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UX/UI & Webdesign

KI-Texte erhalten ein Wasserzeichen. Verstärkt das aber wirklich den Wert von von Menschen geschriebenen Texten? › PAGE online


Anthropic versieht KI-generierte Texte künftig mit unsichtbaren Wasserzeichen, während ShieldFont Texte vor dem Training durch Sprachmodelle schützen will. Gleichzeitig zeigt eine neue Studie: Menschliche Texte unterscheiden sich von KI-generierten nicht nur im Stil, sondern auch in ihrer grundlegenden Struktur.

KI-Texte erhalten ein Wasserzeichen. Verstärkt das aber wirklich den Wert von von Menschen geschriebenen Texten? › PAGE onlineAnthropic will neuere Claude-Modelle mit unsichtbaren Wasserzeichen versehen, die maschinell ausgelesen werden können. Gleichzeitig arbeitet ein Designprojekt daran, menschlich geschriebene Texte vor dem Zugriff automatisierter Scraper zu schützen, indem es den Text im Quellcode gezielt verändert.

Auf den ersten Blick stehen sich diese beiden Entwicklungen gegenüber. Die eine markiert KI-generierte Inhalte, die andere versucht, menschliche Inhalte vor KI-Systemen zu schützen. Gemeinsam zeigen sie jedoch, wie sehr sich die Frage verändert, woher ein Text eigentlich stammt und wem er gehört.

Wenn KI-generierte Texte ein unsichtbares Label bekommen

Anthropic hat sich im Rahmen des EU AI Act verpflichtet, KI-generierte Inhalte zu kennzeichnen. Für neue Claude-Modelle, die seit dem 2. August 2026 in der EU eingeführt werden, soll diese Kennzeichnung bereits zum Start integriert sein. Bei Texten setzt Anthropic dafür auf ein unsichtbares Wasserzeichen, bei unterstützten Dateien zusätzlich auf signierte Herkunftsinformationen nach dem C2PA-Standard.

Das Wasserzeichen soll direkt in den Text eingebettet sein. Für Menschen bleibt es unsichtbar und soll weder Lesbarkeit noch Bedeutung verändern. Gleichzeitig kann es beim Kopieren und Einfügen erhalten bleiben und unabhängig davon funktionieren, über welches Claude-Produkt der Text erzeugt wurde.

Damit entsteht eine Art unsichtbare Herkunftsmarkierung. Ein Text kann künftig also Informationen darüber tragen, dass Claude an seiner Entstehung beteiligt war, ohne dass Leser:innen diese Information unmittelbar sehen.

Ganz eindeutig ist diese Kennzeichnung allerdings nicht. Anthropic selbst weist darauf hin, dass ein erkanntes Wasserzeichen lediglich ein Signal dafür ist, dass Inhalte mit Claude verarbeitet wurden. Das bedeutet nicht automatisch, dass Claude auch der ursprüngliche Autor war. Ein Mensch kann einen eigenen Text beispielsweise mit Claude übersetzen, zusammenfassen oder korrigieren lassen.

Umgekehrt bedeutet ein fehlendes Wasserzeichen nicht, dass ein Text garantiert ohne KI entstanden ist. Ältere Modelle werden erst nach und nach unterstützt, und starke Bearbeitung, Paraphrasierung oder Übersetzung können das Signal verändern oder unkenntlich machen.

Die Frage ist damit weniger, ob sich KI-Texte eindeutig erkennen lassen. Es geht vielmehr darum, zusätzliche Hinweise auf ihre Herkunft zu schaffen.

Wenn Menschen anfangen, ihre Texte vor KI zu verstecken

Während Anthropic KI-generierte Inhalte kennzeichnen will, verfolgt ShieldFont die umgekehrte Richtung. Das von der brasilianischen Kreativagentur Seneda & Abrucio, der dänischen Foundry PlayType und weiteren Beteiligten entwickelte System soll Texte vor automatisierten Scraping-Systemen schützen.

Das Prinzip ist ungewöhnlich: Für Menschen sieht der Text vollkommen normal aus. Im HTML-Quellcode werden bestimmte Wörter jedoch durch andere ersetzt. Aus »The knight rode his horse into battle« wird für einen automatisierten Scraper beispielsweise »The knight rode his engine into battle«.

