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„Loser-Mentalität“: Gründer rechnet mit deutscher Startup-Szene ab


„Loser-Mentalität“: Gründer rechnet mit deutscher Startup-Szene ab

Seit einem Jahr lebt Finn Metz in San Francisco. Als er im September in München war, hat ihn die Startuplandschaft der Heimat enttäuscht.
Finn Metz

Finn Metz hat Informatik in Kopenhagen, an der TUM und der Berkeley University studiert. Er hat Praktika bei VCs gemacht und in Sachen Künstliche Intelligenz geforscht. In San Francisco hat er ein Accelerator-Programm mitbegründet, das Startups pusht, die sich mit der Sicherheit von KI beschäftigen. Für das erste Batch hat Seldon Lab mehr als 10 Millionen Dollar geraist.

Vor Kurzem war Metz zu Besuch in der Heimat, auf der Bits & Pretzels in München und hinterließ bei seiner Abreise einen LinkedIn-Post, der ein paar Leute geärgert hat. Was er unter Gründerinnen und Investoren in München erlebt habe, das sei eine Art von „Loser Mentalität“, die typisch sei, schrieb Metz. Für Deutschland, für Europa. Man begnüge sich hier mit den Krümeln, statt mit echten Ambitionen nach dem Maximum zu streben.

Sowohl Bits & Pretzels-Gründer Felix Haas als auch Investorin Judith Dada fühlten sich getriggert und kommentierten. Wir haben Finn Metz gebeten, seine Punkte etwas ausführlicher darzulegen.

Lest hier seinen Essay, in dem der Gründer seine Meinung erklärt.

Der europäische Pitch: „Wir müssen nicht die Besten sein“

Nach einem Jahr in San Francisco bin ich mit der Hoffnung nach Deutschland zurückgekommen, die Startup-Szene hier hätte aufgeholt. Weit gefehlt.

Auf der Bits & Pretzels hörte ich immer wieder denselben Pitch: „Wir müssen nicht die Besten sein, der Markt ist groß genug für die Krümel.“ Pre-Seed Startups mit zwei Ingenieuren stellen CFO, HR, und Sales Teams ein. Niemand behauptete, bessere Technologie als die US-Konkurrenz zu haben. Stattdessen: Compliance, GDPR, Behörden als Kunden. Hauptsache, irgendein Regulierungs-Nischenvorteil.

Als ich Gründern, die mehr bauen wollten als nur einen Distributionplayer für den EU-Markt, empfahl, nach San Francisco zu gehen, widersprachen mir Felix Haas, einer der Organisatoren, und Judith Dada vom Visionaries Club. Judith veröffentlichte danach einen Essay, in dem sie schrieb: „Ask what you can do for your country.“

Ein patriotischer Appell an Gründer, in Europa zu bleiben. Ich halte die Zielgruppe für falsch, aber den Punkt für richtig. Denn wenn Europa bei Zukunftstechnologien verliert, verlieren wir Verteidigungsfähigkeit, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und strategische Autonomie.

Nach der LinkedIn-Debatte habe ich das ganze spieltheoretisch auseinandergenommen: Wer hat Macht, wer nicht, und warum wird sie nicht genutzt? Nur, wenn wir das verstehen, können wir etwas ändern.

Das europäische Ökosystem in der Spieltheorie

Das europäische Tech-Ökosystem besteht aus drei Gruppen: Gründer (minimale Macht), Ex-Gründer und Investoren (maximale Macht) und Politiker (viel Macht, aber bewegungsfaul ohne Druck von außen).

Gründer

Die Spieltheorie ist eindeutig. Startups, die in die USA ziehen, erreichen 4,4-fach größere Exits. Ihre Chance, ein Unicorn zu werden, verdoppelt sich. Wer bleibt, baut selten Zukunftsunternehmen, sondern GDPR-Tools und Distributionplayer, wie ich sie auf der Messe traf. Sie werden keine „trillion dollar companies“. Nicht, weil sie zu schlecht sind, sondern weil sie es von Anfang an nur auf den EU-Markt abgesehen hatten.

Judiths moralischer Appell richtet sich also an die, die am wenigsten Macht haben und am meisten opfern sollen.

