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Digitalmesse: Wie die OMR vom kleinen Start-up zum Messe-Giganten wurde
Die Digital- und Onlinemarketingmesse OMR wurde von dem Hamburger Philipp Westermeyer ins Leben gerufen
Alles begann mit einem kleinen Seminar zum Onlinemarketing für Freunde. Mittlerweile ist daraus die größte Messe Hamburgs geworden. Eine mit sehr hoher Promi-Dichte.
Philipp Westermeyer ist der Kopf der OMR
Hinter der Digital- und Onlinemarketingmesse OMR steckt der Hamburger Philipp Westermeyer. Der 47-Jährige hatte 2009 das erste Mal ein Seminar für Suchmaschinen-Optimierung und Werbung im Internet auf die Beine gestellt. Damals war Facebook noch „The Place to Be“. Der studierte Medienmanager hat den Kurs für 30 Leute gemacht, vor allem Freunde. Und die wollten einen Aufbaukurs. So wuchs das Projekt – langsam, aber stetig.
OMR einst mit dem Geruch von Popcorn und Erbrochenem
2011 gab es aufgrund der hohen Nachfrage schließlich die erste kleine Messe, damals hieß sie noch Online Marketing Rockstars – daher auch die Abkürzung OMR. 180 Leute kamen und am Abend wurde noch zusammen in einer Bar mit Musik gefeiert. „Da merkte ich schon, das macht mir Spaß, das können wir so nochmal machen“, erinnert sich Westermeyer.
Höhenflug bis zur Corona-Pandemie
Die OMR wuchs immer weiter, Westermeyer wurde zum Gesicht, die OMR zur Marke, Promis wurden zu den Zugpferden der Digital- und Marketingmesse. „Von 2016 bis 2020 sind wir geflogen.“
Doch dann kam Corona. Zwei Jahre in Folge musste die OMR abgesagt werden, Gwyneth Paltrow und P. Diddy hatten da eigentlich schon zugesagt. Stattdessen übernahmen Westermeyer und sein Team in den Messehallen als Betreiber das Hamburger Impfzentrum. Ein Glücksgriff, der Kündigungen weitgehend verhinderte.
2022 explodiert die OMR – „So können wir das niemals wieder machen“
Das erste Jahr nach Corona sei dann „eine krasse Explosion“ gewesen. 70.000 Leute waren da, Quentin Tarantino und Ashton Kutcher als Promi-Zugpferde. Die OMR platzte aus allen Nähten. „Das waren Loveparade-mäßige Zustände. Wir waren komplett überbucht. Das Gelände musste zeitweise gesperrt werden. Damals war uns klar: So können wir das niemals wieder machen.“
Gigantisch und DNA von einst – Messe mit Festivalcharakter
Herzstück bleibt aber das Festival. Mittlerweile füllen Westermeyer und sein Team alle elf Hallen der Messe, die Zielgruppe ist aufgrund teurerer Tickets professioneller. Doch der Festival-Charakter – mit Live-Acts in den Pausen und am Abend, Cocktails im Sonnenstuhl sowie einer Streetfood-Meile – ist geblieben. „Diese DNA vom Anfang haben wir gehalten.“
Das einstige Ein-Mann-Unterfangen von Philipp Westermeyer hat aktuell rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Neun seiner ersten zehn Mitstreiter arbeiten noch immer im Team – als Geschäftsführer und in anderen hohen Positionen wie etwa OMR-Chefredakteur Roland Eisenbrand. Rund um die Messezeit kommen kurzzeitig nochmals zwischen 3.000 und 5.000 dazu. Ein Gigant von Messe.
Vision vom Kreuzfahrtschiff-Hotel und einem Konzert am Millerntor
Wenn es nach Westermeyer geht, darf das OMR-Festival sogar noch größer werden. Seine Vision: die gesamte Fläche vom Hafen über den Kiez bis zum Messegelände als OMR „bespielen“. Eine „fette Band“ im Millerntor-Stadion, Kreuzfahrtschiff als Hotel im Hafen und das Congress Centrum dazu mieten.
„Diese Vision gibt es. Ich würde das gerne machen. Aber für sowas brauchst du auch den Rückhalt der Stadt“, sagt Westermeyer und meint damit nicht nur die Politik, sondern auch die Anwohnerinnen und Anwohner, die in der Vergangenheit teils ihrem Unmut über die Riesenveranstaltung mit Straßensperren laut gemacht hatten. Bis 2035 hat die OMR einen Vertrag für die Messehallen.
Ein Ziel hat Westermeyer schon lange: Hamburg auf der ganzen Welt zum Begriff machen. Für Europa sei das bereits gelungen. Und mit Blick auf aufstrebende, junge Unternehmen der Stadt wie die 3D-Schuhdruck-Firma Zellerfeld und den Fitness-Eventanbieter Hyrox von Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste, sei er sehr zuversichtlich, dass das mindestens so bleibe.
Speaker und Programm
Das sind die Highlights beim OMR Festival 2026
Morgen startet das zweitägige OMR-Festival in Hamburg und lockt neben Marketing- und Medienfachpublikum auch internationale Stars in die Hansestadt. Welche Speaker-Slots sich besonders lohnen und was auf den einzelnen Bühnen in diesem Jahr zu erwarten ist, verraten wir hier vorab. …
Zahlen, Namen, Fakten der OMR 2026
In diesem Jahr werden auf den sechs Bühnen unter anderem Blockbuster-Regisseur Roland Emmerich, Model Heidi Klum, Footballer und mehrfacher Superbowl-Gewinner Tom Brady und Tokio-Hotel-Sänger Bill Kaulitz sowie SSIO, Zah1de, Mark Forster und Oli. P. erwartet. Außerdem 70.000 Besucherinnen und Besucher, 1.000 Aussteller, 800 Speaker. Mehr als 50 Millionen Euro kostet die Messe. Dienstag geht sie los und dauert zwei Tage.
Die wichtigsten Themen sind Influencer-Marketing, E-Commerce und Künstliche Intelligenz (KI). Bei den KI-Themen gehe es mittlerweile vor allem um die Anwendungen, Herausforderungen und Risiken – also praktische und ethische Fragen. Und es sind auch wieder die Chefs und Entscheider internationaler Unternehmen wie Google, Signal, OpenAI, Perplexity, Whoop, Youtube und Spotify dabei.