere dritte STARTUPLAND statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über Startupland
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3
Digital Business & Startups
Startup-Job gesucht? Diese deutschen Startups stellen jetzt besonders viel ein
Neues Jahr, neues Job-Glück in der Startup-Branche? Falls ihr derzeit nach einem Einstieg in die Startup-Szene sucht, könnte der Januar ein guter Zeitpunkt sein.
Das sagt auch Igor Ranc, Gründer des Tech- und Startup-Job-Newsletters „Handpicked Berlin“: „Unternehmen haben gerade ihre Planungszyklen abgeschlossen, die Mitarbeiterzahlen sind genehmigt und alle sind nach der Pause voller Energie.“
Aber nicht nur Planungszyklen sind Anfang des Jahres abgeschlossen, auch frische Finanzierungen sorgen für Bewegung auf dem Startup-Arbeitsmarkt, schätzt Ranc, der insbesondere offene Stellen und Startups in der Metropole Berlin im Blick hat: „Mehrere Startups haben ihre Finanzierungsrunden ebenfalls im Dezember abgeschlossen, dies aber noch nicht bekannt gegeben und werden es nun tun. Wenn das Unternehmen ernsthafte Wachstumspläne hat, wird es jetzt neue Mitarbeiter einstellen.“
In diesen Branchen und großen Startups wird gesucht
In welchen Branchen der Jobwechsel 2026 gelingen kann, weiß Virginia Sondergeld, Arbeitsmarkt-Expertin beim Indeed Hiring Lab.
Digital Business & Startups
+++ foom +++ Vanagon Ventures +++ GetYourGuide +++ IPO +++ Cloover +++ EIF German Equity +++
#StartupTicker
+++ #StartupTicker +++ foom ist unser Startup der Woche +++ Vanagon Ventures schließt ersten Fonds (20 Millionen) +++ GetYourGuide spielt den geplanten IPO durch +++ Cloover wächst auf 8 Millionen ARR +++ EIF German Equity: 1,6 Milliarden „zur Stärkung“ junger Startups +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Montag, 19. Januar).
#STARTUPLAND: SAVE THE DATE

The next unicorn? You’ll meet it at STARTUPLAND
+++ Du hast unsere zweite STARTUPLAND verpasst? Dann trage Dir jetzt schon einmal unseren neuen Termin in Deinen Kalender ein: STARTUPLAND 2026 findet bereits am 18. März statt. Sichere Dir jetzt schon Dein Ticket zum Sparpreis
#STARTUPTICKER
foom
+++ Die Jungfirma foom ist unser Startup der Woche! Das Berliner GreenTech, das von den Seriengründerinnen Anike von Gagern und Kathrin Weiß (Tausendkind) gegründet wurde, kümmert sich um die Bearbeitung von Bioabfällen. „Natürlich vorkommende Mikroorganismen können Bioabfälle unter geeigneten Bedingungen mit Enzymen aufschließen und für sich selbst zum Wachstum nutzbar machen“, heißt es zum Konzept. Mehr neue Startups gibt’s in unserem Startup-Radar
Vanagon Ventures
+++ B2B-Teams sollten genau hinschauen! Der Münchner Frühphaseninvestor Vanagon Ventures, hinter dem Axel Roitzsch, Susanne Fromm und Sandro Stark stecken, verkündet das Final Closing seines ersten Fonds (20 Millionen Euro). Ankerinvestor ist der Fund-of-Funds-Geldgeber Allocator One. Vanagon Ventures, 2022 gegründet, investiert in „B2B-Startups, die grundlegende systemische Herausforderungen adressieren und durch Künstliche Intelligenz und DeepTech neue Geschäftsmodelle und Märkte schaffen“. Initial investiert das Team bis zu 500.000 Euro. In den vergangenen Monaten investierten die Bajuwaren in aufstrebende Startups wie Holy Technologies, 36ZERO Vision, Particula, ExoMatter, LoopID und The Landbanking Group. Insgesamt peilt das Team 30 Investments an. Ursprünglich sollte der erste Vanagon-Fonds 30 Millionen schwer werden. Die Zeiten sind aber derzeit hart. 20 Millionen sind da schon eine Ansage. Mehr über Vanagon Ventures
GetYourGuide
