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»Magie entsteht, wenn Marken etwas Neues schaffen« › PAGE online


Als Jurymitglied des GBA erklärt Carsta Maria Müller, Baby got Business, wie Social Media Marken prägt, warum Wirkung wichtiger ist als Reichweite – und weshalb es bei der Markenführung auch auf die Magie ankommt.

Zwei Porträtfotos nebeneinander: Eine kurzhaarige Person mit heller, blondierter Frisur und schwarzer Brille. Links sitzt sie entspannt auf einem Sofa, lächelt und blickt auf ein Smartphone in ihren Händen. Rechts lächelt sie direkt in die Kamera, sitzt auf einem blauen Sofa, trägt ein weißes T-Shirt und wirkt offen und freundlich.Bild: Ronja KrohzCarsta, auf der Website von Baby got Business findet sich gleich ganz oben ein eingängiger Claim: »No Risk, No Magic«. Was heißt das für dich – und sagt dieser Satz über zeitgemäßes Brand Management aus?

Carsta Maria: Wir können die Zukunft nicht vorhersagen. Natürlich können wir uns auf Analysen, Zahlen und Prognosen stützen und diese bis ins Detail auswerten, aber am Ende bleibt jede Entscheidung eine Entscheidung unter Unsicherheit. Und deswegen braucht es Mut, im Kleinen wie im Großen, denn wenn wir uns nichts trauen, kann auch nichts Magisches passieren. Das gilt auch für Marken: Magie entsteht nicht dadurch, dass sie etwas reproduzieren, das andere bereits erfolgreich gemacht haben, sondern dadurch, dass sie bereit sind, Neues auszuprobieren. Dieser Mut ist aus meiner Sicht die Voraussetzung dafür, dass Marken überhaupt Emotionen auslösen können. Diese Magie muss dabei nicht weltbewegend sein, aber sie kann ein Gefühl erzeugen. Und genau dieses Gefühl ist es, das Marken langfristig prägt.

Du beschäftigst dich seit 15 Jahren beruflich intensiv mit Social Media. Was zeichnet dort starke Marken aus? Sind es virale Hits oder Followerzahlen, auf die es ankommt?

Eine starke Marke braucht auf Social Media vor allem eine klare Persönlichkeit. Sie braucht ein erkennbares Image, ein Markenversprechen und eine Inszenierung, die Nutzerinnen und Nutzern das gibt, was sie auf Social Media suchen: den Kontakt mit Freunden und Familie. Deshalb funktionieren auch Creator so gut, weil sie Nahbarkeit erzeugen und Beziehungen simulieren. Im Kern geht es also um Nähe. Marken müssen es schaffen, in dem Mindset stattzufinden, das die Menschen in dem Moment auf Social Media suchen. Sie müssen sich so positionieren, dass eine emotionale Bindung entsteht. Sobald eine Emotion hervorgerufen wird, macht es was mit der Zielgruppe – dann wird es relevant und eine Verbindung kann entstehen.

Wenn du dir die Entwicklung von Social Media-Marketing in den letzten 15 Jahren anschaust – hättest du dir damals vorstellen können, dass das Thema heute eine so große Rolle spielt?

Vor zehn Jahren habe ich mir langsam Gedanken über einen neuen Berufszweig gemacht (lacht) und jetzt sitze ich immer noch hier. Man kann Social Media nicht vorhersehen, es verändert sich so schnell! Plattformen verändern ihre Regeln, politische Entscheidungen wirken sich plötzlich massiv auf den digitalen Raum aus, und ganze Netzwerke werden neu positioniert. Aber das ist ja das Spannende und das, was ich an den Jobs so sehr liebe! Ich habe mich auch schon öfter gefragt, ob irgendwann ein Zeitpunkt kommt, an dem es mir zu schnell oder zu viel wird. Der ist jedenfalls bislang noch lange nicht erreicht.

