Datenschutz & Sicherheit
HIBP: Daten von rechtsextremer Dating-Plattform „WhiteDate“ aufgenommen
Die Dating-Plattform für weiße Rechtsextreme „WhiteDate“ wurde von einem Hacker mit dem Pseudonym „Martha Root“ ausgeforscht. Dabei konnte „Martha Root“ tausende Nutzerprofile einsehen und die Daten kopieren. Diese Daten sind nun beim Have I Been Pwned-Projekt gelandet, die Datenbank wuchs dabei um rund 6100 E-Mail-Adressen an.
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Vortrag auf dem 39C3
Die Webseiten und die vorgefundenen Daten betrachtet der Beitrag „39C3 – The Heartbreak Machine: Nazis in the Echo Chamber“ vom CCC-Kongress 2025.
Den Angriff auf die Webseiten und dort vorgefundenen Informationen beleuchtete „Martha Root“ zusammen mit der freien Journalistin Eva Hoffmann und dem Investigativreporter Christian Fuchs von „Die Zeit“ auf dem vergangenen Chaos Communication Congress 39C3. Die beiden Journalisten haben die Dating-Seite bereits zuvor für einen Artikel in „Die Zeit“ genauer unter die Lupe genommen. Der Hacker-Kongress stand unter dem Motto „Power Cycles“, unter dem der Umgang der Hackerszene mit dem autoritären Umschwung in der Tech-Szene thematisiert wurde.
.Nicht öffentlich durchsuchbar
Troy Hunt hat den Datensatz nun erhalten und der Have I Been Pwned-Datenbank hinzugefügt. Er erklärt dazu auf der HIBP-Webseite, dass die Daten als sensibel eingestuft wurden und daher nicht öffentlich durchsuchbar sind. Nach einem Log-in können Nutzerinnen und Nutzer nachschauen, ob ihre E-Mail-Adresse betroffen ist; angemeldete Nutzer können unter „Business“ auch ihre verwalteten Domains durchsuchen.
Die Daten umfassen sehr weitreichende Informationen der Betroffenen. Informationen zur physischen Statur gehören dazu, Einkommen, Bildung und sogar der Intelligenzquotient sind laut Hunt enthalten. Die eingestellten Fotos offenbaren aufgrund der EXIF-Daten oftmals weitere Informationen wie „echte“ geografische Lage. Da es bei der betroffenen Dating-Seite um „weiße, gute Gene, zum Erhalt der Blutlinie“ geht, finden sich zudem Informationen wie „Rasse“, Familienstruktur, Angaben zum Glauben sowie zur sexuellen Ausrichtung.
Gefilterte Informationen hat „Martha Root“ zudem auf der Webseite okstupid.lol – als Verballhornung der Dating-Seite OkCupid – zugänglich gemacht. Demnach war die IT-Sicherheitshygiene so miserabel gewesen, dass „sogar der AOL-Account deiner Oma rot würde“. Es herrsche auf WhiteDate ein „Geschlechtsverhältnis, das das Schlümpfe-Dorf wie eine feministische Utopie aussehen lasse“. Das Paywall-System war demnach so verwirrend, dass die Hacker nicht sicher sind, ob sie nun aus Versehen ein Timeshare in Sachsen erstanden haben.
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(dmk)