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Signaling X: Siemens zeigt U-Bahn-Steuerung CBTC auf herkömmlichen Servern


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Auf dem Singapore Rail Test Center (SRTC) in Singapur hat Siemens Mobility im November erstmals der Presse, aber auch potenziellen Kunden im asiatisch-pazifischen Raum, sein neues Signaling-X-Steuerungssystem für U-Bahnen und ähnliche Systeme (Mass Transit) vorgestellt und die Funktion auch mit Testfahrten demonstriert. Signaling X kommt dabei eigentlich von der „Großen Eisenbahn“ (Mainline) und setzt als Besonderheit auf handelsübliche Server und nicht mehr auf proprietäre Hardware von Siemens. Die braucht es nur noch in Ausnahmefällen.

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Ziel des Systems ist die Steuerung und Überwachung bis hin zu vollautomatisierten Metro-Systemen nach dem Standard Communications-Based Train Control (CBTC). Das System ist dabei konzeptbedingt bereits in der Mindestausführung georedundant.

In Singapur hat man das freilich nicht zeigen können, denn der Testring hat ohnehin nur eine Länge von etwa 3 km. Dementsprechend fanden sich alle drei Server in einem 19-Zoll-Rack.

Zwei Signaling-X-Server müssen aus Sicherheitsgründen immer gleichzeitig im Betrieb sein, der dritte ist die Redundanz. Alle drei Server können aber beliebig verteilt werden. Sollte es also zu einem Ausfall eines Servers durch einen Stromausfall, einer Überflutung oder eines Brandes kommen, kann der Betrieb weiterlaufen. Vor großflächigeren Ereignissen, wie etwa einem Erdbeben, schützt die Georedundanz aber nur bedingt. Dann hat der Verkehrsbetrieb aber ohnehin andere Probleme.

Der Vorläufer dieses georedundanten Konzepts ist übrigens die Umsetzung der digitalen Stellwerke in Norwegen bei der Bane Nor, über die Heise Online zuvor ausführlich berichtete.

Auf Kundenwunsch wären auch mehr Server möglich oder etwa das Vorhalten weiterer Server. Die Synchronisierung soll binnen weniger Minuten abgeschlossen werden können, so Siemens.

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Die Umsetzung des serverbasierten Stellwerkbetriebs per Signaling X bringt laut Siemens mehrere Vorteile. Dank der Basis auf Standard-Netzwerkkomponenten gibt es die klassische Reichweitenlimitierung nicht mehr. Ein Elektronisches Stellwerk (ESTW) hat nämlich nur eine Reichweite von 6,5 Kilometern. Freilich gibt es noch Zwischenlösungen. Es muss nicht Signaling X von Siemens sein, um Stellwerke weiter entfernt zu betreiben. Hierzulande sind das etwa Digitale Stellwerke (DSTW).

Gleichzeitig wird in den Serverschränken viel Platz gespart. Die Installation auf dem SRTC zeigte das recht deutlich. Die vier gut gefüllten 19-Zoll-Racks mit dem alten CBTC-Equipment wurden durch ein kaum gefülltes Signaling-X-Rack ersetzt.



Solche proprietären Module wie das PIM50 sollen verschwinden. Sie brauchen viel Platz, für gerade einmal zwölf Eingänge. Eine Kreuzweiche bräuchte alleine acht Eingänge.

(Bild: Andreas Sebayang/heise medien)

Der gezeigte Platzgewinn ist aber nicht realistisch. Siemens erwartet weiterhin einige Komponenten, die nicht einfach ersetzt werden können, und beispielsweise Switches für das Netzwerk. In der Regel ist der Platzgewinn trotzdem signifikant, denn alleine die alten PIM50-Module für Signaleingänge benötigen schon enorm viel Platz im Rack.

Es kann aber nicht alles vollständig digitalisiert und zentralisiert werden. Auf einer Strecke finden sich alte Komponenten, die weiter betrieben werden sollen. In Singapur zeigte Siemens Mobility dafür eine neue Lösung, um alte Streckenhardware zu digitalisieren: Die Smart Object Control Box.



Ein Prototyp der Smart-Object-Control-Box. Unten werden fixierbare Ethernet-Kabel angeschlossen. Oben ist einer von zwei Stromanschlüssen für eine Weiche.

(Bild: Foto: Andreas Sebayang/heise medien)

In einer ersten Umsetzung will Siemens so Weichenantriebe über Ethernet mit den Signaling-X-Servern verbinden. Dazu müssen nur die Stromanschlüsse in die Box geführt werden. Das muss aber vorher in Siemens‘ Signalfabrik in Braunschweig erst getestet werden, denn bei Weichen und Weichenantrieben gibt es eine Vielzahl von Modellen.