»Ob es Laufclubs sind, Events, Markenaktivierungen im echten Leben – das sind alles Beispiele dafür, wie Marken heute Nähe schaffen.«

Welche Social Media-Trends werden 2026 für Marken besonders relevant sein?

Ich glaube, das zentrale Thema ist Community. In den letzten Jahren haben wir sehr deutlich gesehen, wie wichtig Gemeinschaften geworden sind. Ob es Laufclubs sind, Events, Markenaktivierungen im echten Leben – das sind alles Beispiele dafür, wie Marken heute Nähe schaffen. Der Proof of Concept ist also da, jetzt sind wir an dem Punkt, an dem diese Ansätze skaliert werden müssen. Ich wünsche mir, dass wir in den kommenden Jahren viele Konzepte sehen werden, bei denen digitale Communities und reale Erlebnisse sinnvoll miteinander verknüpft werden. Es geht darum, dass wir die Menschen wieder zusammenzubringen, ihnen Erlebnisse bieten, die Spaß machen, und daraus eine Brand Experience schaffen, die trotzdem immer persönlich bleibt.

Wie verändert sich in diesem Zusammenhang die Rolle von Influencern oder Creators?

Im besten Fall sind sie ein fester Bestandteil des Marketing-Mix. Und zwar nicht in Form einzelner Kampagnen, bei denen kurzfristig Codes in Stories platziert werden, sondern als langfristige Partner. Creator sollten bei Events dabei sein, bei Produktlaunches mitdenken und im Idealfall sogar an der Entwicklung von Produkten beteiligt werden. Ich würde jedem Unternehmen empfehlen, sich einen kleinen Pool an langfristigen Markenbotschafterinnen und -botschaftern aufzubauen, mit denen man über mehrere Jahre zusammenarbeitet. Es gibt Marken, die ich heute untrennbar mit bestimmten Creators verbinde – und diese Art von Markentreue ist in unserer schnellen, digitalen Welt so wertvoll und langfristig deutlich wirksamer als kurzfristige Sales-Erfolge.

Du bist in diesem Jahr Teil der Jury des German Brand Award. Was bedeutet dir diese Rolle persönlich?

Ich liebe es, dass ich hier dabei sein darf! Für mich ist das eine große Wertschätzung, gerade weil mein beruflicher Hintergrund zu 100 Prozent im Bereich Social Media liegt. Wenn man meinen Lebenslauf betrachtet, habe ich nie etwas anderes gemacht. Dass diese Perspektive nun Teil der Juryarbeit ist, empfinde ich als tolle Wertschätzung für die Branche, weil es zeigt, welchen Stellenwert Social Media heute in der Markenführung einnimmt. Deswegen freue ich mich riesig darauf, die Branche auf dieser Ebene vertreten zu dürfen.

Welche Rolle spielt Social Media im Kontext des German Brand Award?

Social Media gehört mittlerweile zu 100 Prozent zur Markenführung. Und es ist ein so wichtiger Bestandteil, dass wir nicht mehr darüber sprechen, ob eine TV-Kampagne verlängert wird und Social auch irgendwie stattfindet, sondern dass Social Media genauso mitgeplant wird wie die anderen Kommunikationskanäle. Wenn eine Marke heute nicht auf Social Media stattfindet, muss es dafür schon sehr schwerwiegende Gründe geben!

»Eine Kampagne ist für mich nicht erfolgreich, nur weil sie viel Aufmerksamkeit erzeugt, sondern weil sie strategisch durchdacht ist, Wirkung zeigt und relevant ist.«

Worauf wirst du als Jurymitglied bei den Einreichungen besonders achten?

