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»Magie entsteht, wenn Marken etwas Neues schaffen« › PAGE online


Als Jurymitglied des GBA erklärt Carsta Maria Müller, Baby got Business, wie Social Media Marken prägt, warum Wirkung wichtiger ist als Reichweite – und weshalb es bei der Markenführung auch auf die Magie ankommt.

Zwei Porträtfotos nebeneinander: Eine kurzhaarige Person mit heller, blondierter Frisur und schwarzer Brille. Links sitzt sie entspannt auf einem Sofa, lächelt und blickt auf ein Smartphone in ihren Händen. Rechts lächelt sie direkt in die Kamera, sitzt auf einem blauen Sofa, trägt ein weißes T-Shirt und wirkt offen und freundlich.Bild: Ronja KrohzCarsta, auf der Website von Baby got Business findet sich gleich ganz oben ein eingängiger Claim: »No Risk, No Magic«. Was heißt das für dich – und sagt dieser Satz über zeitgemäßes Brand Management aus?

Carsta Maria: Wir können die Zukunft nicht vorhersagen. Natürlich können wir uns auf Analysen, Zahlen und Prognosen stützen und diese bis ins Detail auswerten, aber am Ende bleibt jede Entscheidung eine Entscheidung unter Unsicherheit. Und deswegen braucht es Mut, im Kleinen wie im Großen, denn wenn wir uns nichts trauen, kann auch nichts Magisches passieren. Das gilt auch für Marken: Magie entsteht nicht dadurch, dass sie etwas reproduzieren, das andere bereits erfolgreich gemacht haben, sondern dadurch, dass sie bereit sind, Neues auszuprobieren. Dieser Mut ist aus meiner Sicht die Voraussetzung dafür, dass Marken überhaupt Emotionen auslösen können. Diese Magie muss dabei nicht weltbewegend sein, aber sie kann ein Gefühl erzeugen. Und genau dieses Gefühl ist es, das Marken langfristig prägt.

Du beschäftigst dich seit 15 Jahren beruflich intensiv mit Social Media. Was zeichnet dort starke Marken aus? Sind es virale Hits oder Followerzahlen, auf die es ankommt?

Eine starke Marke braucht auf Social Media vor allem eine klare Persönlichkeit. Sie braucht ein erkennbares Image, ein Markenversprechen und eine Inszenierung, die Nutzerinnen und Nutzern das gibt, was sie auf Social Media suchen: den Kontakt mit Freunden und Familie. Deshalb funktionieren auch Creator so gut, weil sie Nahbarkeit erzeugen und Beziehungen simulieren. Im Kern geht es also um Nähe. Marken müssen es schaffen, in dem Mindset stattzufinden, das die Menschen in dem Moment auf Social Media suchen. Sie müssen sich so positionieren, dass eine emotionale Bindung entsteht. Sobald eine Emotion hervorgerufen wird, macht es was mit der Zielgruppe – dann wird es relevant und eine Verbindung kann entstehen.

Wenn du dir die Entwicklung von Social Media-Marketing in den letzten 15 Jahren anschaust – hättest du dir damals vorstellen können, dass das Thema heute eine so große Rolle spielt?

Vor zehn Jahren habe ich mir langsam Gedanken über einen neuen Berufszweig gemacht (lacht) und jetzt sitze ich immer noch hier. Man kann Social Media nicht vorhersehen, es verändert sich so schnell! Plattformen verändern ihre Regeln, politische Entscheidungen wirken sich plötzlich massiv auf den digitalen Raum aus, und ganze Netzwerke werden neu positioniert. Aber das ist ja das Spannende und das, was ich an den Jobs so sehr liebe! Ich habe mich auch schon öfter gefragt, ob irgendwann ein Zeitpunkt kommt, an dem es mir zu schnell oder zu viel wird. Der ist jedenfalls bislang noch lange nicht erreicht.

