Künstliche Intelligenz
Drei Jahre ChatGPT: Von „Wow“-Momenten und Umweltzerstörung
Es war ein Tag, nach dem sich auf der Welt vieles ändern würde: am 30. November 2022 ging ChatGPT online, der inzwischen weltbekannte KI-Chatbot des Entwicklers OpenAI. Er stellte alle vorherigen in den Schatten: Die neue Anlaufstelle für Schreibhilfe, Trainingspläne und vieles mehr sorgte für so manchen Wow-Moment. Möglich machte es das LLM GPT-3.5 im Hintergrund.
Weiterlesen nach der Anzeige
Inzwischen bei GPT-5 angekommen, zählt der beliebte Chatbot rund 800 Millionen aktive Nutzer pro Woche weltweit (Stand: Juli 2025). Zuletzt sind die Zahlen nochmal kräftig gestiegen: im März waren es erst 500 Millionen Nutzer. Diese Zahlen teilte OpenAI heise online mit. Deutschland ist demnach auf dem vierten Platz der ChatGPT-User weltweit, eine konkrete Zahl nennt OpenAI dafür nicht.
Am häufigsten nutzen Menschen ChatGPT hierzulande fürs Schreiben oder Lektorat, für Ratschläge und Anleitungen, Informationssuche, Gesundheits-, Fitness- und Schönheitstipps, Lernen, Nachhilfe und Unterrichten, Coaching und Unterstützung beim Erreichen persönlicher Ziele.
Nicht mal Helene Fischer ist sicher
Nicht einmal die Sängerin Helene Fischer ist vor dem LLM sicher. Das zählt allerdings eher zu den Schattenseiten des Trends. Für das Training seiner LLMs bediente sich OpenAI massenhaft urheberrechtlich geschützter Inhalte wie Bücher, Nachrichtenartikel oder Musik. Autoren, Künstler und Verlage fühlten sich ihrer Werke beraubt und zogen gegen OpenAI vor Gericht. So musste der KI-Hersteller sich unter anderem gegenüber der New York Times, mehreren großen indischen Nachrichtenmedien, US-Buchautoren und auch der GEMA in Deutschland verantworten.
Das Landgericht München entschied im November zugunsten der klagenden GEMA, dabei war es auch um Songs von Megastars wie Helene Fischer und Herbert Grönemeyer gegangen, mit denen ChatGPT offenbar trainiert wurde. Doch im Allgemeinen ist die Frage, wie mit urheberrechtlichem Material bei LLM-Training korrekt umgegangen werden kann, noch lange nicht geklärt. Längst läuft eine hitzige Debatte darüber.
All jene, die mit ihren KI-Modellen auf der Welle reiten, die ChatGPT entfacht hat – zum Beispiel Meta, Anthropic und Google – stehen OpenAI bei mutmaßlichen Urheberrechtsverstößen jedoch in nichts nach. Im Rennen um die beste KI scheint das Gesetz nicht immer eine Rolle zu spielen. Meta-Chef Mark Zuckerberg wies seine Mitarbeiter einmal sogar explizit an, Bücher aus illegalen Tauschbörsen herunterzuladen, um an Trainingsmaterial zu kommen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Diskussionen über KI-Blase
Mit ChatGPT präsentierte OpenAI eine Innovation, die jeder versteht und die in nahezu jedem Lebensbereich zum Einsatz kommen kann. Auf dem Kapitalmarkt sorgte sie für einen Boom, den viele heute schon als eine „KI-Blase“ bezeichnen. Die sieben wertvollsten Unternehmen im Aktienindex S&P 500, Nvidia, Microsoft, Meta, Amazon, Apple, Alphabet und Tesla sind fast alle wichtige Akteure im KI-Sektor. Und sie sind auch für fast die Hälfte der Gewinne im Referenzindex seit der Veröffentlichung von ChatGPT verantwortlich. Großer Gewinner des Trends ist GPU-Hersteller Nvidia. Durch das Geschäft mit KI-Beschleunigern ist die Firma inzwischen mehr als fünf Billionen Dollar wert – als erstes Unternehmen jemals. OpenAI selbst ist nicht an der Börse, Microsoft ist jedoch an dem Unternehmen beteiligt, beide haben eine Partnerschaft bei der Entwicklung von ChatGPT.
