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Künstliche Intelligenz

Fotokunst: Die Bilder der Woche 48


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Die Bilder dieser Woche präsentieren zeitgenössische Fotokunst, die durch technisches Können und kreative Ansätze beeindruckt. Die Werke reichen von dramatischen Architekturfotografien bis zu stimmungsvollen Naturaufnahmen und surrealistischen Kompositionen. Die Fotografinnen und Fotografen setzen Licht, Perspektive und Bearbeitung gezielt ein, um im Bild Atmosphäre und beim Betrachter Emotionen zu erzeugen. Die Ausdruckskraft in den Aufnahmen regt zur Reflektion und zum Nachdenken an. Experimentelle Herangehensweisen zeigen aktuelle fotografische Strömungen und Techniken.

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Ponte Tebetano Carasc – Gilbert Photography

(Bild: forms)

Eine Brücke ins Nichts, die sich diagonal durch die Dunkelheit zieht. Der extreme Kontrast und der großzügige Einsatz von negativem Raum isolieren die Ponte Tebetano Carasc vollständig von ihrer Umgebung. Sie wirkt dramatisch, minimalistisch; für den Betrachter entsteht ein Spannungsfeld zwischen Wagnis und Einsamkeit. Die winzige Person auf der Brücke verdeutlicht deren enorme Dimension und vermittelt zugleich ein Gefühl des Ausgesetztseins.

„Mein Ziel war es, die Ponte Tibetano Carasc in einer mystischen Stimmung festzuhalten – idealerweise im Nebel, mit einer oder zwei Personen auf der Brücke, um die Dimension und die Einsamkeit zu betonen“, erzählt Gilbert Schacher. „Der Aufstieg von Curzùtt zur Brücke dauert etwa 1 Stunde 30 Minuten bei einer Höhendifferenz von rund 500 Metern. Ich habe verschiedene Einstellungen und Perspektiven ausprobiert, um die Brücke diagonal perfekt ins Bild zu setzen. Geduld war gefragt, bis sich die Gelegenheit ergab, dass ein oder zwei Wanderer allein auf der Brücke waren. In Photoshop habe ich die Belichtung neutral gesetzt, das Bild in Schwarz-Weiß konvertiert und die Tonwertkorrektur leicht angepasst, um die Brücke als zentrales Element hervorzuheben“, berichtet er über den Entstehungsprozess.



Der alte Hirsch und das Meer

(Bild: analoochjehtooch)

Dieser Hirsch strahlt eine ruhige und majestätische Präsenz aus, während er den Fotografen direkt ansieht. Er steht vor einem unruhigen Meer, dessen Lichtreflexe einen funkelnden Hintergrund erzeugen. Die dunklen Äste im oberen Bildbereich rahmen die Szene auf natürliche Weise ein und lenken den Fokus auf das Tier. Die Schwarz-Weiß-Aufnahme unterstreicht seine kraftvolle Statur und den zeitlosen Charakter der Naturaufnahme.

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Jörg Franzen erzählt über den Prozess seines Fotos: „Während der Hirschbrunft rund um den Darßer Ort (Ostsee) sind frühmorgendlich schon viele Fotografen unterwegs und hoffen auf besondere Momente. Einige positionieren sich gleich so, dass sie günstig stehen, sollte ein Hirsch bei Sonnenaufgang auf der Düne stehen und eine perfekte Silhouette abgeben. Ich gehöre zu denen, die sich entlang des Wanderwegs zwischen den Aussichtsplattformen bewegen, um die Chancen auf ein brauchbares Foto zu erhöhen. Im Fall dieser Aufnahme bewegte sich der Hirsch von einer schilfbestandenen Senke durch ein Waldstück in Richtung Dünen. Und tatsächlich: in einer Baumlücke blieb der Hirsch stehen und schaute in Richtung der Fotografen – lange genug, um ein paar Fotos machen zu können. Das unscharfe Geäst und das taubenetzte Gras im Vordergrund, das Meer im Hintergrund, nur farblich wollte die Aufnahme mit dem Telezoomobjektiv im grellen Gegenlicht nicht so recht passen, sodass ich eine S/W-Konvertierung und einen quadratischen Zuschnitt wählte.“



