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Und plötzlich steht der Gründer eines 75-Milliarden-Startups neben dir


Und plötzlich steht der Gründer eines 75-Milliarden-Startups neben dir

Die Startup-Elite versammelt sich.
Counder Conference

Cephas Ndubueze ist Gründer der Newsletter- und Eventplattform FOMO, die sich in Berlin und München eine feste Community aus Gründern, Investoren und Unternehmern aufgebaut hat. In Kapstadt betreibt er auch die FOMO-Whatsappgruppe. Für Gründerszene schreibt er aus Kapstadt über das Leben, Arbeiten und Netzwerken zwischen Ozean, Open Tabs und Open Minds.

„Es liegt an uns Leaders, Träume und Opportunities zu schaffen, die für junge Menschen in Afrika attraktiver sind als der Griff zu einer AK-47.“ Mit diesem Satz eröffnete Hardy Pemhiwa, CEO von Cassava Technologies, der aktuell Afrikas erste NVIDIA-basierte AI-Factory vorantreibt, die Counder Conference in Kapstadt. An seiner Seite: Michael Weiser (CEO) und Leonard Stieger (Chairman) von Counder.

Die Counder Conference ist ein exklusives, invite-only Leadership- und Investorentreffen in Kapstadt, bei dem rund 500 ausgewählte globale Investoren, Unternehmer und Entscheidungsträger drei Tage lang zusammenkommen, um zukunftsweisende Chancen, Trends und Kooperationen zu erkunden – besonders mit Blick auf aufstrebende Märkte, Technologie, Kapitalallokation und cross-border Zusammenarbeit. Organisiert wird es vom Counder-Netzwerk.

Jede Woche nimmt Cephas Gründerszene-Leser in die Lifestyle-Welt der Gründer und Investoren.
Cephas Ndubueze

Diese bekannten Startup-Gesichter sind da

Die Eröffnung findet in der German Residence in Bishopscourt statt. Unter den Gästen sitzen Menschen aus Deutschlands Startup-Szene: Julian Teicke (Founder von wefox), Roman Kirsch (Entrepreneur und Investor u. a. bei Bending Spoons, LAP Coffee und Ama), Thomas Bachem (Co-Founder des Deutschen Startup Verbands und Gründer der Code University), Finn Age Hänsel (Founder & MD von Sanity Group), Mark Miller (MD von Carlsquare) und Investor Carsten Puschmann.

Auffällig ist nicht, wer da ist – sondern wie sie da sind: ohne Titel auf den Badges, ohne Panels, ohne Mikrofone.

Nach der Rede gibt es kein Programm. Kein offizielles Networking. Kein Pitch. Stattdessen Gespräche, die nicht nach Agenda klingen: Woran arbeitest du wirklich? Was treibt dich gerade um? Wie kann ich helfen?

Hier lässt es sich networken.
Counder Conference

Das ist kein Zufall, sondern Design. Die Counder Conference ist extrem kuratiert – nicht, um Eindruck zu machen, sondern um Vertrauen zu ermöglichen. Ich rutsche ganz natürlich von einem Gespräch ins nächste und denke: So fühlt sich Netzwerken an, wenn es nicht nach Netzwerken aussieht.

Breakout statt Buzzwords

Der zweite Tag ist ruhig, fast entschleunigt. Jeder wählt zwei Breakout-Sessions. Ich entscheide mich für Sport & New Leagues und Digital Marketplaces. Sport, weil ich an eine einfache These glaube: ANTI-AI. Je digitaler unser Alltag wird, desto wertvoller werden echte Erlebnisse. Die Marketplace-Session leitet Ringier. Media und Plattformen sind für mich – und für FOMO – zentral.

Viel Glas, viel Kunst und viele gute Gespräche.
Counder Conference

Die zweite Runde findet in der Norval Foundation in Tokai statt, einem modernen Kunstbau mit viel Glas und Licht. Ich sitze neben dem Host, wechsle mit Robin Lingg ganz selbstverständlich ins Deutsche. Am Tisch: Tina Kleingarnert (Chairwoman of the Board bei Project A), Axel Konjack (Ringier) und Kenneth Raydon Sharpe, CEO von WestProp Holdings.

Daten bleiben King – vor allem für Marketplaces. Wer die besten Daten besitzt, kontrolliert Relevanz, Preisfindung und Vertrauen. Gleichzeitig verschiebt AI alles: Suche wandert von Webseiten zu Agents. Wenn Entscheidungen künftig über wenige Distribution-Channels wie ChatGPT laufen, verlieren klassische Listing- und Traffic-Modelle an Bedeutung. Die zentrale Frage für Marketplaces – von Jobs bis Real Estate – wird sein, wie sie ihre Daten so positionieren, dass Agents nicht an ihnen vorbeientscheiden, sondern mit ihnen arbeiten.