Etliche KI-Startups mit teils eigenartigen Geschäftsideen schossen seit 2022 aus dem Boden. Der Harvard Economist analysierte im Oktober, dass 92 Prozent des Bruttoinlandsprodukt-Wachstums der USA in diesem Jahr auf dem Boom rund um KI-Rechenzentren basieren. Manch einer fühlt sich bei all dem an die Dotcom-Blase Ende der 1990er und anfangs der 2000er-Jahre erinnert. Zahlreiche Banken und selbst OpenAI-Chef Sam Altman sprachen inzwischen von einer möglichen KI-Blase, die platzen könnte. Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) geht davon aus, aktuelle KI-Systeme könnten bereits 11,7 Prozent des US-Arbeitsmarkts ersetzen.
Ein Rennen auf Umweltkosten
Doch nicht nur die Wirtschaft hat der Release von ChatGPT verändert. Auswirkungen auf die Umwelt betrachtet die KI-Branche seitdem als ähnlich zweitrangig wie so manches Urhebergesetz. Für das Training und den Betrieb von ChatGPT wurden in der Vergangenheit teilweise große Mengen Wasser verbraucht. Konkrete Zahlen gibt es zu einem der beteiligten Rechenzentren von Microsoft in West Des Moines im US-Bundesstaat Iowa. Im Juli 2022 entfielen demnach 6 Prozent des im gesamten Distrikt verbrauchten Wassers auf Microsoft.
Und auch der Stromhunger für KI-Training ist groß: Microsoft will deshalb ein altes US-Atomkraftwerk wieder ans Netz bringen und Mini-AKWs bauen. Auch Meta, Google und Amazon wollen für KI auf Kernkraft setzen. Die Technologie ließ die CO2-Emissionen bei Microsoft im vergangenen Jahr um bis zu 40 Prozent steigen, bei Google waren es 13 Prozent.
Elon Musk zählte zu Mitgründern
Die ChatGPT-Schmiede OpenAI begann im Jahr 2015 als Startup in San Francisco, zu dessen knapp ein Dutzend Gründern Altman und auch Tech-Milliardär Elon Musk gehörten. Ziel ist es bis heute, eine Allgemeine Künstliche Intelligenz (AGI) für die Menschheit zu entwickeln – eine KI, die allgemeiner menschlicher Intelligenz ebenbürtig ist. Zu diesem Zweck firmierte OpenAI bis vor kurzem noch als Non-Profit-Organisation. Auf Druck seiner Geldgeber musste OpenAI sich aber in eine For-Profit-Struktur umwandeln.
Auf seine Financiers ist OpenAI auch dringend angewiesen, durch ChatGPT allein wäre das Unternehmen wohl kaum überlebensfähig. Dazu gehören Tech- und Investmentunternehmen wie Nvidia, Microsoft und Softbank. In diversen Finanzierungsrunden flossen insgesamt 57,9 Milliarden Dollar. Weiteres Geld dürfte folgen, Nvidia kündigte kürzlich etwa eine 100-Milliarden-Dollar-Investition an.
Immer noch Peanuts gegen das, was OpenAI in den kommenden Jahren ausgeben will. Im September hat sich Altman etwa dazu verpflichtet, mehr als 26 Gigawatt Kapazität von Oracle, Nvidia, AMD und Broadcom zu übernehmen. Kostenpunkt in den nächsten zehn Jahren: weit über eine Billion US-Dollar nach Berechnungen der Financial Times.