Wolke sieben

(Bild: wackelaugen)

Ein Blick aus dem Fenster, der wie ein surrealistisches Gemälde wirkt. Eine einzelne, kleine Wolke schwebt im tiefblauen Himmel und wird zum alleinigen Hauptdarsteller des Bildes. Die weiße Architektur des Gebäudes bildet einen perfekten Rahmen und schafft durch ihre Rundungen eine sanfte Tiefe.

Stephan Baur hat viel Mühe in den Bearbeitungsprozess seines Fotos gesteckt: „Ich habe das Bild am 20. März 2024 in Caleta de Fuste auf der Kanareninsel Fuerteventura aufgenommen. Ich wollte eigentlich das Haus und den Garten eines Künstlers fotografieren. Dabei entdeckte ich bei einem Rundgang um das Haus dieses Gebäude. Das Foto habe ich dann mit Gimp bearbeitet, um die Linien horizontal und vertikal auszurichten und den Bildausschnitt zu wählen. Das Gebäude war zwar weiß gestrichen, hatte aber einen gelblichen Stich. Anschließend habe ich die Farben des Gebäudes entsättigt, den blauen Himmel aber so gelassen. Nachdem ich den Kontrast verbessert habe, hat dem Bild aber noch etwas gefehlt. So habe ich dann mit Luminar Neo noch eine Wolke reinmontiert.“



…zum Baum…

(Bild: JeanFP)

Die Linien dieser Architektur ziehen den Blick unweigerlich in die Bildmitte. Dort steht ein Baum als starker Kontrapunkt zur futuristischen Umgebung. Das Zusammenspiel aus verschiedenen Stützen und Streben sowie Licht und Schatten verleiht der Szene eine besondere Dynamik. Die zentrale Perspektive und die Schwarz-Weiß-Umsetzung, die JeanFP wählte, betonen zudem die grafische Wirkung der Komposition.



Highway to the Sunrise

(Bild: ShE 1981)

Die aufgehende Sonne taucht diese bulgarische Autobahn in ein intensives Orangerot. Das warme Gegenlicht zeichnet die Silhouetten der Laternenmasten und Autos scharf vor dem leuchtenden Himmel ab. Durch die zentrale Perspektive wird der Blick direkt zur Sonne gezogen. Elena Shtrakova hat es auf der Fahrt zum Flughafen aufgenommen. Ihr Vater saß am Steuer, während sie auf dem Beifahrersitz den Moment festhielt. „Das Licht an diesem Morgen war einfach überwältigend und ich konnte nicht anders, als diesen besonderen Augenblick mit der Kamera einzufangen, die ich gerade zur Hand hatte – meinem iPhone 17 Pro Max. Die Aufnahme entstand spontan und unter schwierigen Bedingungen, da das Auto in Bewegung war und ich versuchte, trotz der Erschütterungen ein möglichst ruhiges Bild zu bekommen. Gerade diese Spontaneität und das natürliche Licht machen für mich den besonderen Reiz des Fotos aus,“ verrät die Fotografin.


Das Titelbild der Ausgabe 06 2025 des Foto-Magazins c't Fotografie

Das Titelbild der Ausgabe 06 2025 des Foto-Magazins c't Fotografie



Glasisolatoren

(Bild: Wolfgang Görgen)

Die diagonale Anordnung dieser Glasisolatoren erzeugt einen starken visuellen Rhythmus, der wirkt, als würden sich radiale Wellen durch das Bild bewegen. Durch die Nahaufnahme und den hellen Hintergrund löst sich das technische Objekt von seinem Kontext und wird zu einer abstrakten Form. Das Licht bricht sich in den gläsernen Oberflächen und modelliert die Rundungen effektvoll. So wird eine alltägliche Struktur zu einer faszinierenden grafischen Studie von Wolfgang Görgen.