Als Nebeneffekt kann die Box auch Strommessungen durchführen und etwa eine erhöhte Leistungsaufnahme feststellen – oft ein Hinweis für eine fällige Wartung der Weiche. Die Weiche ist dabei der einfachste Anwendungsfall für die neue Box. In Zukunft könnten aber auch Objekte wie Türen auf dem Bahnsteig (Platform Screen Doors) oder absenkbare Seilsysteme, Achszähler oder sogar alte Signale an so eine Box angeschlossen werden und in Signaling X integriert werden, so Siemens Mobility im Gespräch mit Heise Online.

Für Verkehrsbetriebe interessant ist auch eine Teilumsetzung. Signaling X kann beispielsweise nur auf einem Teil einer Strecke eingesetzt werden. Ein Betreiber könnte eine Handvoll Stationen an einem Außenast auf das neue System migrieren. Da die Umschaltung recht schnell durchgeführt werden kann, was Siemens mit dem Ziehen von Kabeln seinen Kunden in Singapur auch demonstrierte, wäre auch erst einmal nur ein Testbetrieb etwa in der Nacht möglich. Der Wechsel auf das alte System als Rückfallebene ist bei Problemen ebenfalls möglich.




Was fehlt: In der rapiden Technikwelt häufig die Zeit, die vielen News und Hintergründe neu zu sortieren. Am Wochenende wollen wir sie uns nehmen, die Seitenwege abseits des Aktuellen verfolgen, andere Blickwinkel probieren und Zwischentöne hörbar machen.

Auf dem Testring war die Migration zumindest technisch laut Siemens schnell umgesetzt. Nachdem auf einem digitalen Zwilling in Braunschweig alles durchgetestet wurde, musste das neue Equipment nach Singapur geschafft werden. Zuvor hatte Siemens Mobility die alte CBTC-Anlage noch installiert. Die eigentliche Umstellung dauerte dadurch rund einen Tag.

In einem Kundenszenario kommen hier natürlich noch Test- und Abnahmefahrten in der Praxis dazu. Wie lange ein System ausfällt, hängt von den jeweiligen Aufsichtsbehörden ab. Am ohnehin CBTC-kompatiblen Zug musste übrigens nichts für Signaling X geändert werden.

Einige Vorteile bietet das System auch beim nachträglichen Erweitern der Infrastruktur. Eine Belastung für die Server ist nämlich vor allem die Steuerung des Zugbetriebs und deren Überwachung. Je mehr unterwegs ist, desto mehr muss das System in Echtzeit leisten.

Auf der anderen Seite lässt sich der Server schon von Anfang an auf die mögliche Erweiterung der Flotte auslegen. Alles andere sind für die Server-Applikationen keine großen Herausforderungen. Ein paar zusätzliche Weichen belasten das System kaum. Auch sogenannte Infill-Stationen, also Bahnhöfe, die erst später mitten im Netz hinzugefügt werden, sollen sich leicht umsetzen lassen.



Signaling X auf drei Proliant-Servern von HPE.

(Bild: Andreas Sebayang/heise medien)

Prinzipiell kann der Betreiber zudem seine eigenen Server aussuchen und so eigene Belange besser berücksichtigen, solange die Rechner den initialen Health-Check von Siemens bestehen. Im Allgemeinen geht Siemens aber davon aus, dass Server gleich mitbestellt werden, die dann Siemens selbst aussucht. In Singapur wurde Signaling X auf HPEs Proliant-Servern der 11. Generation installiert.

Im Testcenter wurde das System für den Metrobetrieb erst einmal nur vorgestellt. Im Rahmen der Vorstellung gab es noch diverse Workshops für potenzielle Kunden, die sich das System noch genauer anschauen durften. Dank des Testtracks hat Siemens hier ideale Voraussetzungen für Demonstrationen. Prinzipiell könnte Signaling X aber auch im Prüf- und Validationcenter Wegberg-Wildenrath installiert werden. Doch das ist weit weg.

Aus dem asiatisch-pazifischen Raum waren dementsprechend einige Kunden angereist. Natürlich schauen sich auch Singapurs Metrolinien-Betreiber SBS Transit und SMRT das System sehr genau an. Denn Siemens ist an allen Metrolinien des Stadtstaats mit mehr oder weniger vielen Komponenten beteiligt. Mal ist es die Stromversorgung und in vielen Fällen tatsächlich auch eine CBTC-Installation mit höchstem Automatisierungsgrad. Die neue Jurong-Region-Line wird 2029 auf Siemens‘ CBTC setzen, aber noch nicht auf Signaling-X-Servern.



