Apps & Mobile Entwicklung
Software und Dienste: Wie sehr seid ihr von Big Tech abhängig?
In der heutigen Sonntagsfrage geht es um die technologische Abhängigkeit von großen US-amerikanischen Konzernen – sei es bei Diensten, Software oder auch Hardware. Zumindest in den ersten beiden Kategorien gewinnen europäische oder quelloffene Alternativen an Popularität – aber auch im Forum auf ComputerBase?
Abhängigkeit birgt Risiken
In den vergangenen Jahren haben sich geopolitische Spannungen verschärft und Handelskonflikte und Exportbeschränkungen zugenommen. Währenddessen ist die wirtschaftliche und infrastrukturelle Macht von Big Tech weiter gewachsen. Betriebssysteme, Cloud-Dienste, KI-Modelle, Streaming und soziale Netzwerke liegen in der Hand einer kleinen Gruppe global dominanter Akteure. Eben jene oligarchischen Strukturen sind gleichzeitig treibende Kraft feudalistischer Visionen und obendrein finanziell mit den faschistischen Ambitionen der USA verwurzelt. Vor diesem Hintergrund stellt sich zunehmend die Frage: Ist eine technologische Abhängigkeit nicht mehr nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein politisches Risiko?
Eine potenzielle Lösung findet sich in Initiativen und Communitys, die ihre Abhängigkeit von US-amerikanischen Unternehmen reduzieren und verstärkt auf europäische Produkte und Anbieter sowie Open-Source-Lösungen setzen möchten. Aber was bei Online-Diensten und Apps gut funktionieren kann wird bei Systemsoftware bereits schwierig und bei Hardware schier unmöglich.
Nichtsdestoweniger widmet sich die heutige Sonntagsfrage genau diesem Thema: Seht ihr persönlich eine Notwendigkeit, amerikanischen Technologieriesen zu entsagen – und falls ja, welche Alternativen nutzt ihr stattdessen? Los geht es mit einer Bestandsaufnahme. Produkte und Dienstleistungen welcher der nachfolgend genannten US-Konzerne habt ihr in Verwendung?
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Adobe
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Alphabet (u.a. Google, YouTube, Android)
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Amazon
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AMD
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Apple
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Intel
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Meta (u.a. Facebook, Instagram, WhatsApp)
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Microsoft (Windows, OneDrive, Teams etc.)
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Netflix
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Nvidia
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OpenAI
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PayPal
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Reddit
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Valve (Steam)
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X (Twitter)
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Zoom
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Nichts aus dieser Liste trifft zu
Bereitet euch eine Abhängigkeit von US-Unternehmen Sorgen?
Und bereitet euch eine eventuelle Abhängigkeit von einem oder mehreren dieser oder weiterer Konzerne Sorgen?
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Ja, primär wegen der Marktmacht großer Tech-Konzerne.
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Ja, primär wegen der geopolitischen Abhängigkeit von den USA.
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Ja, wegen beidem gleichermaßen.
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Na ja – ich sehe das Thema, aber wirklich Sorgen mache ich mir da nicht.
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Nein, gar nicht. Ich halte die Debatte gänzlich für überzogen.
(Wo) baut ihr aktiv Abhängigkeiten ab?
Falls dem so ist, habt ihr vielleicht selbst schon damit begonnen, eure Abhängigkeit von US-amerikanischen Technologiekonzernen zu reduzieren?
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Ja, ich habe bereits mehrere Programme und Dienste aus meinem Technik-Alltag ersetzt.
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Ja, ich achte bei neuen Routinen und Systemen darauf, habe aber an bisherigen Abläufen eher nichts geändert.
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Na ja, ich informiere mich hin und wieder und halte die Augen geöffnet, habe aber noch (fast) nichts umgesetzt.
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Nein, bisher nicht – aber eigentlich sollte und wollte ich das mal machen.
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Nein – und ich beabsichtige das derzeit auch nicht.
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Nein, im Gegenteil: Ich habe bewusst entschieden, dass Funktionalität für mich wichtiger ist als Herkunft und Abhängigkeit.
Und in welchen Kategorien arbeitet ihr gegebenenfalls daran?
Gerne könnt ihr im Forum näher darauf eingehen, welche Wechsel ihr bereits vollzogen habt und wie gut das für euren Anwendungsfall funktioniert.
Bei welchen konkreten Softwares oder Diensten hast du bereits von einem Big-Tech- bzw. USA-Produkt zu einer Alternative gewechselt?