Minusgeschäft mit ChatGPT
Zuletzt machten die ChatGPT-Entwickler ein gewaltiges Minus. OpenAI veröffentlicht zwar keine Geschäftszahlen. Microsoft besitzt jedoch 27 Prozent der Unternehmensanteile und weist in seinem Geschäftsbericht Verluste oder Gewinne dieser Beteiligung aus. Hochgerechnet sind es dann 11,5 Milliarden Dollar Miese, die OpenAI im dritten Quartal gemacht hat.
ChatGPT bringt kaum Geld ein, betrachtet man die gegenüberstehenden Kosten. OpenAI erziele einen jährlichen wiederkehrenden Umsatz von rund 13 Milliarden US-Dollar. Davon stammen 70 Prozent von Verbrauchern, die ChatGPT nutzen, berichtet die Financial Times unter Berufung auf OpenAI-Kreise. 23 Euro im Monat kostet ein ChatGPT-Plus-Abo in Deutschland, die Pro-Version gibt es für 299 Euro.
Altman reagiert gereizt
Auf dieses Thema sollte man Altman lieber nicht ansprechen. Der US-Investor Brad Gerstner konfrontierte Altman in seinem Podcast damit, dass OpenAI jährlich etwa 13 Milliarden US-Dollar einnimmt, aber bereits eine Billion an Ausgaben vertraglich zugesichert habe. Die Antwort: „Zunächst einmal erzielen wir weitaus höhere Einnahmen.“ Wie sie das machen, erklärt Altman allerdings nicht. „Zweitens, Brad, wenn du deine Anteile verkaufen möchtest, finde ich einen Käufer für dich.“ Er räumte aber auch ein, dass OpenAI es noch vermasseln könne – aber nur, wenn sie nicht ausreichend Zugang zu Rechenressourcen bekämen.
Die horrenden Kosten für Betrieb und Weiterentwicklung von ChatGPT scheinen Altman nicht im Geringsten zu interessieren. Für ihn scheint nur das große Ziel AGI zu zählen – und auf dem Weg dorthin alle Mitbewerber in ihrem Gigantismus zu übertrumpfen. Drei turbulente Jahre liegen hinter ChatGPT – die kommenden drei werden sicherlich nicht weniger spannend. Auch im Hinblick auf alle anderen KI-Generatoren wie OpenAIs Sora für Videos, Grok von Elons Musks X-AI und Adobes Firefly. Deren rasante Entwicklung wäre ohne den Erfolg von ChatGPT kaum möglich gewesen.
(nen)
Künstliche Intelligenz
Wie schnell geht München-Berlin bei Kälte? Elektroauto-Wintertest des ADAC
Ein Test des ADAC unter Laborbedingungen zeigt, dass aktuelle Elektroautos schon gut für Reisen geeignet sind, selbst wenn hohe Geschwindigkeit und tiefe Temperaturen die Verbräuche eklatant erhöhen. Das ist wichtig, denn der größte Teil der Skepsis gegenüber Elektroautos verteilt sich auf Ladeleistung und Reichweite. Beide hängen auch insofern zusammen, als sie die Reisegeschwindigkeit bestimmen, sobald unterwegs geladen werden muss. Schnell ist man, wenn beide hoch liegen, eine hohe Ladeleistung aber kann eine kürzere Reichweite kompensieren. Auf beide hat indes die Witterung einen entscheidenden Einfluss: Je kälter es ist, desto zäher fließt der Strom. Sowohl Ladeleistung als auch Reichweite sinken mit der Temperatur – und damit die Reisetauglichkeit.
