Künstliche Intelligenz
Sanktionierter Tanker sorgt mutmaßlich für Ölpest vor Schweden
Die schwedische Küstenwache hat einen mutmaßlich zur russischen Schattenflotte gehörenden Tanker durchsucht. Die Besatzung steht im Verdacht, für eine großflächige Mineralölverschmutzung in der Ostsee östlich von Gotland verantwortlich zu sein. Bei der Untersuchung habe sich herausgestellt, dass der Tanker, die „Flora 1“, auf der Sanktionsliste der Europäischen Union stehe, teilte die Küstenwache mit. Der Flaggenstatus sei unklar.
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Die Flora 1 wurde den Angaben zufolge an einen Ankerplatz vor Ystad gebracht. Das Schiff sei von einem Hafen im Finnischen Meerbusen mit unklarem Ziel unterwegs gewesen. Die schwedische Staatsanwaltschaft leitete eine Voruntersuchung ein. Der Internetseite „Vesselfinder“ zufolge, die Positionsdaten von Schiffen verfolgt, kam der Tanker vom russischen Hafen Ust-Luga.
Erster Zugriff Schwedens auf sanktioniertes Schiff
Wie die schwedische Küstenwache erklärt, wurde die Verschmutzung in der schwedischen Wirtschaftszone, aber außerhalb des schwedischen Territoriums begangen. Internationalen Abkommen zufolge hätte der Staat das Recht, bei Umweltvergehen einzugreifen und auch Schiffe festzusetzen. Dies sei nun erstmals für ein sanktioniertes Schiff geschehen. Die Flora 1 sei mit Öl beladen, an Bord befinden sich 24 Personen. Der Ölteppich konnte nicht eingedämmt werden und sei nun, so die Küstenwache, „Teil des Ozeans“.
Der schwedische Minister für Zivilschutz, Carl-Oskar Bohlin, schrieb auf X, dass man derzeit nicht mit einer größeren Ölpest rechne. Der Ölteppich soll nach bisherigen Vorhersagen die Küste nicht erreichen, Maßnahmen behalte man sich vor. Bohlin warnte: „Eine größere Ölpest hätte verheerende Folgen für die Meeresökosysteme und die schwedischen Küsten.“
Mit Schiffen der sogenannten Schattenflotte versucht Russland, die von den westlichen Alliierten im Verlauf des Ukraine-Krieges verhängten Sanktionen zu umgehen. Meist sind es ältere Tanker, bei denen ein höheres Risiko für Umweltverschmutzungen unter anderem durch undichte Öltanks besteht. Auch mehrere Beschädigungen von Unterseekabeln werden der Schattenflotte zugeordnet.
(nie)
Künstliche Intelligenz
Nach fast 30 Jahren: „Worms“-Schöpfer kündigt Erweiterung für Amiga-Klassiker an
Fast drei Jahrzehnte nach dem Erscheinen von „Worms: The Director’s Cut“ kehrt Schöpfer Andy Davidson zu seinem Amiga-Klassiker zurück. Am 7. August 2026 soll ein kostenloses Expansion Pack erscheinen, wie Davidson in der Facebook-Gruppe „Commodore Amiga – Games & Hardware“ ankündigte. Enthalten sind über 40 neue Level, mehr als 50 Sound-Sets und zehn frische Landschaftstypen.
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Kooperation mit der Demo-Szene
Das Besondere: Die Level stammen nicht von Davidson allein, sondern von verschiedenen Gruppen der Amiga-Demo-Szene – jener Subkultur aus Programmierern und Grafikern, die seit den 80er-Jahren die technischen Grenzen der Hardware auslotet. Unter den eingereichten Kreationen finden sich auch Level, die auf bekannten Vorlagen basieren – etwa auf dem Amiga-Spiel „Ruff ‚N Tumble“, wofür Davidson die Genehmigung einholen konnte.
Wo genau das Expansion Pack verfügbar gemacht wird, steht noch nicht fest. Davidson erklärte gegenüber dem Retro-Magazin Time Extension, dass gerade eine eigene Webseite entstehe. Auch die Veröffentlichung einer physischen Box sei möglich.
Ein Kultspiel, das kaum jemand gekauft hat
Davidson hatte „Worms“ einst im Alleingang entwickelt und Team17-Co-Gründer Martyn Brown vorgestellt, der sofort begeistert war. Der Publisher brachte das Spiel 1995 heraus und hält bis heute die Markenrechte. Unter welchen Bedingungen Davidson sein Erweiterungspaket als „offiziell“ bezeichnen darf, ist nicht bekannt.