Gerade im Bau: Die Jurong Region Line.

(Bild: Andreas Sebayang/Privat)

Singapur baut sein Metrosystem gerade mit einer sehr hohen Geschwindigkeit massiv aus. Das Singapore Rail Test Center hat hier eine besondere Bedeutung, denn der Stadtstaat kann nun selbst Fahrzeuge und Systeme testen.



BU: Das SRTC nördlich des Tuas-Link-Depots.

(Bild: Bild: LTA/Government of Singapore)

Wichtige Abnahmefahrten werden in Zukunft auf den drei Teststrecken im SRTC durchgeführt: Der Außenring (60 km/h, Endurance Track, 190 m Radius), der innere Ring (50 km/h, Performance and Integration Track, 140 m Radius) und der High-Speed-Track als gerade Strecke (80 km/h).

Bisher fand dies überwiegend in China, Frankreich und Spanien statt, wie uns SBS Transit sagte. In gewissen Grenzen können Abnahmefahrten auf Testgleisen der Depots durchgeführt werden. Doch die sind nur etwa einen Kilometer lang, kein Kreis und erschweren den Betrieb des Depots.

Aktuell müssen die Züge übrigens per LKW in das Testcenter gebracht werden. Es soll aber bald zwei Gleisverbindungen zu zwei Metrolinien geben. Die erste Verbindung wird von der East-West-Endstation Tuas Link für deutsche Verhältnisse recht abenteuerlich in den Testring geführt.



Von hier geht es in Richtung SRTC. Rechts der Abzweig ins Depot.

(Bild: Foto: Andreas Sebayang/Privat)

Die Tuas-Link-Verbindung wird nämlich über die Ringbrücken über dem Wasser in das Zentrum der Anlage geführt. Entsprechende Vorbereitungen für Betonstützen sind im Testgelände auch überall zu sehen, durften aber nicht fotografiert werden.



Bis hier und nicht weiter. Der Außenbereich des SRTC. Eine Ebene darüber kommt die Tuas-Link-Verbindung.

(Bild: Andreas Sebayang/Privat)

Formal ist das System Signaling X for Mass Transit für den Nahverkehr gedacht. In Deutschland ist die Unterscheidung jedoch etwas schwierig. Hierzulande gehören S-Bahnen, wie die in Hannover oder Köln, zu der großen Eisenbahn mit teilweise eigener Infrastruktur. Die S-Bahnen in Berlin und Hamburg hingegen haben überwiegend eigene Netze samt spezieller Stromversorgung. Aber selbst bei Berlin (Birkenwerder) und Hamburg (Stade) teilen sie sich die Gleise mit der großen Eisenbahn.

U-Bahnen (Berlin, Hamburg, München, Nürnberg) und Stadtbahnen (Frankfurt am Main und viele andere) wären hingegen eindeutige Kandidaten für Signaling X for Mass Transit. In anderen Ländern wird das oft als Metro-System oder Light Rail Transit eingestuft. Die Grenzen sind aber fließend. Hierzulande gibt es noch wenige CBTC-Installationen. Die meisten kommen erst noch und Siemens Mobility ist oft beteiligt.

In Frankfurt am Main werden etwa die Stadtbahnlinien U4 und U5 mit CBTC ausgestattet. Eine Werkstatt ist auch schon damit ausgestattet. Erste Testfahrten im Netz aber ohne Fahrgäste sind bereits für dieses Jahr geplant und 2027 soll das System online gehen. Danach folgen bis 2033 weitere Linien. Geplant ist der Betrieb ohne feste Signalblöcke. Stattdessen bewegen sich sozusagen die Signale mit einem Zug im „wandernden Raumabstand“, auch Moving Block genannt.

Bei niedriger Geschwindigkeit können die Züge so dichter hintereinander fahren, denn das Rotsignal wandert sozusagen vor dem Zug in Abhängigkeit vom Sicherheitspuffer zum Bremsen mit. Dann können auch in engen Kurven ohne Sicht auf die Strecke (oder Signale) die Züge dichter auffahren, was gerade beim Abbau von Verspätungen hilft. In manchen Systemen wird für solche Situationen das Fahren auf Sicht erlaubt. Die Metro in Oslo handhabt das vor allem am Jernbarnetorget nahe dem Hauptbahnhof Oslo S so. In Oslo arbeitet Siemens übrigens auch an einer CBTC-Installation und auch hier erst einmal ohne Signaling X. Der erste, drei Kilometer lange Abschnitt wurde im vergangenen Monat in Betrieb genommen.

