Künstliche Intelligenz
Cloud: Zoff in Bayern wegen Milliardenauftrag an Microsoft ohne Ausschreibung
Die bayerische Staatsregierung steht wegen der geplanten Vergabe eines Rahmenvertrags an Microsoft im Wert von schätzungsweise fast einer Milliarde Euro über die nächsten fünf Jahre ohne vorherige Ausschreibung massiv in der Kritik. Die anstehende Entscheidung wird vor dem Hintergrund der gleichzeitigen Streichung zentraler Familienleistungen wie des versprochenen Kinderstartgeldes sowie des Familien- und Krippengeldes für Neugeborene als sozial- und haushaltspolitisch fragwürdig empfunden. Rund 144.000 Unterschriften bei einer Petition belegen das breite öffentliche Unverständnis über diesen Kontrast.
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Am Samstag wollten Initiatoren des Ersuchens und Eltern in München demonstrieren, um ein Zeichen gegen die Politik der Staatsregierung zu setzen. In einem dringenden Appell an Ministerpräsident Markus Söder, Finanzminister Albert Füracker (beide CSU) und Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) fordert der Würzburger Professor Harald Wehnes, Sprecher des Präsidiumsarbeitskreises „digitale Souveränität“ der Gesellschaft für Informatik (GI), im Namen „besorgter Bürger, Wirtschaftsvertreter und der Zivilgesellschaft“, die Vertragsverhandlungen mit Microsoft unverzüglich auszusetzen. In dem heise online vorliegenden Brandbrief ist davon die Rede, dass der bevorstehende Beschluss auch ein kaum kalkulierbares strategisches Risiko für die digitale Handlungsfähigkeit des Freistaates darstelle.
Strategisches Risiko durch neue US-Sicherheitsstrategie
Die Besorgnis wird durch die jüngste Entwicklung in der US-Außenpolitik und die neue US-Sicherheitsstrategie verstärkt, die einseitige Maßnahmen der Vereinigten Staaten betont und europäische Interessen missachtet. Die Appellanten halten es vor diesem aktuellen außen- und sicherheitspolitischen Hintergrund für höchst problematisch, die digitale Kerninfrastruktur Bayerns und sensible Daten einem US-Konzern anzuvertrauen, der Weisungen der Trump-Regierung unterliege.
Die im November bekannt gewordenen Pläne, mit denen die Landesregierung die Unterzeichnung eines Enterprise Agreements (EA) für Microsoft 365 zur Nutzung von Cloud-Diensten für Behörden vor Jahresende anstrebt, rufen verstärkt IT-Experten auf den Plan. So empfiehlt der Fachbereich Sicherheit der GI in einer Stellungnahme, vor Abschluss oder Konsolidierung eines möglichen Rahmenvertrags mit dem Softwareriesen die Kriterien des Rahmenwerks für souveräne Clouds der EU-Kommission anzulegen. Es gelte, eine gemeinwohlorientierte Digitalisierung und die strategische Resilienz im Auge zu behalten.
GI-Sprecher Daniel Loebenberger mahnt zur Vorsicht: „Natürlich sind pragmatische Lösungen in der Praxis oft erstrebenswert oder sogar nötig.“ Diese dürften aber nicht „in weitere, im Ernstfall unkontrollierbare Abhängigkeiten“ münden.
Bayerische IT-Wirtschaft beklagt Irrweg
Die Informatiker weisen darauf hin, dass die Beauftragung eines US-Hyperscalers ohne eine Ausschreibung auf Landes-, Bundes- oder EU-Ebene den Zielen der EU-Kommission und der Bundesregierung widersprächen. Damit würden die Möglichkeiten für die Förderung europäischer Anbieter, einer rechtssicheren Speicherung und Verarbeitung sensibler Daten und der Widerstandsfähigkeit gegenüber Software- und Update-Verfügbarkeiten untergraben.
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Der Fachbereich wirbt stattdessen dafür, beim Aufbau der digitalen Infrastruktur in bayerischen Behörden auf strategische Resilienz zu setzen und den Datenschutz zweifelsfrei zu gewährleisten. Nur so könnte das Vertrauen der Bürger in die Verwaltung gewährleistet werden.
Vertreter der bayerischen IT-Wirtschaft und der Open-Source-Szene warnen zudem in einem offenen Brief vor einem Abfluss von Steuergeldern ohne regionale Wertschöpfung und der Ausschaltung des Wettbewerbs. Sie rügen einen „Irrweg“. Das Vorhaben widerspreche dem EU-Trend und entziehe der heimischen IT-Wirtschaft Gelder. Es drohten mit Blick etwa auf Fälle beim Internationalen Strafgerichtshof eklatante Risiken nicht nur rund um den Datenschutz. Die Unterzeichner fordern stattdessen „Eigenbau in Transparenz“ und die konsequente Nutzung europäischer Open-Source-Alternativen.
