Künstliche Intelligenz
Evolutionäre Architektur in dynamischen Umfeldern mit selbstorganisierten Teams
Softwareentwicklerinnen und -entwickler werden oft von unerwarteten Ereignissen überrascht: User verwenden neue Features auf unvorhergesehene Weise, was zu einer unerwarteten Last auf den Servern führt; eine Fremdbibliothek loggt nach einem Update plötzlich personenbezogene Daten, was gegen die Datenschutzrichtlinien verstößt; der Fallback-Mechanismus führt bei besonders datenintensiven Bausteinen unerwarteterweise zum Volllaufen des Caches. Jede Softwarearchitektin und jeder Softwarearchitekt kennt viele weitere Beispiele.
Weiterlesen nach der Anzeige

Alexander Kaserbacher ist Berater mit Fokus auf Softwarearchitektur. Zur Zeit beschäftigt er sich intensiv mit Evolutionärer Architektur und Platform Engineering.
Zu Beginn eines Projekts waren diese Ereignisse Unknown Unknowns, von denen vorher niemand wusste, dass er sie nicht weiß. Sie sind typisch für komplexe Probleme wie die in der Softwareentwicklung und führen insbesondere in einer Organisationsstruktur mit verteilten Teams zu Problemen. In solchen Strukturen existieren meist übergreifende Governance-Vorgaben etwa hinsichtlich Technologien, Programmiersprachen, Mustern und Schnittstellen. Um deren Definition kümmern sich zentrale Architekturteams. Strikte zentrale Vorgaben dieser Art stören aber oft eine effektive Reaktion auf Unknown Unknowns, wofür es mehrere Gründe gibt:
- Die Vorgaben zielen meist auf Qualitätsaspekte der Software ab, wie Sicherheit, Wartbarkeit oder Zuverlässigkeit. Zentrale Einheiten müssen dabei einschätzen, wie die Teams die Vorgaben auf verschiedenen Abstraktionsebenen anwenden. Außerdem müssen sie im Voraus wissen, ob die vorgesehene Umsetzung die gewünschten Qualitätsansprüche überhaupt erfüllen kann.
- Vereinheitlichung macht Softwareentwicklung langsamer, da für viele Entscheidungen die zentralen Einheiten zuständig sind, was ständige Abstimmungen aller Teams mit diesen erfordert. Das führt oft zu Engpässen.
- Die Vorgaben nehmen den Entwicklungsteams Verantwortung, sodass sie sich für extern festgelegte Themen nicht zuständig fühlen.
- Innovation wird erschwert, weil Entwicklungsteams sich strikt an Vorgaben halten und nicht davon abweichen. Dadurch fehlt das Feedback, ob sie tatsächlich geeignet sind oder ob es bessere Alternativen gibt.
Problemlösung in dynamischen Umfeldern
Da in einem dynamischen Umfeld passende Lösungen für überraschende Probleme oft nicht vorhersehbar und planbar sind, müssen sich die Akteure einer guten Antwort schrittweise nähern. Ähnliche Herausforderungen gibt es in der Wissenschaft, wo Forscherinnen und Forscher neue Erkenntnisse durch Hypothesen gewinnen. Experimente und formale Beweise bestätigen oder widerlegen diese Hypothesen, sodass die Annäherung an neue Erkenntnisse schrittweise erfolgt. Je mehr Unknown Unknowns in einem Softwareprojekt versteckt sein könnten, desto stärker profitieren die Entwicklerinnen und Entwickler von kleinen Schritten (Hypothesen), die regelmäßig durch Feedback validiert werden. Abbildung 1 veranschaulicht diesen Prozess.

Eine Hypothese wird durch Feedback-Mechanismen validiert (Abb. 1).
Entwicklungsteams betrachten jedes Release als Hypothese. Unabhängig davon, ob es um die Wahl von Messaging-Technologie und Datenbanken für hohen Durchsatz geht oder um einen Failover-Mechanismus zur Verbesserung der Verfügbarkeit – anstatt zentralen Vorgaben zu folgen, entscheiden sich Entwicklungsteams selbst für einen passenden Ansatz und setzen ihn in ihrem Verantwortungsbereich um. Diesen Ansatz validieren sie dann schnellstmöglich durch effektives Feedback. Sind beispielsweise der Durchsatz und die dazugehörige Geschwindigkeit ein wichtiges Ziel, bieten Performance-Messungen am laufenden System eine wertvolle Rückmeldung. Ziele wie Verfügbarkeit sind ebenfalls direkt messbar, während sich Wartbarkeit oft anhand von Metriken wie Kopplung oder zyklomatische Komplexität (Kontrollflussgraph eines Programms) ableiten lässt.