Möglich wird das durch eine typografische Technik, die eigentlich für sogenannte Ligaturen verwendet wird. Dabei werden Zeichenkombinationen durch einen einzelnen Glyphen ersetzt. ShieldFont nutzt dieses Prinzip jedoch nicht für einzelne Buchstaben, sondern für ganze Wörter.

Das Ziel ist nicht, Menschen das Lesen zu erschweren, sondern Sprachmodelle mit absichtlich verfälschten Daten zu konfrontieren. Denn wenn ein LLM große Mengen solcher Texte verarbeitet, entstehen aus Sicht der Entwickler:innen schlechtere Trainingsdaten.

Dabei werden nicht einfach beliebige Wörter ausgetauscht. ShieldFont arbeitet mit Regeln, welche Wörter verändert werden dürfen und welche nicht. Pronomen, Artikel, Präpositionen, Verneinungen und verschiedene Formen von »sein«, »haben« und »tun« bleiben beispielsweise unangetastet. Stattdessen werden unter anderem Substantive, Verben, Adjektive und Adverbien verändert. Auch Datumsangaben und Zahlen können betroffen sein.

In Tests wurden laut den Entwickler:innen mehr als 90 Prozent der damit versehenen Inhalte von Bot-Qualitätsfiltern abgelehnt. Bei den verbleibenden Inhalten enthielten 19,4 Prozent eine falsche Bedeutung.

Das System ist allerdings nicht unsichtbar für jede Form des automatisierten Zugriffs. Ein Scraper könnte beispielsweise einen Screenshot der Seite erstellen und den Text anschließend per Bilderkennung auslesen. Genau das ist Teil der Idee: Der Zugriff wird nicht unmöglich, sondern aufwendiger und damit teurer.

Gleichzeitig entstehen neue Probleme. Suchmaschinen können den verfälschten Text indexieren, und auch Übersetzungstools, Screenreader oder Copy-and-paste-Funktionen können die Ersatzwörter ausgeben. ShieldFont eignet sich deshalb nicht automatisch für jede Art von Website.

Nicht nur die Wörter verraten, wer geschrieben hat

Parallel zu diesen technischen Markierungen stellt sich eine andere Frage: Kann man überhaupt erkennen, ob ein Text von einem Menschen oder einer KI stammt, ohne nach einem unsichtbaren Wasserzeichen zu suchen?

Eine aktuelle Forschungsarbeit versucht genau das. Die Studie STORYSCOPE untersucht nicht primär einzelne Wörter oder typische Formulierungen, sondern die grundlegende Struktur von Geschichten. Dafür wurden 10.272 Schreibprompts jeweils von menschlichen Autor:innen und fünf verschiedenen Sprachmodellen bearbeitet: Claude, DeepSeek, Gemini, GPT und Kimi. Insgesamt entstanden 61.608 Geschichten mit jeweils rund 5.000 Wörtern.

Untersucht wurden dabei 304 Merkmale pro Geschichte, unter anderem Entscheidungen zur Handlung, zu Figuren und zur zeitlichen Struktur. Das Ergebnis: Auch ohne klassische stilistische Merkmale ließen sich menschliche und KI-generierte Geschichten mit einer Genauigkeit von 93,2 Prozent unterscheiden.

Der entscheidende Unterschied liegt laut Studie weniger in einzelnen Wörtern als in der Art, wie Geschichten konstruiert werden. KI-generierte Geschichten neigten stärker dazu, Themen zu erklären und Handlungen geradlinig und ordentlich aufzubauen. Menschliche Texte zeigten dagegen mehr moralische Ambivalenz bei den Entscheidungen ihrer Figuren und eine komplexere zeitliche Struktur, etwa durch Rückblenden und nichtlineares Erzählen.

Besonders interessant ist dabei die Verteilung: Die KI-generierten Geschichten verschiedener Modelle lagen in einem relativ ähnlichen Bereich des sogenannten narrativen Raums. Menschliche Geschichten waren dagegen vielfältiger.

Das Problem mit dem Durchschnitt

Genau hier wird die Diskussion über KI-Texte auch für die Kreativbranche interessant. Sprachmodelle sind darauf ausgelegt, aus vorhandenen Mustern wahrscheinliche nächste Wörter und Strukturen zu erzeugen. Das macht sie schnell, effizient und zuverlässig. Es kann aber auch dazu führen, dass ihre Ergebnisse näher am Durchschnitt liegen.

