Online Marketing & SEO
Sponsoring-Deal verlängert: In diesem Spot outet sich Nivea Men als geheime Power von Real Madrid
Auf dem Platz rau, im Gesicht zart: Nivea Men versorgt weiterhin Spieler von Real Madrid
Seit 2017 ist Nivea Men Sponsor von Real Madrid. Die Partnerschaft macht der Beiersdorf-Marke offenbar so viel Spaß, dass sie jetzt nicht nur verlängert, sondern erweitert wurde. Gefeiert wird das mit einem prominent besetzten Werbefilm.
Wie der Nivea-Konzern Beiersdorf mitteilt, wurde die Sponsoring-Partnerschaft mit Real Madrid nun um weitere fünf Spielzeiten bis Juni 2030 verlängert. Neu ist, dass ab sofort auch Nivea Deutschland Teil der globalen Partnerschaft ist. Geplant sind lokale Aktivierungen, die künftig sowohl in der Kommunikation als auch in Gewinnspielaktionen sichtbar werden sollen, wie es heißt.
Nivea Men launcht erste Real Madrid Limited Edition
Mit dem neuen Vertrag wird die Partnerschaft auch produktseitig erweitert. So soll Ende 2025 die erste globale Real Madrid Limited Edition von Nivea Men auf den Markt kommen. Fans sollen Produkte mit ihren Lieblingsspielern in mehr als 40 Ländern weltweit kaufen können. Neu ist, dass die Kollektion neben Produkten von Nivea Men auch ausgewählte Körperpflegeprodukte von Nivea wie die klassische Nivea Creme, Labello und Liposan enthält. Diese sollen auch in der Umkleidekabine von Real Madrid zum Einsatz kommen.
Online Marketing & SEO
Perfektion ist tot: Warum Instagram echte Inhalte markieren will
Warum Instagram echte Inhalte markieren will statt KI zu jagen
Ab dem 2. August 2026 gilt in der EU eine verbindliche Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte. Sie ist Teil des EU AI Acts und betrifft nicht nur KI-Anbieter:innen, sondern auch Unternehmen, die KI im Marketing, auf Websites oder in Social Media einsetzen. Auf dem Papier klingt das nach wichtigen Schritten für mehr Transparenz und zum Schutz des Urheber:innenrechts. In der Praxis stellt sich jedoch eine andere Frage: Wie gut lassen sich die Regeln durchsetzen, wenn KI immer realistischer wird und Labels sich umgehen oder ignorieren lassen?
Genau an diesem Punkt setzt die Skepsis vieler Expert:innen an – und auch die von Instagram-Chef Adam Mosseri. Er geht davon aus, dass Plattformen zwar besser darin werden, KI-Inhalte zu erkennen, diesen Vorsprung aber schnell wieder verlieren und erklärte:
All the major platforms will do good work identifying AI content, but they will get worse at it over time as AI gets better at imitating reality.
Kurz gesagt: Das Wettrennen ist kaum zu gewinnen. Sein Vorschlag setzt deshalb früher an. Statt künstliche Inhalte immer weiter zu jagen, soll Authentizität sichtbar gemacht werden. Fotos und Videos könnten bereits beim Erstellen kryptografisch signiert werden. Kamera- und Smartphone-Hersteller:innen würden damit eine Art digitalen Herkunftsnachweis liefern.
It will be more practical to fingerprint real media than fake media,
erklärt er. Wenn klar ist, was echt ist, verliert die perfekte Fälschung an Bedeutung. Aus Metas Sicht ist das vor allem ein pragmatischer Schritt. Technologien wie Wasserzeichen haben sich bislang als wenig verlässlich erwiesen, schreibt der Publisher Engadget in diesem Zusammenhang. Sie lassen sich leicht entfernen oder werden schlicht ignoriert. Auch Metas eigene Labels sorgen eher für Verwirrung als für Orientierung. Trotz Milliardeninvestitionen in KI räumt der Konzern ein, generierte oder manipulierte Inhalte nicht zuverlässig erkennen zu können.
Die perfekte Kampagne ist jetzt unperfekt
Parallel dazu verabschiedet sich Instagram von der Ästhetik, die die Plattform lange geprägt hat.
The feed of polished square images is dead,
schreibt Mosseri. Kamerahersteller:innen, so seine Kritik, setzten auf das falsche Versprechen, wenn sie versuchen, alle wie professionelle Fotograf:innen aussehen zu lassen. Für Creator und Marketer ist das ein deutliches Signal: Wer auf maximale Glätte, starke Filter und perfekte Inszenierung setzt, konkurriert nicht mehr mit anderen Menschen, sondern mit Maschinen. Und gegen KI hat Hochglanz kaum eine Chance.