Weiterlesen nach der Anzeige
Die Feedback-Mechanismen zeigen den Entwicklungsteams Verbesserungsmöglichkeiten, die sie dann in neuen Hypothesen umsetzen. Das ähnelt dem evolutionären Prozess in der Biologie, bei dem genetische Variation lokal und dezentral entsteht, während die natürliche Selektion schlechte Varianten aussortiert.
Im IT-Kontext entsteht Variation in den Arbeitsergebnissen selbstorganisierter Teams, während Feedback-Mechanismen (Selektion) unpassende Teile schnell aufdecken. In Anlehnung an die Biologie nennt sich dieses Konzept Evolutionäre Architektur. Sie beschreibt eine Produktentwicklung, die durch inkrementelle, emergente Praktiken und regelmäßiges, qualitatives Feedback in komplexen Umfeldern dynamisch agiert.
Die Wechselwirkung zwischen Hypothesen und Feedback sollte dabei rasch und kleinteilig erfolgen. Empirische Daten wie die Four Key Metrics verdeutlichen diese Dynamik (Forsgren, N. u.a.: The Science of Lean Software and DevOps: Building and Scaling High Performing Technology Organizations; 2018). Sie definieren wichtige Metriken, über die sich High-Performing Teams von anderen unterscheiden:
- Deployment Frequency stellt dar, wie oft Entwicklungsteams den Zyklus aus Abbildung 1 durchlaufen.
- Lead Time for Changes zeigt, wie schnell Entwicklungsteams diesen Zyklus durchlaufen.
- Time to Restore Service und Change Failure Rate beschreiben das Risiko, das mit dem Deployment von möglicherweise fehlerhaften Hypothesen verbunden ist.
Damit sich Entwicklungsteams möglichst effektiv einem zufriedenstellenden Ergebnis nähern, sind kleine und häufige Deployments mit geringem Schadenspotenzial entscheidend. Klassische Governance-Ansätze (siehe Kasten „So entstehen klassische Governance-Ansätze“) stehen dem oft im Weg, denn manuelle Freigabe- und Kontrollprozesse verlängern die Deployment Frequency und Lead Time for Changes.
Softwaresysteme setzen sich aus mehreren Bausteinen zusammen: Module, Services, Applikationen – je nach Kontext und Detaillierungsgrad können sie anders bezeichnet sein. Gemeinsam bilden sie ein größeres System, sei es ein einzelnes Softwareprodukt oder die gesamte IT-Struktur eines Unternehmens. Softwarearchitektinnen und -architekten teilen die Bausteine häufig nach fachlichen Kriterien auf, insbesondere durch Techniken wie Domain-driven Design oder durch Architekturmuster wie Microservices. Ein Beispiel dafür ist ein Onlineshop, der aus Bausteinen wie Produktkatalog, Suche und Warenkorb besteht.
Wenn solche Systeme so umfangreich werden, dass ein einzelnes Team sie nicht betreuen und weiterentwickeln kann, splitten viele Organisationen die Verantwortung auf und weisen einzelne Bausteine jeweils einem eigenen Team zu. Eines könnte beispielsweise speziell für den Warenkorb-Baustein zuständig sein.
Sobald die Anzahl der Bausteine und Teams wächst, stehen Organisationen vor der Herausforderung, die zunehmende Komplexität zu bewältigen. Typische Probleme wie ein Wildwuchs an Technologien führen zu dem Wunsch nach übergreifenden Regeln und Vorgaben. Zentrale Architekturteams kümmern sich dann um die Definition allgemein gültiger Standards. So entstehen etwa Regeln hinsichtlich Technologien, Programmiersprachen, Muster und Schnittstellen sowie spezifische Strukturierungsvorgaben.