„Worms: The Director’s Cut“ erschien 1997 ausschließlich für den Commodore Amiga. Davidson erweiterte damit das Original um neue Waffen wie die später ikonische Heilige Handgranate, einen Level-Editor und deutlich aufgehübschte Grafik. Die Fachpresse war begeistert. Trotzdem gingen weltweit nur rund 5000 Exemplare über den Ladentisch. Der Amiga war zu diesem Zeitpunkt schlicht am Ende.
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(joe)
Künstliche Intelligenz
IT-Ausfall bei der Justiz – Was war da los?
Keine Anrufe, keine Mails: Die bayerische Justiz ist von einer großflächigen Störung zeitweise lahmgelegt worden. Die ist inzwischen laut Justizministerium behoben.
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Aber was war da los?
Seit dem Donnerstagnachmittag bestand eine Störung der Netzwerkinfrastruktur im Rechenzentrum des Landesamts für Steuern. IT-gestützte Arbeitsabläufe bei Gerichten und Staatsanwaltschaften waren dadurch offenbar eingeschränkt.
Das hatte zur Folge, dass Bayerns Justiz zeitweise nicht per Festnetztelefon oder E-Mail erreichbar war. Um kurz nach Mitternacht am Freitag liefen die Systeme nach Ministeriumsangaben wieder.
Die „Standarddienste“ wie Mail und Telefon seien wieder verfügbar, teilte das bayerische Justizministerium mit. „Die Fachverfahren und die E-Akte stehen ebenfalls wieder zur Verfügung.“ Allerdings komme es „im elektronischen Rechtsverkehr noch zu Verzögerungen beim Nachrichtenversand“.
Was war der Grund für die Störung?
Die Gründe teilten zunächst weder das Justizministerium noch das Landesamt konkret mit. Nur von einem „Fehler im Netzwerk“ war die Rede. Später hieß es, Auslöser sei eine fehlerhafte Konfigurationsänderung an der zentralen Netzwerkinfrastruktur gewesen. „Zum aktuellen Zeitpunkt ist ausgeschlossen, dass es sich um einen Cyberangriff handelte“, teilte das Landesamt mit. „Zu keinem Zeitpunkt sind sensible Daten abgeflossen oder verloren gegangen. Ebenso bestand zu keinem Zeitpunkt unbefugter Zugriff auf die Server der Justizverwaltung.“
Der Vorfall soll „genau analysiert“ werden. Außerdem sollen möglicherweise „weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Ausfallsicherheit erarbeitet und umgesetzt“ werden.
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Welche Auswirkungen hatte die Störung?
Nachrichten, die während des Störungszeitraums versandt wurden, wurden auf den Systemen zwischengespeichert und werden derzeit abgearbeitet, wie das Ministerium mitteilte.
Für Eilfälle stünden den Gerichten und Staatsanwaltschaften alternative Versandwege – beispielsweise das Justizportal – zur Verfügung, hieß es in der knappen Mitteilung des Ministeriums.
Drohen jetzt reihenweise verpasste Fristen?
Laut Justizministerium drohen keine verpasste Fristen. Zwar waren von der Störung auch Faxgeräte betroffen, die für das Einreichen von Schriftsätzen bei der Justiz noch immer eine Rolle spielen. Sollte eine solche Einreichung während der Störung nicht möglich gewesen sein, „kann durch das Gericht Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gewährt werden“, teilte eine Ministeriumssprecherin mit. „Dies betrifft vor allem Verfahren, in denen betroffene Personen nicht anwaltlich vertreten werden.“
Alle Rechtsanwälte und Behörden seien „grundsätzlich zur Einreichung von Schriftsätzen an die Gerichte per elektronischem Rechtsverkehr verpflichtet“, hieß es weiter. Und dies sei auch während des Ausfalls fristgerecht möglich gewesen, da die „virtuelle Poststelle Bayern beim IT-Dienstleistungszentrum des Freistaats Bayern durchgehend erreichbar war“. Und der Eingang dort sei für eine Frist entscheidend – nicht die Frage, wann ein Schriftsatz von dort weitergeleitet wird.
