Künstliche Intelligenz
IT-Vorfall: Cybergang Rhysida erpresst Stadt Stuttgart
Die Cybergang Rhysida behauptet, bei der Stadt Stuttgart eingedrungen und aus den IT-Systemen sensible Dokumente kopiert zu haben. Die Online-Bande will ein Lösegeld erpressen. Stuttgart untersucht die Hinweise derzeit.
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Insgesamt lässt Rhysida auf dem Darknet-Auftritt derzeit einen siebentägigen Countdown herunterzählen. Solange stehen „exklusive, einzigartige und beeindruckende Daten“ der Landeshauptstadt Stuttgart zum Verkauf. Interessierte dürfen dafür 5 Bitcoin hinlegen, beim derzeitigen Kurs entspricht das rund 333.000 Euro. Die kriminellen Täter versprechen, die Daten nur einmal zu verkaufen, der oder die Käufer blieben die alleinigen Besitzer.
Auf der Detail-Seite im Darknet zu dem Rhysida-Angriff sind dann noch wenige, zudem stark herunterskalierte Aufnahmen von gescannten und fotografierten Dokumenten, Rechnungen und Faxen zu sehen. Der Umfang und die potenzielle Brisanz der Daten lassen sich daraus eher nicht herleiten.
Stadt Stuttgart untersucht
Auf Anfrage von heise online zu dem behaupteten Angriff bleibt ein Sprecher der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg eher schmallippig. „Die veröffentlichten Hinweise werden derzeit gemeinsam mit den zuständigen Stellen geprüft. Nach aktuellem Stand liegen der Landeshauptstadt Stuttgart keine Hinweise auf einen Cybervorfall vor. Weitere Angaben können mit Blick auf laufende Prüfungen derzeit nicht gemacht werden.“
Offenbar ist der Angriff begrenzt. Die Webseite der Stadt lässt sich weiter problemlos erreichen. Die Kommunikation ist ebenfalls möglich. Es scheinen auch keine Daten verschlüsselt worden zu sein, wie es bei früheren Ransomware-Angriffen noch üblich war.
Die Cybergang Rhysida ist schon seit Jahren aktiv, 2023 fiel ihr etwa die Nationalbibliothek British Library zum Opfer, die daraufhin jedoch mit wochenlangem Ausfall zu kämpfen hatte. Damals war noch das Verschlüsseln von Daten oft zu beobachten – wobei sich die Rhysida-Gang Anfängerfehler in der Umsetzung der Verschlüsselung leistete, wodurch südkoreanische IT-Forscher ein kostenloses Entschlüsselungstool entwickeln und bereitstellen konnten. Im vergangenen Jahr griff sie zudem die deutsche Welthungerhilfe an und entwendete auch dort Daten – damals forderte die Gang 20 Bitcoin, viermal so viel wie jetzt von Stuttgart.
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(dmk)
Künstliche Intelligenz
Google öffnet Android CLI für alle KI-Agenten
Google hat die stabile Version 1.0 von Android CLI veröffentlicht. Die Kommandozeilen-Schnittstelle lässt sich optional in Antigravity 2.0 integrieren, unterstützt Journeys, kann auf Android Studio zugreifen und ist dabei Agenten-agnostisch. Außerdem beherrscht sie neue Android-Skills und lässt sich über gängige Paketmanager installieren, was die Einrichtung deutlich erleichtern soll.
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Die auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz I/O 2026 vorgestellte Version 1.0 des Kommandozeilentools erhält Zugriff auf die Analyse- und Entwicklungswerkzeuge von Android Studio – dafür wird die Preview-Version Android Studio Quail benötigt. Dabei ist Android CLI 1.0 so konzipiert, dass es mit beliebigen KI-Agenten zusammenarbeitet. Folglich können nicht nur Google-Eigengewächse wie Gemini, sondern jetzt auch Claude Code oder OpenAI Codex Android-Studio-Funktionen wie statische Codeanalyse, semantische Symbolsuche, Compose-Preview-Rendering und Dependency-Version-Lookup direkt auf Kommandozeilenebene nutzen.