Ein weiteres Projekt findet sich in Hamburg. Bis Ende 2027 soll eine Strecke mit sieben Stationen zwischen Jungfernstieg und Horner Rennbahn (U2/U4) ausgestattet werden. Zudem will man wie Frankfurt (M) in einem Moving-Block-Verfahren fahren und so den Taktabstand von heute 150 auf zukünftig 100 Sekunden reduzieren.

Auch Berlin will auf den Linien U5 und U8 bis 2029 und 2033 CBTC einführen. Die Stadt hat auf der U4 schon in den 1980er-Jahren einen automatischen Forschungsbetrieb gehabt, das Projekt dann aber aufgegeben.

Allerdings sehen diese neuen Projekte nur den Grade of Automation 2 (GoA2) vor, also nur einen teilautomatisierten Betrieb. Zudem setzt das Projekt Digitale Schiene Deutschland im digitalen Knoten Stuttgart auf das GoA-Level 2. Hierzulande nennt man das auch „Hochautomatisiertes Fahren“.

Was neu klingt ist es aber nicht unbedingt. Das in Deutschland bekannteste Beispiel dürfte die U-Bahn in Nürnberg sein. Die fährt schon lange mit einem CBTC-System nach GoA4, also komplett ohne Fahrpersonal. Das nächste GoA4-Projekt wird vermutlich die U-Bahnlinie U5 in Hamburg werden. Einen guten Überblick über CBTC-Projekte in Deutschland bietet stellwerke.info.

Nimmt man Singapur als Beispiel, dann hat der kleine Stadtstaat schon heute eine erstaunlich hohe Anzahl an GoA4-Systemen. Nicht nur von Siemens, wohlgemerkt. Auch Alstom und Thales spielen hier groß mit.



Unterschiedliche CBTC-Systeme in Singapur

(Bild: Strides/SMRT)

Betreiber SBS Transit ist vor allem von der Zuverlässigkeit angetan. Die Downtown Line gehört nach eigenen Angaben zu den zuverlässigsten Linien weltweit und liegt auf Platz zwei hinter einer Linie von Hongkong. Die Mean Kilometers Between Failures (MKBF) liegt demnach bei 8.156.000 Kilometern. Die Linie ist damit für Siemens auch eine Art Referenz, denn sowohl Signaltechnik, Depottechnik als auch Elektrifizierung stammen von dem Hersteller, allerdings auch durch die Übernahme des Unternehmens Invensys 2012, das die Downtown Line initial ausstattete.

Entgegen vielen Annahmen spart man mit der modernen Technik aber kaum Personal – zumindest in Südost- und Ostasien. Jeder Zug hat einen Customer Service Officer. Wer mit der Singapore Metro fährt, der findet diesen meist vorne. Auf den Stationen gibt es laut SBS Transit mindestens einen Station Master und einen Assistant Station Master. Größere Stationen haben auch mehr Personal. In Deutschland wäre das eine luxuriöse Personalausstattung von Bahnhöfen, obwohl hierzulande meist noch manuell gearbeitet wird.

Hinweis: Siemens Mobility hat den Autor zum Besuch des Singapore Rail Test Centers eingeladen und die Reisekosten übernommen.

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(nen)



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Redmagic 11 Pro im Test: Gaming-Handy mit 144-Hz-AMOLED-Display & Flüssigkühlung


Das Redmagic 11 Pro liefert dank des Snapdragon 8 Elite Gen 5 geballte Power und ist durch und durch für Gaming optimiert.

Mit dem Gaming-Handy Redmagic 11 Pro liefert Nubia den Nachfolger des Ende 2024 erschienenen 10 Pro (Testbericht). Ein stärkerer Prozessor, ein größerer Akku und eine Luft- und Flüssigkühlung zählen zu den Neuerungen des Nachfolge-Modells. Erneut gibt es das Smartphone in unterschiedlicher Ausführung.

Wir haben die Variante mit 16 GB RAM und 512 GB SSD getestet und zeigen, ob das 11 Pro erneut als Gaming-Smartphone überzeugen kann. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Design

Das Redmagic 11 Pro macht kein Geheimnis daraus, dass es ein Gaming-Smartphone ist. Das kantige Gehäuse mit silbernem Metallrahmen leuchtet vorrangig beim Zocken an mehreren Stellen bunt vor sich hin, dank der installierten LEDs. Wenn das bisher nicht Hinweis genug war, sollten Schriftzüge wie WIN MORE GAMES und GAME MODE keine Zweifel mehr offen lassen. Die Rückseite ist komplett verglast und gewährt unter anderem Einblick auf die Flüssigkühlung, die während des Spielens durchgepumpt wird.