Die Studie zeigt diesen Effekt nicht als einfache Aussage »Menschen schreiben kreativ, KI nicht«. Dafür ist die Realität zu komplex. Sie macht aber sichtbar, dass menschliche Texte offenbar nicht nur durch bestimmte Formulierungen von KI-Texten abweichen. Auch die Entscheidungen dahinter können sich unterscheiden.

Und genau diese Entscheidungen sind für kreative Arbeit relevant. Eine ungewöhnliche Perspektive, eine widersprüchliche Figur, ein unerwarteter Aufbau oder eine bewusst offene Aussage entstehen nicht unbedingt aus dem Wunsch, die statistisch wahrscheinlichste Fortsetzung zu wählen.

Während KI also immer besser darin wird, Inhalte in großem Maßstab zu produzieren, könnte gerade das Ungewöhnliche an menschlicher Arbeit an Bedeutung gewinnen.

Zwischen Kennzeichnung und Schutz

Damit entstehen gerade zwei neue Ebenen im Umgang mit KI-generierten Inhalten. Auf der einen Seite steht die Forderung nach Transparenz: Wenn KI einen Text erstellt, soll sich diese Herkunft zumindest technisch nachvollziehen lassen. Auf der anderen Seite steht der Wunsch von Kreativen und Publishern, ihre eigenen Inhalte vor der ungefragten Verwendung durch KI-Systeme zu schützen.

Beides ist Teil desselben größeren Problems. Inhalte werden zunehmend von Maschinen verarbeitet, erzeugt und bewertet. Dadurch wird ihre Herkunft zu einer Information, die nicht mehr selbstverständlich sichtbar ist.

Ein Wasserzeichen kann dabei helfen, die Herkunft eines Textes zu markieren. Ein System wie ShieldFont versucht, den Zugriff auf einen Text zu kontrollieren. Und die STORYSCOPE-Forschung zeigt, dass menschliche Texte möglicherweise auch jenseits solcher technischen Markierungen charakteristische strukturelle Eigenschaften besitzen.



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Wenn mal was schiefgeht – Versicherungen für Designer:innen › PAGE online


Wie schützt man sich, ohne in Beitragszahlungen zu ertrinken? Welche Policen sind für Kreative echt wichtig – und welche eher Geldverschwendung? PAGE gibt einen Überblick, um auf das Thema Versicherungen aufmerksam zu machen.

Wenn mal was schiefgeht – Versicherungen für Designer:innen › PAGE online
Versicherung Icons erstellt von Magnific – Flaticon

»Ich habe eine private Haftpflicht, das reicht mir«, »meine AGB schützen mich vor allen Regressansprüchen«, »gegen Fehler im Druck oder Urheberrechtsfallen kann man sich als Designer:in sowieso nicht sinnvoll absichern.«

Das sind drei weit verbreitete Glaubenssätze in der Designszene – und sie stimmen so nicht. Wer als Freelancer:in oder Studio-Gründer:in kreativ arbeitet, bewegt sich täglich zwischen knappen Deadlines, teuren Produktionsauflagen und komplexen Lizenzrechten. Und die private Haftpflicht winkt bei beruflichen Fauxpas nur müde ab, und AGB halten vor Gericht selten das, was man sich von ihnen verspricht.

F**k! Kaffee auf dem Mac – oder 50.000 falsche Flyer

Man stelle sich vor: Freitagabend, 17:30 Uhr. Die Druckdateien für eine neue Verpackungslinie liegen bei der Druckerei, die Kampagnen-Assets sind freigegeben. Doch am Montag geht’s dann los: Ein Zahlendreher im EAN-Code der frisch gestalteten Joghurtbecher-Etiketten. Die komplette Charge von 50.000 Bechern ist unlesbar für (Supermarkt-)Scanner und wandert direkt in den Müll. Möglicher geschätzter Schaden: 18.000 Euro. Und als wäre das nicht genug, fordert der Kunde Schadensersatz für den verzögerten Verkaufsstart.

Szenarien wie dieses klingen nach einem wahrlich albtraumhaften Drehbuch für selbstständige Grafik-, UI/UX- oder Brand-Designer:innen. Glücklicherweise geschieht so etwas nicht jeden Tag, ausschließen kann man es jedoch nicht. Und Szenarien gibt es zu genüge, das wissen erfahrene Freelancer:innen nur zu gut. Dennoch haben nicht alle auf dem Schirm, was die versicherungstechnische Grundabdeckung beinhalten sollte.