Die Redaktion freut sich auf eure Kommentare!
Eure Gründe und Kriterien für oder gegen den Wechsel
Die politische Motivation für den Abkehr von Big Tech wurde in der Einleitung bereits angerissen. Schnell lassen sich aber weitere Gründe finden, die für einen Wechsel zu alternativen Anbietern sprechen – sei es bei den Kosten oder wegen des Datenschutzes. Welche Gründe sind für euch persönlich relevant?
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Datenschutz und -souveränität
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Politische Situation in den USA
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Geopolitische Risiken im Allgemeinen
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Ablehnung von Big-Tech-Oligopolen
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Wirtschaftliche Souveränität Europas
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Open-Source-Überzeugung
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Persönliche Unabhängigkeit von Ökosystemen
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Technisches Interesse und Experimentierfreude
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Kosten und Vermeidung von Abo-Modellen
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Andere Gründe, siehe meinen Kommentar im Forum
Anschließend sei gefragt, welche Kriterien eine mögliche Alternative erfüllen muss, damit ihr einen Wechsel in Betracht zieht.
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… funktional zur Big-Tech-Lösung mindestens ebenbürtig sein.
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… mindestens denselben Komfort bieten.
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… nicht zu Big Tech gehören.
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… außerhalb der USA sitzen.
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… in Europa sitzen.
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… Open Source sein.
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… ggf. EU-Hosting garantieren.
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… ggf. selbst hostbar sein.
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… DSGVO-konform sein.
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… kein Abo-Modell erzwingen.
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… ein anderes Kriterium erfüllen, siehe meinen Kommentar im Forum.
Zuletzt geht es darum, welche Gründe für euch gegen einen Wechsel zu kleineren oder europäischen Anbietern spricht.
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Es gibt einfach nicht in jedem Bereich Alternativen, die bei der Funktionalität und den Features ebenbürtig sind.
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Selbst nach einem vollumfänglichen Wechsel hätte ich mit Alternativen im Alltag ggf. nicht den Komfort der Big-Tech-Lösungen.
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Ich bin zu sehr in einem Ökosystem verankert, ggf. mit Familie oder Freunden.
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Es fehlen Schnittstellen oder die Kompatibilität zu meinen bestehenden Workflows.
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Ich traue kleineren Anbietern wirtschaftlich nicht langfristig.
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Meine Hardware impliziert die Nutzung von amerikanischen Diensten und Software.
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Ich habe bereits zu stark und langfristig in Lizenzen oder Hardware investiert.
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Ich habe keine Lust oder Zeit, mich damit auseinanderzusetzen.
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Ich glaube nicht daran, dass mir ein Wechsel zu (europäischen) Alternativen im Zweifelsfall eine höhere Sicherheit bieten kann.
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Ich sehe schlicht und ergreifend für mich persönlich keine Notwendigkeit.
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Es gibt andere bzw. weitere Gründe, siehe meinen Kommentar im Forum.
Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht
Die Redaktion freut sich wie immer über fundierte und ausführliche Begründungen zu euren Entscheidungen in den Kommentaren zur aktuellen Sonntagsfrage. Wenn ihr persönlich ganz andere Ansichten vertretet, die von den bei den Umfragen im Artikel gegebenen Antwortmöglichkeiten nicht abgedeckt werden, könnt ihr davon ebenfalls im Forum berichten. Auch Ideen und Anregungen zu inhaltlichen Ergänzungen der laufenden oder zukünftigen Umfragen sind gerne gesehen.
Leser, die sich noch nicht an den vergangenen Sonntagsfragen beteiligt haben, können dies gerne nachholen, denn die Umfragen laufen stets über eine Dauer von 30 Tagen. Voraussetzung zur Teilnahme ist lediglich ein kostenloser ComputerBase-Account. Insbesondere zu den letzten Sonntagsfragen sind im Forum häufig nach wie vor spannende Diskussionen im Gange.
Die letzten zehn Sonntagsfragen in der Übersicht
Motivation und Datennutzung
Die im Rahmen der Sonntagsfragen erhobenen Daten dienen einzig und allein dazu, die Stimmung innerhalb der Community und die Hardware- sowie Software-Präferenzen der Leser und deren Entwicklung besser sichtbar zu machen. Einen finanziellen oder werblichen Hintergrund gibt es dabei nicht und auch eine Auswertung zu Zwecken der Marktforschung oder eine Übermittlung der Daten an Dritte finden nicht statt.