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Künstliche Intelligenz

Polymarket: Angeblich seit Monaten irreführende Werbung von Influencern


Das Wettportal Polymarket soll Influencer dafür bezahlt haben, gefälschte Videos vom Abschließen und Gewinnen von Internetwetten aufzunehmen und zu verbreiten, um damit zu werben. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf Analysen zahlreicher solcher Kurzfilme und interner Dokumente. Die Videos hätten sich an Menschen in den USA gerichtet, wo Polymarket seit 2022 nicht zugelassen ist und nur per VPN benutzt werden kann. Gefunden hat die US-Zeitung Videos, die seit Juni 2025 verbreitet wurden. Die Werbenden seien angewiesen worden, die Bezahlung nicht öffentlich zu machen, bekommen hätten sie zwischen 2000 und 3000 US-Dollar im Monat. Polymarket hat demnach eine umfassende Untersuchung zugesagt.

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Das Wall Street Journal hat demnach mehr als 1100 Videos von 10 Personen analysiert, die mit Polymarket zusammenarbeiten. 70 Prozent der Clips würden angeblich den Abschluss einer Wette auf Polymarket zeigen. In jedem einzelnen davon gebe es aber Hinweise darauf, dass die Wetten nicht echt sind. So stimmt teilweise die URL nicht, statt „polymarket“ stehe in der Adresszeile beispielsweise „poiymarket“, was bei Großbuchstaben nicht zu unterscheiden sei. In manchen Clips gebe es sogar Hinweise darauf, dass es sich um Testumgebungen für Entwickler von Polymarket handelt. Eingeweihte hätten erzählt, dass aufgenommene Clips an Polymarket geschickt wurden. In manchen Fällen seien die abgelehnt worden und hätten neu aufgenommen werden müssen.

Zu den Diskrepanzen bei den Aufnahmen vom Abschluss einer solchen Wette kommt dem Bericht zufolge hinzu, dass sie in den meisten Fällen auch gar nicht gewonnen worden wären. So zeigt ein Beispiel vorgeblich eine erfolgreiche Wette darauf, dass US-Präsident Donald Trump im Januar öffentlich das Wort „McDonald’s“ sagt. Als er das tut, jubelt der Creator. Dabei sei der Clip da schon zwei Monate alt gewesen, die Wette wäre also verloren gegangen. Insgesamt seien auf 118 der analysierten Videos angebliche Gewinne in einer Gesamthöhe von 900.000 US-Dollar zu sehen gewesen, mit den Wetten hätte man aber insgesamt 166.000 US-Dollar verloren. Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC habe die Recherche nicht kommentieren wollen.

Polymarket gehört zu mehreren Internetplattformen, auf denen Nutzer und Nutzerinnen auf das Eintreten der unterschiedlichsten Ereignisse wetten können. Die Plattformen stehen schon länger unter Beobachtung, unter anderem wegen des Verdachts, dass hier mit Insiderwissen Geld gemacht wird. In Israel sollen Personen mit militärischen Hintergrundinformationen auf Ereignisse gewettet haben, in dem Land wurde im Frühjahr ein Journalist bedroht. Er sollte einen Bericht ändern, der eine millionenschwere Wette aufgelöst hat. In Frankreich gab es im April Hinweise darauf, dass jemand im Zusammenhang mit Onlinewetten Temperaturmessungen der Wetterbehörde manipuliert hat.


(mho)



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Pass Designer: Neue App erlaubt jedem, eigene Apple-Wallet-Pässe zu erstellen


Mit iOS 27 bringt Apple nützliche Veränderungen in die Wallet-App auf dem iPhone: Erstmals ist es möglich, direkt in der Anwendung eigene Karten zu gestalten, falls diese als Foto, Screenshot oder PDF vorliegen. Für Veranstalter gibt es allerdings auch eine Neuerung: Die können künftig sehr einfach selbst Wallet-Pässe generieren – mit einer eigenen App namens Pass Designer, die auf dem Mac läuft. Das Tool steht bereits für registrierte Entwickler zum Download bereit.