Die Hoffnung dabei ist, durch Standardisierung und Vereinheitlichung die Effizienz zu steigern. Entwicklungsteams sollten schneller arbeiten können, wenn sie sich an Vorgaben halten, statt selbst langwierig Entscheidungen zu treffen und Alternativen zu prüfen und abzuwägen. Einmal entwickelte Bausteine ließen sich wiederverwenden, auch teamübergreifend. Operation Teams wären effizienter, weil sie nur genau eine standardisierte Zielumgebung betreuen müssten.
Diese klassischen Ansätze versprechen auf den ersten Blick zwar Effizienzsteigerung, führen aber langfristig oft zu Problemen in der Verantwortungsübernahme und zu Innovationsstau.
Künstliche Intelligenz
Redmagic 11 Pro im Test: Gaming-Handy mit 144-Hz-AMOLED-Display & Flüssigkühlung
Das Redmagic 11 Pro liefert dank des Snapdragon 8 Elite Gen 5 geballte Power und ist durch und durch für Gaming optimiert.
Mit dem Gaming-Handy Redmagic 11 Pro liefert Nubia den Nachfolger des Ende 2024 erschienenen 10 Pro (Testbericht). Ein stärkerer Prozessor, ein größerer Akku und eine Luft- und Flüssigkühlung zählen zu den Neuerungen des Nachfolge-Modells. Erneut gibt es das Smartphone in unterschiedlicher Ausführung.
Wir haben die Variante mit 16 GB RAM und 512 GB SSD getestet und zeigen, ob das 11 Pro erneut als Gaming-Smartphone überzeugen kann. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Design
Das Redmagic 11 Pro macht kein Geheimnis daraus, dass es ein Gaming-Smartphone ist. Das kantige Gehäuse mit silbernem Metallrahmen leuchtet vorrangig beim Zocken an mehreren Stellen bunt vor sich hin, dank der installierten LEDs. Wenn das bisher nicht Hinweis genug war, sollten Schriftzüge wie WIN MORE GAMES und GAME MODE keine Zweifel mehr offen lassen. Die Rückseite ist komplett verglast und gewährt unter anderem Einblick auf die Flüssigkühlung, die während des Spielens durchgepumpt wird.
Die Kameras auf der Rückseite befinden sich unter dem Glas, wodurch das Smartphone flach auf dem Tisch liegt. Mit seinem 6,85-Zoll-Display hat es die Maße 163,8 × 76,5 × 8,9 mm und wiegt knapp 240 g. Die Verarbeitung ist makellos und das Redmagic 11 Pro fühlt sich äußerst hochwertig an. Es ist zudem nach IPX8 wasserdicht (in Süßwasser bis zu 30 Minuten bei einer maximalen Tiefe von 1,5 m). Da das Smartphone Lüftungsschlitze hat, dringt Staub auf Dauer unweigerlich ins Gehäuse ein, das soll laut Hersteller jedoch nicht die Leistung des Geräts beeinträchtigen.
Display
Das 6,85-Zoll-AMOLED-Display wartet mit einer Auflösung von 2688 × 1216 Pixeln (431 PPI) im 20:9-Format auf. Das sieht man, denn Schrift, Icons und Medieninhalte sehen auf dem Display gestochen scharf aus. Die Bildwiederholfrequenz liegt bei 144 Hz und passt sich automatisch der Situation an, was vorwiegend dem Akku zugutekommt. Neben dem Automatikmodus kann man aber auch bei Bedarf manuell zwischen 144, 120, 90 und 60 Hz wechseln. Das AMOLED-Display hat eine fantastische Bildqualität und besticht durch eine vollständige Abdeckung des DCI-3P-Farbraums mit knalligen Farben. Dank einer Helligkeit von bis zu 1800 Nits bleiben sie drinnen wie draußen erhalten und das Display durchgehend problemlos ablesbar.
Die Abtastrate des Touchdisplays erreicht bis zu 3000 Hz, es reagiert damit unheimlich schnell und präzise auf Berührungen. Besonders beim Zocken ist das natürlich wichtig. Multi-Finger-Eingaben sind hingegen auf 360 Hz beschränkt. Ohne Notch und durch einen super schlanken Rahmen hat das Redmagic 11 Pro eine Screen-to-Body-Ratio von 95,3 Prozent. Sowohl das Display als auch die Rückseite des Geräts sind durch Corning Gorilla Glass geschützt, allerdings wird nicht bekannt gegeben, um welche Version es sich handelt. Zusätzlich ist von Werk aus eine Schutzfolie installiert.
