Der Trend hin zu künstlicher Intelligenz lässt sich derzeit nicht zuletzt an den Preisen für Arbeitsspeicher ablesen. Für die benötigten Rechenzentren werden enorme Mengen an DRAM-Chips benötigt, sodass die Preise regelrecht explodieren.
Ein RAM-Kit mit einer Kapazität von 32 GB kostet derzeit bereits etwa 360 Euro. Analysten gehen davon aus, dass sich die Speicherpreise im ersten Quartal des Jahres insgesamt um bis zu 110 Prozent erhöhen könnten. Ende letzten Jahres machten Gerüchte die Runde, dass Nvidia die Produktion bestimmter Grafikkarten einstellen könnte, um die Speicherchips anderen Zwecken zukommen zu lassen. So weit ist es bisher nicht gekommen, allerdings haben sich Karten mit großen Speicherkapazitäten erheblich verteuert.
PS6 nicht vor 2028?
Nun werden Spieler von der nächsten Hiobsbotschaft aufgeschreckt: Die Speicherknappheit wirkt sich auch auf die nächste Generation von Spielkonsolen aus. Nach Informationen von Bloomberg soll die kommende PlayStation nicht vor 2028 auf den Markt kommen. Selbst 2029 schließt der Hersteller demnach nicht mehr aus. Die aktuelle PS5 wäre dann bereits fast neun Jahre erhältlich.
Für Gamer würde das immer größere Abstriche bei neuen Titeln bedeuten, weil der in die Jahre gekommene Chip der Sony-Konsole nicht mehr jeden Effekt wie gewünscht ausführen kann. Schon jetzt muss man bei der einfachen PS5 mit Einschränkungen leben: Die Anforderungen von Raytracing sorgen dafür, dass die Bildwiederholrate bei vielen Spielen auf 30 Bilder pro Sekunde sinkt.
Auch die nächste Xbox verspätet sich
Sony steht mit seinen Problemen jedoch nicht allein da. Auch andere Hersteller sehen sich durch das knappe Speicherangebot ausgebremst. Das gilt insbesondere für Valve. Das Unternehmen hinter der erfolgreichen Steam-Plattform wollte mit seiner Steam Machine den Druck auf Microsoft und Sony erhöhen, musste zuletzt jedoch ebenfalls das Tempo herausnehmen. Die als Steam Machine bezeichnete Konsole soll nicht mehr im ersten, sondern erst im zweiten Quartal erscheinen.
Dennoch bliebe die Valve-Konsole auch dann auf längere Sicht die leistungsstärkste. Bei der kommenden Xbox wird zwar längst nicht mit vergleichbaren Verzögerungen gerechnet, im Gegenteil. Doch vor 2027 wird sie auch nicht zu haben sein. Erst dann soll der für die Microsoft-Konsole entwickelte AMD-Prozessor zur Verfügung stehen.
Für Fans der PlayStation wäre die Durststrecke dennoch lang. Das Konsolengeschäft von Sony gerät damit immer stärker unter Druck.

