Digital Business & Startups
16-Jähriger baut KI-Tool für Landwirte – und lehnt 300.000 Dollar-Chance ab
Rudrojas Kunvar, 16, entwickelte Evion, ein KI-Tool, das Landwirten hilft, den Gesundheitszustand von Feldfrüchten zu analysieren.
Das Tool sammelt Luftbilddaten von Drohnenaufnahmen der Felder.
Kunvar entwickelte Evion, um diese Daten für kleine und mittelgroße Betriebe zugänglicher zu machen.
Als er sich im vergangenen Jahr mit einem Risikokapitalgeber traf, erhielt der 16-jährige Rudrojas Kunvar ein Angebot, das selbst die gelassensten Teenager begeistern würde: 300.000 Dollar (etwa 277.000 Euro) erhalten, die Highschool abbrechen und sein KI-Startup Vollzeit leiten.
„Es waren definitiv ein paar harte Wochen des Überlegens“, sagte Kunvar, der in Germantown, Maryland, lebt, gegenüber BUSINESS INSIDER (BI). „Das ist eine Menge Geld.“
Kunvar hatte den Sommer zuvor damit verbracht, Evion zu entwickeln, ein kostenloses KI-Tool zur Analyse von Feldfrüchten, das Bilder von einfachen Kameradrohnen nutzt, die Landwirte selbst kaufen können. Das KI-Modell analysiert die Bilder und erstellt eine Karte des Gesundheitszustands der Pflanzen, die Landwirte in ihre bestehenden Plattformen integrieren oder über ein Dashboard abrufen können. Grün bedeutet gesund, Rot bedeutet ungesund.
„Landwirte können damit die Zukunft ihrer Felder vorhersagen“, sagte Kunvar. „Man sieht, welche Bereiche mehr Wasser oder Dünger benötigen, anstatt einfach überall zu sprühen.“
Wie im Bauwesen und in der Verteidigung verändern Drohnen auch die Landwirtschaft in den USA. Laut Forschern der Michigan State University waren im Jahr 2025 etwa 5500 landwirtschaftliche Drohnen bei der Federal Aviation Administration registriert, nach rund 1000 im Jahr 2024.
Lest auch
Kunvar sagte, Evion könne Landwirten helfen, Geld zu sparen, da die gezielten Daten die Unsicherheit über den Gesundheitszustand der Felder reduzieren. Das verringert die Wahrscheinlichkeit, Wasser oder Dünger zu verschwenden.
Evion ist als kostengünstige Alternative zu Unternehmen positioniert, die teure Drohnenprodukte oder Dienstleistungen vermarkten. Stattdessen können Landwirte günstige Kameradrohnen kaufen, eigene Fotos machen und die Daten selbst hochladen.
„Es soll ein erschwinglicheres Modell für kleine bis mittlere Betriebe sein“, erklärte Kunvar.
Nachdem Evion aufgebaut war, arbeitete Kunvar mit Jacob Lee zusammen, der Erfahrung mit der Entwicklung von Tech-Tools hat, um die Reichweite zu erweitern. Der erste Pilotstart erfolgte im Herbst.
Letztendlich lehnte Kunvar das Angebot über 300.000 Dollar ab, da er sicherstellen wollte, dass sein Produkt zugänglich bleibt und nicht nur der Profitmaximierung dient.
Wenig KI-Fortschritte in der Landwirtschaft
Die Idee für Evion entstand während Kunvars zweitem Highschool-Jahr an der Poolesville High School in Montgomery County, als er ein Gemeindefest besuchte. Ein Drittel des Montgomery County ist als Agricultural Reserve ausgewiesen, also als geschütztes Land, um ländliche Flächen zu erhalten.
„Ich fragte einen Landwirt, wie er erkennt, wann eine Krankheit droht oder was leichte Verfärbungen bedeuten“, sagte Kunvar. „Im Grunde sagte er, er müsse raten. Ich sprach mit ein paar weiteren Landwirten und stellte fest, dass alle ähnliche Antworten gaben.“
Kunvar, der angab, schon immer eine Leidenschaft für Technologie gehabt zu haben, war überrascht. „Wir haben viele KI-Fortschritte in verschiedenen Branchen gesehen“, sagte er. „Warum passiert im Bereich Landwirtschaft so wenig?“
Ursprünglich wollte Kunvar eine eigene Flotte vollautonomer Drohnen entwickeln, die die Daten erfassen könnten, entschied sich nach Gesprächen mit Mentoren und Berechnungen jedoch für einen anderen Ansatz. Stattdessen studierte er Drohnen und identifizierte den Hauptkostenfaktor: die Multispektralkamera.
