Künstliche Intelligenz
Auf Meta Quest grassiert die Piraterie
Das größte VR-Ökosystem steht derzeit an mehreren Fronten unter Druck. Die Verkaufszahlen der Meta Quest sind rückläufig und Nutzer geben deutlich weniger Geld für Spiele aus als noch vor einigen Jahren. Auch das Publikum hat sich gewandelt: Meta Quest wird heute besonders intensiv von Kindern und Jugendlichen genutzt, die kostenlose Multiplayer-Erlebnisse bevorzugen. Studios, die klassische Singleplayer-Spiele entwickeln, haben mit einbrechenden Umsätzen zu kämpfen und sind vielfach von Entlassungen oder Schließungen betroffen.
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Die aktuelle Situation ist nach Ansicht einiger Entwickler nicht allein auf Marktdynamiken zurückzuführen. Sie sehen in der schrankenlosen Piraterie einen Mitgrund für die Krise der VR-Branche und werfen Meta Passivität gegenüber einem Problem vor, das eine ohnehin angeschlagene Industrie weiter aushöhlt.
Eine florierende Piraterie-Szene
In den Medien wurde bislang kaum über Piraterie auf Meta Quest berichtet, was angesichts der Größe und Professionalität der Szene überrascht. Eine zentrale Rolle spielt die mit Abstand meistgenutzte Plattform „Rookie Sideloader“. Das PC-Programm listet tausende VR-Spiele, die sich per Mausklick auf Meta Quest herunterladen lassen. Selbst Updates von Spielen sind mit der Anwendung möglich. „Es gibt unter VR-Entwicklern den Scherz, dass die Nutzererfahrung und Zuverlässigkeit besser sind als die des Quest Stores“, sagt ein VR-Entwickler, der anonym bleiben möchte.

Die Bedienoberfläche des in Entwicklung befindlichen „Rookie Sideloader“ 3.0.
(Bild: Github)
Die Aussage ist überspitzt, verweist jedoch auf einen wahren Kern. Rookie Sideloader erfordert einen PC und eine Kabelverbindung sowie das Hinzufügen einer Ausnahme für Windows Defender. Aber ist das Programm einmal eingerichtet, ist es ausgesprochen nutzerfreundlich. Und am „Rookie Sideloader“ wird weiterhin aktiv gearbeitet: Derzeit befindet sich Version 3.0 in Entwicklung, die laut Github-Beschreibung eine „vollständige Überarbeitung der Bedienoberfläche, deutliche Leistungsverbesserungen und erweiterte Funktionen bringen soll“.
Die dahinterstehende Gruppe nennt sich „VRPirates“ und betreibt ein gut strukturiertes, detailliertes Wiki, das Einsteiger Schritt für Schritt an Installation und Nutzung des Programms heranführt. Neben einer FAQ enthält es Listen von Spielen, die im Multiplayer funktionieren, sowie von Titeln, die bislang nicht „gecrackt“ werden konnten.
Die Anhänger der Plattform tauschen sich auf dem offiziellen Discord-Server der Gruppe aus, der Tausende aktive Nutzer versammelt. Eine weitere zentrale Anlaufstelle ist das Reddit-Subforum r/QuestPiracy mit mehr als 100.000 Mitgliedern. Eine beachtliche Zahl angesichts der vergleichsweise kleinen Größe des VR-Markts.
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Das Ausmaß des Problems
In welcher Größenordnung illegal kopiert wird, lässt sich nicht exakt beziffern. Es gibt jedoch Anhaltspunkte. Bis vor etwa einem Jahr zeigte „Rookie Sideloader“ die exakten Downloadzahlen einzelner Titel an und ermöglichte Entwicklern damit einen direkten Vergleich mit den eigenen Absätzen. Inzwischen haben die Betreiber auf ein relatives Beliebtheitsranking umgestellt, das diese Daten nicht mehr offenlegt.
„Selbst auf Basis dieser relativen Werte zeichnet sich ein klarer Trend ab“, sagt ein VR-Entwickler. „Premiumspiele verschwinden oft bereits nach einer Woche aus den Verkaufscharts, halten sich jedoch monatelang in den Top 10 des Rookie Sideloader“. Ein prominentes Beispiel ist das 2025 erschienene Singleplayer-Abenteuer „Ghost Town“, das zu den besten VR-Spielen des Jahres zählt. Es fiel frühzeitig aus den Top 50 der meistverkauften Quest-Titel und war bei Raubkopierern gleichzeitig sehr populär. Weit vorn in der Beliebtheit rangiert auch das VR-Spiel „Pistol Whip“, dessen Studio Cloudhead Games in dieser Woche Entlassungen von 70 Prozent der Belegschaft ankündigte.

Das Studio hinter dem VR-Kultspiel „Pistol Whip“ musste in der aktuell schwierigen Marktsituation einen Großteil der Mitarbeiter entlassen.