Ex-Gründer und VCs

Das heutige Silicon Valley entstand durch das Recycling von Erfolg. Die „PayPal Mafia“ war der Blueprint: erfolgreiche Gründer, die das Kapital, die Überzeugung und die Netzwerke hatten, um SpaceX, Facebook, Palantir, LinkedIn und YouTube zu ermöglichen. Firmen, die heute über zwei Billionen Dollar wert sind.

Deutschland hatte ebenfalls seinen PayPal-Moment: Rocket Internet und Zalando gingen 2014 an die Börse. Über eine Milliarde Euro Liquidität floss an Gründer und Investoren. Sie hätten das europäische Ökosystem neu formen können, entschieden sich aber dagegen. Statt Zukunftstechnologie: Kopierkultur. Statt Vision: Exitstrategie.

Lieber der zehnte Food-Delivery-Klon als ein einziger Moonshot

Oliver Samwer sagte 2017 im Handelsblatt: „Trendthemen wie Künstliche Intelligenz, Robotik oder autonomes Fahren sind für uns keine Option. Wir fokussieren uns auf Projekte, die in zwei bis fünf Jahren realisierbar sind.“ Er meinte es ernst. Sein Portfolio: null Frontier-Tech. Seine Bilanz: 260 Millionen Euro Dividenden in 2023. 2024 stellte Rocket die Fondsarbeit ein. Mission accomplished.

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Und der Gedanke färbte ab. Cherry, HV, Project A: alle mit der gleichen DNA. Lieber der zehnte Food-Delivery-Klon als ein einziger Moonshot. Ambitionierte Gründer standen vor einer binären Entscheidung: sich anpassen oder gehen.

Statt einer PayPal-Mafia bekam Deutschland einen Rocket Internet Investmentclub.

Politiker

Die strukturellen Barrieren sind bekannt, aber kaum jemand spricht über ihr Ausmaß. PFIC-Steuern führen dazu, dass US-Investoren über 50 Prozent effektive Steuerlast zahlen, statt 20 Prozent wie in Delaware. Notarzwang verzögert Finanzierungen um bis zu 56 Wochen. Es gibt keine gesetzlichen Preferred Shares. Mitarbeiteroptionen werden mit fast 48 Prozent sofort besteuert, nicht mit 20 Prozent Kapitalertrag.

Das alles macht deutsche Firmen für US-Geld praktisch uninvestierbar. Und treibt Gründer ins Ausland.

Politiker hätten die Macht, das zu ändern, aber sie bewegen sich nur, wenn Druck entsteht. Während Big-Tech Konzerne 150 Millionen Euro im Jahr für EU-Lobbying ausgeben, investieren Deutschlands Ex-Gründer und VCs: null.

Warum? Weil die Investoren, die unter den deutschen Regeln groß wurden, kaum Interesse haben, sie zu ändern. Weniger Konkurrenz durch US-Fonds heißt niedrigere Bewertungen, heißt mehr Kontrolle. Für sie ist das bürokratische System kein Hindernis, sondern ein Burggraben.

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Was noch zu retten ist

Es gibt genau einen Hoffnungsschimmer in Deutschland. EU Inc. und Andreas Klinger haben eine ernsthafte Reforminitiative gestartet, mit Umsetzung ab 2028. Wenn sie kommt, wäre das ein Gamechanger. Sie würde deutschen Gründern endlich den Zugang zu US-Kapital öffnen.

Bis dahin: Das Problem sind nicht Gründer mit 10 Monaten Runway. Das Problem sind die mit allen Hebeln in der Hand, die keinen davon bewegt haben.



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+++ Gründungsboom +++ Mercura++ Funding Landscape +++ United Manufacturing Hub +++


#StartupTicker

+++ #StartupTicker +++ Eine richtig gute Nachricht! Gründungsboom trotz Wirtschaftsflaute +++ KI-Startup Mercura ist nach einem Jahr profitabel +++ Funding Landscape:  Der Markt wirkt vorsichtig, aber nicht verschlossen +++ Unbedingt merken: United Manufacturing Hub +++

+++ Gründungsboom +++ Mercura++ Funding Landscape +++ United Manufacturing Hub +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Freitag, 9. Januar).