Kamera
Nubia hat beim Redmagic 11 Pro alles in die Hardware gesteckt, um das Spielerlebnis mit dem Smartphone zu optimieren. Die Kamera-Performance ist da eher zweitrangig. Es ist also kein Wunder, dass die Bildqualität Fotos wie beim Vorgänger 10 Pro eher zu Wünschen übrig lässt.
Die Hauptkamera arbeitet mit 50 Megapixeln, während eine zweite 50-Megapixel-Kamera für die Weitwinkelaufnahmen zuständig ist. Eine Telelinse mit dreifach optischem Zoom gibt es nicht, eine optische Bildstabilisierung (OIS) für die Hauptkamera dafür schon. Für Makroaufnahmen ist eine 2-Megapixel-Kamera zuständig. Den zehnfachen digitalen Zoom kann man auf der höchsten Stufe kaum gebrauchen, da die meisten Details verloren gehen. Die Selfie-Kamera arbeitet mit 16 Megapixeln und ist unter dem Display versteckt. Sie nimmt beim Zocken, Surfen oder Videostreaming also nichts von der Bildfläche in Anspruch, büßt dafür aber etwas an Qualität ein.
Im Alltag lassen sich mit den Kameras passable Fotos schießen, je nach Lichtverhältnissen jedoch mit reduziertem Dynamikumfang. Mit der Abenddämmerung kommt sie noch relativ gut klar, bei Einbruch der Dunkelheit wird es aber schwierig. Auch tagsüber liefert sie draußen nur durchwachsene Ergebnisse.
Videos nimmt das Redmagic 11 Pro in HD (30/60 FPS), Full-HD (30/60 FPS), 4k (30/60 FPS) und 8k mit 30 FPS auf. Video- und Soundqualität sind hier brauchbar, wenngleich die Bildstabilisation immer mal wieder etwas zu kämpfen hat. Bei unruhigen Händen macht sich das im Video schnell bemerkbar.
Redmagic 11 Pro – Originalaufnahmen
Ausstattung
Das Redmagic 11 Pro ist ein wahres Leistungsmonster. Mit einem Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 kommt es mit so ziemlich jedem Game im Playstore problemlos klar. Der High-End-Prozessor arbeitet mit acht Kernen bei einer maximalen Taktung von 4,6 GHz. Unterstützt wird er in unserem Testgerät von 16 GB LPDDR5T RAM und dem hauseigenen Redcore-R4-Gaming-Chip.
Erwartungsgemäß spiegelt sich die geballte Power des 11 Pro auch in den Benchmarks wider. Hier erzielt es die höchsten Werte aller von uns bisher getesteten Smartphones. Bei PCMark Work 3.0 Benchmark erreicht es 27.000 Punkte, bei 3DMark Wild Life Extreme 8200 Punkte. Spiele wie Call of Duty Mobile und PUBG Mobile laufen durchgehend flüssig, selbst bei komplett aufgedrehten Grafikeinstellungen, und profitieren von den 144 Hz des AMOLED-Displays. Auch grafisch intensivere Games wie Black Desert Mobile, Wuthering Waves, Zenless Zone Zero sowie Genshin Impact sind auf höchster Stufe kein Problem für das Redmagic 11 Pro.
Für die Kühlung steht neben einem Lüfter mit 24.000 RPM (Drehungen pro Minute) auch eine Flüssigkühlung parat. Diese ist dank der verglasten Rückseite jederzeit sichtbar und dadurch auch Teil der Optik des Smartphones. Das Kühlmittel soll laut offiziellen Angaben zudem selbst bei einem Aufprall nicht auslaufen können. Trotz der ausgeklügelten Kühltechnik wird das Redmagic 11 Pro unter Last ziemlich warm. Während das im Winter selbst bei längeren Gaming-Sessions noch verkraftbar ist, dürfte die zusätzliche Wärme im Hochsommer schnell unangenehm werden. Immerhin ist der Lüfter dafür selbst auf Hochtouren verhältnismäßig leise. Ohne Sound aus den Lautsprechern hört man ihn definitiv surren, mit eingeschaltetem Sound verschwindet er aber in der Geräuschkulisse.