„Die Kamera war der größte Kostenfaktor. Ich fragte mich: ‚Was, wenn es eine Möglichkeit gibt, ähnliche Daten ohne diese Kamera zu bekommen? Was, wenn ich eine einfache Kamera nutzen könnte?‘“, sagte Kunvar.
Lest auch
Partnerschaften mit Landwirtschafts-Nonprofits
Er verwies auf Tesla und seine autonomen Fahrzeuge als Beweis, dass das funktionieren kann. Im Gegensatz zu Waymo und anderen Firmen, die Lidar nutzen, verlässt sich Tesla auf Kameras.
Nachdem die Logistik und das KI-Modell eingerichtet waren, suchten die Gründer Kunden über Kaltakquise per E-Mail und LinkedIn. Bessere Ergebnisse erzielten sie jedoch durch Partnerschaften mit landwirtschaftlich orientierten Nonprofits und Organisationen, um Landwirte zu erreichen. Heute hilft die Technologie Landwirten in Nordamerika, Südostasien und Indien.
Für die Zukunft plant Kunvar, Evion weiter auszubauen und Chancen in anderen Bereichen, einschließlich KI-Infrastruktur, zu erkunden. „Im Unternehmertum gibt es viel Ungewissheit, besonders bei Startups, aber ich habe gelernt, dass in der Ungewissheit auch Schönheit liegt“, sagte Kunvar. „Es gab Zeiten, in denen nichts funktionierte, und dann erzielt man den kleinsten Erfolg, und man denkt: ‚Wow, vielleicht kann ich das doch schaffen.‘“
Lest das Original auf Business Insider US.
Digital Business & Startups
Entrix erhält 43 Millionen – PAVE Space sammelt 40 Millionen ein – Bending Spoons kauft Tractive
#DealMonitor
+++ #DealMonitor +++ Entrix erhält 43 Millionen +++PAVE Space sammelt 40 Millionen ein +++ Incirt streicht 4,8 Millionen ein +++ afreshed bekommt Millionen +++ JUUZ erhält Millionensumme +++ myneva Group kauft GETECO +++ Bending Spoons kauft Tractive +++

Im #DealMonitor für den 26. März werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.
STARTUPLAND 2027: SAVE THE DATE

The next unicorn? You’ll meet it at STARTUPLAND
+++ Du hast unsere phänomenale dritte STARTUPLAND verpasst? Dann trage Dir jetzt schon einmal unseren neuen Termin in Deinen Kalender ein: Die nächste STARTUPLAND findet am 10. März 2027 statt. Mehr über Startupland
INVESTMENTS
Entrix
+++ Die französische Großbank BNP Paribas (Solar Impulse Venture Fund), der Versicherungskonzern Allianz, der belgische Junction Growth Investors, der belgische Geldgeber Korys (Colruyt Family Office), der Berliner Venture Capitalist AENU, das Berliner Unicorn Enpal, der Hamburger Investor Abacon Capital und die Arvantis Group aus München investieren 43 Millionen Euro in Entrix. Das Münchner Startup, 2021 von Steffen Schülzchen gegründet, entwickelt „KI-basierte Lösungen für die optimierte Vermarktung von Batteriespeichern“. Dabei geht es um „Optimierungslösungen für große Batteriespeicher, für hybride Anlagen sowie virtuelle Kraftwerke (VPPs)“. Derzeit ist das Team in Deutschland, Polen, Italien, Spanien und Portugal aktiv. Bis Ende 2024 flossen bereits rund 22 Millionen in Entrix – unter anderem von Abacon, Kraftwerk.ventures, Pelion Green Future und Enpal. Arvantis rund um Alexander Samwer hält derzeit rund 26,5 % an Entrix. Auf Enpal entfallen 12,8 %. Junction Growth Investors ist mit 7,3 % an Bord. Mehr über Entrix
PAVE Space
+++ Der Berliner Investor Visionaries Club, Creandum aus Schweden, Lombard Odier Investment Managers (Genf), Atlantic Labs, Sistafund, b2venture, ACE Investment Partners, Ilavaska Vuillermoz Capital, Pareto und Motier Ventures investieren 40 Millionen US-Dollar (Seed-Investment) in PAVE Space. Das SpaceTech, 2023 von Julie Böhning und Jérémy Marciacq in Crissier (Schweiz) gegründet, entwickelt sogenannte Orbital transfer vehicles (OTVs), die Satelliten in weniger als 24 Stunden ins All transportieren sollen. „Today, rockets reliably get satellites to low Earth orbit. But getting them from there to their final operational orbit still takes 6 to 12 months – delaying operations and limiting what’s possible in space. We believe that has to change“, teilt das Team mit. Mehr über PAVE Space