Weiterlesen nach der Anzeige
Breites Testfeld
Dieser Test nahm eine Fahrzeugklasse ins Visier, die für Reisen besonders geeignet erscheint. Das potenzielle Testfeld bei den familientauglichen Elektroautos ist mittlerweile so weit angewachsen, dass der Klub eine Auswahl treffen konnte: Er nahm nur jene auf, die in eigenen Tests beim Kriterium „Familie“ mindestens die Note „befriedigend“ erreichten sowie im WLTP mindestens 500 km Reichweite schaffen. Trotz der Kriterien kamen immerhin 14 Probanden zusammen, ein Beweis, wie viele alltags- und familientaugliche Elektroautos bereits erhältlich sind. Der nach oben mit 100.000 Euro abgegrenzte Preisrahmen ist bei diesen Vorgaben ebenfalls ziemlich groß und reicht von 86.811 Euro für den Mercedes-Benz EQE SUV 350+ bis zum Skoda Elroq (Test) für 43.900 Euro. In alphabetischer Reihenfolge handelt es sich um:
München-Berlin, und wo möglich, mit Richtgeschwindigkeit
Alle legten einen klimatisierten Prüfstandslauf zurück, der die Strecke von München Hauptbahnhof nach Berlin Hauptbahnhof über die Autobahn simuliert. Um das zu erreichen, wurde das Elektronenhirn des Prüfstands im Testlabor Elektromobilität des ADAC Technik Zentrum Landsberg am Lech mit den auf einer realen Fahrt erhobenen Daten für Geschwindigkeits- und Höhenprofil programmiert. Die Geschwindigkeitsbeschränkungen wurden eingehalten, aber nie unterschritten, sonst galt Richtgeschwindigkeit 130 km/h. Für die 582 km belief sich die reine Fahrzeit damit auf 5 Stunden und 15 Minuten, entsprechend einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 111 km/h.
Die Temperatur im Prüfstand wurde auf Null Grad eingestellt, etwas unterhalb des deutschen Durchschnittswerts für den Winter. Die im Gegensatz zu einem Verbrenner für den Verbrauch relevante Heizung wurde auf so eingestellt, dass sie auf Kopfhöhe des Fahrers zwischen 20 und 23 Grad automatisch hielt.

ADAC-Wintertest: Reichweite und Messwerte
(Bild: ADAC)
Regeln für den Ablauf
Weiterlesen nach der Anzeige
Der Akku wurde auf 100 Prozent geladen und das Auto in dieser Zeit vorkonditioniert. Der Prüfstandslauf begann mit einem Kaltstart ohne Akkuheizung, um den häufigsten zu erwartenden Anwendungsfall abzubilden. Geladen wurde, sobald das Fahrzeug die Leistung so weit zurücknahm, bis die mögliche Geschwindigkeit nicht mehr gehalten werden konnte. Dann wurde das Fahrzeug an einem 300 kW leistenden Lader erneut geladen und die in 20 Minuten nachgeladene Energie ermittelt. Daraus ergibt sich naheliegenderweise eine Unschärfe zwischen Labor und Praxis, denn nur im Ausnahmefall werden unterwegs eine nahezu leere Batterie und eine passende, freie Ladesäule im Streckenverlauf exakt zueinanderpassen. In der Regel werden erfahrene E-Auto-Nutzer irgendwo rund um einen Ladestand von 10 Prozent einen Stopp einplanen.
Die Batteriekonditionierung blieb im ADAC-Test abgeschaltet, um die Reichweite nicht zu beeinträchtigen. Das habe sich als unnötig erwiesen, denn bei den Ladestopps seien alle Batterien von der Fahrt ohnehin bereits warm genug, argumentiert der ADAC. Diesbezüglich haben wir in der heise/Autos-Redaktion auf winterlichen Autobahnen in der Praxis andere Erfahrungen gemacht. Nahezu alle Testwagen, die das konnten, heizten unter diesen Bedingungen vor einem Stopp nach. Zur Ermittlung des Stromverbrauchs für die gefahrene Strecke nahmen die Techniker des ADAC die Schnellladung inklusive der Ladeverluste. Zur Bewertung zogen die Techniker die Reichweite mit 50 Prozent, das Nachladen und den Verbrauch mit jeweils 25 Prozent heran.