Als Speichermedium ist in unserem Testgerät eine 512 GB SSD (UFS 4.1 Pro) verbaut. Diese liefert ausreichend Speicherplatz, um auch größere Spiele wie das über 50 GB große Call of Duty Mobile problemlos unterzubringen. Die günstigste Variante des 11 Pro kommt mit einer 256-GB-SSD und 12 GB RAM. Hier könnte es dann doch relativ schnell an Speicherplatz mangeln. Wem selbst 512 GB zu wenig sind, kann auf das Modell mit 24 GB RAM und einer 1 TB großen SSD zurückgreifen. Die drei Varianten unterscheiden sich ausschließlich in der Menge an RAM und Speicherplatz. Alle anderen Komponenten bleiben gleich. Einen microSD-Kartenslot, um den Speicher nachträglich zu erweitern, gibt es beim 11 Pro nicht.
Der USB-C-3.2-Gen-2-Anschluss unterstützt Power Delivery sowie die Bildwiedergabe per Displayport. Das Redmagic 11 Pro verfügt über einen SIM-Slot für zwei Nano-SIM, unterstützt jedoch keine E-SIM. Für die drahtlose Verbindung stehen Wi-Fi 7 mit HBS, 5G, Bluetooth 5.4 und NFC zur Verfügung, also eine moderne Ausstattung. Die Ortung findet mit Dual-GPS, Beidou, Galileo und Glonass statt.
Für den Sound sorgen zwei Stereo-Lautsprecher, die erstaunlich laut werden können. So laut, dass sie uns beim Starten eines Spiels zuerst einmal einen Schrecken eingejagt haben. Der Klang ist kräftig und für Smartphone-Speaker nicht schlecht. Wie auch bei den Vorgängermodellen gibt es beim 11 Pro einen 3,5-mm-Klinkenanschluss.
Software
Das Redmagic 11 Pro läuft unter dem Betriebssystem Redmagic OS 11, basierend auf Android 16. Während des Testzeitraums wurden mehrere Updates veröffentlicht und aufgespielt, der Sicherheitspatch ist vom November 2025 und hinkt demnach leider etwas hinterher. Software-Support gibt es nur die von der EU vorgeschriebenen fünf Jahre lang, mehr wird nicht zugesagt.
Zu den vorinstallierten Programmen wie der Google Suite gibt es auch einiges an Bloatware, welche sich aber problemlos deinstallieren lässt. Nervig ist das trotzdem. Die deutsche Übersetzung des Betriebssystems ist an mehreren Stellen halb gar und gespickt mit Schreib- sowie Grammatikfehlern.
Den Game-Space ruft man wie gewohnt per rotem Schalter, Magic Key genannt, am Gehäuse auf. Er bietet mehrere Einstellungsmöglichkeiten für die CPU- und GPU-Leistung per Spiel an. Im Spiel selbst aktiviert man über das hinzuschaltbare Overlay unter anderem auch die Touch-Schultertasten (520-Hz-Abtastrate) des Smartphones. Den Magic Key kann man auch mit anderen Aktionen belegen, wie dem Öffnen der Kamera oder dem Aktivieren der Taschenlampe.
Die videospieltypischen LEDs steuert man über die Systemnavigation an. Hier wählt man Farbe und Lichteffekt oder schaltet sie bei Bedarf komplett ab.
Akku
Mit einem 7500-mAh-Akku ausgestattet, erreicht das Redmagic 11 Pro im simulierten Battery Test von PCMark eine Laufzeit von knapp 9 Stunden (mit GPS, Bluetooth und 144-Hz-Abtastrate). Das ist verglichen mit anderen Mobilgeräten ein niedrigerer Wert. Allerdings ist der Benchmark nicht immer zuverlässig und in diesem Fall wenig aussagekräftig.
In der Praxis kann sich die Akkuleistung aber sehen lassen. Im Alltag hält eine Ladung locker mehr als zwei Tage durch. Beim Dauerzocken kommt es auf das Spiel an. Nach einer Stunde Call of Duty Mobile haben wir bei uns beispielsweise nur etwas mehr als 10 Prozent des Akkus aufgebraucht.