+++ IPO-Time! Die Berliner Reiseerlebnisplattform GetYourGuide gehört derzeit zu den heißesten deutschen IPO-Kandidaten. Denkbar, dass sich das Unternehmen rund um die Gründer Johannes Reck und Tao Tao noch dieses Jahr aufs Börsenparkett traut. „Intern simuliert GetYourGuide spielerisch bereits, wie das Start-up als Public Company agieren würde. Die Gründer treffen Investoren in Amerika. Und sie planen einen milliardenschweren Secondary-Deal, der dem IPO vorgelagert sein soll“, berichtet nun das Manager Magazin. Das Unternehmen, über das Onlinerinnen und Onliner seit 2009 Ausflüge oder Führungen buchen können, verkündete zuletzt schwarze Zahlen. Was einen IPO deutlich leichter machen könnte. (Manager Magazin) Mehr über GetYourGuide
Cloover
+++ Starker Wachstumskurs bei Cloover geht weiter! Das Berliner FinTech Cloover verkündet 8 Millionen Euro Annual Recurring Revenue (ARR). „We began the year as a €1M ARR business and concluded it as a profitable, asset-light platform exceeding €8M ARR. This transformation was powered by our dedicated team, trusted partners, and the 2,400+ customers who have placed their confidence in us“, teilt das Team bei Linkedin mit. Erst Anfang September hatte die Jungfirma 5 Millionen ARR verkündet. Das junge Unternehmen, 2022 vom schweizerisch-schwedischen Team Peder Broms, Jodok Betschart, Tony Kirmo und Valentin Gönzcy gegründet, möchte es „Anbietern von Technologien für erneuerbare Energien ermöglichen, ihre Dienstleistungen mit Finanzierungsmöglichkeiten anzubieten“. Der US-Geldgeber Lowercarbon Capital, hinter dem romi-Investor Chris Sacca steckt, sowie Altinvestoren wie 9900 Capital und QED investierten zuletzt imposante 114 Millionen US-Dollar (Eigen- als auch Fremdkapital) in Cloover. (Linkedin) Mehr über Cloover
EIF German Equity
+++ Ein weiterer wichtiger Baustein bei der Finanzierung von deutschen Startups! Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und der Europäische Investitionsfonds (EIF) stellen mit dem Programm EIF German Equity 1,6 Milliarden Euro „zur Stärkung junger Tech-Start-ups bereit“. Der Dachfonds investiert vorrangig „in Venture-Capital- und Wachstumsfonds mit Fokus auf Deutschland, ergänzt um europäische Fonds, die einen klaren Mehrwert für den Standort bieten“. Ein wichtiges Signal in einer Zeit, in der etliche Venture Capitalisten Schwierigkeiten haben, Geldgeber für ihre Fonds zu finden. (BMWE)
MAIA
+++ Eigentlich wolle das Team hinter dem Startup MAIA eine Art „Notion für Industrieunternehmen“ aufbauen. Das Konzept kam aber nicht an. „Wir mussten das Team komplett neu aufstellen und praktisch über Nacht ein neues Produkt entwickeln“, sagt Gründer Mathias Jakob. Mehr über MAIA
#DEALMONITOR
Investments & Exits
+++ Parloa sammelt 350 Millionen ein (Bewertung: 3 Milliarden +++ Finanzspritze für lytra +++ talents&company erhält Kapital +++ viboo bekommt Geld +++ EGYM und Playlist fusionieren +++ Flix übernimmt Flibco. Mehr im Deal-Monitor
Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenKommandozeile adé: Praktische, grafische Git-Verwaltung für den Mac
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenX: Für Dauer von Bezahlabo kann man bald ungenutzte Kontonamen übernehmen
-
UX/UI & Webdesignvor 3 MonatenArndt Benedikt rebranded GreatVita › PAGE online
-
Künstliche Intelligenzvor 3 WochenSchnelles Boot statt Bus und Bahn: Was sich von London und New York lernen lässt
-
Online Marketing & SEOvor 3 Monaten3 Creator to watch: Diese TikToker haben im September für Aufsehen gesorgt
-
Entwicklung & Codevor 1 MonatKommentar: Anthropic verschenkt MCP – mit fragwürdigen Hintertüren
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenDeutschlands größter Batteriespeicher entsteht in Sachsen-Anhalt
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenGoogle „Broadwing“: 400-MW-Gaskraftwerk speichert CO₂ tief unter der Erde