Through the mirror

(Bild: nicography)

Es scheint, als würden sich zwei Fische in einer dunklen, geheimnisvollen Unterwasserwelt begegnen. Doch es ist nur die Spiegelung der Aquariumscheibe. In Wirklichkeit ist der Fisch allein. Das Licht hebt die beiden Körper aus der tiefblauen Umgebung hervor und erzeugt eine fast magische Stimmung. Die Komposition von nicography spielt geschickt mit Schärfe, Reflexion und dem umgebenden Schwarz.

Die Bilder der Woche im Überblick:


Samstag: Ponte Tebetano Carasc (Bild:

forms

)


(caru)



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Festplattenverschlüsselung FileVault: Apple umgeht BitLocker-„Falle“ in macOS 26


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Nach Berichten, dass Microsoft auf richterlichen Beschluss auf seinen Cloud-Servern abgelegte Schlüssel für den lokalen SSD-Schutz BitLocker herausrückt, fragen sich macOS-Nutzer, ob ihnen Ähnliches droht. Darauf gab es, zumindest bis macOS 26 alias Tahoe, im Stil von Radio Eriwan nur eine Antwort: „Im Prinzip ja, aber …“

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Vor dem im Herbst erschienenen neuen Betriebssystem konnten Nutzer bei FileVault entscheiden: Entweder die Verschlüsselung läuft rein lokal und man schreibt sich einen – im Übrigen nur einmal auftauchenden – Wiederherstellungsschlüssel (Recovery Key) auf – oder man hinterlegte diesen in iCloud, konnte also mit seinem Apple-Account dann auch gleich FileVault entschlüsseln. Entschied man sich für diesen Weg, drohte ähnliches Ungemach wie bei Microsofts BitLocker: Sofern staatliche Stellen Apple dazu bewegten, Zugriff auf den Apple-Account samt iCloud zu erteilen, war auch Zugriff auf FileVault möglich. Derzeit ist unklar, wie, ob und wie oft so etwas bereits geschah – eine entsprechende Anfrage seitens Mac & i bearbeitet der iPhone-Konzern noch.

Eine potenzielle Lösung gab es hierfür indes, auch wenn sie nicht standardmäßig vom Betriebssystem empfohlen wurde: die Verwendung des erweiterten Datenschutzes für iCloud, auf Englisch Advanced Data Protection, kurz ADP. Die seit Ende 2022 / Anfang 2023 verfügbare Technik sorgt dafür, dass alle sensiblen Inhalte, die bei Apple lagern, (endlich) Ende-zu-Ende-verschlüsselt werden und auch Apple selbst – und damit mit Gerichtsbeschluss ausgestattete Behörden, die bei Apple vorstellig werden – keinen Zugriff auf diese hat. Damit war dann auch der FileVault-Zugang gesichert. Das Problem: Viele Nutzer kennen oder finden ADP schlicht nicht oder fürchten sich gar vor der Funktion, da ihnen Apple nach Aktivierung bei Verlust ihres Passworts nicht mehr helfen kann (dafür gibt es aber andere Möglichkeiten).

Vorspultaste zu macOS 26: Das neue Betriebssystem hat FileVault nun standardmäßig sicherer gemacht. Denn: Statt den Recovery Key auf Wunsch in iCloud abzulegen, wo Apple gegebenenfalls herankommt, wird hier der iCloud-Schlüsselbund verwendet. Dieser arbeitet von Beginn an Ende-zu-Ende-verschlüsselt und konnte damit von Apple noch nie eingesehen werden. Zugriff erfolgt nur in Kombination von Passwort und zweitem Faktor, an den auch Apple nicht gelangen kann, da dieser an einem Gerät hängt, das sich im Besitz des Nutzers befindet.