Installieren und loslegen: Android CLI ist jetzt optionaler Bestandteil von Google Antigravity 2.0.
(Bild: Google)
Eine weitere Neuerung in der stabilen Version 1.0: Sie lässt sich in Antigravity 2.0 integrieren, was Googles agentische Entwicklungsplattform in die Lage versetzt, Aufgaben wie Projektgenerierung oder Deployment automatisiert auszuführen. Verbindendes Element ist ein optionales Android-Bundle, das Android CLI inklusive dazugehöriger Skills enthält. Installiert wird es wahlweise während des Antigravity-Onboardings oder später in den Einstellungen.
Einfache UI-Tests
Neu sind auch die Journeys von Android CLI. Damit muss man nicht mehr jede Nutzerinteraktion einzeln in der Konsole definieren. Stattdessen genügt es, in Worten zu beschreiben, was innerhalb einer App passieren soll. Auch komplexere Befehlsfolgen wie „Öffne die App, gehe zum Warenkorb und klicke auf Checkout“ werden verstanden.
Zusätzliche Unterstützung erhalten Android-Entwicklerinnen und -Entwickler durch sieben neue Android-Skills wie Migration to CameraX, Perfetto SQL und Testing setup, die sich per Kommandozeile einbinden lassen.
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Installieren lässt sich Android CLI nun auch über die Paketmanager apt-get, WinGet und Homebrew. Entwicklerinnen und Entwickler, die die Kommandozeilen-Schnittstelle bereits verwenden und auf Version 1.0 umsteigen wollen, erledigen das mit android update.
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(mro)
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Motorrad Yamaha R9: Sportlicher Dreizylinder im Test
Um das gleich im Vorfeld zu klären: Die Yamaha R9 kann und will das Superbike R1 nicht ersetzen. Auch wenn sie der legendären R1, die ohne Straßenzulassung nur noch für den Rennstreckenbetrieb erhältlich ist, zum Verwechseln ähnlich sieht, liefert die R9 81 PS weniger Höchstleistung. Ob sie dennoch als echte Sportlerin gelten darf, wollen wir im Test klären.
(Bild: Sebastian Bauer )
Bewährter Dreizylinder
Nachdem die Kategorie der teuren Supersportler mit Reihenvierzylinder und 600 cm³ Hubraum fast ausgestorben war und die Superbikes mit einem Liter Hubraum sich nur noch in winzigen Stückzahlen verkauften, kamen die Hersteller auf die Idee, erschwingliche Sportler in der Mittelklasse anzubieten. Aus Kostengründen erhielten sie Großserienmotoren mit moderater Leistung und mussten auf High-End-Fahrwerke verzichten.
- 87,5 kW und 93 Nm aus 890 cm³
- Leergewicht 195 kg
- Stärken: Agiler, Motor, Fahrwerk und Bremsen, sparsam
- Schwächen: Zahlendarstellung im Display zu klein
Die Rechnung ging auf, die Kunden griffen eifrig zu. Die Yamaha R7 zum Beispiel erfreute sich rasch großer Beliebtheit, weil sie mit nur 73 PS viel Spaß bescherte. Jetzt geht Yamaha einen Schritt weiter und nimmt den bewährten Dreizylindermotor mit 119 PS aus der MT-09 und steckt ihn in den leichtesten Aluminiumrahmen, den sie je für einen Sportler gebaut haben: Er wiegt nur 9,7 kg. Umso unverständlicher, dass sie ihn in tristem Schwarz lackiert haben.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Motorrad Yamaha R9: Sportlicher Dreizylinder im Test“.
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SpaceX drängt mit Milliardenverlusten an die Börse
Vor dem geplanten Rekord-Börsengang von SpaceX zeigen frisch veröffentlichte Zahlen, dass die Weltraumfirma von Tech-Milliardär Elon Musk Milliardenverluste schreibt. So gab es 2025 rote Zahlen von rund 4,94 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden Dollar (16 Milliarden Euro). Ein Grund für das Minus sind die hohen Kosten für die Entwicklung der großen Starship-Rakete.