Die Kameras auf der Rückseite befinden sich unter dem Glas, wodurch das Smartphone flach auf dem Tisch liegt. Mit seinem 6,85-Zoll-Display hat es die Maße 163,8 × 76,5 × 8,9 mm und wiegt knapp 240 g. Die Verarbeitung ist makellos und das Redmagic 11 Pro fühlt sich äußerst hochwertig an. Es ist zudem nach IPX8 wasserdicht (in Süßwasser bis zu 30 Minuten bei einer maximalen Tiefe von 1,5 m). Da das Smartphone Lüftungsschlitze hat, dringt Staub auf Dauer unweigerlich ins Gehäuse ein, das soll laut Hersteller jedoch nicht die Leistung des Geräts beeinträchtigen.

Display

Das 6,85-Zoll-AMOLED-Display wartet mit einer Auflösung von 2688 × 1216 Pixeln (431 PPI) im 20:9-Format auf. Das sieht man, denn Schrift, Icons und Medieninhalte sehen auf dem Display gestochen scharf aus. Die Bildwiederholfrequenz liegt bei 144 Hz und passt sich automatisch der Situation an, was vorwiegend dem Akku zugutekommt. Neben dem Automatikmodus kann man aber auch bei Bedarf manuell zwischen 144, 120, 90 und 60 Hz wechseln. Das AMOLED-Display hat eine fantastische Bildqualität und besticht durch eine vollständige Abdeckung des DCI-3P-Farbraums mit knalligen Farben. Dank einer Helligkeit von bis zu 1800 Nits bleiben sie drinnen wie draußen erhalten und das Display durchgehend problemlos ablesbar.

Die Abtastrate des Touchdisplays erreicht bis zu 3000 Hz, es reagiert damit unheimlich schnell und präzise auf Berührungen. Besonders beim Zocken ist das natürlich wichtig. Multi-Finger-Eingaben sind hingegen auf 360 Hz beschränkt. Ohne Notch und durch einen super schlanken Rahmen hat das Redmagic 11 Pro eine Screen-to-Body-Ratio von 95,3 Prozent. Sowohl das Display als auch die Rückseite des Geräts sind durch Corning Gorilla Glass geschützt, allerdings wird nicht bekannt gegeben, um welche Version es sich handelt. Zusätzlich ist von Werk aus eine Schutzfolie installiert.

Kamera

Nubia hat beim Redmagic 11 Pro alles in die Hardware gesteckt, um das Spielerlebnis mit dem Smartphone zu optimieren. Die Kamera-Performance ist da eher zweitrangig. Es ist also kein Wunder, dass die Bildqualität Fotos wie beim Vorgänger 10 Pro eher zu Wünschen übrig lässt.

Die Hauptkamera arbeitet mit 50 Megapixeln, während eine zweite 50-Megapixel-Kamera für die Weitwinkelaufnahmen zuständig ist. Eine Telelinse mit dreifach optischem Zoom gibt es nicht, eine optische Bildstabilisierung (OIS) für die Hauptkamera dafür schon. Für Makroaufnahmen ist eine 2-Megapixel-Kamera zuständig. Den zehnfachen digitalen Zoom kann man auf der höchsten Stufe kaum gebrauchen, da die meisten Details verloren gehen. Die Selfie-Kamera arbeitet mit 16 Megapixeln und ist unter dem Display versteckt. Sie nimmt beim Zocken, Surfen oder Videostreaming also nichts von der Bildfläche in Anspruch, büßt dafür aber etwas an Qualität ein.

Im Alltag lassen sich mit den Kameras passable Fotos schießen, je nach Lichtverhältnissen jedoch mit reduziertem Dynamikumfang. Mit der Abenddämmerung kommt sie noch relativ gut klar, bei Einbruch der Dunkelheit wird es aber schwierig. Auch tagsüber liefert sie draußen nur durchwachsene Ergebnisse.

Videos nimmt das Redmagic 11 Pro in HD (30/60 FPS), Full-HD (30/60 FPS), 4k (30/60 FPS) und 8k mit 30 FPS auf. Video- und Soundqualität sind hier brauchbar, wenngleich die Bildstabilisation immer mal wieder etwas zu kämpfen hat. Bei unruhigen Händen macht sich das im Video schnell bemerkbar.

