Vergleichende Werbung: Pepsi vergreift sich zum Super Bowl am Eisbären von Coca-Cola
Pepsi vergreift sich zum Super Bowl am ikonischen Polar Bear des Rivalen Coca-Cola
Seit über hundert Jahren setzt Coca-Cola den Eisbären als Werbemaskottchen ein. Jetzt scheint das tierische Testimonial gewissermaßen aufs Glatteis zu geraten. Das suggeriert jedenfalls Pepsi. Im Super-Bowl-Spot des Erzrivalen fährt der Polar Bear urplötzlich auf Pepsi ab. Die Reaktionen sind amüsant – nicht zuletzt dank KI.
Der Polar Bear gehört bei Coca-Cola schon lange zum Werbeinventar. Seinen ersten Einsatz als Coke-Botschafter hatte er im Jahre 1922 auf einer Printanzeige in Frankreich. Spätestens seit der 1993 gestarteten „Always Coca‑Cola“-Kampagne ist der Eisbär aus dem Werbeinstrumentarium der Marke nicht mehr wegzudenken.
Umso frecher ist die Kampagne, mit der Pepsi seinen Wettbewerber nun zum Super Bowl aufzieht. In dem von der Omnicom-Agentur BBDO kreierten Commercial tritt der ikonische Eisbär nämlich zu einer Blindverkostung an – Pepsi gegen Coke. Das für ihn unerwartete Ergebnis – ihm schmeckte wenig überraschend die Pepsi besser – haut ihn dermaßen aus der Bahn, dass er sogar auf der Couch eines Psychiaters landet und sich auf dem Nachhauseweg kaum zurückhalten kann, als er in einem Restaurant Gästen beim Pepsi-Trinken zuschaut.
Als dann auch noch eine adrette Eisbärin vorbeischaut und ihm eine Pepsi anbietet, ist es aus mit der Treue zu seinem langjährigen Werbepartner. Für Coke wird es am Ende sogar noch richtig bitter. Denn der Werbefilm endet mit einer Szene, in der die beiden Eisbären während eines Konzertes eng umschlungen vor tausenden Zuschauern von einer Stadionkamera beim Genuss einer Pepsi eingefangen werden – eine Reminiszenz an den weltweit beachteten Kisscam-Vorfall bei einem Coldplay-Konzert vergangenen Sommer in Boston. Musikalisch untermalt wird die Fahnenflucht passenderweise mit dem Queen-Klassiker „I want to break free“.
Eisbär-Spot von Coca-Cola von 1999
Coca-Cola wird die werbliche Attacke seitens des Mitbewerbers so gar nicht schmecken. Vor allem der Umstand, dass das Commercial ausgerechnet in der Werbepause des diesjährigen Super Bowl ausgestrahlt wird, dürfte dem Konzern übel aufstoßen. Grund: Das Finale der Profi-Football-Liga der USA ist eines der weltweit größten Sportereignisse mit einer enormen Reichweite. Im letzten Jahr hatten beim Super Bowl laut Nielsen im Schnitt 123,7 Millionen Zuschauer eingeschaltet – ein Rekord.
So reagiert das Netz auf den Pepsi-Spot
Eine werbliche Antwort von Coca-Cola lässt bislang allerdings auf sich warten. Das Unternehmen, das in diesem Jahr auf eine Präsenz beim Super Bowl verzichtet, konzentriert sich derzeit vor allem auf seine Kampagnen zur Fußball-WM, die bereits international und nun auch in Deutschland angelaufen sind. Reaktionen auf die Pepsi-Attacke gibt es freilich trotzdem. Zwar nicht von Coke selbst. Dafür springen aber andere in die Bresche. So gibt es in den sozialen Netzwerken eine Reihe von Adaptionen des Pepsi-Spots, die sich durchaus sehen lassen können. Dass dabei KI zum Einsatz kam, versteht sich angesichts der fixen Umsetzung von selbst.