Audi und Tesla liegen vorn, Volvo und BYD hinten
Das beste Verhältnis bietet demnach der Audi A6 Avant e-tron, gefolgt vom Tesla Model Y, beide bewertet der ADAC mit „gut“. Der Audi schafft dank 23,2 kWh/100 km sehr gute 441 km. Seine Ladeleistung verhilft ihm zu 300 km in 20 Minuten, was ihm kein anderes E-Auto im Test nachmacht. Dahinter liegen zehn Autos mit der Gesamtnote „befriedigend“. Lediglich Volvo EX90 und BYD Sealion 7 fallen mit einem „ausreichend“ auf: Beide haben einen hohen Stromverbrauch. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet der Skoda Elroq. Er bietet zum halben Preis eines Porsche Macan fast die gleiche Langstreckenleistung und nicht weniger Platz. Das effizienteste Elektroauto ist der Tesla Model Y mit lediglich 22,2 kWh/100 km – trotz Allradantrieb.

ADAC E-Autos Reichweite und Messwerte mit Wertung
(Bild: ADAC)
Höheres Ladetempo mit höherer Spannung
Ebenfalls keine Überraschung ist die in der Regel höhere Ladeleistung mit einer Spannungsebene von 800 Volt. Dass es Ausnahmen von dieser Regel gibt, zeigt Volkswagen. In den festgelegten 20 Minuten schafft als einziges 400-Volt-Auto der VW ID.7 Tourer Pro Strom für mehr als 200 km nachzuladen. In dieser Zeit setzen allerdings die 800-Volt-Autos Audi A6 mit 300 km und der Smart #5 mit 264 km die Bestmarken.
Physik trotzt weiterhin der Mode
Der Test zeigt, dass moderne Elektroautos gut für Langstreckenreisen auch bei Kälte geeignet sind. Zudem müssen für hohe Leistung nicht in jedem Fall auch höhere Preise gezahlt werden. Noch einmal spürbar bessere Performance versprechen einige angekündigte Modelle. Eine große Rolle wird dabei die erwähnte Umstellung auf 800 Volt spielen. Elektroautos aus Fernost, besonders China, schneiden weiterhin am schlechtesten ab. Und – ganz erwartbar – lässt sich die Physik immer noch nicht der Mode unterordnen: Kombis verbrauchen weiterhin weniger als SUVs. BYD Sealion 7, Mercedes-Benz EQE SUV und Volvo EX90 reißen dabei sogar die Marke von 30 kWh pro 100 km, ganz eklatant der BYD mit 35,3 kWh/100 km.
Die Ergebnisse indes beweisen einmal mehr, dass insbesondere bei Kälte die WLTP-Reichweitenangaben nicht im Entferntesten einzuhalten sind. Das verwundert wenig, denn der WLTP ermittelt diese Werte bei 23° C und einem Fahrprofil mit geringem Autobahnanteil. Der im Test gemessene Mehrverbrauch bei 0° C und vorwiegend Autobahntempo bis Richtgeschwindigkeit liegt im Schnitt 57 Prozent über der WLTP-Angabe. Die stärkste Abweichung leistete sich der Hyundai Ioniq 5 ab mit 69 Prozent, die geringste mit 40 Prozent schafft das Tesla Model Y. Der ADAC wünscht sich daher mindestens eine zusätzliche Verbrauchsangabe außerhalb des Schönwetterbereichs.
(fpi)
Künstliche Intelligenz
OSINT: Subdomains mit Subfinder finden
Wer eine Domain betreut, kann mit Subfinder herausfinden, welche Subdomains öffentlich auffindbar sind. Das hilft Pentestern, schnell einen Überblick über eine Domain zu gewinnen.
Das Tool arbeitet passiv, scannt die Webdienste der Zielinfrastruktur also nicht aktiv durch und erregt somit keine Aufmerksamkeit beim Ziel. Es klappert stattdessen eine Reihe anderer Dienste ab, bei denen möglicherweise Informationen zum Ziel vorliegen. Bei autorisierten und abgestimmten Tests wäre das zweitrangig, bei Angriffssimulationen unter echten Bedingungen aber relevant.