#STARTUPLAND: SAVE THE DATE


The next unicorn? You’ll meet it at STARTUPLAND
+++ Du hast unsere zweite STARTUPLAND verpasst? Dann trage Dir jetzt schon einmal unseren neuen Termin in Deinen Kalender ein: STARTUPLAND 2026 findet bereits am 18. März statt. Sichere Dir jetzt schon Dein Ticket zum Sparpreis

#STARTUPTICKER

Startup-Neugründungen
+++ Krisenzeiten sind definitiv Gründungszeiten! „2025 war ein Rekordjahr für Startup-Neugründungen in Deutschland: Mit 3.568 neu gegründeten Startups wurde ein neuer Höchststand erreicht – ein Plus von 29 % gegenüber 2024 und sogar mehr als im bisherigen Rekordjahr 2021“ – dies zeigt der neue Report „Next Generation – Startup-Neugründungen in Deutschland“, der vom Startup-Verband und startupdetector veröffentlicht wurde. Dabei sorgen vor allem Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen für eine besondere Neugründungsdynamik. „München liegt bei den Gründungen pro Kopf klar auf Platz 1 – in den Vorjahren waren die Unterschiede in der Spitzengruppe deutlich geringer als 2025“, heißt es im Report. Aber auch „forschungsnahe Standorte“ wie Aachen, Potsdam und Heidelberg sind weiter gut dabei. Die mit viel Abstand meisten Neugründungen gibt es im Segment Software, gefolgt von Medizin und Food. Gerade Food überrascht dann doch. Das Segment fiel zuletzt eher durch Insolvenzen auf. Aber auch die Zahl der Insolvenzen ging 2025 zurück. Am Ende des Tages bleibt die wichtige Erkenntnis: Die allgemeine Stimmung ist der deutschen Startup-Szene ist weiter sehr viel schlechter als die tatsächlichen Zahlen zeigen. (Next Generation, PDF) Mehr über Next Generation

Mercura
+++ Lesenswert! „Mercura AI ist gerade einmal ein Jahr alt, hat aber schon über 50 Kunden, einen Umsatz von über zwei Millionen Dollar und ist profitabel“ – berichtet das Handelsblatt. Ein ziemlich rasanter Aufstieg! Das Münchner Startup, 2024 von Lukas Bock, Stefan Zheng und Sean Sdahl gegründet, entwickelt ein „KI-basiertes Betriebssystem für Hersteller und Fachgroßhändler in Branchen wie Baustoffe, Elektrotechnik und Gebäudetechnik (HVAC)“. Der amerikanische Investor TQ Ventures, SignalFire, Y Combinator sowie Business Angels wie Bastian Nominacher, Tao Tao und Lukas Deutsch investieren 2,1 Millionen US-Dollar in Mercura. (Handesblatt) Mehr über Mercura

Funding Landscape
+++ In Gesprächen zwischen Startups und Investor:innen zeigt sich: Der Markt wirkt vorsichtig, aber nicht verschlossen. Kapital könnte 2026 selektiv fließen – in einem Ökosystem, in dem Technologie, Anwendung und Industrie miteinander verbunden sind. Mehr im Gastbeitrag von Kolja Heskamp

United Manufacturing Hub
+++ „Industrielle KI lässt sich nur dann skalieren, wenn Fabriken über eine verlässliche, universelle Datenbasis verfügen“, sagt Andreas Winter-Extra, Partner bei KOMPAS VC. Deswegen investierte der dänische Investor nun in das Kölner Startup United Manufacturing Hub (UMH). Mehr über UMH

Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3



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Zufrieden sein und trotzdem mehr wollen


Bescheiden auftreten, aber ambitioniert handeln: Jason Modemann beschreibt, wie Gründer Erwartungen klar formulieren können, ohne arrogant zu wirken. Ein unterschätzter Erfolgsfaktor!

Zufrieden sein und trotzdem mehr wollen

Mawave-Gründer Jason Modemann schreibt bei Gründerszene über seinen Alltag als Unternehmer.
Mawave / Logo: Gründerszene

Bescheidenheit hat ein Imageproblem: Entweder gilt sie als Tugend – oder als Karrierebremse. Wer sie zu ernst nimmt und sich zurückhält, bleibt unsichtbar. Wer sie ablegt, wirkt schnell arrogant und überheblich. Als Gründer stellt sich daher die ehrliche Frage: Wie kombiniert man Bescheidenheit und Ambition?