„Alle über den elektronischen Rechtsverkehr übersandten Daten, wie beispielsweise Dokumente und Nachrichten, sind sicher eingegangen und werden derzeit verarbeitet“, versicherte das Landesamt für Steuern.
Warum schlagen die Richter dann trotzdem Alarm?
„Eine digitale Justiz ohne belastbare Ausfallkonzepte ist nicht zukunftsfähig“, sagte die Landesvorsitzende des Bayerischen Richtervereins, Barbara Stockinger.
Der Verein dringt nun auf ein Notfallkonzept und digitale Absicherungen. „Der Rechtsstaat muss auch dann handlungsfähig bleiben, wenn zentrale IT-Systeme versagen. Die aktuellen Ereignisse zeigen eindrücklich, dass wir resiliente und redundante Systeme benötigen, um die Funktionsfähigkeit der dritten Gewalt jederzeit sicherzustellen.“
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(afl)
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Bericht: Meta will überschüssige Kapazität aus KI-Rechenzentren vermieten
Facebook-Mutter Meta möchte laut einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg ins Geschäft mit KI-Cloud-Infrastruktur einsteigen. Der Plan ist demnach, die nicht selbst benötigten Kapazitäten der derzeit massiv ausgebauten KI-Rechenzentren zu vermieten. Mit seiner „Meta Compute“-Initiative will das Unternehmen laut Bericht dabei einen Geschäftszweig aufbauen, der sowohl den Zugang zu reiner Rechenkapazität als auch zu verschiedenen KI-Modellen verkauft, die in Metas Rechenzentren laufen. Hochrangige Manager wie etwa der Infrastruktur-Chef Santosh Janardhan seien mit der Initiative betraut.
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Damit würde Meta einerseits Angeboten wie Amazon Bedrock Konkurrenz machen und andererseits auch ins Geschäftsfeld der Neoclouds wie CoreWeave und Nebius vordringen. Die Aktien der letzteren beiden Unternehmen gaben nach Veröffentlichung des Bloomberg-Berichts deutlich nach, die Meta-Aktie machte hingegen einen kurzfristigen Satz nach oben. Meta gab zu dem Bericht keine Stellungnahme ab, Bloomberg beruft sich auf anonyme Insider.
Meta-Chef Mark Zuckerberg hat laut Bloomberg bereits im Mai in einer Telefonkonferenz erklärt, dass deR Konzern die Cloud-Vermietung erwäge. „Fast jede Woche wenden sich verschiedene externe Unternehmen an uns und bitten uns entweder, einen API-Dienst einzurichten, oder fragen, ob wir Rechenleistung haben, die sie von uns zu einem Aufpreis gegenüber unseren Anschaffungskosten erwerben könnten“, sagte Zuckerberg damals. Er ergänzte: „Wir haben das bisher noch nicht getan, weil wir glauben, dass wir eine Verwendung für diese Rechenleistung haben.“ Wenn sich die Lage ändere, liege die Option aber auf dem Tisch.
SpaceX verkauft schon Cloud-Kapazitäten
Meta dürfte so ein neues Geschäftsfeld dabei helfen, seine enormen Investitionen in KI-Infrastruktur rentabel zu machen. Das Unternehmen schraubte in diesem Jahr nach nur drei Monaten die Ausgaben für KI-Infrastruktur noch einmal nach oben. Für das laufende Jahr stellt Meta nun Kapitalinvestitionen zwischen 125 Milliarden und 145 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Die vorherige Spanne lag bei 115 Milliarden bis 135 Milliarden US-Dollar. 2025 gab der Konzern vor allem für den Ausbau von KI-Rechenzentren gut 72 Milliarden US-Dollar aus.
Elon Musks Unternehmenskonglomerat SpaceX agiert bereits als KI-Cloudanbieter. Die Kapazitäten des „Colossus“ genannten Rechenzentrums-Clusters, den das jetzt zu SpaceX gehörende KI-Unternehmen xAI gebaut hat, werden auch an Google, Anthropic und seit kurzem an das Start-up Reflection AI vermietet. Anthropic überweist SpaceX dafür monatlich 1,25 Milliarden US-Dollar, Google 920 Millionen US-Dollar. Manche Beobachter sehen darin auch ein klares Zeichen dafür, dass die KI-Modelle von xAI keine große Nachfrage erzielen und die gebaute Kapazität deutlich über dem eigenen Bedarf liegt.
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(axk)
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