»Ob es Laufclubs sind, Events, Markenaktivierungen im echten Leben – das sind alles Beispiele dafür, wie Marken heute Nähe schaffen.«

Welche Social Media-Trends werden 2026 für Marken besonders relevant sein?

Ich glaube, das zentrale Thema ist Community. In den letzten Jahren haben wir sehr deutlich gesehen, wie wichtig Gemeinschaften geworden sind. Ob es Laufclubs sind, Events, Markenaktivierungen im echten Leben – das sind alles Beispiele dafür, wie Marken heute Nähe schaffen. Der Proof of Concept ist also da, jetzt sind wir an dem Punkt, an dem diese Ansätze skaliert werden müssen. Ich wünsche mir, dass wir in den kommenden Jahren viele Konzepte sehen werden, bei denen digitale Communities und reale Erlebnisse sinnvoll miteinander verknüpft werden. Es geht darum, dass wir die Menschen wieder zusammenzubringen, ihnen Erlebnisse bieten, die Spaß machen, und daraus eine Brand Experience schaffen, die trotzdem immer persönlich bleibt.

Wie verändert sich in diesem Zusammenhang die Rolle von Influencern oder Creators?

Im besten Fall sind sie ein fester Bestandteil des Marketing-Mix. Und zwar nicht in Form einzelner Kampagnen, bei denen kurzfristig Codes in Stories platziert werden, sondern als langfristige Partner. Creator sollten bei Events dabei sein, bei Produktlaunches mitdenken und im Idealfall sogar an der Entwicklung von Produkten beteiligt werden. Ich würde jedem Unternehmen empfehlen, sich einen kleinen Pool an langfristigen Markenbotschafterinnen und -botschaftern aufzubauen, mit denen man über mehrere Jahre zusammenarbeitet. Es gibt Marken, die ich heute untrennbar mit bestimmten Creators verbinde – und diese Art von Markentreue ist in unserer schnellen, digitalen Welt so wertvoll und langfristig deutlich wirksamer als kurzfristige Sales-Erfolge.

Du bist in diesem Jahr Teil der Jury des German Brand Award. Was bedeutet dir diese Rolle persönlich?

Ich liebe es, dass ich hier dabei sein darf! Für mich ist das eine große Wertschätzung, gerade weil mein beruflicher Hintergrund zu 100 Prozent im Bereich Social Media liegt. Wenn man meinen Lebenslauf betrachtet, habe ich nie etwas anderes gemacht. Dass diese Perspektive nun Teil der Juryarbeit ist, empfinde ich als tolle Wertschätzung für die Branche, weil es zeigt, welchen Stellenwert Social Media heute in der Markenführung einnimmt. Deswegen freue ich mich riesig darauf, die Branche auf dieser Ebene vertreten zu dürfen.

Welche Rolle spielt Social Media im Kontext des German Brand Award?

Social Media gehört mittlerweile zu 100 Prozent zur Markenführung. Und es ist ein so wichtiger Bestandteil, dass wir nicht mehr darüber sprechen, ob eine TV-Kampagne verlängert wird und Social auch irgendwie stattfindet, sondern dass Social Media genauso mitgeplant wird wie die anderen Kommunikationskanäle. Wenn eine Marke heute nicht auf Social Media stattfindet, muss es dafür schon sehr schwerwiegende Gründe geben!

»Eine Kampagne ist für mich nicht erfolgreich, nur weil sie viel Aufmerksamkeit erzeugt, sondern weil sie strategisch durchdacht ist, Wirkung zeigt und relevant ist.«

Worauf wirst du als Jurymitglied bei den Einreichungen besonders achten?

Mir ist eine klare Zielsetzung wichtig, eine definierte Erwartungshaltung und eine saubere Auswertung. Social Media liefert sehr harte Zahlen, aber genau deshalb kommt es darauf an, diese auch richtig zu interpretieren. Mich interessieren nicht die größten Reichweiten, sondern sinnvolle Kennzahlen, die zur Zielgruppe passen und auf die Marke einzahlen. Eine Kampagne ist für mich nicht erfolgreich, nur weil sie viel Aufmerksamkeit erzeugt, sondern weil sie strategisch durchdacht ist, Wirkung zeigt und relevant ist. Natürlich spielt dabei auch Kreativität eine Rolle, aber sie muss immer im Zusammenhang mit Wirkung und Zielerreichung stehen. Kampagnen müssen sinnvoll und sinnstiftend für die Marke sein. Und ich will selbstverständlich auch Magie sehen.