Mir ist eine klare Zielsetzung wichtig, eine definierte Erwartungshaltung und eine saubere Auswertung. Social Media liefert sehr harte Zahlen, aber genau deshalb kommt es darauf an, diese auch richtig zu interpretieren. Mich interessieren nicht die größten Reichweiten, sondern sinnvolle Kennzahlen, die zur Zielgruppe passen und auf die Marke einzahlen. Eine Kampagne ist für mich nicht erfolgreich, nur weil sie viel Aufmerksamkeit erzeugt, sondern weil sie strategisch durchdacht ist, Wirkung zeigt und relevant ist. Natürlich spielt dabei auch Kreativität eine Rolle, aber sie muss immer im Zusammenhang mit Wirkung und Zielerreichung stehen. Kampagnen müssen sinnvoll und sinnstiftend für die Marke sein. Und ich will selbstverständlich auch Magie sehen.

Der German Brand Award würdigt Unternehmen, die mit ihrem Brandmanagement neue Maßstäbe setzen. Ist das denn aus deiner Sicht heute einfacher oder schwieriger geworden?

Ich glaube, es ist heute einfach, neue Maßstäbe zu setzen, denn Marken müssen nicht mehr die ganze Welt erreichen, um relevant zu sein. Es reicht, in einer klar definierten Zielgruppe Maßstäbe zu setzen. Wir alle bewegen uns in Nischen, und genau dort entstehen oft die stärksten Markenmomente. Entscheidend ist, ob eine Marke es schafft, in ihrer Community echte Emotionen auszulösen. Mir ist deswegen wirklich wichtig, dass es in der Juryarbeit nicht auf die große Masse ankommt, sondern darauf, ob in einer bestimmten Zielgruppe wirklich etwas Magisches entstanden ist. Um innovative und zukunftsweisende Kampagnen zu schaffen, müssen Marken auch ihre Hausaufgaben machen und nicht nur aus einem Gefühl heraus irgendeine Botschaft in die Welt setzen. Es braucht eine echte Strategie, Budget, Zeit und Muße.

Jetzt einreichen: Registration Deadline bis zum 27. Februar 2026

Welche Rolle spielt dabei Künstliche Intelligenz?

Für Analyse, Recherche und Vorbereitung ist KI inzwischen unverzichtbar. Ich würde heute keine Backend-Arbeit mehr ohne KI machen. Wenn es aber um Kreativität geht, stößt KI an klare Grenzen. Sie kann sich nur an dem orientieren, was es bereits gibt. Echte Innovation entsteht nur im menschlichen Kopf. Deshalb wünsche ich mir, dass Marken sich Zeit, Raum und Mut lassen, Neues auszuprobieren, auch wenn natürlich immer das Risiko besteht, zu scheitern.

Was ist dein Rat an Marken, die ihre Arbeit beim German Brand Award einreichen möchten – und warum lohnt sich das?

Ich kann Marken nur ermutigen, diesen Schritt zu gehen. Allein die Aufbereitung der Einreichung ist ein wertvoller Prozess, weil man gezwungen ist, die eigene Arbeit zu reflektieren. Man lernt sehr viel über sich selbst, das Team und die eigene Strategie. Und es ist so ein tolles Gefühl, das letztendlich einzureichen und ein Teil davon zu sein und die Arbeit nochmal auszeichnen zu lassen. Wir sind ja alle nicht mehr in der Schule, wo wir am Ende des Schuljahres ein Zeugnis bekommen. Und mit so einer Einreichung kann man sich dieses Lob abholen! Außerdem ist es doch eine besondere Form der Anerkennung, von einer Fachjury Feedback zu bekommen. Dieses Feedback geht weit über Zahlen hinaus. Ein Award ist nicht nur Auszeichnung, sondern auch Teil einer Community und ein starkes Zeichen für gute Markenarbeit. Ich würde mir wünschen, dass alle eine Eins plus mit Sternchen bekommen!

Über Carsta:

Carsta Maria Müller ist Managing Director bei Baby got Business und als Branchen-Expertin und Medienwissenschaftlerin seit mehr als 15 Jahren beruflich in der Social Media-Welt zu Hause. Zuletzt war sie bei Meta als Strategic Partner Managerin für Creator, Media & Sport Companies und davor als Director Social Media bei ProSiebenSat.1. Seit zehn Jahren begleitet sie Unternehmen bei ihrem digitalen Wandel, begeistert Menschen für Content, kreatives Storytelling, KPIs & Social Media Strategien.