(Bild: Cloudhead Games)
Eine weitere Datenquelle lieferte Meta versehentlich selbst. Im vergangenen November tauchte in Metas Analysewerkzeugen für Entwickler für kurze Zeit ein neues Dashboard auf, das Daten zu App-Sideloads enthielt und Rückschlüsse auf die Zahl illegaler Downloads zuließ. Auch wenn Meta das Dashboard rasch wieder entfernte, konnten einige Entwickler ihre eigenen Daten sichten und mit Verkaufszahlen abgleichen. Dabei ergaben sich je nach Titel Raubkopierraten zwischen 1:1 und 1:4. Die branchenweit bekannte VR-Spieleschmiede Vertical Robot bestätigte dies auf Nachfrage. Ein Vertreter sagte, dass den Zahlen zufolge auf jede verkaufte Kopie der Titel „Red Matter“ und „Red Matter 2“ etwa vier illegale Downloads entfallen würden.
„Ich kann nachvollziehen, dass es immer eine Nachfrage nach so etwas geben wird“, sagt der CEO eines anderen VR-Studios in einer Stellungnahme. „Aber als jemand, der auf Verkäufe angewiesen ist, um Mitarbeitende zu bezahlen, ist es schmerzhaft zu sehen, wie einfach Rookie Sideloader es einem sehr großen Publikum macht.“
Meta lässt Entwickler im Dunkeln
Selbst unter der Annahme, dass ein Teil verhinderter Raubkopien nie zu einem Kauf geführt hätte, bleibt Piraterie für Entwickler mit einem messbaren Schaden verbunden. Ein Schaden, der sich durch wirksamere Schutzmaßnahmen seitens Meta reduzieren ließe. Dass die bestehenden Mechanismen derzeit deutlich unter dem Standard klassischer Spielkonsolen und anderer geschlossener App-Ökosysteme liegen, darin sind sich Entwickler einig.
Meta verwies auf Nachfrage auf zwei Schutzmaßnahmen: eine Systemprüfung („Attestation API“), die die Integrität von Gerät und Software sicherstellen soll, sowie eine Kaufprüfung („Entitlement Check“), mit der festgestellt wird, ob ein Nutzer eine App tatsächlich erworben hat.

Piraterie dürfte vor allem bei jungen Nutzern verbreitet sein. Das ist nach Ansicht einiger Entwickler jedoch kein Grund, nichts dagegen zu unternehmen.
(Bild: Meta)
Während Letztere laut einem VR-Entwickler von Raubkopierern automatisch umgangen werden kann, greife die Systemprüfung nur bei Titeln, die zum Spielen zwingend eine Online-Komponente benötigen. Reine Singleplayer-Spiele würden damit nicht effektiv geschützt und seien entsprechend überproportional von Piraterie betroffen. Doch selbst bei Multiplayer-Titeln gelte dieser Mechanismus eher als Anti-Cheat-Maßnahme denn als wirksamer Schutz vor Piraterie. Im Reddit-Subforum r/QuestPiracy finden sich keinerlei Berichte über anhaltende Konsequenzen mit abschreckender Wirkung.
Mit Blick auf die Zukunft bleibt Meta vage und erklärt, man arbeite weiterhin an Schutzmaßnahmen und werde über entsprechende Lösungen informieren, sobald sie verfügbar seien. Ob und wann diese erscheinen, bleibt weiterhin offen. Klar ist, dass Entwickler seit Langem auf eine Reaktion des Unternehmens warten, die über Lippenbekenntnisse hinausgeht.
Schattenseiten einer offenen Plattform
Ein häufig geäußerter Vorwurf seitens Entwickler lautet, dass Meta Nutzeraktivität und Bindungsrate derzeit über alle anderen Erfolgsfaktoren stellt und ein konsequentes Vorgehen gegen Piraterie daher als kontraproduktiv betrachtet. Zudem wird befürchtet, dass Meta der Kategorie der Singleplayer-Spiele ohnehin keine hohe Priorität mehr einräumt. Die aktuell aktivste Nutzergruppe bevorzugt Multiplayer-Titel mit Free-to-Play-Geschäftsmodell, die weniger oder kaum raubkopiert werden. Ein weiterer möglicher Grund für Metas Zögern liegt darin, dass die auf Android basierende Meta Quest als vergleichsweise offene Plattform positioniert wurde, die Sideloading zulässt. Restriktivere Schutzmaßnahmen stünden mit dieser Politik potenziell im Konflikt.
An Ideen zur Verbesserung der Situation mangelt es Entwicklern nicht. Sie reichen von konkreten Vorschlägen für wirksamere Schutzmaßnahmen über Analysewerkzeuge, mit denen sich Piraterie besser nachverfolgen und Raubkopierer konvertieren lassen, bis zu einer restriktiveren Plattformpolitik, die Sideloading stärker einschränkt. Zudem sprechen sich einzelne Entwickler für deutlich schärfere Maßnahmen aus. „Meta sollte konsequent gegen Rookie Sideloader vorgehen und es der Plattform nicht so leicht machen. Eine Abmahnung („Cease-and-Desist“) könnte die Webseite, den GitHub-Auftritt und das Reddit-Subforum unterbinden. Ich bin schockiert, dass ein solcher Schritt bislang ausgeblieben ist“, sagt ein VR-Entwickler.