Incirt
+++ Der finnische Early Stage-Investor Lifeline Ventures und Altinvestor High Tech Gründerfonds (HTGF) investieren 4,8 Millionen Euro in Incirt. Das DeepTech-Unternehmen aus Aachen, 2022 von Oner Hanay, Erkan Bayram, Mohamed Saeed Elsayed, Sebastian Waters und Renato Negra gegründet, setzt auf „Halbleiter-IP Lösungen für den Einsatz in hochleistungsfähigen kabellosen Kommunikationssystemen“. Mit dem frischen Kapital möchte das Team die „Kommerzialisierung seiner neuartigen Chiparchitektur“ vorantreiben. Lifeline Ventures hält nun 22,8 Prozent am Unternehmen. Mehr über Incirt
afreshed
+++ Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien investiert eine siebenstellige Summe in afreshed und sichert sich dabei 25,1 % am Unternehmen – siehe brutkasten. Das Startup aus Linz, 2021 von Maximilian Welzenbach, Lukas Forsthuber und Bernhard Bocksrucker gegründet, rettet Lebensmittel. In den Boxen der Jungfirma befindet sich Bio-Obst und Gemüse, das aufgrund optischer Abweichungen nicht in den klassischen Handel gelangt. Das frische Kapital soll unter anderem in die Deutschland-Expansion fließen. Mehr über afreshed
JUUZ
+++ Der französische Consumer-Investor Five Seasons Ventures, G-FUND, und Business Angels investieren eine siebenstellige Summe in JUUZ. Das Startup aus Ettlingen, 2023 von Julius Widmayer und Valentin Hickel gegründet, bietet einen Protein-Drink an, der wie eine Limo daherkommt. Mehr über JUUZ
MERGERS & ACQUISITIONS
Bending Spoons – Tractive
+++ Die italienische Softwarefirma Bending Spoons, zu der Evernote, Meetup und WeTransfer gehören, übernimmt das erfolgreiche österreichische Haustier-Tracking-Grownup Tractive. „Bending Spoons provides the capital, scaling expertise, and AI infrastructure to ensure that Tractive remains at the cutting edge for decades. This partnership keeps our innovation heart in Europe while gaining the muscle of Bending Spoons at large“, teilt das Team zur Übernahme mit. Tractive, das im Segment GPS-Tracking für Hunde und Katzen unterwegs ist, wurde 2012 von Michael Hurnaus, Michael Lettner und Michael Tschernuth sowie Florian Gschwandtner und den anderen Machern der erfolgreichen Fitness-Firma Runtastic gegründet. Zuletzt verfügte Tractive über imposante 1,6 Millionen zahlende Abonnentinnen und Abonnenten. Im November 2025 wurden erste Verkaufsgerüchte öffentlich. Das Unternehmen wurde dabei mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet. Was Bending Spoons nun für Tractive auf den Tisch gelegt hat, ist bisher nicht bekannt. Bending Spoons übernahm zuletzt auch die beliebte Potsdamer Wander-App Komoot. Der Kaufpreis lag wohl bei knapp 300 Millionen Euro. Mehr über Tractive
myneva Group – GETECO
+++ Die Essener myneva Group, ein Softwareanbieter für den sozialen Sektor, übernimmt das Unternehmen GETECO, eine 1998 gegründete Softwarelösungen für soziale Einrichtungen. „Mit dieser Akquisition baut myneva ihre integrierte Plattform für Eingliederungshilfe sowie Kinder- und Jugendhilfe gezielt weiter aus und stärkt ihr Angebot für Komplexträger“, heißt es in einer Presseaussendung. Die myneva Group übernahm zuletzt bereits das Münchner Startup CareMates, das auf KI-basierte CRM-Lösungen für Anfragen- und Aufnahmeprozesse im Sozialwesen setzt. Mehr über myneva
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Foto (oben): azrael74
Digital Business & Startups
150.000 Euro für nachhaltige Ideen
#Köln
Startups und innovative Ideen sind der Motor für eine zukunftsfähige Wirtschaft. Mit dem Förderprogramm Kölner Rahmen stellt KölnBusiness auch 2026 wieder 150.000 Euro für neue Geschäftsmodelle und vielversprechende Projekte bereit. Jetzt bewerben!