Dank der Schnellladefunktion mit 80 Watt per inkludiertem Netzteil muss man auch nicht lange warten, bis das Smartphone erneut einsatzbereit ist. Achtung: In unserem Fall war es eines mit Steckertyp A, für den man in Deutschland einen Adapter benötigt. Das 11 Pro unterstützt erstmals auch kabelloses Laden mit bis zu 80 Watt.
Wir laden das Redmagic 11 Pro von 0 Prozent auf 80 Prozent in 38 Minuten, nach etwa 55 Minuten ist es dann bei 100 Prozent. In den Einstellungen lässt sich zudem die maximale Aufladung begrenzen. So kann man den Ladevorgang zum Beispiel schon bei 80 Prozent automatisch beenden, um den Akku zu schonen.
Preis
Das Redmagic 11 Pro in Silber mit 16 GB RAM und 512 GB SSD kostet 799 Euro auf der Herstellerwebsite. Auf Amazon kostet es 829 Euro. Die schwarze Version gibt es aktuell nur auf Amazon für ebenfalls 829 Euro zu kaufen. Die Variante mit 12 GB RAM und 256 GB SSD gibt es nur in Schwarz und ohne Glasrückseite. Auf Amazon kostet sie aktuell 679 Euro. Das 1-TB-Modell mit 24 GB RAM ist aktuell ausverkauft.
Fazit
Fakt ist, wer eine herausragende Performance beim mobilen Zocken möchte, kommt um das Redmagic 11 Pro ab 679 Euro kaum herum. Das 6,85-Zoll-Smartphone liefert modernste Technik und ist für Gaming optimiert. Dank Snapdragon 8 Elite Gen 5 kommt das 11 Pro mit so ziemlich jedem Spiel problemlos klar und das auf den höchsten Grafikeinstellungen. Der 144-Hz-AMOLED-Bildschirm liefert kräftige Farben, gestochen scharf.
Der 7500-mAh-Akku versorgt das Gaming-Handy mit ausreichend Strom, um mehrere Stunden problemlos zocken zu können. Die Schnellladefunktion, jetzt auch kabellos möglich, lädt das Smartphone in kürzester Zeit mit bis zu 80 Watt wieder auf. Abstriche muss man primär bei der Kamera machen, die ist hier nur zweitrangig. Trotz Luft- und Flüssigkühlung wird das Gerät ziemlich warm. Die deutsche Übersetzung des Betriebssystems hat ebenfalls Verbesserungspotenzial.
Trotzdem überzeugt das Redmagic 11 Pro da, wo es drauf ankommt: beim Zocken. Wer damit wenig anfangen kann, ist mit einem anderen Smartphone deutlich besser bedient.
Künstliche Intelligenz
WhatsApp: EU-Kommission prüft weiterhin Einstufung als VLOP
Einem Reuters-Bericht zufolge beschäftigt sich die EU-Kommission aktuell damit, ob WhatsApp als „sehr große Online-Plattform“ unter dem Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) einzustufen ist. Im Falle einer solchen Einstufung müsste WhatsApp strengere Anforderungen erfüllen, etwa regelmäßige Risikobewertungen zur Verbreitung schädlicher und illegaler Inhalte. An sich fallen private Messenger nicht unter den DSA, wie Kommissionssprecher Thomas Regnier gegenüber Reuters erklärt. Allerdings verhielten sich öffentliche WhatsApp-Kanäle eher wie Social-Media-Plattformen und könnten vom DSA erfasst werden.
Weiterlesen nach der Anzeige
Die Frage ist nicht neu, schon Anfang 2025 meldete WhatsApp 46,8 Millionen monatlich aktive Nutzer aus der EU in seinen Kanälen. Das liegt deutlich über dem Wert von 45 Millionen, den der DSA als Grenze für sehr große Online-Plattformen (very large online platform, VLOP) definiert, weshalb seit damals eine Einstufung als VLOP im Raum steht. In der Folgemeldung vom August 2025 war die Zahl dann bereits auf 51,7 Millionen gestiegen, doch zu einer Einstufung als VLOP kam es bislang nicht.