Logos PAGE und German Brand Award 2026, grafische Darstellung

 



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Werde dt-Mitglied und fördere den Austausch über Designthemen! – Design Tagebuch


Eine gepflegte Diskussions- und Streitkultur ist wichtiger denn je. Werde dt-Mitglied und fördere den Austausch über Designthemen! Damit das dt fortbestehen und ein Ort gepflegter Debattenkultur bleiben kann, braucht es deine finanzielle Unterstützung.

Ich möchte dafür werben, das Design Tagebuch über eine Mitgliedschaft zu unterstützen. Denn das dt ist auf finanzielle Förderung angewiesen. Derzeit wird das dt von 466 Mitgliedern unterstützt, worüber ich sehr glücklich bin. Einige dt-Leser haben ihre jährliche Mitgliedschaft in diesen Tagen gekündigt oder haben diese vor wenigen Wochen auslaufen lassen. Dies ist ein fortlaufender, fluktuierender Prozess. Vor dem Hintergrund stark rückläufiger Werbeeinnahmen bedarf es der Unterstützung seitens der dt-Community.

Die allermeisten (knapp 80 %) der mittlerweile 3.769 hier im dt veröffentlichten Beiträge sind nach wie vor frei zugänglich. Damit dies auch so bleiben kann, bedarf es einer ausreichenden finanziellen Unterstützung. Wenn dir unabhängiger Designjournalismus am Herzen liegt, dann würde ich mich sehr freuen, dich als dt-Mitglied begrüßen zu dürfen. Jedes Mitglied trägt dazu bei, dass an dieser Stelle im Netz eine gepflegte Diskussionskultur stattfinden kann und ein Diskurs im Themenfeld Kommunikationsdesign möglich ist.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Lesern bedanken, die das dt, und damit meine Arbeit als Autor, bereits unterstützen, auch bei jenen, die dieses Medienangebot in der Vergangenheit gefördert haben, auch auf anderem Wege, etwa über Paypal oder Stripe. Mit Eurer Unterstützung, liebe dt-Mitglieder, tragt Ihr dazu bei, dass ich meine Arbeit rund um das Design Tagebuch fortführen kann.

Ganz herzlichen Dank! Eure Förderung ist essenziell. Ich weiß diese sehr zu schätzen.


nuuna Notizbuch, Quelle: nuuna
nuuna Notizbuch, Quelle: nuuna

Unter allen Lesern, die im Zeitraum 6. bis 20. Januar 2026 erstmals eine Mitgliedschaft abschließen, wird ein hochwertiges Bundle der nuuna MUT-Notizbücher (groß + klein) im Wert von 69 Euro verlost.


Weshalb das dt fördern? Das Design Tagebuch ist nicht nur Bewegungsradar für Redesigns, von Logos, visuellen Erscheinungsbildern, Markenauftritten oder Websites, sondern darüber hinaus ein Ort, an dem auch regelmäßig auf Missstände innerhalb der Kreativwirtschaft aufmerksam gemacht wird. Inakzeptable Bedingungen bei Design- und Kreativwettbewerben oder bei Ausschreibungen und Pitches, werden im dt zum Thema gemacht.

Dank fachkundiger Kommentatoren und einem von gegenseitigem Respekt geprägten Umgang findet im dt ein reger und konstruktiver Austausch über Designthemen statt. „Im dt wird nicht an Kleinigkeiten herumgenörgelt, sondern es werden konzeptionelle Fragen von Designstrategien und Webtrends erörtert und diskutiert“, hatte die Jury geschrieben, die 2009 den Grimme Online Award an das dt vergeben hat. Von Beginn an habe ich sehr viel Wert auf eine gepflegte Diskussions- und Streitkultur gelegt. Gegensätzliche, unterschiedliche Ansichten empfinde ich als Bereicherung.