Ob es der klassische Tippfehler in der Druckdatei ist, das aus Versehen nicht lizenzierte Stock- oder nicht richtig gekennzeichnete KI-Foto auf dem Key-Visual, der verschüttete Espresso über dem Prototyp-Prozessor des Kunden oder ein Cyberangriff, der Kundendaten offenlegt: Wer kreativ arbeitet, trägt Verantwortung. Und wo Verantwortung liegt, lauern auch finanzielle Risiken.

Die meisten Kreativen starten in die Selbstständigkeit mit viel Leidenschaft, gutem Werkzeug und einem gesunden Optimismus. Das Thema Versicherungen wird dabei manchmal gerne verdrängt. Es gilt als trocken, kompliziert und vor allem teuer.

Aber während ein kaputtes iPad schon mal aus der eigenen Tasche ersetzt werden kann, reichen Sach- oder Vermögensschäden im Fünf- bis Sechsstelligen schnell aus, um eine noch so erfolgreiche Freelance-Existenz über Nacht zu vernichten. Was gehört also zwingend in den Werkzeugkasten von Designer:innen – und was könnte Geldverschwendung sein?*

Must-haves – der existenzielle Schutzschirm

Wer als Designer:in selbstständig ist, haftet im Ernstfall mit dem gesamten privaten Vermögen. Deshalb geht es bei den Pflichtversicherungen schlichtweg um Existenzsicherung. Zwei Säulen sind für alle Freelancer:innen im Designbereich unverzichtbar.

1) Die KSK

Bevor wir über Haftpflichten sprechen, stehen der Schutz der eigenen Gesundheit und Vorsorge an erster Stelle. Für freiberufliche Designer:innen in Deutschland ist die Künstlersozialkasse (KSK) das wohl mächtigste Werkzeug. Die KSK ist aber keine eigene Krankenkasse, sondern agiert wie ein virtueller Arbeitgeber. Sie übernimmt 50 Prozent der Beiträge zur gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Die andere Hälfte zahlt man selbst – genau wie eine angestellte Person. Aber nicht jeder wird aufgenommen. Man muss nachweisen, dass man künstlerisch oder publizistisch tätig ist und damit seinen Hauptlebensunterhalt bestreitet. Graphic Designer, Illustratorinnen, UI/UX-Designer oder Webdesignerinnen fallen in der Regel darunter. Die KSK ist das fundamentale Sicherheitsnetz für alle selbstständigen Kreativen.

2) Die Berufshaftpflicht (inklusive Vermögensschadenhaftpflicht)

Viele Freelancer:innen wiegen sich mit ihrer privaten Haftpflichtversicherung in trügerischer Sicherheit. Dabei schließen private Policen jegliche beruflichen Tätigkeiten kategorisch aus. Wenn im Job etwas schiefgeht, steht man ohne Schutz da. Um diesem Risiko vorzubeugen, teilt sich eine professionelle Absicherung für Kreative in zwei entscheidende Komponenten.

Die erste Komponente ist die Berufshaftpflicht, die bei Sach- und Personenschäden einspringt. Sie sichert Risiken ab, wenn physisch etwas zu Schaden kommt. Der typische Klassiker im Designer:innen-Alltag: Bei einer Präsentation im Headquarter des Kunden stößt man ungeschickt den Espresso über den Prototyp-Laptop des Art Directors, oder ein Besucher stolpert im eigenen Studio über ein unachtsam verlegtes Kabel.

Dann gibt es noch die zweite Komponente: die Vermögensschadenhaftpflicht. Anders als beim Handwerker geht es bei Designer:innen selten um zerbrochene Scheiben, sondern fast immer um reine finanzielle Verluste, die dem Kunden durch die eigene Arbeit entstehen. Die Stolperfallen im Arbeitsalltag sind vielfältig. Eine unbedacht genutzte Schriftart oder ein Stock-Foto ohne passende Lizenz können teure Abmahnungen und Urheberrechtsklagen nach sich ziehen. Auch Druckfehler – etwa ein kleiner Zahlendreher in der IBAN auf 100.000 Flyern oder falsche Farbprofile – führen schnell zu Nachdruckkosten im vier- bis fünfstelligen Bereich. Verursacht ein Frontend-Bug kurz vor dem Black Friday den Ausfall eines Online-Shops, drohen zudem Klagen auf entgangene Gewinne. Und so weiter. Und so weiter.

