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Marketing für medizinische Produkte: Gute Besserung der Performance: So entfalten Healthcare-Kampagnen ihre volle Wirkung


Die Wahl des richtigen Gesundheitsprodukts ist gerade in der kalten Jahreszeit ein heißes Thema. Mit den passenden Maßnahmen erzielen Kampagnen bessere Ergebnisse

Healthcare-Produkte zu bewerben zählt zu den anspruchsvollsten Disziplinen im Marketing. Eine Kampagne soll emotional ansprechen, ohne ins Unseriöse abzugleiten, informieren, ohne zu überfordern. Mit gezielten Maßnahmen, die Vertrauen und Produktrelevanz stärken, lässt sich der Erfolg spürbar steigern, wie zwei Beispiele von Medicom und InfectoPharm zeigen.

Es beginnt selten dramatisch: mit einem Hustenreiz oder einem Grummeln im Magen. Schon in solchen Momenten entscheidet sich, welcher Healthcare-Marke Menschen vertrauen. Denn wer über seine Gesundheit nachdenkt, denkt über das Wertvollste nach, was er besitzt – und will es schützen: mit Produkten, die diesem höchsten Anspruch gerecht werden.

„Gesundheitskommunikation funktioniert nur, wenn sie Vertrauen schafft – nicht, wenn sie Aufmerksamkeit um jeden Preis will“, sagt Christoph Bohlender, Kreativdirektor der Healthcare-Marketing-Agentur Mensch. Vertrauen sei das härteste Kapital einer Marke im Gesundheitswesen: „Jede Botschaft wird als potenzielle Hilfe oder mögliche Enttäuschung wahrgenommen – und weil das Produkt direkt in den Körper eingreift, wiegt Vertrauen hier schwerer als in fast jeder anderen Branche.“

Vertrauen durch Haptik

Ein besonders wirkungsvoller Hebel für Vertrauen ist die Haptik. Marken, die mit anfassbaren Werbemitteln arbeiten, werden als persönlicher und kompetenter wahrgenommen als solche, die ausschließlich im digitalen Raum agieren. Haptische Werbemittel wie Werbebriefe prägen durch ihre Qualität und Materialität direkt das Markenbild. „Grundsätzlich gilt: Ein schweres Papier – ab 100 Gramm – erzeugt höhere Aufmerksamkeit und vermittelt mehr Kompetenz als ein leichtes – zum Beispiel 60 Gramm“, erklärt Andreas Mann, Marketingprofessor an der Universität Kassel.

Christoph Bohlender ergänzt: „Haptik schafft eine Nähe, die digitale Kommunikation kaum leisten kann. Der Bildschirm ist unser ständiger Begleiter und zugleich unsere größte Barriere. Er verbindet uns digital, trennt uns aber emotional. Wenn Menschen plötzlich wieder etwas Echtes berühren – Papier, Material, Struktur –, entsteht sofort ein Gefühl von Authentizität.“

Medicom: Sanfte Töne, starke Wirkung

Wie stark dieser Effekt sein kann, bewies Medicom. Der Direktversender von Nahrungsergänzungsmitteln setzte in der aktuellen CMC Print-Mailing-Studie auf ein haptisches Mailing in ruhigen Farben, klar strukturiertem Design und persönlicher Ansprache – ohne Werbelärm, dafür mit Foto und Unterschrift der Geschäftsführerin. Ein authentischer Ankerpunkt in einer Zeit, in der KI-generierte Gesichter und Stockfotos allgegenwärtig sind. Ein QR-Code verband das physische Erlebnis nahtlos mit dem digitalen Kaufprozess.

Mit diesem Print-Mailing erzielte Medicom bei der aktuellen CMC Print-Mailing-Studie Top-Resultate

Das Ergebnis: eine Conversion Rate von 9,43 Prozent, ein durchschnittlicher Warenkorbwert von 86,32 Euro und ein Return on Ad Spend von 1.624 Prozent. „Wir sehen ein klar belegbares Interesse bei Onlinekunden, wenn sie Print-Mailings erhalten. Selbst nach längerer Laufzeit wird noch bestellt“, resümiert Hamdi Hackl von der verantwortlichen Agentur DPNY Communications.