Störend an FileVault in Tahoe: Apple fragt nicht mehr nach, ob eine Synchronisation erfolgen soll oder nicht. Ist der iCloud-Schlüsselbund aktiv (zu erkennen daran, dass „Passwörter“ in den Apple-Account-Einstellungen für iCloud aktiv ist), landet der Wiederherstellungsschlüssel automatisch darin, man kann dies nicht mehr, wie bei der unsicheren reinen iCloud-Hinterlegung in macOS 15 und zuvor, unterbinden. Nützlich ist in macOS 26 jedoch, dass man den Wiederherstellungsschlüssel in den FileVault-Einstellungen beliebig oft wieder anzeigen lassen kann. Diesen sollte man unbedingt notieren und an einem sicheren Ort aufbewahren, egal ob man den iCloud-Schlüsselbund verwendet oder nicht.

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Update

27.01.2026,

23:54

Uhr

Weitere Details zur Hinterlegung des Wiederherstellungsschlüssels im iCloud-Schlüsselbund samt Erläuterung der Funktionsweise des FileVault-Bootprozesses finden sich in einer Kolumne des bekannten Apple-Autoren Glenn Fleishman bei Six Colors.

Dieser erläutert auch, warum FileVault grundsätzlich notwendig ist, um die SSD abzusichern, obwohl Macs diese grundsätzlich über den integrierten M-Chips (und den SSD-Controller) verschlüsseln: Ist der jeweilige Mac mit der SSD verknüpft, liegt diese auch offen und es kann gebootet werden. FileVault schützt davor und erlaubt ohne Passwort keinen Datenabfluss.


(bsc)



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KI bei Versicherungen: Wenn der Tarif aus den 70ern auf Google Gemini trifft


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Versicherungen und Finanzdienstleister gehören zu den ersten echten Anwendern von KI-Systemen im unternehmerischen Alltag. Doch was heißt das praktisch, wie geht man mit der Verlagerung von Arbeitsschwerpunkten um und was ist mit der großen Macht amerikanischer Konzerne in dem Bereich? Johannes Rath vom deutschen Versicherer Signal Iduna, der als Vorstandsmitglied „Kunde, Service & Transformation“ neben der Betriebsorganisation auch für den Bereich Digitalisierung zuständig ist, spricht im Interview mit heise online über die praktische KI-Verwendung bei einem solchen Konzern – und die Bedenken der Mitarbeiter.

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heise online: Lassen Sie uns mit dem Elefanten im Raum anfangen: Trump, Zölle, geopolitische Risiken. Ihr Unternehmen nutzt für seine internen KI-Dienste Google Gemini sowie Google Cloud. Der Internetriese ist bekanntlich eine US-Firma – macht Ihnen das Sorgen?

Johannes Rath: Nein. Wir haben von Anfang an – in der Partnerschaft und in der Art, wie wir Googles Dienste nutzen – sehr viel Wert darauf gelegt, dass alles kompromisslos auf dem hohen Regulierungsniveau unserer Branche stattfindet.

Zum Beispiel: Es gibt keinen Zugriff auf personenbezogene Kundendaten. Die KI-Lösungen basieren ausschließlich auf internen, pseudonymisierten Daten, die sicher innerhalb unserer technischen Infrastruktur verarbeitet werden. Wir sind strategischer Partner von Google Cloud – so wie etwa auch die der Deutsche Bank oder die Deutsche Telekom. Daher gibt es für mich auch keinen Elefanten im Raum.

Was macht eine Versicherung wie Signal Iduna konkret mit Google Cloud?

Google ist unser Transformationspartner im Sinne unserer Cloud-Strategie. Wir migrieren eine Reihe von Anwendungen in die Google Cloud. Inhaltlich sind wir inmitten zweier großer Themen – einmal horizontal und einmal vertikal.