Der German Brand Award würdigt Unternehmen, die mit ihrem Brandmanagement neue Maßstäbe setzen. Ist das denn aus deiner Sicht heute einfacher oder schwieriger geworden?

Ich glaube, es ist heute einfach, neue Maßstäbe zu setzen, denn Marken müssen nicht mehr die ganze Welt erreichen, um relevant zu sein. Es reicht, in einer klar definierten Zielgruppe Maßstäbe zu setzen. Wir alle bewegen uns in Nischen, und genau dort entstehen oft die stärksten Markenmomente. Entscheidend ist, ob eine Marke es schafft, in ihrer Community echte Emotionen auszulösen. Mir ist deswegen wirklich wichtig, dass es in der Juryarbeit nicht auf die große Masse ankommt, sondern darauf, ob in einer bestimmten Zielgruppe wirklich etwas Magisches entstanden ist. Um innovative und zukunftsweisende Kampagnen zu schaffen, müssen Marken auch ihre Hausaufgaben machen und nicht nur aus einem Gefühl heraus irgendeine Botschaft in die Welt setzen. Es braucht eine echte Strategie, Budget, Zeit und Muße.

Jetzt einreichen: Registration Deadline bis zum 27. Februar 2026

Welche Rolle spielt dabei Künstliche Intelligenz?

Für Analyse, Recherche und Vorbereitung ist KI inzwischen unverzichtbar. Ich würde heute keine Backend-Arbeit mehr ohne KI machen. Wenn es aber um Kreativität geht, stößt KI an klare Grenzen. Sie kann sich nur an dem orientieren, was es bereits gibt. Echte Innovation entsteht nur im menschlichen Kopf. Deshalb wünsche ich mir, dass Marken sich Zeit, Raum und Mut lassen, Neues auszuprobieren, auch wenn natürlich immer das Risiko besteht, zu scheitern.

Was ist dein Rat an Marken, die ihre Arbeit beim German Brand Award einreichen möchten – und warum lohnt sich das?

Ich kann Marken nur ermutigen, diesen Schritt zu gehen. Allein die Aufbereitung der Einreichung ist ein wertvoller Prozess, weil man gezwungen ist, die eigene Arbeit zu reflektieren. Man lernt sehr viel über sich selbst, das Team und die eigene Strategie. Und es ist so ein tolles Gefühl, das letztendlich einzureichen und ein Teil davon zu sein und die Arbeit nochmal auszeichnen zu lassen. Wir sind ja alle nicht mehr in der Schule, wo wir am Ende des Schuljahres ein Zeugnis bekommen. Und mit so einer Einreichung kann man sich dieses Lob abholen! Außerdem ist es doch eine besondere Form der Anerkennung, von einer Fachjury Feedback zu bekommen. Dieses Feedback geht weit über Zahlen hinaus. Ein Award ist nicht nur Auszeichnung, sondern auch Teil einer Community und ein starkes Zeichen für gute Markenarbeit. Ich würde mir wünschen, dass alle eine Eins plus mit Sternchen bekommen!

Über Carsta:

Carsta Maria Müller ist Managing Director bei Baby got Business und als Branchen-Expertin und Medienwissenschaftlerin seit mehr als 15 Jahren beruflich in der Social Media-Welt zu Hause. Zuletzt war sie bei Meta als Strategic Partner Managerin für Creator, Media & Sport Companies und davor als Director Social Media bei ProSiebenSat.1. Seit zehn Jahren begleitet sie Unternehmen bei ihrem digitalen Wandel, begeistert Menschen für Content, kreatives Storytelling, KPIs & Social Media Strategien.

