Künstliche Intelligenz
Sicherheitsrisiko: Funk von kritischer Infrastruktur ist leicht abhörbar
Etliche Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in Deutschland kommunizieren mit ungeschützter Funktechnik. Der Digitalfunk zahlreicher Haftanstalten, Flughäfen und Energieversorger lässt sich mit geringem technischen Aufwand auch aus der Ferne abhören, weil die Betreiber auf die Verschlüsselung ihrer Netze verzichten, wie die Wirtschaftswoche berichtet.
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Die AG Kritis, eine anerkannte unabhängige Arbeitsgruppe von Fachleuten für den Schutz kritischer Infrastrukturen, beklagte im Magazin: „Dass kritische Infrastruktur über ungesicherte Funknetze kommuniziert, ist ein sicherheitspolitisches Armutszeugnis.“ Man öffne Angreifern Tür und Tor, gefährde die Versorgungssicherheit und letztlich Menschenleben, sagte der Sprecher der AG, Thomas Blinn.
Dem Bericht nach reicht ein Laptop, eine frei verfügbare Software sowie etwas technisches Verständnis, um die Gespräche abzuhören. Dabei könnten auch vertrauliche oder sensible Informationen abgefangen werden.
Auf Verschlüsselung verzichtet
In Deutschland sind mehr als 300 digitale Funknetze auf Basis des Tetra-Standards aktiv. Das ist eine Technik, auf der auch der Polizeifunk basiert. Dieser ist mehrfach verschlüsselt und gilt als relativ abhörsicher. In der Vergangenheit wurden allerdings schon massive Schwachstellen in der Verschlüsselung des Tetra-Funkstandards aufgedeckt. In mehreren Haftanstalten, Flughäfen sowie bei Energieversorgungseinrichtungen werde jedoch eine Version des Tetra-Netzes eingesetzt, die gänzlich ohne Verschlüsselung auskomme, schrieb die Wirtschaftswoche und verwies auf Kostengründe.
(rah)