Unnötig: Rolex und dickes Auto

Ich kann von mir selbst sagen: Ich brauche keinen großen Besitz, keine Statussymbole wie eine Rolex oder ein dickes Auto. Ich bin auch lieber mit ein paar Sachen im Gepäck beim Backpacking unterwegs als im Luxusurlaub.

Und genau diese Haltung prägt auch mein unternehmerisches Denken: Ich treffe Entscheidungen nicht aus Ego oder Status heraus. Ich muss niemandem etwas beweisen, kein Wachstum rechtfertigen, keine Erfolge nach außen inszenieren. Das nimmt enorm viel Druck raus.

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Aber trotzdem hungrig

Gleichzeitig heißt Bescheidenheit für mich nicht, klein zu denken oder still zu bleiben. Ich habe einen starken Drang, Dinge auszureizen und das Maximum herauszuholen. Ich bin jemand, der sich ungern einfach nur an die Vorschriften hält, weil man das eben so macht.

Für mich ist das oft spielerisch: Im Restaurant frage ich beispielsweise fast immer nach dem besseren Platz oder nach der größeren Portion. Nicht fordernd, nicht arrogant – einfach offen. Ich interagiere gern mit Menschen, stelle Fragen, schaue, was möglich ist. 

Wer still und dankbar ist, verschenkt Möglichkeiten

Das Gleiche gilt im Business: Wenn ich eine Speaking-Anfrage bekomme, sage ich direkt, dass ich gern auf die Mainstage gehen würde. Nicht, weil ich denke, mir steht das automatisch zu. Sondern weil ich gelernt habe: Erwartungen klar zu formulieren ist kein Ego-Trip, sondern effiziente Kommunikation. Viele machen das nicht. Sie sind dankbar, still, zurückhaltend – verschenken damit aber auch Möglichkeiten. Wer sagt, was er will, verschafft sich oft einen echten Vorteil. 

Für mich liegt genau hier die Antwort: Man bleibt bodenständig, indem man innerlich mit wenig zufrieden ist. Und man lässt keine Chancen liegen, indem man nach außen hin trotzdem sagt, was man will. Wichtig ist aber: Es darf nicht zwanghaft werden. Wer immer mehr erwartet, verliert schnell die Bodenhaftung. Wer aus jeder Situation einen Vorteil pressen will, wirkt anstrengend. Bescheidenheit muss das Fundament bleiben – nicht das Schweigen.

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In Deutschland hinkt die bAV krass hinterher


#Interview

Das Gingko-Team setzt auf betriebliche Altersvorsorge (bAV). „Wir wollen eine moderne bAV zum selbstverständlichen Teil moderner Vergütungspakete machen – als Beitrag von Unternehmen zum financial wellbeing ihrer Mitarbeitenden“, sagt Gründer Philip Liebenow.

„In Deutschland hinkt die bAV krass hinterher“

Das junge Unternehmen Ginkgo aus Berlin, von Carl Meran und Philip Liebenow aus der Taufe gehoben, setzt auf betriebliche Altersvorsorge (bAV). „Ginkgo hilft Unternehmen, ihren Mitarbeitenden zur Ergänzung ihrer – viel zu niedrigen – gesetzlichen Rente eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) anzubieten, die endlich ein attraktiver Teil von Vergütungspaketen wird: Ohne Vertriebsprovisionen, mit Kapitalanlage in ETFs, komplett digital – quasi Trade Republic für die bAV“, erklärt Gründer Liebenow das Konzept.