Ein entscheidender Zusatznutzen einer guten Vermögensschadenhaftpflicht liegt in ihrer Funktion als »passiver Rechtsschutz«. Wird eine Schadensersatzforderung gestellt, prüft die Versicherung zuerst, ob der Anspruch rechtlich überhaupt begründet ist. Unberechtigte Forderungen wehrt sie auf eigene Kosten ab – falls nötig auch vor Gericht. Erst wenn feststeht, dass der Fehler tatsächlich beim Designer oder der Designerin lag, übernimmt sie die Schadenssumme.

Wann Zusatzschutz Sinn macht

Als nächstes geht es um Risiken, die stark vom individuellen Setup, dem Lebensalter und der täglichen Arbeitsweise abhängen. Hier bewegen wir uns im Bereich der optionalen Absicherungen, die das berufliche Risikomanagement abrunden können.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die wohl wichtigste persönliche Vorsorge ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Kreative unterschätzen oft, wie physisch und mental belastend der Berufsalltag vor dem Bildschirm und in Kombination mit verschiedensten Lebenssituationen sein kann. Es sind eher selten Unfälle, die zum Ausfall führen, sondern oft auch psychische Überlastungen wie Burnout oder beispielsweise chronische Haltungsschäden. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sichert das monatliche Einkommen, wenn die eigene Arbeitskraft längerfristig wegfällt. Da die Beiträge mit steigendem Eintrittsalter und Vorerkrankungen deutlich steigen, lohnt sich der Abschluss idealerweise so früh wie möglich – sprich bei Beginn der Selbstständigkeit beziehungsweise in jungen Jahren.

Rechtsschutzversicherung

Eine weitere Überlegung wert ist die gewerbliche Rechtsschutzversicherung (oft auch Firmen- oder Berufs-Rechtsschutz für Selbstständige genannt). Kurzer Exkurs zum Begriff »gewerblich«: Als freiberufliche:r Designer:in (Graphic, UI/UX, Motion etc.) ist man im Sinne des Steuer- und Gewerberechts kein Gewerbetreibender, sondern übt einen freien Beruf aus. Man benötigt keinen Gewerbeschein und zahlt keine Gewerbesteuer. Das Wort »gewerblich« ist in diesem Kontext reine Versicherungssprache.

Der Rechtsschutz hilft also, wenn Freie selbst die Interessen durchsetzen müssen. Das klassische Szenario betrifft säumige Auftraggeber: Ein Kunde verweigert nach monatelanger Arbeit grundlos die Zahlung des vereinbarten Honorars oder nutzt Entwürfe weiter, obwohl der Vertrag gekündigt wurde. Der Rechtsschutz übernimmt in solchen Fällen das finanzielle Risiko von Anwalts- und Gerichtskosten, damit man nicht aus Angst vor hohen Verfahrenskosten auf sein gutes Recht verzichten muss.

Inhalts- und Equipment-Versicherung

Zudem spielt für viele Studio-Inhaber:innen und mobil arbeitende Freelancer:innen die Inhalts- und Equipment-Versicherung eine Rolle. Das Arbeitswerkzeug moderner Designer:innen – vom leistungsstarken MacBook Pro über spezialisierte Render-Rigs bis hin zur hochwertigen Kameraausstattung für Content-Produktionen – summiert sich schnell auf fünfstellige Beträge. Eine spezialisierte Elektronik- oder Inhaltsversicherung deckt Schäden durch Diebstahl, Feuer oder Wasser ab. Gute Policen schützen das Equipment dabei nicht nur im heimischen Studio, sondern auch weltweit unterwegs im Workspace, beim Kunden oder auf Reisen. Für Fotograf:innen oder Content Creators, die sehr teures Equipment verwenden, beispielsweise eine absolute Empfehlung!

Checkt eure Situation und Versicherungen

Versicherungen sind für Kreative ein betriebswirtschaftliches Werkzeug! Wer sich selbstständig macht, sollte das Thema weder aus Angst vor Bürokratie verdrängen noch sich aus Panik überversichern. Die Kunst besteht darin, existenzbedrohende Risiken konsequent auszulagern sowie alltägliche Kleinschäden selbst zu tragen.