Auf ihrer Webseite listet der Entwickler ProjectDiscovery fünf Möglichkeiten auf, Subfinder zu beziehen: über eine vorkompilierte Release-Binary, über die Go-Toolchain, über den Paketmanager Homebrew (nur macOS / Linux), über das GitHub-Repository oder als Docker-Variante. Wir haben die ersten beiden Installationswege auf einem Windows-11-Rechner ausprobiert. Der Rest dürfte für die jeweilige Zielgruppe selbsterklärend sein.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „OSINT: Subdomains mit Subfinder finden“.
Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.
Künstliche Intelligenz
Donnerstag: Staatstrojaner vor Verfassungsgericht, Satelliten-Internet Terawave
Beschneidet staatliche Malware die Grundrechte? Das muss Österreichs Verfassungsgericht entscheiden, denn die Opposition erzwingt eine Prüfung. Die Regierung hat österreichischen Ermittlern per Gesetz erlaubt, Malware heimlich in Geräte von Bürgern einzuschleusen, um diese zu überwachen. Das wird jetzt auf Verfassungskonformität untersucht. In den USA will Blue Origin nach Starlink und Amazon ebenfalls eine große Satellitenkonstellation für den Internetzugang errichten. Die zweite Etage soll bis zu 6 Terabit/s schaffen, aber das vom Raumfahrtunternehmen genannte Terawave richtet sich ausschließlich an große Organisationen und wird kein Produkt für Endkunden. Derweil hat der X-Rivale von Meta Platforms einen weiteren Meilenstein bei den Nutzerzahlen erreicht und will damit mehr Geld verdienen. Threads zeigt Werbung nun auf der ganzen Welt an, nachdem der Kurznachrichtendienst Anzeigen zuvor nur in sehr begrenzten Umfang ausgeliefert hat, um dies zu testen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Weiterlesen nach der Anzeige
Nach Ansicht der beiden Oppositionsparteien nimmt die österreichische Regierung bewusst in Kauf, dass hochsensible Daten von Bürgern an Dritte abfließen können, und will bewusst Sicherheitsschwachstellen offenhalten, anstatt diese zu schließen. Anlässlich der sogenannten Messengerüberwachung mittels Bundestrojaner haben die Parteien die Novelle des Staatsschutz- und Nachrichtendienst-Gesetzes aus dem Vorjahr vor den österreichischen Verfassungsgerichtshof gebracht. Dieser muss prüfen, ob das Gesetz verfassungskonform ist. Es erlaubt österreichischen Ermittlern, bald Malware heimlich in Geräte von Bürgern einzuschleusen, um diese zu überwachen. Den Verdacht einer Straftat verlangt das österreichische Gesetz nicht: Staatliche Malware kommt vor Verfassungsgerichtshof Österreichs.
Blue Origin hat konkrete Pläne für eine eigene Satellitenkonstellation namens Terawave. Im Unterschied zu Marktführer Starlink soll Terawave zweistufig aufgebaut sein; zu rund 5.280 Satelliten im erdnahen Orbit gesellen sich 128 in einer mittleren Umlaufbahn. Das Versprechen: Symmetrische Bandbreite von bis zu sechs Terabit pro Sekunde. Der US-Raketenbetreiber möchte im vierten Quartal 2027 die ersten Terawave-Satelliten im Orbit platzieren. Ein globales Massenprodukt kann der Dienst nicht werden: Mehr als etwa 100.000 Nutzer sind im Konzept nicht vorgesehen. Terawave ist für Konzerne, Datenzentren und die öffentliche Hand konzipiert – für Punkt-zu-Punkt Datenverbindungen und breitbandigen Internetzugang, vorwiegend außerhalb urbaner Zentren: Auch Blue Origin baut mit Terawave ein Satelliten-Netz.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Mit Ihrer Zustimmung wird hier eine externe Umfrage (Opinary GmbH) geladen.