Horizontal heißt: Im Oktober 2025 haben wir als eines der ersten Unternehmen in Europa für unsere gesamte Unternehmensgruppe Googles Gemini Enterprise eingeführt. Das heißt, jeder Mitarbeitende arbeitet nun zentral mit der KI-Plattform und wird auch in die Lage versetzt, eigenständig KI-Agenten zu entwickeln, die dann auch in der gesamten Organisation zum Einsatz kommen können.

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Johannes Rath, Innovationschef bei Signal Iduna

Johannes Rath, Innovationschef bei Signal Iduna

Johannes Rath, Innovationschef bei Signal Iduna.

(Bild: Saskia Uppenkamp / Signal Iduna)

Vertikal heißt: Wir haben schon im Jahr 2023 in der Krankenversicherung angefangen, einen sehr spezifischen Agenten aufzubauen.

Zunächst intern?

Genau, für unsere Belegschaft. Hintergrund: Es gab in den letzten Jahren eine hohe Steigerung von Leistungsabrechnungen in der Krankenversicherung. Sowas führt natürlich auch zu einem entsprechend erhöhten Serviceaufkommen bei den Versicherungen. Was daran am meisten Geld und Nerven kostete, war das Suchen und Warten: Kundinnen und Kunden hingen dann zum Beispiel immer länger in der Warteschleife. Und landeten vielleicht noch bei jemandem, der das Anliegen nicht vollständig lösen konnte. Bei hunderten verschiedenen Versicherungstarifen und tausenden Vertragsdokumenten kann das passieren.

Darum haben wir begonnen, einen eigenen Agenten mit unseren Krankenversicherungsdaten zu entwickeln und trainieren – über alle 600 Tarife hinweg. Das war enorme Arbeit, weil es auch um die Input-Qualität der Daten ging. Wir haben beispielsweise noch Tarife aus den Siebzigerjahren, die zwar als gescannte PDF vorliegen, aber maschinell nicht lesbar sind – und diese Tarife möchten Menschen heute noch behalten. Die Datenqualität der Scans war teilweise so schlecht, dass wir entschieden haben, Studierende zu engagieren, die die ältesten PDFs abgeschrieben haben.

Was bringt ein solcher Wissensagent für die Krankenversicherung überhaupt messbar?

Nachdem der Agent in die Anwendung gebracht wurde, reduzierte sich die Weiterleitungsrate – von einem Kundendienstmitarbeiter zum nächsten – von 27 Prozent auf 3 Prozent. Gleichzeitig ist die Bearbeitungsgeschwindigkeit um 37 Prozent gestiegen.

Die Ergebnisse waren richtig spürbar: Unser Net Promoter Score, eine Messgröße für die Kundenzufriedenheit, haben wir in dieser Phase Zeit verdoppelt. Das war das erste Mal, dass wir bei einem vertikalen Thema so einen deutlichen Effekt gesehen haben.

Und sind die Ergebnisse des Agenten zuverlässig – oder sehen Sie auch Halluzinationen?

Wir haben mittlerweile eine sehr gute Antwortqualität erreicht. Es bleibt wichtig, dass unsere eigenen Mitarbeitenden den Agenten trainieren und wir die Antwortqualität kontinuierlich verbessern.

Wie hoch ist die tatsächlich?

Mittlerweile bei mehr als 85 Prozent über alle Anfragen (einfach und komplex) hinweg. Wir haben stets einen „Human in the Loop“ im Prozess – also ein Mitarbeiter überprüft die Antwort der KI.

Interessant ist: Ohne den KI-Agenten ist die Antwortqualität bei sehr spezifischen Fragen oft noch deutlich schlechter – da sucht jemand gern auch mal 15 Minuten.

Unser Fazit: Künstliche Intelligenz übernimmt zunehmend Tätigkeiten, aber ersetzt nicht den Menschen selbst. Entscheidend bleiben weiterhin Erfahrung, Verantwortung und Urteilsvermögen. Und gerade in unserem Bereich: Fingerspitzengefühl und Ansprechbarkeit.

Sieht der Kunde schon etwas von der KI?