Was also die berufliche Existenz oder das gesamte Ersparte kosten kann – wie eine Klage wegen Urheberrechtsverletzung, ein teurer Produktionsfehler oder eine schwere Krankheit –, gehört abgesichert. Kleinere Schäden wie ein gesprungenes Smartphone-Display lassen sich hingegen oft entspannter aus dem eigenen Puffer begleichen, statt monatlich teure Beitragsraten zu zahlen. Mit der richtigen Kombination aus KSK und einer maßgeschneiderten Berufshaftpflicht steht das Fundament bereits zum Großteil.

Und noch ein Tipp zum Schluss: Es lohnt sich, einen jährlichen Policen-Check durchzuführen und die Deckungssummen gegebenenfalls regelmäßig anzupassen. Wenn zum Beispiel ein Studio wächst, man Angestellte beschäftigt oder deutlich höhere Projektvolumina betreut, muss eventuell auch der Versicherungsschutz mitwachsen.

Passend zum Thema: Vorsicht vor Scheinselbstständigkeit 

Passend zum Artikel: KI professionell nutzen & rechtlich auf der sicheren Seite bleiben

*Anm. d. Red.: Der Artikel stellt keine offizielle Rechtsberatung dar. Es gibt zum Beispiel eine Rechts- und Steuerberatung für Mitglieder beim BDG – Berufsverband Kommunikationsdesign.



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Vector stelt seine Weichen neu – mit einem Redesign von Zeichen & Wunder › PAGE online


Vector ist ein Stuttgarter Softwarespezialist mit 4.500 Angestellten. In Zeiten von KI und Cloud-Technologien erweitert das Unternehmen seine globale Ausrichtung – und das mit einem eindrucksvoll überarbeitetem Erscheinungsbild von Zeichen & Wunder, das so klar wie komplex ist.

Vector stelt seine Weichen neu – mit einem Redesign von Zeichen & Wunder › PAGE online

Der Stuttgarter Softwarespezialist Vector baut im Zuge eines umfassenden Strategieprogramms seine Position als führender Tool- und Softwareexperte weiter aus.

Dazu gehört, dass er sich auch außerhalb des Automotive-Umfeld positioniert und international auch Branchen wie MedTech, Aerospace, Industrial, Agriculture und Railway in den Blick nimmt.

Und das alles mit einem neuen Markenauftritt von der Münchner Branding- und Designagentur Zeichen & Wunder, die Vectors globale Neuausrichtung mit einem Redesign begleitet, das eng mit der internen Strategie verbunden ist.

Dazu gehört, dass die Kreativen das Unternehmen bei der Markenstrategie beraten haben, das Markendesign weiterentwickelten und die Implementierung begleiteten.

So entstand eine »Marke als Kompass«, die die Umgestaltung des Softwarespezialisten visualisiert.

Prägnant und leuchtend

Im Mittelpunkt des Redesigns steht das Logo, das signifikant überarbeitet wurde, dessen Wiedererkennbarkeit aber dabei erhalten blieb.

Ganz in Rot ist es jetzt gehalten und zwar in einem helleren und leuchtenderen Ton. Darüber hinaus wurde nicht nur die Farbe, sondern es wurden auch die Proportionen zwischen Schrift und dem Vector Arrow, der Richtung Zukunft zeigt, ausgeglichen.

Gleichzeitig bilden das V des Markennamens und das des Arrows jetzt eine Einheit.

Die Schrift wurde individuell überarbeitet, die einzelnen Buchstaben wirken klarer und prägnanter. Gleichzeitig wurde, wie es von Zeichen und Wunder heißt, auf eine unkomplizierte Lizenzierung und eine einfache, internationale Anwendung geachtet.

Abstraktes sichtbar machen

Das Vector-Rot wurde durch eine zweite Farbwelt ergänzt. Kühle Blau- und Grautöne unterstreichen das Technische der Marke, dynamische Farbverläufe bringen Bewegung und Wärme in das Erscheinungsbild.

Gleichzeitig werden so die Gestaltungsmöglichkeiten erweitert, die durch ein flexibles Layoutraster und modulare Gestaltungselemente zusätzlich unterstützt werden.

Ein Schwerpunkt lag zudem auf der Visualisierung der komplexen Softwareprodukte von Vector.

Stilisierte technische Darstellungen ziehen sich durch den Markenauftritt: halbtransparente Automodelle, deren technologischen Elemente durch schwebende Rauten visualisiert werden, die sich auch in anderen Darstellungen der Softwarearchitekturen finden.

Dazu zeigen feinlinige Icons wie Pfeile, die direkt in die Mitte treffen, Köpfe, in denen sich Zahnräder drehen oder Laptops, denen ein Licht aufgeht.