Stattdessen wirbt Mosseri für bewusst rohe Inhalte. Bilder und Videos, die nicht perfekt sind, vielleicht sogar unvorteilhaft wirken. Nicht aus Provokation, sondern als Zeichen von Echtheit. In einer Welt, in der Perfektion jederzeit reproduzierbar ist, werden kleine Fehler, Brüche und spontane Momente zum Beweis dafür, dass hinter einem Account ein Mensch steht – und kein Tool.
Instagrams Weg zur Entertainment-Plattform
Entertainment wird 2026 neu definiert. Nicht durch Hochglanz, sondern durch Inhalte, die eine menschliche Handschrift besitzen – auch und gerade auf Social Media. Zeitgleich avanciert Instagram zur Streaming- und Entertainment-Plattform – getragen vom wichtigsten Format im Meta-Universum: Reels. Sie sind der zentrale Wachstumsmotor von Meta. Wie das Wall Street Journal berichtet, liegt der Umsatzlauf des Kurzvideoformats inzwischen bei rund 50 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Der Meta CEO Mark Zuckerberg hat diese Größenordnung im Herbst 2025 selbst bestätigt. Mehr als die Hälfte der gesamten Nutzungszeit auf Instagram und Facebook entfällt inzwischen auf Kurzvideos. Reels sind damit die wirtschaftliche Basis der Plattformen.
Vor diesem Hintergrund ist auch der Schritt auf den Fernseher zu lesen. Mit Instagram for TV denkt Meta Reels über das Smartphone hinaus. Inhalte sollen nicht mehr nur nebenbei gescrollt, sondern gemeinsam geschaut werden. Themen-Channels, automatisches Abspielen mit Ton, Creator-Suche und perspektivisch die Steuerung per Smartphone orientieren sich klar an klassischen Streaming- und TV-Gewohnheiten.
Der Angriff richtet sich klar gegen YouTube. Laut Daten von Nielsen wird YouTube in den USA inzwischen häufiger über den Fernseher als über mobile Geräte genutzt. Das Wohnzimmer gilt als nächster großer Wachstumshebel. Dort sind Aufmerksamkeit, Verweildauer und Werbeinventar besonders wertvoll. Entsprechend entstehen neue Optionen für personalisierte Anzeigen, Interessen-Channels und perspektivisch auch Shopping-Formate im TV-Kontext.
Reels on TV:
Instagram kommt auf den Fernseher

Online Marketing & SEO
SEO- oder SEA-Landingpage? Vergleich & Entscheidungshilfe
Eine Landingpage für SEO und SEA? Klingt effizient, ist aber oft der Grund für schlechte Performance. Warum organische und bezahlte Besucher*innen völlig unterschiedliche Erwartungen haben, wie sich das auf den Aufbau, die Inhalte und Conversions auswirkt und wann getrennte Landingpages wirklich sinnvoll sind, erfährst Du in diesem Beitrag.

Eine Landingpage für SEO und SEA wirkt auf den ersten Blick effizient. In der Praxis passt sie jedoch selten zu beiden Nutzerintentionen.
SEO vs. SEA: Gleiches Ziel, anderer Weg
SEO und SEA verfolgen letztlich dasselbe übergeordnete Ziel: qualifizierten Traffic auf eine Landingpage zu bringen, der am Ende zu Leads, Anfragen oder Verkäufen wird.
Der entscheidende Unterschied liegt jedoch nicht im Ziel, sondern im Kontext, in dem Nutzer*innen auf diese Landingpage gelangen. Und genau dieser Kontext entscheidet darüber, wie eine Landingpage aufgebaut sein muss, damit sie funktioniert beziehungsweise performt.
Warum ist dieser Unterschied so wichtig?
In der Praxis sehen wir häufig, dass Unternehmen eine einzige Landingpage für SEO und SEA einsetzen. Oft geschieht das aus Effizienzgründen. Die Folgen sind dann:
Der Grund: SEO- und SEA-Traffic haben völlig unterschiedliche Erwartungen und befinden sich in unterschiedlichen Phasen der Customer Journey. Darum funktionieren kanalübergreifende „One fits all“-Landingpages selten gut.
Der Kernunterschied: Die Erwartungshaltung beim Klick
Der größte Unterschied zwischen SEO- und SEA-Traffic entsteht vor dem Klick: im Kopf des Users.