Logos PAGE und German Brand Award 2026, grafische Darstellung

 



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Das sind die Finalisten für die Schweizer Banknoten › PAGE online


Noch im Januar soll der Gewinner-Entwurf für die neuen Schweizer Banknoten präsentiert werden. Das sind die sechs Entwürfe, die noch im Rennen sind – und das auch unter Beteiligung der Schweizer Bürger:innen.

Das sind die Finalisten für die Schweizer Banknoten › PAGE online

Bevor die sechs Finalist:innen im Wettbewerb für die neuen Schweizer Banknoten bekannt gegeben wurden, wusste die Öffentlichkeit nicht, von wem welcher Entwurf von welcher Agentur, welchen Studio oder Grafikdesigner:in stammt.

Einzig die Gestaltung im Blick stimmte eine Jury, zu der unter anderen Andrea Dreier (SGV Schweizer Grafiker:innen Verband) und Gordon Nemitz, Co-CEO von thjnk Zürich gehörten und darüber hinaus mehr als 100.000 Schweizer:innen über die 12 Entwürfe der neuen Banknoten ab.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte den Wettbewerb für die neuen Banknoten und rund um das Thema »Die Schweiz und ihre Höhenlagen« gestartet. Konkret sollen die neuen Noten die Topografie der Schweiz anhand von sechs Höhenlagen abbilden.

And the winner is …

Ab 2030 werden die neuen Banknoten ausgegeben.

Das ist ein langer Weg, dem sechs der ursprünglichen 12 Kreativteams bereits einen Schritt weitergekommen sind.

Zu den Finalist:innen gehören das Studio Marcus Kraft aus Zürich, bekannt vor allem auch für seine Kultur-Brandings und Kampagnen, Maxitype Sàre, die Agentur Emphase Sàrl oder das Grafikdesign-Duo Custer Waller Sagl aus Lausanne und London.

Anfang 2026, wie es von der Schweizerischen Nationalbank heißt, und mit Glück noch im Januar, wird bekannt gegeben, welcher Entwurf letztendlich gewonnen hat.

Eine schwierige Wahl bei diesen durchweg interessanten Arbeiten und wir sind sehr gespannt.

Konzept B: Norr Design AG / Thema: Lage, Licht und Leben
Konzept G: Skala Design GmbH / Thema: Tradition und Innovation
Konzept H: Studio Marcus Kraft / Thema: Steine und Landschaft
Konzept J: Emphase Sàrl / Thema: Pflanzen und Tiere
Konzept K: Custer Waller Sagl / Thema: Demut und Solidarität
Konzept L: Maxitype Sàrl / Thema: Ökosystem Schweiz

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Human Touch schlägt KI-Generik › PAGE online


Künstliche Intelligenz ist gesetzt – doch welche Vibes und zusätzlichen Trends prägen das kreative Arbeiten im kommenden Jahr wirklich? PAGE hat Kreative und Designexpert:innen nach ihren Einschätzungen gefragt.

Human Touch schlägt KI-Generik › PAGE online Hurra, der Gegenhype ist da: Während KI weiter durchoptimiert, wächst unter Gestalter:innen und Markenexpert:innen die Sehnsucht nach dem Echten. Kreatives Handwerk, bewusste Imperfektion und menschliche Reibung werden 2026 zum Qualitätsmerkmal. Doch was bedeutet das für die Markenkommunikation? Statt maximaler Reichweite zählt Relevanz – Marken müssen Signale senden, denen Menschen vertrauen können. Das heißt: Klarheit statt Output-Masse, Community-Nähe statt Einheitslook. Parallel dazu verschiebt sich Experience Design grundlegend weg vom Gestalten einzelner Touchpoints hin zu intelligenten Systemen, die adaptiv reagieren und trotzdem human bleiben. Der zentrale Vibe über alle Entwicklungen hinweg: real und menschlich als Gegenbewegung zur KI-Glätte.