Visualisierung statt Formelflut

Neben haptischen Erlebnissen sind zwei weitere Faktoren entscheidend für den Erfolg von Healthcare-Kampagnen: die Visualisierung komplexer Zusammenhänge und die Ausrichtung der Kommunikation auf die konkreten Bedürfnisse der Endkunden.

„Bilder, Videos oder Grafiken helfen, Komplexes verständlicher, erlebbarer und einprägsamer zu machen. Menschen wollen keine chemischen Formeln hören, auf denen ein Produkt basiert, sie wollen wissen, welchen Unterschied es in ihrer Situation macht“, erläutert Agenturchef Christoph Bohlender. Gute Gesundheitskommunikatoren denken entsprechend in Begriffen wie Erleichterung und Lebensqualität.

InfectoPharm: Wenn der Husten schlafen geht

Wie sich dieser Ansatz umsetzen lässt, illustriert eine Kampagne, die Bohlenders Team für den Hustenstiller Quimbo von InfectoPharm entwickelte. In Apothekenschaufenstern wurden die Verpackungen des Hustenmittels so arrangiert, dass ihr Schatten die Silhouette eines schlafenden Menschen ergab.

„Die Idee kam aus dem Alltag“, sagt Bohlender. „Wenn ein Familienmitglied nachts wach liegt und hustet, schläft die ganze Familie schlecht – ein echtes Problem für alle Beteiligten. Kommunikation, die dieses reale Szenario aufgreift, wirkt lösungsorientiert.“

Bei der Betrachterin stellt sich ein echter Aha-Moment ein – die Schattenkonturen zeigen eine schlafende Person

Die Inszenierung erzeugte einen Aha-Effekt: „Passanten blieben stehen, sahen genauer hin und erkannten nach und nach, dass allein das Produkt die Botschaft trägt. Das Versprechen wird visuell erlebbar. Das Motiv bleibt dadurch nachhaltiger im Kopf“, so Bohlender.

Der erholsame Schlaf fungierte als Leitthema über alle Touchpoints der Customer Journey hinweg. Über Connected TV, Podcasts, Print, Social Media und POS-Installationen wurde die Geschichte in Wort, Bild und Farbe konsistent erzählt. Das Ergebnis: eine Absatzsteigerung um 123 Prozent im Kampagnenzeitraum.

Social Media und KI verantwortungsvoll nutzen

Während klassische Erfolgsfaktoren weiterhin ihre Wirkung entfalten, gewinnt im Healthcare-Marketing zunehmend ein weiterer Bereich an Bedeutung: die digitale Kommunikation – von Social Media bis KI. Besonders auffällig ist dabei die wachsende Relevanz sogenannter Medfluencer. Nach Schätzungen von Branchenexperten gibt es im deutschsprachigen Raum mittlerweile zwischen 400 und 1.000 aktive Profile, meist Ärzte, medizinisches Fachpersonal oder Betroffene. Sie übersetzen Fachwissen in Alltagssprache und machen komplexe Themen nahbar und verständlich.

Ein Beispiel ist David Reckers, Hausarzt in Weiterbildung. Als @der.hausarzt erreicht er über 300.000 Follower auf TikTok und Instagram und arbeitet unter anderem mit Sanofi zusammen. Solche Kooperationen ermöglichen Pharmaunternehmen, insbesondere jüngere Zielgruppen authentisch anzusprechen. Gleichzeitig sollten Unternehmen nur mit Influencern zusammenarbeiten, die Inhalte kompetent und präzise vermitteln, um juristische Risiken zu vermeiden und der generell geringen Glaubwürdigkeit sozialer Netzwerke entgegenzuwirken.

Der algorithmische, oft generische Output beim Content hat nicht die Verlässlichkeit und Qualität wie echte Markenkenntnis.