Design ist mehr als oberflächliche Gestaltung. Design kann Veränderung innerhalb der Gesellschaft bewirken. Und deshalb darf im dt auch über Themen wie Kulturelle Aneignung, Nachhaltigkeit, Ethik (auch im Kontext Künstlicher Intelligenz) diskutiert und gestritten werden. Design ist aufgrund seiner politischen Dimension untrennbar mit all diesen Themen verbunden.

Wie schwierig es heutzutage ist, eine sachliche Diskussion in digitalen Kanälen und Medien zu führen, wird vermutlich jede/r schon einmal selbst erfahren haben. Das im Jahr 2006 von mir gegründete Design Tagebuch ist ein geeigneter, da von Menschenhand gestalteter, administrierter und moderierter digitaler Raum, in dem diese und weitere Designthemen beleuchtet, diskutiert und eingeordnet werden, kritisch, doch stets sachlich-fair. Und mit großer Leidenschaft.

Weitere Details zur Mitgliedschaft findest du auf der Unterstützerseite.

Kreative Momente wünscht
Achim



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Ein neuer Blick auf unsere Zukunft › PAGE online


Wohin die Reise geht, kann man sich besser in konkreten Zukunftsszenarien vorstellen. In der Publikation »Beyond 2026 – Jahrbuch für Zukunft« gibt’s das, aber auch verschiedene Trend-Impulse. Als Kreativagentur, Branding-Expert:in oder Design-Startup lohnt sich ein genauerer Blick.

Ein neuer Blick auf unsere Zukunft › PAGE online
Einblick in Beyond 2026 – Jahrbuch für Zukunft, Herausgeber: Matthias Horx, The Future:Project AG // »Die Sphären-Nomaden«

Was wird im Jahr 2100 sein? Was wird den neuen Zeitgeist prägen und welche gesellschaftlichen, wirtschaftlichen sowie kulturellen Entwicklungen wird es geben? Natürlich lassen sich darauf pauschal nicht einfach mal schnell Antworten geben. Aber wer sich näher mit transformativer Zukunftsforschung beschäftigt, erhält Einblicke auf das, was kommt oder kommen könnte. Und das ist für die Kreativbranche so aufregend wie teils beängstigend.

Raum fürs Neue

Ein Szenario: Eine Frau sitzt in einem Skypod (Überschallmaschine mit Fusionsantrieb) und umkreist innerhalb weniger Stunden die Erde. Sie hält sich zeitlich gesehen relativ wenig auf der Erdoberfläche auf, denn sie schwebt meist in ihrer Maschine in der Sphäre. Sind die Menschen, die einen Skypod besitzen, die zukünftigen Digital Nomads? Und was könnte ein Szenario wie dieses für Kreativität und zukünftige Arbeitswelten bedeuten?

Zukunft ist ein Erwartungssystem unseres Geistes. Erst wenn wir uns von illusionären Erwartungen lösen, entsteht Raum für das wirklich Neue. – Matthias Horx

Was kommt da auf uns zu?

Die Publikation »Jahrbuch für die Zukunft – beyond 2026« von The Future:Project gibt tiefe Einblicke in die Zukunftstrends von Morgen. PAGE hatte bereits zum Thema Future Marketing einen Artikel veröffentlicht. Die Autorin des Beitrags schreibt auch in der neuen Veröffentlichung, und zwar über »die unsichtbare Kluft der Gesellschaft – und wie wir sie überwinden können«.

Für die Kreativ- und Designszene sind Themen wie diese so wichtig mitzuverfolgen, weil hier viele Impulse und zukünftige Chancen liegen. Es geht beispielsweise darum herauszufinden, welche Anforderungen es an Gestaltung geben wird oder geben könnte. Außerdem können die Zielgruppen von Marken nur dann erfolgreich erreicht werden, wenn man weiß, was diese überhaupt aktuell umtreibt. Eine Studie aus 2025 hatte unter anderem herausgearbeitet, dass Dynamik und Anpassungsfähigkeit wichtige Stichworte der Zukunft sein werden.