Wer organisch sucht, befindet sich meist noch in einer Phase der Orientierung. Die Suche ist offen, vergleichend und oft noch unscharf formuliert. Die Nutzer*innen prüfen mehrere Ergebnisse, lesen quer, springen zurück in die SERPs und versuchen, ein Thema zunächst einzuordnen.
Entsprechend erwartet er:
- Einordnung statt Verkauf
- Kontext statt Zuspitzung
- Orientierung und Entscheidungshilfe statt Abschlussdruck
Bei SEA ist der Kontext ein anderer: Der Klick erfolgt auf eine Anzeige mit einem klaren Versprechen. Die Nutzer*innen haben bereits eine Vorauswahl getroffen – zumindest gedanklich. Sie wollen jetzt nicht mehr grundsätzlich verstehen, ob ein Angebot relevant ist, sondern ob dieses konkrete Angebot für sie passt.
Nutzer*innen erwarten:
- eine direkte Fortsetzung der Anzeige
- schnelle Bestätigung der Entscheidung
- einen klaren nächsten Schritt
Dieser Unterschied entsteht vor dem Klick. Und genau deshalb lässt er sich nicht „auf der Seite reparieren“, wenn Aufbau und Inhalte nicht dazu passen.
Was ist eine SEO-Landingpage und wie funktioniert sie?
Eine SEO-Landingpage ist ein inhaltlicher Ankerpunkt für ein konkretes Suchthema, und damit häufig der erste intensive Kontakt zwischen Marke und Nutzer*in. Sie ist keine klassische „Marketing-Seite“, deren Hauptaufgabe es ist, Nutzer*innen möglichst schnell zu einer Conversion zu bewegen.
Ihr Erfolg hängt nicht davon ab, wie laut sie verkauft, sondern davon, wie gut sie ein Problem einordnet, erklärt und eine Lösung greifbar macht.
Die Ausgangssituation: Nutzer*innen kommen mit offenen Fragen
SEO-Traffic entsteht aus offenen Suchanfragen. Nutzer*innen wissen in diesem Moment oft noch nicht:
- welche Lösung für sie die richtige ist,
- welche Kriterien wirklich relevant sind,
- worauf sie achten sollten oder
- welche Optionen sie ausschließen können.
Eine SEO-Landingpage muss genau hier ansetzen. Sie darf nicht voraussetzen, dass der oder die Nutzer*in bereits entscheidungsreif ist, sondern muss ihn oder sie erst dorthin begleiten.
Warum SEO-Landingpages anders aufgebaut sein müssen
In der Praxis sehen wir häufig SEO-Seiten, die wie verkappte Salespages funktionieren sollen: viel Nutzenversprechen, frühe CTAs, wenig Einordnung. Das Problem: Diese Seiten überspringen gedanklich mehrere Schritte, die Nutzer*innen noch gar nicht gegangen sind.
Eine funktionierende SEO-Landingpage folgt deshalb einer anderen Logik:
- Sie ordnet ein, bevor sie überzeugt.
- Sie beantwortet Fragen, bevor sie Handlungsvorschläge macht.
- Sie baut Vertrauen auf, bevor sie etwas erwartet.
Das bedeutet nicht, dass SEO-Landingpages keine Conversions erzeugen. Im Gegenteil: Sie tun es oft sehr nachhaltig, aber indirekt, über Sicherheit und Verständnis.
Woran Du eine gute SEO-Landingpage erkennst
Starke SEO-Landingpages haben weniger mit Textlänge zu tun als mit Struktur und Intent-Treue. Typische Merkmale sind:
- ein klarer thematischer Fokus auf ein Suchthema (nicht auf ein Produkt),
- ein modularer Aufbau, der unterschiedliche Nutzerfragen sichtbar adressiert,
- verständliche Erklärungen statt reiner Behauptungen,
- Vergleiche und Einordnungen, die Entscheidungen vorbereiten,
- interne Verlinkungen, die logisch weiterführen, statt nur SEO-Signale zu setzen.
Zielsetzung: Sichtbarkeit, Vertrauen und Entscheidungsreife
Das primäre Ziel einer SEO-Landingpage ist nicht „Jetzt kaufen“. Ihr eigentliches Ziel ist es,
- als beste Antwort auf eine Suchanfrage wahrgenommen zu werden,
- Vertrauen in die fachliche Kompetenz aufzubauen,
- Nutzer*innen so weit zu bringen, dass sie eine fundierte Entscheidung treffen können – jetzt oder später.