(nen)
Künstliche Intelligenz
Weltraumteleskop James Webb: Neuer Rekord bei am weitesten entfernten Galaxien
Das Weltraumteleskop James Webb hat erneut einen Rekord gebrochen: Es hat die am weitesten entfernte Galaxie entdeckt und jetzt bestätigt. Die Galaxie mit der Bezeichnung MoM-z14 weist eine Rotverschiebung von 14,44 auf, haben die Verantwortlichen der Weltraumagenturen ESA, NASA und CSA jetzt bekannt gegeben. Das heißt, wir sehen sie so, wie sie gerade einmal 280 Millionen Jahre nach dem Urknall ausgesehen hat. Die Entfernung der bereits im Frühjahr 2025 entdeckten Galaxie ist spektroskopisch bestätigt worden, schreiben die Betreiber des Weltraumteleskops. Mit dem Fund hat das hochmoderne Instrument die Grenzen des für uns beobachtbaren Universums noch einmal weiter in Richtung des Urknalls verschoben.
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Instrument wirft immer neue Fragen auf
MoM-z14 gehört zu einer größer werdenden Gruppe von überraschend hellen Galaxien im frühen Universum, rufen die Forscher und Forscherinnen in Erinnerung. Davon gebe es 100-mal mehr, als laut den bisherigen Modellen möglich sein sollten. Wie bei MoM-z1 wurde bei einigen davon unerwartet viel Stickstoff nachgewiesen. Vorstellbar sei, dass in der viel dichteren Umgebung vergleichsweise kurz nach dem Urknall supermassereiche Sterne entstanden sind, die den Stickstoff produziert haben könnten, schreibt das Team. Das wären Sterne der allerersten Population, nach denen aktuell intensiv gesucht wird. Noch gibt es diesbezüglich aber nur verschiedene Hypothesen. Jeder neue Fund des Weltraumteleskops macht deutlich, wie dringend sie nötig sind.
Bei MoM-z14 gibt es demnach auch Hinweise darauf, dass sie inmitten eines dichten Nebels aus Wasserstoff liegt, den die frühesten Galaxien erst einmal wegräumen mussten, um das Universum transparent zu machen. Erst während dieser Reionisierung ist mehrere hundert Millionen Jahre nach dem Urknall der lichtdurchlässige Kosmos entstanden, den wir heute kennen. Während dieser „kosmischen Morgendämmerung“ haben die ersten Sterne und Galaxien die Elektronen von den Wasserstoffkernen (den Protonen) getrennt. Die konnten dann keine Photonen (also Licht) mehr absorbieren, das Universum wurde transparent. Das Weltraumteleskop James Webb wurde mit dem erklärten Ziel konstruiert, diesen Prozess zu beobachten.
Das Weltraumteleskop James Webb wurde am 25. Dezember 2021 gestartet, und zwar auf so ideale Weise, dass der eingesparte Treibstoff eine Verdoppelung der Missionsdauer auf 20 Jahre ermöglicht hat. Anfang Juli 2022 hat das Instrument dann die Forschungsarbeit aufgenommen und sorgt seitdem mit großer Regelmäßigkeit für wichtige und teils bahnbrechende Entdeckungen. Eine Reihe seiner Beobachtungen stellt unsere Annahmen zur Frühgeschichte auf die Probe. So wurden mit dem Gerät winzige, extrem helle und auffallend rote Lichtpunkte entdeckt, bei denen es sich womöglich nicht um überraschend reife Galaxien, sondern aktive Schwarze Löcher handelt. Vor zwei Jahren wurde außerdem eine unerwartet frühe Kollision zweier außergewöhnlich massereicher Galaxien gefunden.
(mho)
Künstliche Intelligenz
DMEA: Digital Health Messe wechselt Standort ab 2027
Die DMEA, die größte deutschsprachige Messe im Bereich digitaler Gesundheit, findet 2026 zum letzten Mal in Berlin statt. Grund sei eine strategische Neuausrichtung, teilte der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) mit, der die DMEA veranstaltet. Den neuen Standort der Fachmesse ab 2027 gibt der Verband noch nicht bekannt. Derweil kündigte die Messe Berlin an, ab 2027 gemeinsam mit dem Branchenverband Bitkom eine neue Fachmesse zum Thema Digital Health am Standort Berlin aufzuziehen.