Eine ganz andere, aber kurzfristigere Ankündigung kommt von Meta Platforms. Der Datenkonzern wird nächste Woche beginnen, Anzeigen in der Timeline von Threads weltweit einzublenden. Zuvor hatte der Kurznachrichtendienst mit Werbung nur experimentiert und diese nur einem geringen Prozentsatz der Anwender angezeigt. Gleichzeitig verkündet der Facebook-Konzern, dass Threads mittlerweile mehr als 400 Millionen monatlich aktive Nutzer zählt. Dieser Meilenstein wurde zwar bereits im August 2025 erreicht, aber bislang nicht offiziell bestätigt. Die gestiegenen Nutzerzahlen sollen nun in Einnahmen umgesetzt werden, obwohl die Plattform ursprünglich werbefrei bleiben sollte, solange dort nicht eine Milliarde Menschen unterwegs sind: Threads will über 400 Millionen Nutzer mit weltweiter Werbung monetarisieren.
Nach scharfer Kritik der Berliner Datenschutzbeauftragten Meike Kamp an Plänen für eine Gesundheitsdatenbank des Berliner Krankenhauses Charité stoppt das Abgeordnetenhaus das Vorhaben vorerst. Angesichts der Bedenken der Beauftragten werde die Gesetzesänderung nicht wie bisher angedacht beschlossen, teilte die SPD-Fraktion mit. Die Wissenschaftsverwaltung werde beauftragt, den Entwurf zu überarbeiten. Laut Plänen von CDU und SPD soll die Charité gesetzlich ermächtigt werden, eine zentrale Datenbank mit nicht personenbezogenen Gesundheitsdaten aufzubauen. Doch der Gesetzentwurf von CDU und SPD ist laut der Datenschutzbeauftragten „in seiner derzeitigen Form unklar und unverständlich“. Das wird jetzt nachgebessert: Wegen Unklarheiten bei Anonymisierung Pläne für Charité-Datenbank auf Eis.
In der heutigen Ausgabe der #heiseshow sprechen wir über die bislang nicht erfüllten Erwartungen an KI in Unternehmen. Warum bleiben die erhofften Produktivitätsgewinne aus? Welche realistischen Einsatzszenarien gibt es für KI im Arbeitsalltag? Derweil kündigte OpenAI an, Werbung in ChatGPT zu integrieren. Wie verträgt sich das Geschäftsmodell mit den Abo-Angeboten? Welche Auswirkungen hat das auf das Nutzererlebnis? Und folgen andere KI-Anbieter diesem Schritt? In Europa fehlen 174 Milliarden Euro für den Netzausbau. Können private Investoren diese Lücke schließen? Welche Risiken birgt eine stärkere Privatisierung der digitalen Infrastruktur? Und wie steht es um staatliche Förderung? Das sind die Themen heute um 17 Uhr live in der #heiseshow: KI-Ernüchterung, ChatGPT-Werbung, Netzausbau.
Weiterlesen nach der Anzeige
Auch noch wichtig:
(fds)
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenKommandozeile adé: Praktische, grafische Git-Verwaltung für den Mac
-
UX/UI & Webdesignvor 3 MonatenArndt Benedikt rebranded GreatVita › PAGE online
-
Künstliche Intelligenzvor 3 WochenSchnelles Boot statt Bus und Bahn: Was sich von London und New York lernen lässt
-
Entwicklung & Codevor 1 MonatKommentar: Anthropic verschenkt MCP – mit fragwürdigen Hintertüren
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenGoogle „Broadwing“: 400-MW-Gaskraftwerk speichert CO₂ tief unter der Erde
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 2 MonatenHuawei Mate 80 Pro Max: Tandem-OLED mit 8.000 cd/m² für das Flaggschiff-Smartphone
-
Social Mediavor 1 MonatDie meistgehörten Gastfolgen 2025 im Feed & Fudder Podcast – Social Media, Recruiting und Karriere-Insights
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 2 MonatenFast 5 GB pro mm²: Sandisk und Kioxia kommen mit höchster Bitdichte zum ISSCC