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Pass Designer läuft allerdings erst ab macOS 27, um es auszuprobieren, muss man sich also auch trauen, die aktuelle erste Entwicklerbeta auf seinem Rechner zu installieren. Klüger ist es, einen Test-Mac zu verwenden, um die in der Vorabversion noch enthaltenen Fehler zu umschiffen. Pass Designer ist komprimiert keine 20 MByte groß und arbeitet als in sich geschlossene Mac-Anwendung.

Die App ermöglicht es, Pässe in Echtzeit zu gestalten und zu verändern, der Look taucht automatisch in einem Vorschaufenster auf. Um zu starten, beginnt man entweder ein neues Design oder übernimmt vorhandene Karten im .pkpass-Format. Alternativ lassen sich auch Templates öffnen. Verfügbar sind derzeit Boardingpässe, Coupons, Veranstaltungstickets, Loyalitätskarten für Ladengeschäfte und generische Pässe. Zudem kann man sogenannte Poster-Pässe generieren, bei denen ein großes Bild verwendet wird.

Pass Designer erinnert an die Möglichkeiten, die man in der Wallet-App in iOS 27 nun auch hat, allerdings gehen die Funktionen deutlich darüber hinaus. So kann man mit Pass Designer auch semantische Tags für strukturierte Daten integrieren, um dynamische Funktionen wie Kalenderintegration, Routenführung oder Siri-Vorschläge zu ermöglichen. Die App beherrscht Anpassungen der Passkomponenten und hilft bei der Erstellung von Zertifikaten und Wallet-Identifiern.

Vor Pass Designer gab es verschiedene Web-Werkzeuge, um eigene Pässe für Organisationen herzustellen. Zudem booten Apps wie NeatPass das Design auch für Einzelpersonen an, um aus PDFs automatisch Karten zu generieren, um weniger Plastik und Papier mitschleppen zu müssen. Pass Designer dürfte bis Herbst seine Betaphase hinter sich lassen, dann erscheint auch macOS 27 alias Golden Gate.

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(bsc)



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Nachrüstung für Apples Time Capsule: Open-Source-Projekt hält SMB am Leben


macOS 27 schneidet bekanntlich allerlei alte Zöpfe ab: So ist es das erste Mac-Betriebssystem, das nicht mehr auf Intel-Maschinen lauffähig ist, künftig werden nur noch Apple-Silicon-Macs unterstützt. Doch dabei bleibt es nicht. Auch ein altes (und noch immer erstaunlich beliebtes) Stück Hardware verliert den Support: Die mit Festplatten ausgestatteten Router der AirPort- beziehungsweise Time-Capsule-Serie können keine Time-Machine-Backups mehr anlegen. Apple hatte dies bereits im Sommer 2025 angekündigt. Grund ist eine wichtige Protokolländerung in Golden Gate.

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Denn mit dem Update wird auch der Support für das traditionelle Apple Filing Protocol, kurz AFP, aus dem System genommen. Dies ist eigentlich nur logisch, da Apple schon seit vielen Jahren standardmäßig auf Samba (SMB) setzt. Allerdings beherrschen AirPort- beziehungsweise Time-Capsule-Geräte nur AFP und SMBv1. Und letzteres funktioniert mit macOS ebenfalls nicht mehr.

Apple hatte seine AirPort-Geräte offiziell im Jahr 2018 vom Markt genommen, nachdem sie zuletzt kaum gepflegt wurden. Sie galten nicht nur als WLAN-Geräte als verlässlich, sondern auch als praktisches Backup-NAS für Time-Machine-Sicherungen. Time Capsule und AirPort Disk, wie die Funktion zuletzt hieß, wurden bislang nicht durch neue Modelle ersetzt.