Genau deshalb sind SEO-Landingpages häufig der Startpunkt für spätere SEA-Conversions, Direct-Traffic oder wiederkehrende Besuche. Sie zahlen auf Marke, Themenautorität und langfristige Performance ein.
Ein konkretes Beispiel aus der Praxis: Thema „Hausratversicherung“. User stellen sich selten sofort die Frage: „Wo schließe ich ab?“ Stattdessen fragen sie:
- Welche Leistungen sind für mich relevant?
- Worauf muss ich achten?
- Was kostet eine Hausratversicherung?
- Wie unterscheiden sich Tarife?
Eine SEO-Landingpage greift diesen Bedarf nach Informationen sichtbar und strukturiert auf, nicht im Fließtext vergraben, sondern klar strukturiert, modular und nachvollziehbar. Das schafft Orientierung, reduziert Unsicherheit und macht die Seite zur Referenz für das Thema.

Beispiel: SEO-Landingpage für die Hausratversicherung der CosmosDirekt. Alle wichtigen Informationen sind für den User klar und strukturiert auf einen Blick aufbereitet.
Was ist eine SEA-Landingpage und wie funktioniert sie?
Eine SEA-Landingpage ist keine verkürzte Version einer SEO-Seite und auch kein „schneller Verkaufstrick“. Sie ist ein präzise konzipiertes Performance-Element, dessen Aufgabe es ist, Nutzer*innen in einem sehr konkreten Entscheidungszustand abzuholen und sie ohne Reibungsverluste zum nächsten Schritt zu führen.
Ihr Erfolg hängt nicht von der Textmenge ab, sondern davon, wie klar sie das Versprechen einlöst, das bereits vor dem Klick gemacht wurde.
Der entscheidende Unterschied: Das Versprechen aus der Anzeige
Im SEA beginnt die eigentliche Arbeit nicht auf der Landingpage, sondern in der Anzeige. Nutzer*innen klicken, weil sie dort ein klares Signal erhalten: ein Preis, ein Vorteil, eine Lösung oder eine konkrete Handlungsmöglichkeit.
Eine SEA-Landingpage muss dieses Versprechen sofort einlösen. Nicht nach dem Scrollen oder nach Erklärungen, sondern unmittelbar.
In der Praxis scheitern viele SEA-Seiten genau hier: Sie erklären zu viel, relativieren zu früh oder zwingen Nutzer*innen, sich erneut zu orientieren, obwohl diese gedanklich längst weiter sind.
Warum Fokus wichtiger ist als Vollständigkeit
SEA-Nutzer*innen befinden sich in der Regel nicht mehr in der Orientierungsphase. Sie haben bereits recherchiert, verglichen und eingegrenzt und das oft über SEO-Touchpoints. Die SEA-Landingpage ist daher nicht der Ort für Grundlagenwissen, sondern für Entscheidungssicherheit. Sie beantwortet nicht alle Fragen, sondern die richtigen.
Das bedeutet konkret:
- weniger Kontext, mehr Klarheit
- weniger Optionen, mehr Führung
- weniger Tiefe, mehr Relevanz
Wie eine SEA-Landingpage Nutzer*innen führt
Starke SEA-Landingpages folgen einer klaren Entscheidungslogik:
- Bestätigung: „Du bist hier richtig.“
- Differenzierung: „Darum ist dieses Angebot relevant für Dich.“
- Sicherheit: „Du kannst uns vertrauen.“
- Handlung: „Das ist der nächste Schritt.“
Diese Logik spiegelt sich im Aufbau wider: vom Above-the-Fold-Bereich über kompakte Nutzenargumente bis hin zu wiederkehrenden, logisch platzierten CTAs.
Typische Merkmale funktionierender SEA-Landingpages
In der Praxis zeigen sich immer wieder ähnliche Muster bei Seiten, die im SEA gut performen:
- ein starkes, klares Above the Fold mit Nutzenversprechen und CTA,
- kurze Module, die Einwände antizipieren statt erklären,
- wenige, gezielte Vertrauenselemente, die schnell wirken,
- eine Nutzerführung ohne Ablenkungen oder Nebenpfade,
- technische Stabilität und Geschwindigkeit, die Conversions und Qualitätsfaktoren unterstützen.
Mit unserer Vorlage zeigen wir Dir, wie eine SEA-Landingpage aussehen kann. Je nach Produkt oder Dienstleistung kann der Aufbau abweichen. Die Vorlage bietet Dir aber eine gute Orientierung.