Ausstattung

Das Redmagic 11 Pro ist ein wahres Leistungsmonster. Mit einem Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 kommt es mit so ziemlich jedem Game im Playstore problemlos klar. Der High-End-Prozessor arbeitet mit acht Kernen bei einer maximalen Taktung von 4,6 GHz. Unterstützt wird er in unserem Testgerät von 16 GB LPDDR5T RAM und dem hauseigenen Redcore-R4-Gaming-Chip.

Erwartungsgemäß spiegelt sich die geballte Power des 11 Pro auch in den Benchmarks wider. Hier erzielt es die höchsten Werte aller von uns bisher getesteten Smartphones. Bei PCMark Work 3.0 Benchmark erreicht es 27.000 Punkte, bei 3DMark Wild Life Extreme 8200 Punkte. Spiele wie Call of Duty Mobile und PUBG Mobile laufen durchgehend flüssig, selbst bei komplett aufgedrehten Grafikeinstellungen, und profitieren von den 144 Hz des AMOLED-Displays. Auch grafisch intensivere Games wie Black Desert Mobile, Wuthering Waves, Zenless Zone Zero sowie Genshin Impact sind auf höchster Stufe kein Problem für das Redmagic 11 Pro.

Für die Kühlung steht neben einem Lüfter mit 24.000 RPM (Drehungen pro Minute) auch eine Flüssigkühlung parat. Diese ist dank der verglasten Rückseite jederzeit sichtbar und dadurch auch Teil der Optik des Smartphones. Das Kühlmittel soll laut offiziellen Angaben zudem selbst bei einem Aufprall nicht auslaufen können. Trotz der ausgeklügelten Kühltechnik wird das Redmagic 11 Pro unter Last ziemlich warm. Während das im Winter selbst bei längeren Gaming-Sessions noch verkraftbar ist, dürfte die zusätzliche Wärme im Hochsommer schnell unangenehm werden. Immerhin ist der Lüfter dafür selbst auf Hochtouren verhältnismäßig leise. Ohne Sound aus den Lautsprechern hört man ihn definitiv surren, mit eingeschaltetem Sound verschwindet er aber in der Geräuschkulisse.

Als Speichermedium ist in unserem Testgerät eine 512 GB SSD (UFS 4.1 Pro) verbaut. Diese liefert ausreichend Speicherplatz, um auch größere Spiele wie das über 50 GB große Call of Duty Mobile problemlos unterzubringen. Die günstigste Variante des 11 Pro kommt mit einer 256-GB-SSD und 12 GB RAM. Hier könnte es dann doch relativ schnell an Speicherplatz mangeln. Wem selbst 512 GB zu wenig sind, kann auf das Modell mit 24 GB RAM und einer 1 TB großen SSD zurückgreifen. Die drei Varianten unterscheiden sich ausschließlich in der Menge an RAM und Speicherplatz. Alle anderen Komponenten bleiben gleich. Einen microSD-Kartenslot, um den Speicher nachträglich zu erweitern, gibt es beim 11 Pro nicht.

Der USB-C-3.2-Gen-2-Anschluss unterstützt Power Delivery sowie die Bildwiedergabe per Displayport. Das Redmagic 11 Pro verfügt über einen SIM-Slot für zwei Nano-SIM, unterstützt jedoch keine E-SIM. Für die drahtlose Verbindung stehen Wi-Fi 7 mit HBS, 5G, Bluetooth 5.4 und NFC zur Verfügung, also eine moderne Ausstattung. Die Ortung findet mit Dual-GPS, Beidou, Galileo und Glonass statt.

Für den Sound sorgen zwei Stereo-Lautsprecher, die erstaunlich laut werden können. So laut, dass sie uns beim Starten eines Spiels zuerst einmal einen Schrecken eingejagt haben. Der Klang ist kräftig und für Smartphone-Speaker nicht schlecht. Wie auch bei den Vorgängermodellen gibt es beim 11 Pro einen 3,5-mm-Klinkenanschluss.

Software

Das Redmagic 11 Pro läuft unter dem Betriebssystem Redmagic OS 11, basierend auf Android 16. Während des Testzeitraums wurden mehrere Updates veröffentlicht und aufgespielt, der Sicherheitspatch ist vom November 2025 und hinkt demnach leider etwas hinterher. Software-Support gibt es nur die von der EU vorgeschriebenen fünf Jahre lang, mehr wird nicht zugesagt.

Zu den vorinstallierten Programmen wie der Google Suite gibt es auch einiges an Bloatware, welche sich aber problemlos deinstallieren lässt. Nervig ist das trotzdem. Die deutsche Übersetzung des Betriebssystems ist an mehreren Stellen halb gar und gespickt mit Schreib- sowie Grammatikfehlern.