Ihre jeweilige Kreations-Perspektive auf das kommende Jahr erklären Mike Zeiler, David Link, Katja Wenger, Oliver Bohl, Sascha Idstein und Christoph Tratberger.

 

Porträt eines bärtigen Mannes mit lockigem Haar, neutraler Gesichtsausdruck vor hellem Hintergrund.Bild: ARTUS Interactive

Mike Zeiler, UX/UI Lead bei ARTUS Interactive

Design zwischen Hochglanz und Handschrift

Mit dem »Liquid Glass-Designstil« erlaubt Apple dem User-Interface-Design nun wieder mehr Inszenierung. Und plötzlich ist Effekthascherei nicht nur okay, sondern wieder begehrenswert – Apple eben. Flat Design macht damit im kommenden Jahr an einigen Stellen Platz für Tiefe, Licht und Reflektionen und verspricht eine neue Lust am »polished« Look. Spannend wird’s, wenn man das Prinzip nicht einfach kopiert, sondern weiterdenkt: Liquid Glass wirkt heute noch wie ein Versprechen mit Fußnote, denn die Accessibility-Probleme hat Apple teils mit eher unschönen Kniffen gerettet.

Als Gegenbewegung zu diesem High-Fidelity-Ästhetik-Overload und zum generischen KI-Look sehe ich persönlich den »Human Touch«: bewusst unperfekte Illustrationen, krakelige Notizen, handgemachte Texturen, kritzelige Typo – nicht als Retro-Gag und DIY-Punk-Hommage, sondern als menschliches Ausrufezeichen. Diese gezielte Unperfektheit kann in ganz unterschiedlichen Stilwelten funktionieren, von Minimalismus bis Maximalismus. Und sie kann Marken wieder etwas geben, das gerade knapp wird: Charakter, Wärme und Eigensinn.

 

Porträt eines Mannes mit kurzem Haar und dunklem Pullover vor hellem Hintergrund.Bild: cyperfection

David Link, Geschäftsführer bei cyperfection

Der Hype ist nicht KI – der Hype ist wieder Mensch

2026 wird für mich weniger von Technologien geprägt und mehr davon, wie wir Menschen wieder emotional erreichen. KI glättet alles, macht es schneller, effizienter, vergleichbarer. Der eigentliche Gegentrend: Bedeutung zurückbringen. Wir sehen, dass Marken nicht nur Sichtbarkeit brauchen, sondern eine Haltung, die als Referenz funktioniert.

Der wichtigste »Vibe« 2026: clarity creates care. Klare Marken, klare Botschaften, klare Erlebnisse, gerade wenn komplexe Branchen wie Healthcare oder MedTech unübersichtlich werden. Wir arbeiten mit Marken daran, Verhalten zu verändern. Diese Wirkung entsteht nicht durch mehr Output, sondern durch mehr Relevanz. Nicht durch mehr Automation und Performance, sondern durch mutige Entscheidungen, was man weglässt.

 

Porträt einer Frau mit blondem Haar und schwarzem Blazer, lächelnd vor hellem Innenraum mit Fenster.Bild: think moto

Katja Wenger, Gründerin & Geschäftsführerin von think moto

Experience Design muss neu gedacht werden

Experience Design stößt in seiner bisherigen Form an Grenzen. Denn wenn Erlebnisse in Echtzeit reagieren, sich kontextuell anpassen und ständig neu formieren, reicht es nicht mehr aus, einzelne Touchpoints zu gestalten.

Der Grund: Künstliche Intelligenz verändert die klassische Logik von linearen Customer Journeys grundlegend. KI macht Experiences adaptiv, situationsabhängig und einmalig. Marken reagieren, lernen und entwickeln sich weiter.

Für Marken geht damit ein Paradigmenwechsel einher: Weg vom Design einzelner Erlebnisse hin zum Aufbau intelligenter Experience-Systeme, die über Räume, Medien und Momente hinweg funktionieren. Kreativität verschiebt sich dabei von der Form zur Haltung, vom Interface zur Systemlogik.