Zielsetzung: Conversion ohne Umwege
Das primäre Ziel einer SEA-Landingpage ist klar: eine Conversion auslösen. Alles, was diesem Ziel nicht dient, ist potenzieller Ballast.
Sekundäre Effekte wie bessere Qualitätsfaktoren, niedrigere Klickpreise oder höhere Anzeigenrelevanz ergeben sich fast automatisch, wenn Nutzer*innen das Gefühl haben, genau das zu bekommen, was sie erwartet haben.
Kehren wir zu unserem Beispiel der Hausratversicherung zurück. Wer nach „Hausratversicherung online abschließen“ sucht, möchte keinen Überblick über den Markt, sondern:
- schnell prüfen, was enthalten ist,
- verstehen, welchen Vorteil das Angebot bietet,
- den Preis einschätzen können,
- und im besten Fall direkt abschließen.
Eine funktionierende SEA-Landingpage liefert genau das kompakt, klar und ohne Umwege. Alles andere gehört in vorgelagerte SEO-Touchpoints.

Die SEA-Landingpage für das Produkt „Hausratversicherung“ der CosmosDirekt präsentiert den Usern zum Beispiel kurz und kompakt die Vorteile dieses Produkts.
Nutzerintention & Messy Middle: Warum der Klick-Kontext über die Landingpage entscheidet
Der zentrale Unterschied zwischen SEO- und SEA-Landingpages entsteht nicht durch den Kanal selbst, sondern durch die Situation, in der sich Nutzer*innen beim Klick befinden. Genau hier liegt der Kern vieler Performance-Probleme:
Landingpages werden häufig so gestaltet, wie Unternehmen sie gerne hätten und nicht so, wie Nutzer*innen sie in diesem Moment brauchen.
Das Messy Middle erklärt, warum hybride Landingpages scheitern
Das Messy-Middle-Modell von Google beschreibt sehr gut, was in der Praxis passiert: Nutzer*innen bewegen sich nicht linear von Recherche zu Abschluss. Stattdessen springen sie zwischen zwei mentalen Zuständen hin und her:
- Exploration: Informationen sammeln, Optionen vergleichen, Verständnis aufbauen
- Evaluation: Optionen bewerten, Vertrauen prüfen, Entscheidungen vorbereiten
Diese beiden Modi wechseln sich oft mehrfach ab: über Tage hinweg, über verschiedene Suchanfragen und über unterschiedliche Touchpoints. Genau hier treffen SEO und SEA aufeinander.
Das Problem entsteht, wenn eine Landingpage versucht, beide Modi gleichzeitig zu bedienen:
- zu erklärend für SEA
- zu verkaufsorientiert für SEO
Das Ergebnis sind Seiten, die niemanden wirklich abholen.

Screenshot des Messy-Middle-Modells von Google: Die Customer Journey verläuft nicht linear, User springen zwischen „Exploration“ und „Evaluation“ hin und her.
Was das konkret für SEO- und SEA-Landingpages bedeutet
SEO-Landingpages sind im Messy Middle vor allem für die Explorationsphase relevant. Ihre Aufgabe ist es,
- Komplexität zu reduzieren,
- Zusammenhänge zu erklären und
- Nutzer*innen dabei zu helfen, eine fundierte Entscheidungsgrundlage aufzubauen.
Sie müssen nicht abschließen, sie müssen überzeugen, dass man hier richtig ist.
SEA-Landingpages greifen Nutzer*innen dagegen meist in der Evaluations- oder Entscheidungsphase ab. Hier geht es nicht mehr um vollständige Einordnung, sondern um Sicherheit:
- Stimmt das Angebot?
- Passt der Preis?
- Ist das seriös?
- Was ist der nächste Schritt?
Die entscheidende Konsequenz
Eine Landingpage performt nur dann gut, wenn sie genau zu dem Punkt passt, an dem sich Nutzer*innen im „Messy Middle“ gerade befinden. Nicht zu dem Punkt, den wir ihnen zuschreiben – und auch nicht zu dem Punkt, den wir uns aus Unternehmenssicht wünschen.