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An großen und gewagten Plänen fehlt es Musk nicht: Er will den Mars besiedeln, spricht von einer Stadt auf dem Mond und von KI-Rechenzentren im All. Der Multimilliardär setzt darauf, dass Investoren an seine Visionen glauben werden: SpaceX will bei dem Börsengang Medienberichten zufolge eine Bewertung von rund zwei Billionen Dollar anstreben. Mit demnach erhofften Erlösen von bis zu 80 Milliarden Dollar wäre es der mit Abstand größte Börsengang.
Angaben von SpaceX dazu wird es erst später geben. Der Börsengang wird laut Medienberichten für Mitte Juni angepeilt. SpaceX hatte die Aktienplatzierung zunächst vertraulich beantragt, ohne Geschäftszahlen vorzulegen.
Musk hat die Kontrolle
Tech-Milliardär Musk kontrolliert SpaceX dem Börsenprospekt zufolge mit einem Stimmrechtsanteil von gut 85 Prozent. Grundlage dafür sind Aktien mit mehr Stimmrechten. Laut dem Prospekt wird Musk auch nach dem Börsengang das Sagen haben. Musk ist Chef von SpaceX – und auch des Elektroautobauers Tesla. Aktien der beiden Unternehmen sind die Basis für sein Vermögen, das ihn zum mit Abstand reichsten Menschen der Welt macht. Der Finanzdienst Bloomberg schätzt sein Vermögen aktuell auf rund 667 Milliarden Dollar.
Raketen und KI
SpaceX spielt mit seinen Raketen eine Schlüsselrolle für das amerikanische Raumfahrtprogramm. Das Unternehmen betreibt zudem den Satelliten-Internetdienst Starlink. Musk brachte in SpaceX auch seine KI-Firma xAI samt der Online-Plattform X ein. Der Konzern wurde bei dieser Fusion laut Medienberichten insgesamt mit 1,25 Billionen Dollar bewertet.
Zudem wurden weitere Details zum SpaceX-Geschäft erstmals bekannt: Im ersten Quartal dieses Jahres schrieb SpaceX einen Verlust von 4,28 Milliarden Dollar bei rund 4,7 Milliarden Dollar Umsatz. Starlink ist ein zentraler Geldbringer: Im ersten Quartal stammten aus dem Geschäft mit Satelliten-Internet Erlöse von 3,26 Milliarden Dollar. Starlink hat inzwischen rund 10,3 Millionen Kunden in 164 Ländern.
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In die Riesen-Rakete Starship investierte SpaceX insgesamt mehr als 15 Milliarden Dollar. SpaceX geht davon aus, dass die Rakete nach Abschluss aller Tests im zweiten Halbjahr kommerzielle Flüge machen kann. Sie soll die Kosten für die Beförderung ins All deutlich senken. Mit Starship sollen auch Starlink-Satelliten in die Umlaufbahn gebracht werden, mit denen Internet aus dem All direkt auf Smartphones nutzbar wird. Die KI-Firma Anthropic, die sich jüngst ein ganzes Rechenzentrum von SpaceX mietete, zahlt dafür 1,25 Milliarden Dollar im Monat. Der Deal läuft vorerst bis Mai 2029.
Rechenzentren im All
Jüngst gab Musk bekannt, dass xAI kein eigenständiges Unternehmen mehr sei, sondern seine KI-Produkte wie den Chatbot Grok unter der Marke SpaceXAI vermarkten werde. Der Multimilliardär stellt für die Zukunft KI-Rechenzentren im All in Aussicht. Die Idee dahinter ist, dass die Sonne dort viel Energie liefern kann und die Kühlung im All einfacher ist. Skeptiker verweisen allerdings auf Probleme wie die erheblichen Aufbaukosten sowie die Strahlung, die Schaltkreise beschädigen könne.
(olb)
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