Die Trends aus beyond 2026 auf einen Blick

Insgesamt neun Trends haben Expert:innen aus Kultur, Forschung und Politik herausgearbeitet.

Mit dabei ist der Trend Beyond Green, der beschreibt, dass sich eine neue Form von Nachhaltigkeit durchsetzen wird, obwohl es viel Widerstand gibt. Zudem wird es ein neues Zeitverständnis geben, eine Art zyklisches Denken, was unserem ständigen Druck von Optimierung entgegenwirkt.

Der Trend Human Upgrade bezieht sich auf Mentalität und Selbstkenntnis, er beschreibt, dass innere Klarheit eine wichtige Kompetenz wird. Und weiter geht es nochmal mit dem Thema Selbstoptimierung: weniger Ego-Fokus, mehr Selbstakzeptanz. Auch spannend ist der Trend der Humanoiden, denn es wird Fortschritte in der emotionalen Robotik geben. Dieses Thema dürfte auf einige eher beängstigend wirken.

Weiter geht es mit einem neo-elektrischen Zeitalter, wo sich Erneuerbare Energien durchsetzen.

Zunehmend werden weibliche Perspektiven die Zukunft prägen, laut der Publikation, der Female Futures Trend. Damit könnten sich neue Führungskulturen etablieren.

Die letzten zwei sind: Post-Hyperindividualisierung und Zukunftsarchäologie. Ersteres meint, dass Identitäten mehr über Beziehungen definiert werden, weniger über Ausgrenzungen. Kooperationen und die Gemeinschaft an sich werden wichtiger. Zweiteres führt visionäres Denken mit pragmatischen Umsetzungen zusammen; die Zukunft wird aus dem Verständnis des Alten erschlossen.

Für die Kreativbranche dürften insbesondere die Szenarien – wie oben das erste Bild – aus der Publikation Impuls-gebend sein, denn da zeigen sich konkrete und langfristige Transformationen in Bildern, die man sich wirklich vorstellen kann. Es gibt zudem einen Zukunfts-Comic und verschiedene Fotostrecken zu anderen Szenarien.

Einblicke: 

Beyond 2026 Jahrbuch

Beyond 2026 Jahrbuch

Beyond 2026 Jahrbuch

Beyond 2026 Jahrbuch

Beyond 2026 Jahrbuch

Titel: Beyond 2026 – Jahrbuch für Zukunft
Herausgeber: Matthias Horx & The Future:Project
Verlag: The Future: Project AG, Frankfurt am Main
ISBN: 978-3-910992-28-3

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wohlsein Branding › PAGE online


Das Café wohlsein besinnt sich auf die Region, auf gutes Brot und spannende Gespräche – und das mit einem Erscheinungsbild des buero inaoakley, das Heimat und Tradition durchaus auch augenzwinkernd begegnet.

wohlsein Branding › PAGE onlineBild: MM Resources GmbH, Switzerland

Das wohlsein liegt in einer eher kleinen Stadt. In Warendorf im Münsterland – und dort lädt es dazu ein, zusammenzukommen und es sich wohl gehen zu lassen.

In einem Café, in dem es offen und entspannt zugeht und das liebevoll gestaltet ist.

Ganz so wie dessen Erscheinungsbild von dem buero inaoakley, das ebenfalls in Warendorf liegt – und weit über dessen Grenzen hinaus arbeitet.

Bild: MM Resources GmbH, Switzerland

Liebe zum Handwerk – und zur Region

Das wohlsein sei ein Café für alle, die echte Momente und ein gutes Brot ebenso lieben wie ein gutes Gespräch, sagt die Gestalterin, auf deren Arbeit wir das erste Mal über ihre leuchtende Kampagne für ein Frauenhaus aufmerksam geworden sind.