Den Game-Space ruft man wie gewohnt per rotem Schalter, Magic Key genannt, am Gehäuse auf. Er bietet mehrere Einstellungsmöglichkeiten für die CPU- und GPU-Leistung per Spiel an. Im Spiel selbst aktiviert man über das hinzuschaltbare Overlay unter anderem auch die Touch-Schultertasten (520-Hz-Abtastrate) des Smartphones. Den Magic Key kann man auch mit anderen Aktionen belegen, wie dem Öffnen der Kamera oder dem Aktivieren der Taschenlampe.

Die videospieltypischen LEDs steuert man über die Systemnavigation an. Hier wählt man Farbe und Lichteffekt oder schaltet sie bei Bedarf komplett ab.

Akku

Mit einem 7500-mAh-Akku ausgestattet, erreicht das Redmagic 11 Pro im simulierten Battery Test von PCMark eine Laufzeit von knapp 9 Stunden (mit GPS, Bluetooth und 144-Hz-Abtastrate). Das ist verglichen mit anderen Mobilgeräten ein niedrigerer Wert. Allerdings ist der Benchmark nicht immer zuverlässig und in diesem Fall wenig aussagekräftig.

In der Praxis kann sich die Akkuleistung aber sehen lassen. Im Alltag hält eine Ladung locker mehr als zwei Tage durch. Beim Dauerzocken kommt es auf das Spiel an. Nach einer Stunde Call of Duty Mobile haben wir bei uns beispielsweise nur etwas mehr als 10 Prozent des Akkus aufgebraucht.

Dank der Schnellladefunktion mit 80 Watt per inkludiertem Netzteil muss man auch nicht lange warten, bis das Smartphone erneut einsatzbereit ist. Achtung: In unserem Fall war es eines mit Steckertyp A, für den man in Deutschland einen Adapter benötigt. Das 11 Pro unterstützt erstmals auch kabelloses Laden mit bis zu 80 Watt.

Wir laden das Redmagic 11 Pro von 0 Prozent auf 80 Prozent in 38 Minuten, nach etwa 55 Minuten ist es dann bei 100 Prozent. In den Einstellungen lässt sich zudem die maximale Aufladung begrenzen. So kann man den Ladevorgang zum Beispiel schon bei 80 Prozent automatisch beenden, um den Akku zu schonen.

Preis

Das Redmagic 11 Pro in Silber mit 16 GB RAM und 512 GB SSD kostet 799 Euro auf der Herstellerwebsite. Auf Amazon kostet es 829 Euro. Die schwarze Version gibt es aktuell nur auf Amazon für ebenfalls 829 Euro zu kaufen. Die Variante mit 12 GB RAM und 256 GB SSD gibt es nur in Schwarz und ohne Glasrückseite. Auf Amazon kostet sie aktuell 679 Euro. Das 1-TB-Modell mit 24 GB RAM ist aktuell ausverkauft.

Fazit

Fakt ist, wer eine herausragende Performance beim mobilen Zocken möchte, kommt um das Redmagic 11 Pro ab 679 Euro kaum herum. Das 6,85-Zoll-Smartphone liefert modernste Technik und ist für Gaming optimiert. Dank Snapdragon 8 Elite Gen 5 kommt das 11 Pro mit so ziemlich jedem Spiel problemlos klar und das auf den höchsten Grafikeinstellungen. Der 144-Hz-AMOLED-Bildschirm liefert kräftige Farben, gestochen scharf.

Der 7500-mAh-Akku versorgt das Gaming-Handy mit ausreichend Strom, um mehrere Stunden problemlos zocken zu können. Die Schnellladefunktion, jetzt auch kabellos möglich, lädt das Smartphone in kürzester Zeit mit bis zu 80 Watt wieder auf. Abstriche muss man primär bei der Kamera machen, die ist hier nur zweitrangig. Trotz Luft- und Flüssigkühlung wird das Gerät ziemlich warm. Die deutsche Übersetzung des Betriebssystems hat ebenfalls Verbesserungspotenzial.

Trotzdem überzeugt das Redmagic 11 Pro da, wo es drauf ankommt: beim Zocken. Wer damit wenig anfangen kann, ist mit einem anderen Smartphone deutlich besser bedient.