Deshalb ist die Frage nicht: „SEO oder SEA?“ Sondern: „Welche Entscheidung muss der oder die Nutzer*in an dieser Stelle treffen und wie unterstützt Deine Landingpage genau diese Entscheidung?“
SEO- vs. SEA-Landingpages im direkten Vergleich
Nachdem klar ist, wie SEO- und SEA-Landingpages jeweils funktionieren, lohnt sich eine bewusste Gegenüberstellung. Nicht, um Unterschiede abstrakt zu vergleichen, sondern um sichtbar zu machen, welche Aufgabe eine Landingpage in welchem Moment der Customer Journey erfüllt.
| Vergleichskriterium | SEO-Landingpage | SEA-Landingpage |
| Nutzerzustand beim Klick | Orientierung, Recherche, Vergleich | Entscheidungsnah, handlungsbereit |
| Zentrale Aufgabe/Ziel | Verständnis aufbauen & Sicherheit schaffen | Entscheidung erleichtern & Conversion auslösen |
| Rolle im Messy Middle | Exploration unterstützen | Evaluation stabilisieren |
| Content-Logik | erklärend, einordnend, modular | fokussiert, zuspitzend, reduzierend |
| Content-Tiefe | Hoch: unterschiedliche Fragen & Perspektiven | Niedrig: nur das Entscheidungsrelevante |
| CTA-Strategie | zurückhaltend, kontextuell | klar, wiederkehrend, prominent |
| Struktur | viele thematische Module, Antworten auf W-Fragen | klarer Entscheidungsfunnel |
| Ablenkungsgrad | höher (mehr Informationen, Vergleiche) | minimal (Ablenkung kostet Conversion) |
| Technische Anforderungen | wichtig | kritisch (Qualitätsfaktor & Conversion) |
Brauche ich eigene SEO- und SEA-Landingpages?
In der Praxis ist die Antwort selten ein klares „Ja“ oder „Nein“. Entscheidend ist, ob eine Seite die Erwartungen beider Nutzergruppen wirklich erfüllen kann, ohne an Klarheit zu verlieren. Eine eigene SEA-Landingpage ist kein Selbstzweck. Sie ist ein strategisches Mittel, das nur dann Sinn ergibt, wenn es ein konkretes Problem löst.
Wann eine gemeinsame Seite gut funktionieren kann
In vielen Fällen existiert bereits eine starke SEO-Landingpage, die inhaltlich überzeugt und Vertrauen aufbaut. Wenn diese Seite:
- die zentrale Suchintention klar trifft,
- ein verständliches Nutzenversprechen hat,
- und sich ohne großen Aufwand fokussieren lässt,
kann sie durchaus auch als SEA-Zielseite funktionieren. Voraussetzung ist allerdings, dass sie modular aufgebaut ist und sich für SEA-Nutzer*innen gezielt zuspitzen lässt, etwa durch ein klareres Hero-Element, präzisere Nutzenargumente oder angepasste CTAs.
Gerade bei begrenzten Ressourcen ist dieser Ansatz oft effizienter als der sofortige Bau einer zusätzlichen Seite.
Wann sich eine eigene SEA-Landingpage wirklich lohnt
Eine separate SEA-Landingpage ist sinnvoll, wenn die Erwartungen der Nutzer*innen deutlich enger und konkreter sind als das, was die bestehende SEO-Seite leisten kann.
Typische Situationen aus der Praxis:
- Die SEO-Seite ist bewusst erklärend und umfangreich – und dadurch für SEA zu „langsam“.
- Die Anzeige verspricht etwas sehr Konkretes (Preis, Angebot, Aktion), das Above the Fold erfüllt werden muss.
- Die SEA-Keywords treffen Nutzer*innen in einer sehr späten Entscheidungsphase.
- Du möchtest intensiv testen, ohne die SEO-Seite ständig zu verändern.
In diesen Fällen ist eine eigenständige SEA-Landingpage kein Mehraufwand, sondern ein Performance-Hebel.
Der oft übersehene Faktor: Ressourcen & Pflege
Eine SEA-Landingpage ist kein einmaliges Projekt. Sie muss:
- kontinuierlich getestet,
- regelmäßig angepasst,
- und technisch gepflegt werden.
Das lohnt sich vor allem bei:
- hochpreisigen Produkten oder Services,
- stark umkämpften Märkten,
- klar positionierten Angeboten oder
- Kampagnen mit Skalierungspotenzial.
Fehlen Zeit, Budget oder Testing-Kapazitäten, ist es sinnvoller, eine starke SEO-Landingpage gezielt SEA-tauglich zu machen, statt zwei mittelmäßige Seiten parallel zu betreiben.
Am Ende solltest Du Dir nicht die Frage stellen: „Brauchen wir zwei Landingpages?“ Sondern: „Kann eine Seite gleichzeitig erklären und entscheiden helfen – oder verliert sie dabei ihre Klarheit?“ Wenn die Antwort „ja“ lautet, reicht oft eine saubere, modulare Seite. Wenn die Antwort „nein“ lautet, ist eine eigene SEA-Landingpage der bessere Weg.