Der Kölner Rahmen, ein Förderprogramm für innovative Ideen, geht in die nächste Runde! Hinter dem jährlich stattfindenden Kölner Rahmen, das von KölnBusiness angeboten wird, verbirgt sich ein Förderprogramm „für innovative, digitale und ökologisch nachhaltige Vorhaben von Kölner Unternehmen“.
„2026 werden insbesondere digitale und ökologisch nachhaltige Innovationsvorhaben gefördert, die einen messbaren Beitrag zur Transformation von Unternehmen leisten. Unterstützt werden Projekte, die die eigene Unternehmensentwicklung stärken, etwa durch die Optimierung interner Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen“, teilt KölnBusiness mit.
Die Förderung erfolgt als Zuschuss in Höhe von bis zu 10.000 Euro pro Projekt; insgesamt werden bis zu 15 Projekte gefördert. Das Gesamtfördervolumen beträgt 150.000 Euro. Die Bewerbungsphase endet am 26. April 2026.
Erfolgsgeschichten aus dem Kölner Rahmen
Holy Shit (2025)
Holy Shit baut öffentliche Trockentoiletten und realisiert Recycling für nachhaltige Sanitärversorgung in Köln. Kooperation mit AWB und StEB: Gesammelte Inhalte werden hygienisiert und als Dünger verwertet.
Hydrofarms (2024)
Hydrofarms produziert in der ersten Vertical Farm Kölns mit minimalem Wasserverbrauch frischen Salat und Kräuter. Die Pflanzen werden dabei übereinander in gestapelten Ebenen innerhalb von Gebäuden angebaut. Dank Förderung konnte das Team ein besonders effizientes, ressourcenschonendes Farming-System entwickeln und heute zehntausende Pflanzen lokal und kostengünstig für die Region anbauen.
Hey Grün (2024)
heygrün hat mit der Förderung eine Software entwickelt, die die Planung von Dachbegrünungen schnell und weitgehend automatisch macht – von der Zeichnung bis zur Materialbestellung und Angebotserstellung. Damit können auch neue Anwender – ob Amateur oder Profi – ein Gründach einfach kalkulieren und mit heygrün umsetzen.
Hier entlang zum Kölner Rahmen
Duchstarten in Köln – #Koelnbusiness
In unserem Themenschwerpunkt Köln beleuchten wir das dynamische Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind die Bedingungen für Gründer:innen, welche Investitionen fließen in innovative Ideen und welche Startups setzen neue Impulse? Rund 800 Startups haben Köln bereits als ihren Standort gewählt – unterstützt von einer lebendigen Gründerszene, einer starken Investor:innen-Landschaft sowie zahlreichen Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents. Als zentrale Anlaufstelle für die Startup- und Innovationsszene stärkt die KölnBusiness Wirtschaftsförderung die Rahmenbedingungen für Gründer:innen, vernetzt sie mit Investor:innen und bietet gezielte Unterstützung. Diese Rubrik wird unterstützt von KölnBusiness. #Koelnbusiness auf LinkedIn, Facebook und Instagram.

Foto (oben): Shutterstock
Digital Business & Startups
4 Millionen für Restaurant-KI: So überzeugten diese Gründer Maschmeyer

Du hast erfolgreich deine Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die du zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt hast. Du kannst dich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.
Bitte beachte, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden dich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenSchnelles Boot statt Bus und Bahn: Was sich von London und New York lernen lässt
-
Social Mediavor 3 WochenCommunity Management und Zielgruppen-Analyse: Die besten Insights aus Blog und Podcast
-
Social Mediavor 1 MonatCommunity Management zwischen Reichweite und Verantwortung
-
Künstliche Intelligenzvor 1 Monat
Top 10: Die beste kabellose Überwachungskamera im Test – Akku, WLAN, LTE & Solar
-
UX/UI & Webdesignvor 2 MonatenEindrucksvolle neue Identity für White Ribbon › PAGE online
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenAumovio: neue Displaykonzepte und Zentralrechner mit NXP‑Prozessor
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenÜber 220 m³ Fläche: Neuer Satellit von AST SpaceMobile ist noch größer
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonateneHealth: iOS‑App zeigt Störungen in der Telematikinfrastruktur