Christoph Bohlender

Darüber hinaus verschiebt sich der Fokus im Healthcare-Marketing zunehmend in Richtung Künstlicher Intelligenz. Laut einer esanum-Studie setzen bereits 66 Prozent der befragten Fachleute aus der Pharmaindustrie KI ein, vor allem zur Content-Erstellung.

„Der algorithmische, oft generische Output beim Content hat allerdings nicht die Verlässlichkeit und Qualität wie echte Markenkenntnis. Es ist wichtig, durch einen individuellen Tonfall, Empathie und Verständnis lebensnahes und emotionales Storytelling zu schaffen“, betont Bohlender. „KI bietet hier und dort Inspiration und ist vor allem eine Hilfe, wenn es um die Erstellung von visuellem Content geht, doch die emotionale Tiefe kommt nach wie vor vom menschlichen Feingefühl, gerade wenn es um ein Thema wie Gesundheit geht.“



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Instagram ersetzt Follows mit Friends


Auf Instagram sehen einige Creator einen Friends Count anstelle eines Follow Counts. Dabei werden Friends neu definiert und sogar als Content Label im Feed genutzt.

Wenn Instagram zur Veränderung ansetzt, dann horcht die Creator-Gemeinde auf. Gerade, wenn es um eine Kernmetrik geht. Die Meta-Tochter mit über drei Milliarden monatlich aktiven Usern hat sich den Status erarbeitet, der für Furore bei großen Veränderungen sorgt – wie zuletzt beim offiziell verkündeten Hashtag Limit oder vor einiger Zeit der Einführung von Views als übergeordnete Kernmetrik. Jetzt, kurz nach der Vorstellung von Instagrams Agenda für 2026, kommt die nächste große Veränderung auf Creator zu. Die Plattform experimentiert mit einem Friends Count im Profil. Dieser ersetzt dort die Follows-Angabe und setzt sich auch anders zusammen. Diese Entwicklung hat nicht zuletzt mit KI zu tun. Zugleich dürfen einige Creator neue Like Icons einsetzen – und das, während viele User von einem regelrechten Like Crash berichten.


„Der Hochglanz-Feed ist tot“:
Instagrams Kurs für 2026

Mehrere Instagram App-Logos auf Smartphone
© Damien Roué – Unsplash

Instagrams Friends Count in der Übersicht: Was die Metrik bedeutet

Einige Instagram Creator sehen sie schon, die neue Metrik im Profil. Neben Followern und Beiträgen sehen sie einen Friends Count, wo normalerweise der Follow Count zu finden ist. Letzterer gibt an, wie vielen Accounts der User folgt. Der Friends Count aber zeigt an, wie vielen Freund:innen ein User folgt. Und das ist nicht das gleiche, wie Business Insider berichtet. Denn als Friends werden Accounts eingestuft, die einem User auch zurückfolgen; man fühlt sich beinahe an alte Follow-for-Follow-Zeiten erinnert. Daher dürfte der Friends Count meist eine niedrigere Zahl anzeigen als der Follow Count. So sehen manche Creator aber ebenso, welcher der gefolgten Accounts eigentlich zurückfolgt. Ein Mitglied von Metas Presse-Team bestätigte den Test, den wir noch nicht sehen können, und erklärte:

Friends are central to the Instagram experience, so we’re exploring ways to make these connections more visible and meaningful. We’re running a small test to highlight Friends throughout Instagram.

Tatsächlich ist dieses Experiment zuerst nur für einige wenige Creator zu sehen. Instagram möchte damit mehr Wert auf echte menschliche Verbindungen legen. Zum einen geht das mit der eigenen Entwicklungslogik für die Plattform einher. Der Austausch der Creator in der Community soll im Fokus stehen. Darauf zahlen diverse Features ein, zum Beispiel die 2025 eingeführte Friends Map à la Snapchat oder das Teilen öffentlicher Instagram Stories ohne Markierung. Zum anderen möchte die Plattform mit dem Fokus auf Friends eine klare Abgrenzung zu KI-Inhalten und KI-Kommunikation schaffen. Plattformchef Adam Mosseri warnte zuletzt schon:

Everything that made creators matter – the ability to be real, to connect, to have a voice that couldn’t be faked – is now suddenly accessible to anyone with the right tools.