Erfolgsfaktoren starker Landingpages
Unabhängig davon, ob eine Landingpage für SEO oder SEA gebaut wird, gibt es einige Grundprinzipien, ohne die keine Seite nachhaltig performt. Sie bilden das Fundament, auf dem kanal-spezifische Optimierungen überhaupt erst wirken können.
Das gemeinsame Fundament: 5 Dinge, die jede gute Landingpage braucht
In der Praxis scheitern Landingpages meistens an einem unklaren Gesamtkonzept. Starke Landingpages zeichnen sich deshalb vor allem durch fünf Dinge aus:
-
Ein klares Nutzenversprechen, das sofort sichtbar ist.
Nutzer*innen müssen innerhalb weniger Sekunden verstehen, worum es geht, für wen das Angebot relevant ist und welchen konkreten Mehrwert sie erwarten können. Dieses Versprechen entsteht im SEO bereits in den Suchergebnissen, im SEA in der Anzeige – und muss auf der Landingpage konsequent eingelöst werden.
-
Eine logisch geführte Struktur.
Gute Landingpages folgen einer inneren Dramaturgie. Sie nehmen Nutzer*innen an die Hand, führen sie durch das Thema und verlieren sich nicht in Nebenschauplätzen. Wer springen, suchen oder interpretieren muss, ist gedanklich bereits wieder weg.
-
Sichtbare Vertrauenssignale.
Egal ob SEO oder SEA: Vertrauen ist immer die Voraussetzung für eine Conversion. Bewertungen, Zertifikate, transparente Informationen, klare Ansprechpartner*innen oder fachliche Einordnung sorgen dafür, dass Nutzer*innen bleiben – und nicht weiter vergleichen.
-
Technische Stabilität und Geschwindigkeit.
Mobile Usability, Ladezeit und saubere Umsetzung sind keine Kür, sondern Grundvoraussetzung. Gerade im SEA wirken sich technische Schwächen unmittelbar auf die Kosten und die Conversion Rate aus.
-
Konsistenz zwischen Erwartung und Inhalt.
Was Nutzer*innen erwarten, entscheidet sich vor dem Klick. Eine Landingpage muss diese Erwartung sofort bestätigen, da alles andere Reibung erzeugt und zu Abbrüchen führt.
Auf diesem Fundament bauen die kanal-spezifischen Erfolgsfaktoren auf.
SEO-spezifische Erfolgsfaktoren (Exploration-orientiert)
SEO-Landingpages richten sich an Menschen, die ein Thema verstehen wollen. Ihr Erfolg hängt deshalb weniger von Zuspitzung als von einer sauberen Einordnung ab.
Entscheidend ist vor allem die Intent-Treue: Inhalte müssen exakt die Fragen, Unsicherheiten und Vergleichsbedarfe adressieren, mit denen Nutzer*innen suchen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
In der Praxis bewähren sich dabei vor allem:
- ein modularer Aufbau, der verschiedene Teilfragen sichtbar abdeckt,
- nachvollziehbare Erklärlogik statt reiner Behauptungen,
- klare Einordnungen, die Entscheidungen vorbereiten,
- interne Verlinkungen, die sinnvoll weiterführen,
- visuelle Elemente, die Komplexität reduzieren.
SEA-spezifische Erfolgsfaktoren (Decision-orientiert)
SEA-Landingpages erreichen Nutzer*innen in einem anderen Zustand. Hier geht es nicht mehr um Einordnung, sondern um Entscheidungssicherheit. Alles, was davon ablenkt, kostet Conversions.
Besonders erfolgskritisch sind:
- ein starkes Above-the-Fold-Element, das das Anzeigenversprechen sofort bestätigt,
- klar formulierte Nutzenargumente,
- eine reduzierte Struktur ohne Nebenpfade,
- wiederkehrende, logisch platzierte CTAs,
- und eine Seite, die sich leicht testen und iterieren lässt.
Eine wichtige Erkenntnis aus meiner Praxiserfahrung: Die besten Ergebnisse entstehen nicht, wenn SEO- und SEA-Landingpages möglichst ähnlich sind, sondern wenn sie ihre jeweilige Rolle konsequent ausspielen, auf Basis eines gemeinsamen Fundaments.
Wenn SEO & SEA zusammenspielen, werden Landingpages deutlich besser

Zusammen verbessern SEO und SEA die Struktur und Performance von Landingpages.
