Künstliche Intelligenz
Meta Quest wagt Neuanfang mit „Horizon OS 2“
Meta hat Horizon OS 2 angekündigt und eine Betaversion von Horizon OS 2.1 wird seit Kurzem für Teilnehmer von Metas Testkanal verfügbar gemacht.
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Im Zentrum von Horizon OS 2 steht die verbesserte Bedienoberfläche „Navigator“, schreibt Meta. Diese wird allerdings schon seit Mai 2025 mit Nutzern getestet, und es ist unklar, wann sie offiziell erscheint. Das Interface ist vom Homescreen der Apple Vision Pro inspiriert, rückt Apps anstelle des Metaverse in den Vordergrund und soll die UI-Navigation übersichtlicher gestalten.
Metas Metaverse-Plattform Horizon Worlds steht künftig nicht mehr im Mittelpunkt: Das entsprechende Icon werde aus der Systemleiste entfernt und der Horizon Feed „schrittweise“ entfernt, heißt es. Die Startseite diente lange Zeit dazu, Nutzern Inhalte aus Horizon Worlds zu empfehlen und verzögerte den Systemstart. Künftig startet Meta Quest direkt in den Navigator. Ferner gibt es eine Reihe weiterer Verbesserungen. Eine vollständige Übersicht folgt, sobald das neue System-Update die Testphase verlässt und offiziell erscheint.
Mit Horizon OS 2 kommt auch eine neue Versionierung: System-Updates sollen künftig Bezeichnungen wie OS 2.1 und 2.2 tragen, wodurch sich große Updates von inkrementellen Verbesserungen unterscheiden lassen, anders als bei der bisherigen durchgehenden Nummerierung. Die aktuelle System-Version hat die Nummer 85.
Horizon OS 2 leitet Kurswechsel bei Meta ein
Der Versionssprung auf Horizon OS 2 lässt sich als Versuch lesen, einen neuen Weg für die Plattform einzuschlagen: Die Metaverse-Bemühungen um Horizon Worlds werden auf der VR-Brille zurückgefahren und auf mobile Ökosysteme verlagert.
Horizon Worlds hätte die zentrale soziale Plattform für Virtual Reality werden sollen: ein Ort, an dem sich Millionen Menschen per VR-Brille treffen, gemeinsam spielen, virtuelle Events besuchen oder nutzergenerierte Welten erkunden. Meta schwebte ein Metaverse nach dem Vorbild von Roblox, Fortnite oder Minecraft vor, aber in Virtual Reality. Mit der Idee eines Metaversums verband der Konzern die Aussicht auf eine von Apple und Google unabhängige Computerplattform, eine virtuelle Ökonomie sowie perspektivisch nahezu unbegrenzte Werbeflächen.
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Dass diese Vision vorläufig gescheitert ist, hat vor allem zwei Gründe: Zum einen war die Zahl der VR-Nutzer zu gering, um wirklich Relevanz zu entwickeln, zum anderen zeigte sich, dass viele der bestehenden VR-Nutzer gar kein Interesse an Horizon Worlds hatten. Meta ließ sich davon nicht beirren und verankerte Horizon Worlds so tief im Betriebssystem, dass ein Ausweichen kaum noch möglich war: Sowohl in VR als auch in der Begleit-App auf dem Smartphone wurden Nutzer regelmäßig dazu angehalten, Horizon Worlds zu nutzen.
Durch diese Strategie trat Meta als Plattformbetreiber zunehmend in Wettbewerb mit unabhängigen Entwicklern und verprellte alteingesessene VR-Nutzer. Auch das Betriebssystem litt unter dem Ballast, den die Integration von Horizon Worlds auf Systemebene mit sich brachte. Horizon OS 2 dürfte in diesem Kontext eine Kurskorrektur signalisieren.
(tobe)