2026 mehr DSA-Durchsetzung
Das könnte sich im neuen Jahr ändern. Die EU-Kommission will den DSA (und den Digital Markets Act, DMA) künftig entschiedener durchsetzen, müsste dafür aber definieren, wie genau das private Messaging WhatsApps von den öffentlichen Kanälen zu trennen ist. Gegenüber Reuters sagte Regnier lediglich, dass sich die Kommission aktiv mit der Frage dieser Aufteilung befasse und er „eine zukünftige Einstufung“ der Kanäle als VLOP „nicht ausschließen würde“.
Falls es dazu kommt und WhatsApp gegen die erweiterten Pflichten von VLOPs verstößt, drohen Meta, dem Besitzer des Dienstes, empfindliche Geldstrafen von bis zu sechs Prozent des jährlichen weltweiten Umsatzes. Im Dezember 2025 hatte die EU die erste Geldstrafe nach dem DSA verhängt: Elon Musks Plattform X muss wegen mehrerer Verstöße 120 Millionen Euro zahlen; gemessen am Umsatz eine eher moderate Strafe, allerdings laufen weitere Untersuchungen bezüglich anderer möglicher Verstöße von X noch.
Grundsätzlich hat Meta bereits Erfahrung mit den Pflichten von VLOPs. Zwei anderen Dienste des Unternehmens, Facebook und Instagram, finden sich schon seit April 2023 auf der Liste der EU-Kommission, die aktuell insgesamt 24 VLOPs und VLOSEs (Very Large Online Search Engines, sehr große Online-Suchmaschinen) umfasst.
Weiterlesen nach der Anzeige
(syt)
Künstliche Intelligenz
Smarte Heizkostenverteiler: Energie sparen mit monatlicher Verbrauchsübersicht
Seit vielen Jahren tauschen Vermieter Heizkostenverteiler und Wasseruhren gegen fernablesbare Modelle aus. Das ist nicht nur für den Mieter komfortabel, denn er muss niemanden mehr in die Wohnung lassen, sondern spart auch die Arbeitszeit für die Ablesung. Da die Vermieter die Kosten für die Ablesung üblicherweise über die Nebenkosten auf den Mieter umlegen, wird es auch für ihn billiger, wenn der Aufwand dafür geringer ausfällt.
Sind fernablesbare Zähler in einer Wohnung installiert, ist der Vermieter laut § 6a Heizkostenverordnung (HeizkostenV) seit 2022 verpflichtet, eine monatliche Verbrauchsübersicht bereitzustellen, im Behördendeutsch heißt sie „unterjährige Verbrauchsinformation“ (UVI). Die Vorschrift geht auf die Energieeffizienz-Richtlinie der EU zurück. Ziel der 2018 verabschiedeten Vorschrift ist es, den Energiebedarf von Gebäuden zu reduzieren.
Kommt ein Vermieter dieser Verpflichtung nicht nach, hat der Mieter das Recht, 3 Prozent der Kosten für Heizung und Warmwasser zurückzufordern, erläutert Mietrechtsexperte Dietmar Wall vom Deutschen Mieterbund auf Anfrage von c’t. Jedoch müsse der Mieter die Kosten für die vorgeschriebene monatliche Übersicht übernehmen. Typischerweise sei das ein niedriger zweistelliger Betrag im Jahr. „Ab ungefähr 50 Euro sollte man genauer hinschauen und Nachweise für die Kosten verlangen“, rät Wall.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Smarte Heizkostenverteiler: Energie sparen mit monatlicher Verbrauchsübersicht“.
Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.
-
UX/UI & Webdesignvor 3 MonatenIllustrierte Reise nach New York City › PAGE online
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenAus Softwarefehlern lernen – Teil 3: Eine Marssonde gerät außer Kontrolle
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten
Top 10: Die beste kabellose Überwachungskamera im Test
-
UX/UI & Webdesignvor 3 MonatenSK Rapid Wien erneuert visuelle Identität
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenKommandozeile adé: Praktische, grafische Git-Verwaltung für den Mac
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenNeue PC-Spiele im November 2025: „Anno 117: Pax Romana“
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenDonnerstag: Deutsches Flugtaxi-Start-up am Ende, KI-Rechenzentren mit ARM-Chips
-
UX/UI & Webdesignvor 3 MonatenArndt Benedikt rebranded GreatVita › PAGE online