Originalität soll besser gerankt werden und Mosseri ergänzt:

We need to surface credibility signals about who’s posting so people can decide who to trust.

Daher markiert Instagram im Rahmen des Tests sogar im Feed einige Inhalte mit dem Label Friends, das anstelle von Posts oder Following steht. Ob aber diese Anpassung umfassend ausgerollt wird und dann auch bald in Deutschland auftaucht, ist noch unklar.

Neue und einzigartige Likes: Top Creator fallen auf

Parallel zum Friends Count-Test können manche Creator auf Instagram einzigartige Herz-Icons als Like-Symbol einsetzen. Allerdings handelt es sich dabei nicht um einen Test, sondern um ein Sonder-Feature für die 25 Sieger:innen von Instagrams Rings Awards. Mit den Rings Awards werden erstmals 25 Creator für ihren Mut und ihre Kreativität ausgezeichnet. In der Jury dafür saßen unter anderem  Regisseur Spike Lee, Designer Marc Jacobs, YouTuber Marques Brownlee, Schauspielerin Yara Shahidi und Make-up-Artistin Pat McGrath. Die Sieger:innen erhalten jetzt je ein unikales Like-Herz. Das kann dann aussehen wie ein DJ-Pult, wie ein Gänseblümchen oder wie ein zerknülltes Papier. IM Jahr 2026 können diese Creator die besonderen Like Icons für ihre Likes einstellen.

Alle anderen Creator müssen sich indes mit dem klassischen roten Herzen begnügen. Dabei werden Likes derzeit mehr und mehr zur Vanity-Metrik. Viele Creator berichten von immer weniger Likes, was nicht zuletzt mit Instagrams Fokus auf DMs, Stories und insbesondere Reels zusammenhängt. Laut Daten von SensorTower, die CNBC vorliegen, stieg der Anteil der auf Instagram verbrachten Zeit in Bezug auf Reels in den USA von 37 Prozent im Mahr 2024 auf 46 Prozent im Jahr 2025. Relevanz auf Instagram entsteht in der menschlichen Interaktion, langfristig vor allem aber auch im Kurzvideokontext.


Like-Verlust auf Instagram:

„100 Likes sind die neuen 1.000“

Mehrere nach unten zeigende Daumen-Icons im Instagram-Farbverlauf symbolisieren den Rückgang von Likes auf der Plattform.
erstellt via Canva





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Wechsel in der VSA-Geschäftsführung: Inka Müller-Schmäh verlässt Sportsponsoring-Verband VSA


Die Vereinigung Sportsponsoring-Anbieter (VSA) verliert ihre Geschäftsführerin: Inka Müller‑Schmäh, seit 2012 für die VSA tätig, verlässt den Verband zum 1. April 2026 – auf eigenen Wunsch. Über ihre Nachfolge ist noch nichts bekannt.

Darüber will der Vorstand „zu gegebener Zeit“ informieren, wie er in einer Pressemitteilung erklärt. Darin würdigt VSA‑Präsident M

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Nostalgie-Trend in Social-Media: Was die Werbung von 2016 über Kreativität und Kultur verrät


Hornbach prägte mit seiner Kampagne das Werbejahr 2026

Nostalgietrends gibt es immer wieder – im Moment feiern User:innen auf TikTok, Instagram und Co die Ästhetik und Popkultur von 2016. Musik, Memes und Mode? Warum nicht auch einen Blick auf die Werbung von vor zehn Jahren werfen: Er offeriert eine Art kreative Zwischenzeit.

Der aktuelle Social-Media-Hype wird nicht zuletzt damit erklärt, dass die Welt 2016 gerade noch so in Ordnung war: Die erste Amtszeit von Donald

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