In vielen Organisationen werden SEO und SEA getrennt voneinander betrachtet. Dabei liegt einer der größten Hebel genau in ihrer Zusammenarbeit. Beide Kanäle liefern unterschiedliche, aber hochrelevante Signale: SEO zeigt, welche Fragen und Unsicherheiten Nutzer*innen wirklich haben, SEA zeigt, welche Botschaften und Angebote tatsächlich zu Entscheidungen führen.
Die wichtigsten Synergien sind:
- Keyword-Abgleich: SEO hilft zu verstehen, wonach Nutzer*innen suchen. SEA zeigt, wann sie bereit sind zu handeln bzw. zur Conversion bereit sind.
- Bessere Landingpage-Logik: SEO sorgt für Struktur und Orientierung, SEA für Fokus und Zuspitzung.
- Gemeinsames Monitoring: schnelle SEA-Daten und langfristige SEO-Signale ergeben ein vollständiges Bild.
- Konsistente Customer Journey: Nutzer*innen werden über verschiedene Touchpoints hinweg abgeholt, statt sich bei jedem Klick neu orientieren zu müssen.
Tipp: Wie diese Zusammenarbeit im Detail aussieht und wie Du sie organisatorisch sinnvoll aufsetzt, haben wir ausführlich in diesem Beitrag beschrieben: „SEO-SEA-Synergien effizient nutzen“.
Fazit: Die Nutzerintention entscheidet über den Erfolg Deiner SEO- und SEA-Landingpages
SEO- und SEA-Landingpages verfolgen dasselbe Ziel, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben in der Customer Journey. Während SEO-Landingpages Orientierung schaffen, Fragen beantworten und Entscheidungsreife aufbauen, müssen SEA-Landingpages Klarheit liefern und den letzten Schritt zur Conversion erleichtern. Entscheidend ist dabei nicht der Kanal, sondern die Nutzerintention im Moment des Klicks.
AI Overviews, AI Mode und neue Suchoberflächen verändern zwar, wie Sichtbarkeit entsteht, nicht aber, warum Landingpages funktionieren. Strukturierte Inhalte, klare Nutzenargumente und ein nachvollziehbarer Mehrwert bilden nach wie vor die Grundlage für eine gute Performance, unabhängig davon, ob der Klick aus der organischen Suche, aus Anzeigen oder aus KI-Systemen stammt.
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Wenn Du tiefer in das Thema KI und moderne Suche einsteigen möchtest, findest Du hier weiterführende Inhalte von meinen Kolleg*innen:
Zum Abschluss lohnt sich ein kurzer Selbstcheck:
- Passt Deine Landingpage wirklich zur Erwartungshaltung der Nutzer*innen?
- Wird der zentrale Nutzen sofort klar?
- Unterstützt der Aufbau die jeweilige Phase – Orientierung oder Entscheidung?
- Sind die CTAs sinnvoll platziert und
- ist die technische Basis sauber?
Wenn Du diese Fragen mit „Ja“ beantworten kannst, stehen die Chancen gut, dass Deine Landingpages sowohl im SEO als auch im SEA nachhaltig performen.
Und wenn Du Unterstützung dabei brauchst, SEO- und SEA-Landingpages strategisch aufzusetzen oder bestehende Seiten weiterzuentwickeln, helfen wir Dir gern. Melde Dich einfach bei uns! Wir sprechen unverbindlich über Deine Herausforderung und die beste Lösung dafür.
Bildnachweis: Titelbild: ChatGPT via Seokratie; Bild 2: Screenshot der cosmosdirect.de SEO-Landingpage; Bild 3: Screenshot der cosmosdirect.de (Hausratversicherung) SEA-Landingpage; Bild 4: Screenshot des Messy-Middle-Modells von Google; Bild 5: vegefox.com/stock.adobe.com
Online Marketing & SEO
Von der Werbefläche zur Entertainment-Industrie: 5 Social Media Trends für das Jahr 2026
Marken drehen Miniserien, Creator:innen übernehmen die Regie: Im Jahr 2026 fühlt sich Social Media an wie eine große Entertainmentmaschine. Wie radikal sich Marketing neu erfindet, welche Rolle KI spielt und warum die erfolgreichsten Marken jene sind, die wie Creator:innen produzieren, erklärt Mirco Gluch, Gründer der Social-Media-Beratung Piggyback, anhand von fünf Social Media-Trends.
Episodische Serien & Branded Entertainment: Social Media konkurriert heute direkt mit Netflix & Co., sodass Marken zunehmend wie Serienprodukt
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