Agiler Arrow – und AI

Die Bildwelten hingegen erzählen von Schnellzügen und VR-Technologie, alles ist dynamisch in in Bewegung und Richtung Zukunft ausgerichtet.

Das unterstreicht auch der Vector Arrow, der in allen Bereichen des Markenauftritts ein Eigenleben führt. Und das alleinstehend als Bildmarke und in den verschiedenen Größen, überlebensgroß und bildfüllend, klein und agil und dabei immer mit innovativer Schubkraft versehen.

Bei alledem wurde auch AI eingesetzt, »von der Exploration erster Ideen bis zur Ausarbeitung von Bildsprache, CGI, Ikonografie und Layout«, wie es von Zeichen & Wunder heißt, die als AI-ready Brand Rules gleichzeitig die Grundlage für eine AI-gestützte Markenanwendung bilden.

Aber auch für ein paar augenzwinkernde Details haben sich die Kreativen Zeit genommen: ein Pixel-Dino ist auf Sticker und Pins zu finden, dazu kommen Blitze und auch ein »Taschakka« und die Feststellung: »I’m a Vectorian«.




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Warum das Design Tagebuch deine Unterstützung braucht – Design Tagebuch


Seit vielen Jahren ist das Design Tagebuch ein Ort, an dem Kommunikationsdesign nicht nur gezeigt, sondern auch eingeordnet, hinterfragt und diskutiert wird. Ein Ort, an dem eine gepflegte Streit- und Debattenkultur nicht bloß erwünscht, sondern gelebte Praxis ist. In einer Zeit, in der öffentliche Diskussionen zunehmend verrohen und differenzierte Auseinandersetzung seltener wird, ist das keine Selbstverständlichkeit – sondern etwas, das bewahrt werden muss. Hierfür möchte ich werben.

Frei zugänglich – aber nicht kostenlos zu betreiben

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459 Mitglieder tragen das dt

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Die gefährlichste Erfindung der Welt Dr. Ulf Sölter | Esther Klippel M.A. Kuratiert vom Gutenberg-Museum Mainz Bildquelle: Verlag Hermann Schmidt

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Weshalb das dt fördern? Das Design Tagebuch ist nicht nur Bewegungsradar für Redesigns, von Logos, visuellen Erscheinungsbildern, Markenauftritten oder Websites, sondern darüber hinaus ein Ort, an dem auch regelmäßig auf Missstände innerhalb der Kreativwirtschaft aufmerksam gemacht wird. Inakzeptable Bedingungen bei Design- und Kreativwettbewerben oder bei Ausschreibungen und Pitches, werden im dt zum Thema gemacht.

Dank fachkundiger Kommentatoren und einem von gegenseitigem Respekt geprägten Umgang findet im dt ein reger und konstruktiver Austausch über Designthemen statt. „Im dt wird nicht an Kleinigkeiten herumgenörgelt, sondern es werden konzeptionelle Fragen von Designstrategien und Webtrends erörtert und diskutiert“, hatte die Jury geschrieben, die 2009 den Grimme Online Award an das dt vergeben hat. Von Beginn an habe ich sehr viel Wert auf eine gepflegte Diskussions- und Streitkultur gelegt. Gegensätzliche, unterschiedliche Ansichten empfinde ich als Bereicherung.

Design ist mehr als oberflächliche Gestaltung. Design kann Veränderung innerhalb der Gesellschaft bewirken. Und deshalb darf im dt auch über Themen wie Kulturelle Aneignung, Nachhaltigkeit, Ethik (auch im Kontext Künstlicher Intelligenz) diskutiert und gestritten werden. Design ist aufgrund seiner politischen Dimension untrennbar mit all diesen Themen verbunden.

Wie schwierig es heutzutage ist, eine sachliche Diskussion in digitalen Kanälen und Medien zu führen, wird vermutlich jede/r schon einmal selbst erfahren haben. Das im Jahr 2006 von mir gegründete Design Tagebuch ist ein geeigneter, da von Menschenhand gestalteter, administrierter und moderierter digitaler Raum, in dem diese und weitere Designthemen beleuchtet, diskutiert und eingeordnet werden, kritisch, doch stets sachlich-fair. Und mit großer Leidenschaft.

Weitere Details zur Mitgliedschaft findest du auf der Unterstützerseite.

Kreative Momente wünscht
Achim



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