Und plötzlich steht da einer der berühmtesten Gründer unserer Zeit

Am Abend lädt Patrick Zimmerman in eine Villa nach Camps Bay mit Blick auf den Atlantik ein. Ich gehe durch die große Tür: Männer in Hemden, ein Knopf offen, zwei Knöpfe offen – Casual Chic. Frauen in Abendgarderobe. Bekannte Gesichter. Berlin fühlt sich plötzlich sehr nah an. Der Raum öffnet sich, ein Infinity-Pool mit Blick über den Strand von Camps Bay, der Atlantik dunkelblau, die Sonne fast weg. Mehrere Feuerstellen, kleine Gruppen, Gespräche. Keine Bar, keine Karte – du bestellst, was du willst.

Ich sehe bekannte Gesichter aus dem Berliner Startup-Umfeld, umarme sie, begrüße sie, bleibe kurz stehen, gehe weiter. Dann stehe ich neben jemandem, wir reden, lachen, trinken – und plötzlich wird mir klar: Es ist Nikolay Storonsky, Gründer von Revolut, zuletzt mit 75 Milliarden Dollar bewertet. Wir reden nicht über Bewertung, sondern über das Leben hier in Kapstadt, dieses wunderschöne Land, die Möglichkeiten und Chancen – für uns, aber auch für die Jugend Südafrikas. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Auch er ist einfach ein Mensch.

Brunchen mit Top-Investoren

Der dritte Tag fühlt sich spürbar anders an als die Tage zuvor. Weniger Konferenz, weniger Struktur – dafür mehr echtes Leben.

Am Morgen startet der Counder-Connect Day – bewusst ohne Mittelpunkt, dafür mit vielen gleichwertigen Optionen: Padel, Golf, Sport-Olympiade, Yacht-Touren oder Brunch bei südafrikanischen Familien. Keine Empfehlung, kein Ranking. Man entscheidet nach Gefühl. Ich entscheide mich für einen Brunch. Ohne Erwartung. Ohne Vorbereitung.

Ein paar Stunden später sitze ich auf Oakvale Farm, einem Ort, der sich eher wie ein Rückzugsraum als wie eine Event-Location anfühlt. Die Einfahrt dauert über 15 Minuten, vorbei an Grün, Weite und Stille. Ein Wasserfall zieht sich durch das Gelände, alles wirkt entschleunigt, fast entrückt. Am Tisch sitzen Menschen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen – alle erfolgreich auf ihre eigene Art. Unterschiedliche Industrien, unterschiedliche Geschichten – aber eine spürbare Augenhöhe.

Der schwedische Investor Henrik Persson Ekdahl spricht. Die Gespräche folgen den Chatham-House-Rules. Was bleibt, sind klare Linien: erstes Unternehmen vor über 20 Jahren, IPO, Familie, Arbeit – und vor allem Hustle. Timing hilft. Glück auch. Aber Hustle wird oft unterschätzt, vielleicht weil es nicht glamourös ist. Der Brunch dauert länger als geplant. Niemand schaut auf die Uhr. Und genau das fühlt sich richtig an.

Ab zum Gala Dinner

Am Abend das Gala Dinner im World Cup Stadium. Schwarzes Hemd. Schwarze Hose. Lederboots. Sehr ich. Ich bin müde, aber ich bin da. Ich sitze mit alten Freunden aus Berlin, unter anderem mit Daniel Tippold (Founder & Managing Director von EWOR). Extrem fokussiert. Ambitioniert. Und mit EWOR bereits in mehrere Unicorns investiert. Ich muss zugeben: Als EWOR-Scout bin ich ein wenig biased.

Später lande ich neben Tristan Keyte. 35 Jahre Entertainment. Concierge für globale VIP-Experiences. Formel-1-Yacht-Partys. Coachella. Backstage. Und echtes Engagement für Südafrika. Nur ein paar Buzzwords reichen nicht aus, um diesen Mann ansatzweise zu beschreiben. 22:50 Uhr. Zeit zu gehen.

Zum Abschluss eine Party

Ich beende diese Woche mit einer weiteren Villa-Party in Camps Bay. Ich war auf vielen Gatherings in meinem Leben – aber das hier gehört zu den besten. Die Location macht viel aus: Three-floor Mansion, Ocean & Mountain View, offene Räume, gefühlt zehn Meter hohe Decken. Freunde. Schöne Menschen. Gute Musik.

Sieht nach einer guten Party aus.
Cephas Ndubueze

Nicht nur junge Leute. In der Menge stehen Menschen wie unter anderem Jonathan Teklu – Seriengründer mit Exit (u. a. an Holtzbrinck) und Early-Stage-Investor mit frühen Beteiligungen an Airbnb, Uber, Trade Republic, Enpal und OneFootball – und viele andere, die auf ihre eigene Weise erfolgreich sind.

Meine 3 Learnings

Nähe schlägt Reichweite: Echte Beziehungen, direkte Gespräche und Vertrauen mit wenigen Menschen bringen mehr als tausende lose Kontakte oder Views.

Zeit schlägt Tempo: Tiefe entsteht durch gemeinsame Zeit, durch Zuhören, Wiedersehen, Dranbleiben.

Vertrauen schlägt Titel: Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit zählen mehr als Positionen oder Visitenkarten.





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