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Laut einer Pressemitteilung des bvitg soll der Wechsel des Standorts vor allem dem Wachstum der DMEA in den vergangenen Jahren Rechnung tragen. „Der Standortwechsel eröffnet uns neue Möglichkeiten, das Format konsequent innovativer, internationaler und zukunftsgerichteter auszurichten“, betont der Hauptgeschäftsführer des bvitg Sascha Raddatz.
Konkreter wird Ecky Oesterhoff, Vorstandsmitglied des bvitg, in einem Beitrag für das Branchenportal kma Online. Mit den derzeit 870 Messeausstellern, 470 Rednern und über 20.000 Besuchern der DMEA sei der Messeplatz in Berlin schlicht an seine Grenzen gekommen. Die DMEA sei mittlerweile nicht mehr nur für den deutschsprachigen Raum bedeutend, sondern gewinne an Relevanz in Europa. Den englischsprachigen Teil der Messe wolle man für internationale Besucher stetig erweitern.
Neue Digital-Health-Messe angekündigt
Dass die Messe Berlin und der bvitg ihre Zusammenarbeit nicht nur aus Gründen der strategischen Neuausrichtung beendet haben, legt die zeitgleiche Ankündigung der Konkurrenzveranstaltung nahe. Im gleichen Zeitfenster der bisher in Berlin veranstalteten DMEA soll ab 2027 die „Smart Health Europe“ auf dem Berliner Messegelände stattfinden, teilte die Messe Berlin mit.
Die gemeinsam von der Messe Berlin und dem Bitkom veranstaltete Fachmesse will „Europas neue Leitveranstaltung für Digital Health“ werden und insgesamt internationaler ausgerichtet sein. Man wolle „zum zentralen Treffpunkt der europäischen Digital-Health-Community“ werden, schreibt die Messe Berlin.
Die Smart Health Europe würde damit zum europäischen Pendant der Smart Health Asia, die im Sommer 2026 zum ersten Mal in Singapur stattfindet.
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(rah)
Künstliche Intelligenz
FritzOS 8.20/8.21: Updates für drei Fritzbox-Router
FritzOS 8.20 beziehungsweise die Hotfix-Version 8.21 gelangt auf drei weitere WLAN-Router von Fritz. Die Glasfaser-Fritzbox 5690 und das DSL-Modell 7690 bekommen FritzOS 8.20. Der Kabel-Router Fritzbox 6670 Cable erhält FritzOS 8.21.
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Der Funktionsumfang ist bei beiden Versionen identisch. Der Hersteller spricht wie gehabt von mehr als 40 Neuerungen und Verbesserungen, darunter ein Ausfallschutz und ein überarbeiteter Online-Monitor.
Das FritzOS 8.21 für die Fritzbox 6670 Cable enthält Fehlerbehebungen, die zuvor andere Kabel-Router wie die Fritzbox 6690 betrafen. Es fehlten etwa IPv6-Adressen in der Übersicht zu den WireGuard-Verbindungen. Bei der Fritzbox 6670 Cable sollten diese Probleme gar nicht erst auftreten. Die Schwestermodelle 5690 und 7690 benötigen diese kabelspezifischen Zusätze nicht und erhalten daher FritzOS 8.20.
Die Updates lassen sich wie gehabt über die Weboberfläche anstoßen. Standardmäßig lässt sie sich über die IP 192.168.178.1 im Browser öffnen. Alternativ stellt Fritz die ISO-Dateien über einen Download-Server bereit. Der Fritz-Repeater 3000AX hat FritzOS 8.20 bereits Mitte Januar erhalten.
Neuerungen in der Übersicht
Eine Kernfunktion ist der sogenannte Failsafe: Per WAN, LAN oder USB können Nutzer ein Ausfallschutzgerät anschließen, auf das der Router bei Internetproblemen zurückgreift. Das Ausfallschutzgerät kann ein Modem, ein Router oder ein Mobilfunkstick für eine alternative Internetverbindung sein. Auch ein Smartphone mit USB-Tethering funktioniert in dem Modus.
Der Online-Monitor erhält zusätzliche Analysefunktionen. Nutzer können sich den gesamten Traffic der letzten zwei Wochen anzeigen lassen, aber auch nach Top-Verbrauchern und Einzelgeräten filtern. So kann man nachschauen, wer die Internetleitung am intensivsten nutzt.
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Weitere Verbesserungen umfassen das Fritz NAS mit neuer Upload-Freigabe zum Teilen ganzer Ordner, neue Optionen fürs Smart-Home und Erleichterungen beim Aufziehen von Mesh-Netzen.
(mma)
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