Wer seinen Apple-Router dennoch weiter für Backups nutzen will – etwa nachdem er oder sie die interne Festplatte aufgerüstet hat –, muss einen Hack anwenden. Den bietet zum Glück mittlerweile ein regelmäßig gepflegtes Open-Source-Projekt auf GitHub: TimeCapsuleSMB. Die Idee dabei: Samba 4 auf die Time Capsule bringen, das dann SMBv3-Support liefert. Möglich ist dies via Python oder einer macOS-GUI-App, die einen aktuellen Samba-Server auf die Geräte bringt.

Läuft auf der Time Capsule ein NetBSD 6 (Geräte der 5. Generation ab 2013), startet der Server automatisch. Ältere Geräte mit NetBSD 4 benötigen eine manuelle Aktivierung oder eine umgeflashte Firmware mit Boot Hook. Das Projekt des Programmierers James Chang kann die Geräte über eine SMB-URL im Finder einbinden, man muss sich also nicht auf Apples (sicherlich demnächst obsoleten) Legacy-Stack verlassen. Eine ausführliche FAQ erläutert das Vorgehen.

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(bsc)



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Von NASA-Sonde Lucy besucht: Asteroid Donaldjohanson taumelt um die Sonne


Der erdnussförmige Asteroid Donaldjohanson dreht sich nicht einfach nur um eine Achse, sondern taumelt auf seiner Bahn um die Sonne um eine weitere. Das haben Auswertungen jener Daten ergeben, die die NASA-Sonde Lucy bei ihrem Vorbeiflug im Frühjahr 2025 gesammelt hat. Wie die US-Weltraumagentur jetzt ausführt, dauert eine Umdrehung des Himmelskörpers um sich selbst 10,5 Erdentage, die gleichmäßige Schwankung erfolgt im Rhythmus von 26,5 Erdentagen. Das unerwartete Bewegungsmuster geht demnach wohl auf die unsymmetrische Gestalt des Asteroiden in Verbindung mit dem sogenannten YORP-Effekt zurück: eine Veränderung der Rotation unter dem Einfluss der Sonnenstrahlung. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt war an der Forschung beteiligt.

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Darstellung der Bewegungsachsen


(Quelle: DLR)

Laut den Forschungseinrichtungen wurden auf dem Asteroiden zudem eisenreiche Tonmineralien nachgewiesen, die auf das Vorhandensein von flüssigem Wasser vor langer Zeit hinweisen würden. Das könnte bedeuten, dass Donaldjohanson aus Fragmenten eines größeren, kohlenstoff- und wasserreichen Asteroiden besteht, die vor 155 Millionen Jahren im Asteroidenhauptgürtel weiter zerbrochen sind. Damit wäre er unerwartet jung. Der Kontakt mit dem Wasser müsse aber kurz gewesen sein, weil die Stoffe sonst ersetzt worden wären. Insgesamt erinnere die Zusammensetzung an jene der Asteroiden Bennu und Ryugu, die denselben Ursprung haben – aber später nicht mehr zerbrochen sind.

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Bei der Annäherung an Donaldjohanson aufgenommene Bilder von Lucy


(Quelle: NASA/Goddard/SwRI/Johns Hopkins APL)

Lucy ist am 20. April 2025 an Donaldjohanson vorbeigeflogen. Schon unmittelbar danach hatte Forschungsleiter Hal Levison vom Southwest Research Institute die Form des Himmelskörpers als „seltsam“ und „auffallend kompliziert“ beschrieben. Der Asteroid ist demnach etwa 8 km lang und bis zu 3,5 km breit. Der Vorbeiflug war die Generalprobe für die eigentliche Mission der Sonde. Sie soll ab dem Sommer 2027 gleich mehrere Asteroiden besuchen und erforschen, die dem Jupiter auf der gleichen Umlaufbahn um die Sonne vorauseilen oder nachfolgen – die Jupiter-Trojaner. Die primitiven Himmelskörper gelten als Fossilien der Planetenentstehung. Benannt wurde die Sonde nach einem mehr als drei Millionen Jahre alten Fossil des Menschen-Vorfahren Australopithecus afarensis.


(mho)



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