Nein. Den Agenten nutzen aktuell unsere Mitarbeitenden, um schneller Fragen zu beantworten, die Kundinnen und Kunden stellen.

Es geht also dann um Tarifdetails in ihren Verträgen? Also beispielsweise: „Wie viele Stunden Psychotherapie sind in meinem Tarif enthalten“?

Meist ist es komplizierter, aber ja. Normalerweise müssen Menschen dafür quer durch Dokumente suchen – das ist aufwendig und kostet Zeit, gerade bei komplexen Themen.

Kommen wir zum Thema Claims, also den Ansprüchen an einen Versicherer. Nutzen Sie KI schon für die Entscheidung im Schadensfall?

KI ist bereits heute integraler Bestandteil unserer Schadenregulierung. So setzen wir KI unterstützend in der Schadensaufnahme, -bearbeitung oder Betrugserkennung ein. Unser KI-Assistent liefert die datenbasierte Grundlage, der Mensch trifft die finale Entscheidung.

Für dieses Jahr haben wir uns das klare Ziel gesetzt, die KI-Integration weiter voranzutreiben auf dem Weg zu unserer langfristigen Vision: der ‚Zero-Touch Claim‘ mit einer vollautomatisierten Schadenabwicklung für das Service-Erlebnis in Echtzeit.

Stichwort Input – wo hakt es denn beispielsweise bei Rechnungen, die die Kunden einreichen?

Versicherung ist ein papierintensives Geschäft. Aber: Bei uns kommen mittlerweile mehr als 60 Prozent der Krankenversicherungsrechnungen digital rein. Die Input-Qualität entscheidet: Entweder läuft der Prozess anstandslos automatisiert durch oder es muss manuell nacherfasst werden. In Deutschland gibt es keinen Standard, wie eine Krankenversicherungsrechnung auszusehen hat. Wenn etwas manuell nacherfasst werden muss, dauert es länger: Dann ist ein Vorgang nicht an einem Tag abgeschlossen, sondern eher in einer Woche.

Liegt das auch schlicht an schlechten Scans?

Eher an der Unterschiedlichkeit der Dokumente. Deswegen haben wir für die bessere Input-Qualität KI nach vorn gesetzt. Entscheidend ist: Je besser die Datenqualität, desto besser laufen die KI-Agenten. In diesem Bereich steckt aus meiner Sicht noch sehr viel Potenzial.

Vertrieb ist für Versicherungen wichtig. Nutzen Sie KI auch dafür, passende Tarife zu finden?

Ja – der gesamte Vertrieb kann seit Beginn unsere KI-Lösungen nutzen. So können sich Vermittler mit diesen Tools besser auf Kundengespräche vorbereiten oder Tarifvergleiche anfertigen – wie zum Beispiel bei der Einführung unseres neuen Krankenversicherungs-Produktes. Wir reduzieren mit KI also Vorbereitungszeiten, damit sich unsere Vermittler um den Kunden kümmern können.

KI kann nicht nur Dokumente. Haben Sie Sprachgenerierungssysteme auf Kundenseite im Einsatz?

Wir machen gerade die ersten Proof-of-Concept-Fälle. Das halte ich für eines der spannendsten Produkte für die Versicherungs- und Finanzindustrie.

Proof of Concept ist ein wichtiges Stichwort. Bei KI wird viel experimentiert, was auch teuer ist. Die Frage ist dann, was letztlich an Anwendungsfällen im Alltag einer Firma bleibt.

Es wird viel über Use Cases geredet. Ich glaube, entscheidend ist aber tatsächlich der „Use“. Unser Ansatz ist: First Use, then Case. Das ist meiner Meinung nach die richtige Verwendung von KI in Unternehmen. Die KI-Plattform der Signal Iduna auf Basis von Gemini Enterprise haben wir „Co SI“ genannt. Unsere Mitarbeitenden können es auch nutzen, um E-Mails zusammenzufassen, Fragen zu beantworten – wie man ein GPT eben nutzt.

