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Zu strenge Vorgaben: Sapphire würde bei Grafikkarten gerne wieder ausflippen

Für das Fazit „Endlich mal wieder eine Grafikkarte, die etwas anders macht“ zur Asus GeForce RTX 5090 ROG Matrix (Test) gab es nicht wenig Kritik in der Community – verständlich bei 800 Watt TDP. Aber im Kern trifft die Aussage zu. Mit Sapphire hat sich jetzt auch ein Boardpartner kritisch zur derzeit gängigen Praxis geäußert.
„Wir wollen wieder mehr tun als Kühler bauen“
„Verkauft uns GPU und Speicher und sagt uns, was wir tun müssen, damit beides funktioniert wie gewollt – aber lasst uns die Grafikkarte bauen, lasst uns Spaß haben, lasst uns ausflippen“, hat Ed Crisler, PR-Manager von Sapphire USA, gegenüber Hardware Unboxed zu Protokoll gegeben. Denn das sei aktuell einfach nicht möglich – auch nicht mit AMD als exklusiven Partner.
Das Resultat: „Zu viel ist gleich“, weil AMD [und Nvidia, Anm.d.Red] zu strenge Vorgaben in Bezug auf Taktraten, OC und die Stromversorgung geben. „Lass uns wieder mehr diejenigen sein, die wir sind: Grafikkarten-Hersteller“, lautet sein Appell. Aktuell sei man viel zu sehr in die Funktion des Werkzeugmachers (zur Fertigung des individuellen Kühlers) verkommen. Crisler würde daher inzwischen Freunde darauf hinweisen, dass ein etwaiger Leistungsunterschied von Hersteller zu Hersteller nicht mehr von Relevanz sei.
Toxic scheitert an den zu strengen Vorgaben
Das würde aktuell auch eine Neuauflage der Toxic-Serie verhindern, deren Anspruch es immer gewesen sei, sich auch bei der Leistung abzusetzen – aber mit den strengen Vorgaben und den ab Werk bereits ans Limit getriebenen GPUs sei das einfach nicht mehr drin.
Einen sehr positiven Aspekt der aktuellen Vorgaben weist Crisler allerdings ebenfalls nicht von der Hand: Der Kunde bekommt das, was er erwarten kann – eine RX 9070 XT wird immer eine RX 9070 XT sein, negative Überraschungen bei der Leistung oder den Features gibt es nicht.
Design, Kühlung und Service bleiben
Aktuell versucht sich Sapphire durch das Design, ein leises Kühlsystem und auch den Service am Markt von der Konkurrenz abzusetzen. In Sachen Design hat der Hersteller dieses Jahr mit der Radeon RX 9070 XT Nitro+ (Test) einen viel beachteten Akzent gesetzt, bei der der Stromanschluss auf der Rückseite unter der Backplate versteckt wird – und deshalb auf 12V-2×6 setzt.
In der Zukunft soll PhantomLink dafür sorgen, dass Sapphires AMD Radeon anders als die Masse der Alternativen am Markt sind, weil hier der von Asus entwickelte GC-HPRW-Anschluss übernommen wurde, so dass der Strom über einen Steckplatz auf dem Mainboard zur Verfügung gestellt wird. Doch weder die so angepasste Nitro+ noch erste Mainboards von Sapphire sind bisher erschienen.