Bei unserer zweiten STARTUPLAND Conference kam Ginkgo gut an: Das Team sicherte sich den ersten Platz im Segment HRTech. Die nächste STARTUPLAND findet am 18. März statt. Auch 2026 bieten wir wieder über 20 Startups die Chance, ihre Idee direkt vor millionenschweren Investoren zu pitchen. Jetzt bewerben

Im Interview mit deutsche-startups.de stellt der Ginkgo-Macher sein Unternehmen einmal ganz genau vor.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Gingko erklären?
Ginkgo hilft Unternehmen, ihren Mitarbeitenden zur Ergänzung ihrer – viel zu niedrigen – gesetzlichen Rente eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) anzubieten, die endlich ein attraktiver Teil von Vergütungspaketen wird: Ohne Vertriebsprovisionen, mit Kapitalanlage in ETFs, komplett digital – quasi Trade Republic für die bAV. Mit minimalem Verwaltungsaufwand für Unternehmen. Dazu kombinieren wir Technologie und effiziente Prozesse mit modernen Finanzprodukten. Während die Politik noch über die Rentenreform streitet, leisten wir damit einen ganz konkreten Beitrag zur Lösung von Deutschlands Rentenproblem.

Wie ist die Idee zu Gingko entstanden?
Aufhänger für die Idee von ginkgo war, dass betriebliche Altersvorsorge in vielen Ländern eine sehr große Rolle spielt. In Deutschland hinkt die bAV im Vergleich aber krass hinterher, trotz der massiven Rentenlücke hierzulande. Es klafft ein 50 % “white space” bei KMU und sogenannten Geringverdienern. Ein entscheidender Grund dafür sind die Defizite der bislang marktüblichen bAV: viel zu teure und intransparente Finanzprodukte und eine schlechte, nicht mehr zeitgemäße Nutzererfahrung. Hier haben wir  – aufbauend auf bisherigen beruflichen Stationen in Software- und FinTech-Unternehmen – die konkrete Chance gesehen, die bAV mit Technologie, modernen Finanzprodukten und digitalen Prozessen insbesondere für KMU viel effizienter, attraktiver und zeitgemäßer zu machen.

Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr bisher überwinden musstet?
Das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie entscheidend Kosten in der bAV sind  – wie auch in andere Finanzprodukten – weil durch zu hohe, meist nicht transparent gemachte Gebühren sehr viel Rente verloren geht, die jede/r dringend zum Ausgleich der Rentenlücke braucht. Schon ein Prozentpunkt mehr Kosten – also 2 % statt 1 % – macht langfristig einen massiven Unterschied, aufgrund des schwächeren Zinseszinseffekts. Im privaten Sparen und Investieren sind effiziente und transparente Finanzprodukte heute immer mehr “gesetzt” – ein Verdienst von Trade Republic, Scalable Capital & Co. Die bAV hinkt hier noch hinterher. On it!

Wie genau funktioniert euer Geschäftsmodell?
Klassischerweise wird in der bAV bei KMU über hohe Vertriebsprovisionen und hohe laufende Kosten Geld verdient. Wir machen es anders: Über die ginkgo-Plattform werden nur provisionsfreie sogenannte Nettotarife mit transparenten und niedrigen laufenden Kosten vermittelt. Dementsprechend funktioniert auch unser Geschäftsmodell anders: Wir finanzieren uns primär über eine Gebühr des Arbeitgebers für die Nutzung unserer ginkgo-Plattform und für Services in Launch, Implementierung und Employer Branding der bAV. Und für die digitale Unterstützung der Vertragsverwaltung erhalten wir ein Dienstleistungsentgelt von Versicherungsunternehmen, da die ginkgo-Plattform manuelle Verwaltungsaufwände massiv reduziert. Wir finden: Da eine bAV als Teil von Vergütungspaketen ein Win-Win für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist, ist das ein zur bAV passendes und faires Vergütungsmodell.

Welches Projekt steht demnächst ganz oben auf eurer Agenda?
Wir wollen eine moderne bAV zum selbstverständlichen Teil moderner Vergütungspakete machen – als sehr konkreten Beitrag von Unternehmen zum financial wellbeing ihrer Mitarbeitenden. Dazu wollen wir das Thema Awareness & Education stark ausbauen.

Wo steht Gingko in einem Jahr?
Auf einem ganz anderen Level an Sichtbarkeit im Markt und Bewusstsein dafür, dass bAV ganz anders geht – und gehen muss – als bisher: kosteneffizienter, rentabler, digitaler – als endlich attraktiver Bestandteil von Vergütungspaketen.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Gingko



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