Das heißt – jemand muss jetzt erstmal im Unternehmen ständig schauen, was die Leute mit KI machen?

Genau. Wir beobachten, um zu verstehen, wie Mitarbeitenden diese Technologie nutzen. Das ist recht faszinierend, denn daraus entstehen die Cases, die wir später skaliert umsetzen. Hierfür haben wir über 110 „KI-Champions“ etabliert, die dezentral dabei helfen, KI zu nutzen und die richtigen Cases zu identifizieren. Man muss der Organisation also die Möglichkeit geben, KI-Fähigkeiten aufzubauen, ihren Wert zu erkennen und dann gezielt KI-Agenten zu bauen.

Dabei achten wir darauf, dass KI in der Breite genutzt wird – bevor aber ein KI-Agent entwickelt und skaliert wird, muss ein entsprechender Business Case vorliegen.

Sehen Sie in Ihrer Belegschaft auch Angst vor KI? Also dass Beschäftigte denken, dass man ihnen den Job wegnimmt?

In den kommenden zehn Jahren werden unser Unternehmen rund 30 Prozent der Mitarbeitenden altersbedingt verlassen. Wir sind demnach angehalten, zu handeln. Und das kommunizieren wir aktiv in unserer Belegschaft. Gleichzeitig haben wir eine Betriebsvereinbarung geschlossen, die bis Ende 2028 zusichert, dass wir keine betriebsbedingten Kündigungen in Verbindung mit der Implementierung von generativer KI aussprechen werden.

Um bei praktischen Anwendungen zu bleiben – welche KI-Agenten wollen Sie bauen?

Vertikal werden wir weitere „Spartenagenten“ bauen – in den Bereichen Krankenversicherung oder Autoversicherung beispielsweise – also dort, wo wir sehr spezifisch arbeiten. Und wir werden KI-Agenten bauen, die Friktion aus dem System nehmen: kleine Agenten, die die Arbeit insgesamt effizienter machen – zum Beispiel dort, wo Bürokratie Reibung erzeugt. Bei mühsamen und lästigen Aufgaben reduzieren wir mit aller Entschiedenheit. Also: Vertikales Wissen aufbauen und verbreiten – und horizontale Friktion abbauen.

Als letzte Frage – wo nutzen Sie persönlich KI, beruflich und privat?

Ich probiere immer wieder Produkte aus, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie KI funktioniert. Darunter natürlich Gemini, aber auch Perplexity und You.com. Aber ich nutze auch Eleven Labs, um besser zu verstehen, wie KI in Zukunft das Thema „Voice“ besetzen wird.


(bsc)



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Biwin Mini SSD im Test: Schneller Flash-Speicher im Kleinstformat


Klein ist sie, die Mini SSD: Sie misst gerade einmal 17 × 15 mm, etwa anderthalb mal so viel wie eine MicroSD-Karte. Bei der Geschwindigkeit orientiert sie sich jedoch an den ersten M.2-SSDs mit PCIe 3.0: Rund 3,5 GByte/s soll die SSD in der Spitze beim Lesen schaffen, beim Schreiben etwas weniger.

Noch gibt es kein Gerät mit einem passenden Steckplatz im Handel. Biwin zeigte die SSD auf der Elektronikmesse CES im Januar mit einem Vorserienmodell des Gaming-Tablets OneXPlayer und gab der SSD dort auch einen Namen: CL100. Es sollen Versionen mit 512 GByte sowie 1 und 2 TByte erscheinen. Für den Test lieferte Biwin einen USB4-Reader mit.




Alle Kontakte der SSD liegen auf der Unterseite, damit erinnert sie an eine übliche SIM-Karte. Der Reader führt das Design fort: Die SSD passt in eine kleine Schublade, die man mit dem bekannten SIM-Karten-Werkzeug oder einer aufgebogenen Büroklammer aus dem Reader herausschiebt.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Biwin Mini SSD im Test: Schneller Flash-Speicher im Kleinstformat“.
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