Der Kreativtrend 2026 ist daher kein neuer Stil und kein neuer Kanal. Er ist ein neues Verständnis von Experience Design – human first. AI-backed.

 

Porträt eines Mannes mit rasiertem Kopf und schwarzem Shirt vor Bürohintergrund mit roten Linien.Bild: Triplesense Reply

Oliver Bohl, Geschäftsführer von Triplesense Reply

Marken müssen Signale senden, denen Menschen vertrauen (können)

Ganz selbstverständlich denken wir inzwischen »AI-first«, wenn es darum geht, komplexe Projekte zu realisieren. Den eigentlichen kreativen Unterschied macht aber weiterhin die menschliche Fähigkeit, Ambivalenzen auszuhalten, Haltung zu zeigen und kulturelle Spannungen in starke Bilder, Services und relevante Experiences zu übersetzen. Ergo gilt human-first im Experience-Design.

Für Marken ergeben sich dadurch drei Vibes:

Erstens verschiebt sich der Fokus von kurzlebigen Impulsen hin zu langfristigen Signalen. Marken, die dauerhaft relevant bleiben wollen, müssen nicht perfekt sein, sondern nahbar, verletzlich und ehrlich.

Zweitens wandert Kreativität dorthin, wo echte Beziehungen entstehen: weg von der klassischen Kampagne hin zu kuratierten Räumen, gemeinsamen Projekten sowie Kund:innen als Co-Gestalter der Marke.

Drittens werden Vertrauen und Wahrhaftigkeit zur härtesten Währung in einer Welt voller synthetischer Inhalte. Mit klarer Haltung zu Transparenz und zu einem verantwortungsvollen Einsatz von KI.

Zugleich glaube ich an eine neue Form von »Humanizing Digital«: phygitale Experiences, die sich nicht nach Technologie anfühlen, sondern nach Nähe und Relevanz im Alltag der Menschen.

 

Porträt eines lächelnden Mannes mit Bart und weißem T-Shirt vor dunklem Hintergrund.Bild: huth+wenzel

Sascha Idstein, Creative Director Design bei huth+wenzel

Markenkommunikation: Communitynah statt massentauglich

2026 verabschieden wir uns endgültig vom Marken-Einheitslook. Der Grund: Menschen sind nicht die eine Zielgruppe, sondern Teil von (unterschiedlichen) Communities. Relevanz entsteht in Bubbles, Regionen und Mikro-Kulturen mit eigenen Codes, Tonalitäten und Ästhetiken. Der (Gegen-)Trend lässt sich deshalb so zusammenfassen: communitynah statt massentauglich.

Für Marken heißt das: weniger One-Size-fits-all-Kampagnen, mehr lokale Stories und Formate zum Mitmachen. Co-Creation mit Creator:innen, Partnern, Kund:innen und Teams vor Ort wird wichtiger als reine Absenderkommunikation. Es geht dabei nicht darum, Kontrolle zu verlieren, sondern sie neu zu definieren: nicht alles zentral glätten, sondern Vielfalt orchestrieren. Dafür braucht es klare Leitplanken, die Adaptionen erlauben, und ein Content-System, das schnell, konsistent und dialogfähig ist. Am Ende gewinnt 2026, wer zuhört, Resonanz ernst nimmt und ein Mosaik aus vielen passenden Inhalten baut, das zusammen ein glaubwürdiges Ganzes ergibt.

 

Porträt eines Mannes mit Brille und Bart, lächelnd vor unscharfem Bürohintergrund.Bild: Roman Klis

Christoph Tratberger, Executive Creative Director bei Roman Klis

Real + Human: Warum kreatives Handwerk Marken stärkt

Für uns als Brand-Building-Agentur gibt es verschiedene Wachstums-Formeln, mit denen Marken entgegen den Rahmenbedingungen in Polykrisen-Zeit wachsen. Eine der wichtigsten für mich lautet »Real + Human«: Menschen sehnen sich mehr denn je nach dem Echten, nach menschlichen Verbindungen, sie suchen den Kontakt mit Materie, Haltung und Reibung. Auch, wenn andernorts weiterhin AI-Weihnachtstrucks durchs Land fahren: das Echte wird zum neuen Premium. Die Wasserfarbkästen, Tuschefedern und Marker sind zurück auf den Schreibtischen und kreatives Handwerk bereichert viele Projekte.

