Künstliche Intelligenz
Samsung rechnet mit Preiserhöhungen von Verbraucherprodukten
Der südkoreanische Technikkonzern Samsung rechnet mit Preiserhöhungen in der gesamten Elektronikindustrie. Davon betroffen seien auch Verbraucherprodukte. Das berichtete der Nachrichtendienst Bloomberg unter Berufung auf ein Interview mit Samsung-Marketingchef Wonjin Lee. Grund dafür seien gestiegene Produktionskosten infolge der fortbestehenden Engpässe bei Speicherchips.
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Samsung selbst ist einer der weltweit größten Hersteller von Speicherchips. Das Unternehmen ist deshalb grundsätzlich besser positioniert als Konkurrenten ohne eigene Speicherchipherstellung, auch wenn Samsung-Schwesterunternehmen für Grabenkämpfe bekannt sind. Für das vierte Jahresquartal hat der Konzern bereits eine Verdreifachung des Betriebsgewinns prognostiziert. Dennoch wolle man die deutlich erhöhten Kosten für Speichermodule an Endkunden weiterreichen, betonte Lee im Gespräch am Rande der CES in Las Vegas. Zudem rechnet er mit weiteren Preissteigerungen bei Speicherchips.
Große Technikproduzenten wie Dell oder Xiaomi warnten zuvor bereits vor möglichen Preiserhöhungen ihrer Verbraucherprodukte. Andere Hersteller wie Lenovo, Asus oder MSI horten Speichermodule in Erwartung der sich zuspitzenden Knappheit. Auch Apple kündigte einen Großeinkauf bei Samsung an, um seine Margen halten zu können.
Preise für Speicherchips vervielfacht
Seit Monaten sind Speicherchips chronisch knapp, vor allem Dynamic Random Access Memory (DRAM) ist betroffen, aber auch NAND-Flash für SSDs sowie aufgelöteten Massenspeicher wie eMMC (embedded Multimedia Card). DRAM und NAND-Flash sitzen heutzutage in Milliarden von Elektronikgeräten, neben PCs, Servern und Smartphones auch in Fernsehern, Autos und Haushaltsgeräten.
Die Hauptursache für die Speicherchipknappheit liegt im Boom von künstlicher Intelligenz (KI). Weil weltweit riesige KI-Rechenzentren gebaut werden, ist die gesamte RAM-Produktion des Jahres 2026 bereits ausverkauft. Denn KI-Server schlucken große Mengen an DRAM-Chips. Der Bau neuer DRAM-Fertigungsanlagen kommt der enormen Nachfrage jedoch nicht hinterher. In Folge der Knappheit haben sich die Preise für Speichermodule seit Monaten vervielfacht. Allein zwischen Ende November und Anfang Dezember stiegen die Kosten für DDR5-Arbeitsspeicher um rund 50 Prozent.
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(rah)