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WhatsApp: EU-Kommission prüft weiterhin Einstufung als VLOP


Einem Reuters-Bericht zufolge beschäftigt sich die EU-Kommission aktuell damit, ob WhatsApp als „sehr große Online-Plattform“ unter dem Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) einzustufen ist. Im Falle einer solchen Einstufung müsste WhatsApp strengere Anforderungen erfüllen, etwa regelmäßige Risikobewertungen zur Verbreitung schädlicher und illegaler Inhalte. An sich fallen private Messenger nicht unter den DSA, wie Kommissionssprecher Thomas Regnier gegenüber Reuters erklärt. Allerdings verhielten sich öffentliche WhatsApp-Kanäle eher wie Social-Media-Plattformen und könnten vom DSA erfasst werden.

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Die Frage ist nicht neu, schon Anfang 2025 meldete WhatsApp 46,8 Millionen monatlich aktive Nutzer aus der EU in seinen Kanälen. Das liegt deutlich über dem Wert von 45 Millionen, den der DSA als Grenze für sehr große Online-Plattformen (very large online platform, VLOP) definiert, weshalb seit damals eine Einstufung als VLOP im Raum steht. In der Folgemeldung vom August 2025 war die Zahl dann bereits auf 51,7 Millionen gestiegen, doch zu einer Einstufung als VLOP kam es bislang nicht.

Das könnte sich im neuen Jahr ändern. Die EU-Kommission will den DSA (und den Digital Markets Act, DMA) künftig entschiedener durchsetzen, müsste dafür aber definieren, wie genau das private Messaging WhatsApps von den öffentlichen Kanälen zu trennen ist. Gegenüber Reuters sagte Regnier lediglich, dass sich die Kommission aktiv mit der Frage dieser Aufteilung befasse und er „eine zukünftige Einstufung“ der Kanäle als VLOP „nicht ausschließen würde“.

Falls es dazu kommt und WhatsApp gegen die erweiterten Pflichten von VLOPs verstößt, drohen Meta, dem Besitzer des Dienstes, empfindliche Geldstrafen von bis zu sechs Prozent des jährlichen weltweiten Umsatzes. Im Dezember 2025 hatte die EU die erste Geldstrafe nach dem DSA verhängt: Elon Musks Plattform X muss wegen mehrerer Verstöße 120 Millionen Euro zahlen; gemessen am Umsatz eine eher moderate Strafe, allerdings laufen weitere Untersuchungen bezüglich anderer möglicher Verstöße von X noch.

Grundsätzlich hat Meta bereits Erfahrung mit den Pflichten von VLOPs. Zwei anderen Dienste des Unternehmens, Facebook und Instagram, finden sich schon seit April 2023 auf der Liste der EU-Kommission, die aktuell insgesamt 24 VLOPs und VLOSEs (Very Large Online Search Engines, sehr große Online-Suchmaschinen) umfasst.

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(syt)



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Smarte Heizkostenverteiler: Energie sparen mit monatlicher Verbrauchsübersicht


Seit vielen Jahren tauschen Vermieter Heizkostenverteiler und Wasseruhren gegen fernablesbare Modelle aus. Das ist nicht nur für den Mieter komfortabel, denn er muss niemanden mehr in die Wohnung lassen, sondern spart auch die Arbeitszeit für die Ablesung. Da die Vermieter die Kosten für die Ablesung üblicherweise über die Nebenkosten auf den Mieter umlegen, wird es auch für ihn billiger, wenn der Aufwand dafür geringer ausfällt.

Sind fernablesbare Zähler in einer Wohnung installiert, ist der Vermieter laut § 6a Heizkostenverordnung (HeizkostenV) seit 2022 verpflichtet, eine monatliche Verbrauchsübersicht bereitzustellen, im Behördendeutsch heißt sie „unterjährige Verbrauchsinformation“ (UVI). Die Vorschrift geht auf die Energieeffizienz-Richtlinie der EU zurück. Ziel der 2018 verabschiedeten Vorschrift ist es, den Energiebedarf von Gebäuden zu reduzieren.

Kommt ein Vermieter dieser Verpflichtung nicht nach, hat der Mieter das Recht, 3 Prozent der Kosten für Heizung und Warmwasser zurückzufordern, erläutert Mietrechtsexperte Dietmar Wall vom Deutschen Mieterbund auf Anfrage von c’t. Jedoch müsse der Mieter die Kosten für die vorgeschriebene monatliche Übersicht übernehmen. Typischerweise sei das ein niedriger zweistelliger Betrag im Jahr. „Ab ungefähr 50 Euro sollte man genauer hinschauen und Nachweise für die Kosten verlangen“, rät Wall.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Smarte Heizkostenverteiler: Energie sparen mit monatlicher Verbrauchsübersicht“.
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