Wir Kreative bringen so neue Ideen hervor, die sich dem generischen KI-Look entziehen. Von diesen sichtbaren Eigenheiten und kleinen Imperfektionen profitieren wiederrum Marken, denn sie schaffen Profil und Wert.

Eine spannende Entwicklung, auf die ich mich im kommenden Jahr freue!

 



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BMW Alpina mit neuem Markendesign – Design Tagebuch


Mit der Übertragung der Alpina Markenrechte zum 1. Januar 2026 beginnt die Einführung von BMW ALPINA als eigenständige exklusive Marke im Verbund der BMW Group. Während der Name die Zugehörigkeit zur BMW-Gruppe unterstreicht, betont das Markendesign samt neu geschaffenem Typologo die Eigenständigkeit.

ALPINA wurde 1965 von Burkard Bovensiepen in Buchloe (Bayern) gegründet. Das Unternehmen ist ein registrierter Automobilhersteller, der Fahrzeuge auf Basis von BMW-Modellen entwickelt und fertigt. Im Jahr 2022 erwarb die BMW Group die Markenrechte an ALPINA. Ab Ende 2025 wird die Marke Alpina, nach jahrzehntelanger Kooperation mit BMW, vollständig in den BMW-Konzern integriert. Der Standort Buchloe bleibt weiterhin für die Fahrzeugentwicklung sowie den Service- und Ersatzteilbereich zuständig.

Das neu geschaffene Markendesign soll das historisches Erbe der Marke BMW Alpina in die Zukunft führen, wie es in einer von der BMW-Gruppe veröffentlichten Pressemeldung heißt.

Auszug der Pressemeldung

Die BMW Group ist sich angesichts der langen Geschichte der Marke ihrer großen Verantwortung bewusst und entschlossen, mit BMW ALPINA ein neues Kapitel zu schreiben und den anspruchsvollen Erwartungen gerecht zu werden. Einen ersten Hinweis darauf gibt die neu entwickelte Wortmarke. Sie präsentiert sich klar, ruhig und selbstbewusst. Zentral am Heck platziert unterstreicht sie die Eigenständigkeit der neuen exklusiven Marke und ihre Souveränität innerhalb der BMW Group. Gezielt orientiert sie sich an der asymmetrischen Form des Markenschriftzugs aus den 1970er Jahren. Mit ihrer feinen und modernen Gestaltung verbindet sie Historie und Zukunft.

BMW Alpina Logo – vorher und nachher, Bildquelle: BMW, Bildmontage: dt
BMW Alpina Logo – vorher und nachher, Bildquelle: BMW, Bildmontage: dt

Puristisches Typologo statt chrome-glänzendes Autoemblem – das neue Logo von BMW Alpina beschreibt im Visuellen einen vollständigen Neuanfang. Die betont breit laufenden Versalien zeichnen sich durch einen großen Strichstärkenkontrast aus – Stilmerkmale, die Exklusivität kommunizieren sollen. Die beiden im oberen Bereich abgeflachten A verleihen der Wortmarke eine technische Note.

Statt alpina-automobiles.com dient nun die Domain bmwalpina.com als zentrale digitale Präsenz der Marke BMW Alpina. Der Webauftritt wurde bereits angepasst, befindet sich derzeit allerdings in einem Interim-Status.

Anfang 2025 wurde für Alpina unter der Registriernummer 3020251009437 ein kreisrundes Signet Markenschutz beim Deutschen Patentamt angemeldet. Ob dieses Signet auch im Rahmen des künftigen Markenauftritts von Alpina zum Einsatz kommen wird, ist derzeit noch offen.

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