Nicht laut, nicht überladen ist es und nichts ist von der Stange. Statt auf Schnickschnack setzt es auf Herzlichkeit, auf gutes Handwerk und die Liebe zur Region.

Und genau das visualisiert Ina Oakley in ihrem Erscheinungsbild für das Café und zwar mit dem ein oder anderen Twist.

Bild: MM Resources GmbH, Switzerland

Von Hagebutten und alten Fliesen

Im Mittelpunkt steht die Wortmarke mit ihrer ruhigen, geschwungenen Schrift, die Nähe schafft – und auch den Doppelsinn des Namens visualisiert: wohlsein, das an die liebevolle Wendung »zum Wohl« erinnert und gleichzeitig auch daran, sich wohl zu fühlen, eins mit sich selbst zu sein, ruhig, froh und aufgehoben.

Mit der Ortsbezeichnung Warendorf versehen, betont es die Lage mitten im Münsterland, die Verbundenheit mit der Region und, dass das wichtig ist.

Die Bildmarke unterstreicht das, denn sie nimmt, mit dem ornamenthaften Bild einer Hagebutte mit zwei Zweigen und mehreren Knospen, Bezug auf alte Münsterländer Muster mit ihren Blumen.

Gleichzeitig zitiert das tiefe Blau alter Fliesen, Keramik und Textilien.

Sandstein und Heimatgefühle

Die Linien des Logos sind weich, die Formen aber so klar, dass es ganz zeitgemäß wirkt – und mit der gewählten Hagebutte, die im Münsterland so gegenwärtig ist, auf die dortige Natur verweist, darauf, draußen und mitten im Grün zu sein.

Es zeigt Heimat, ohne laut »Heimat« zu sagen, wie es von Ina Oakley heißt.

Augenzwinkernd spielt der Zeitstempel »SEIT 2025«, der an Gütezeiten alteingesessener Orte erinnert, mit der Tradition – und steht gleichzeitig für den Beginn für etwas, das lange dort bleiben soll.

Und besonders schön ist auch, dass Bildmarke darüber hinaus durchaus auch abgeändert wird, eine Gabel aus der Hagebutte wächst oder einen Vogel samt Herz.

Auch die Farbwelt des Erscheinungsbilds lehnt sich an das Münsterland an und erdet. Und das mit ruhigen Naturtönen, die an Feldwege, an Sandstein und Hausfassaden erinnern oder an Nebel, der über die Morgenwiesen zieht.

Bild: MM Resources GmbH, Switzerland

Mitreißende Typografie

Erinnert die Handschrift des Wortlogos mit ihren leichten Schnörkeln und alte Schilder oder Notizen, wird sie von einer Sans Serif kontrastiert. Und so wird typografisch althergebrachtes mit modernem kombiniert.

Perfekt in dieses typografische Konzept fügt sich auch die Gaisyr Book ein, die, ausgehend von Skizzen des königlichen Typografen von König Ludwig XIV, Geometrie mit lockeren Handgesten verbindet. Und die gleichzeitig Wärme und Vertrautheit ausstrahlt.

Als Monospace Schrift, folgt sie einem beständigen Rhythmus und sorgt auch bei der Speisekarte für ein angenehmes, entspanntes Lesen.

Auch der Claim ist in dieser Schrift gehalten. »Kann man nix gegen sagen« heißt es in typisch trockener Münsterländer Manier und mit einem Spruch, den man dort durchaus noch hört.

Doch, wie im gesamten Erscheinungsbild Tradition mit Moderne verbunden wird, das Lokale weit entfernt vom Provinziellen ist und das Verbundene mit Offenheit für das Neue versehen ist, wird der Spruch mit einem vergnügten »Nur bleiben« ergänzt.

Bild: MM Resources GmbH, Switzerland Bild: MM Resources GmbH, Switzerland Bild: MM Resources GmbH, Switzerland



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