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„Rookie Sideloader“ beschwichtigte betroffene VR-Entwickler zunächst damit, Spiele auf Anfrage von der Plattform zu entfernen. Von dieser Möglichkeit machten bislang knapp zwei Dutzend Entwickler und Studios Gebrauch. Inzwischen berichten jedoch mehrere Entwickler, dass dieses Angebot für neue Anfragen nicht mehr gewährt wird.
Auf der Webseite der Betreiber heißt es, dass „Rookie Sideloader“ Kosten für Server und Bandbreite verursache, weshalb die Piraten auf Spenden angewiesen seien. Um mehr über die Motivation hinter dem Projekt zu erfahren, haben wir versucht, die Betreiber zu kontaktieren, was über Discord problemlos möglich ist. Eine Stellungnahme oder ein Gespräch, selbst unter Zusicherung von Anonymität, wurde jedoch abgelehnt.
(tobe)
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Windows-Updates: Microsoft trennt zwischen Windows 11 und Server 2025
Ab dem kommenden Patchday am 13. Januar 2026 will Microsoft Updates für Windows 11 in den Versionen 24H2 und 25H2 einerseits und Windows Server 2025 andererseits mit separaten Bezeichnungen anbieten, also unterschiedlichen KB-Nummern. Dies hat Microsoft bereits im Dezember im Ankündigungsbereich des Dezember-Updates für den Windows Server 2025 bekanntgegeben. Der Schritt wirkt zunächst etwas ungewöhnlich angesichts der Tatsache, dass die genannten Systeme die gleiche Codebasis verwenden. Lediglich die Menge der installierten und freigeschalteten Funktionen variiert je nach Produkt und Version.
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Allerdings kann Microsoft auf diese Weise nicht nur wie bislang in der Dokumentation differenzieren, sondern perspektivisch auch Updatepakete gezielt für Desktop oder Server zusammenstellen. Bislang sind zwar die Beschreibungen der Updates für Server 2025 und für die Desktop-Systeme 24H2 und 25H2 verschieden, die Pakete selbst aber identisch und damit auch gleich groß. Mit der Änderung bekommt Microsoft zum Beispiel die Möglichkeit, nicht wie bislang mit jedem Update für den Server auch massenhaft neuen Code für die Copilot-Komponenten von Windows 11 bereitzustellen, der bei der Installation dann doch nicht gebraucht wird.
Relevant ist das Ganze vor allem für Firmenandmins, die künftig separate Einträge für Windows 11 und Server 2025 vorfinden werden. Ob Microsoft die Gelegenheit dann auch nutzen wird, um Updates zu verschlanken, bleibt indes abzuwarten.
Nicht zu verwechseln ist die Änderung der KB-Nummern mit den Änderungen bei den Update-Titeln aus dem vergangenen Herbst. Microsoft hat die länglichen Updatenamen Ende Oktober erheblich verkürzt, was vor allem unter Admins auf eher wenig Gegenliebe stieß. Der Hersteller ruderte Mitte November ein wenig zurück; der Updatename nennt seitdem zumindest Datum sowie KB- und Buildnummer.
(jss)
Künstliche Intelligenz
Top 10: Die beste Dockingstation mit USB-C im Test – ein Kabel für alles
Egal ob Macbook oder Windows-Laptop: Anschlüsse für LAN, USB-A oder HDMI sind Mangelware. Wir zeigen die zehn besten Dockingstations, die mit USB-C abhelfen.
Wer mit seinem Arbeitslaptop zwischen heimischem Schreibtisch und Büro pendelt, muss immer wieder sämtliche Kabel umstecken: Internet per LAN, Bildschirm per HDMI und zur Stromversorgung das USB-C-Netzteil. Aber muss das wirklich sein? Geht das nicht auch einfacher?
Ja, es geht einfacher. Denn USB-C ist der Tausendsassa unter den Anschlüssen und kann so ziemlich alles. Bildschirmübertragung an Monitore, Stromversorgung und hohe Geschwindigkeit bei der USB-Datenübertragung – und das alles mit nur einem einzigen Kabel. Komfortabler geht es nicht.
Wir haben für diese Bestenliste mehr als zehn Dockingstations mit USB-C getestet und zeigen, welche die beste ist. Sie unterscheiden sich von klassischen USB-C-Hubs (Bestenliste) durch eine aktive Stromversorgung, also ein zwingend notwendiges Netzteil. Dadurch können sie mehr Geräte gleichzeitig aufnehmen, höhere Datengeschwindigkeiten bereitstellen und den Laptop ohne separates Ladegerät mit Strom versorgen.
Alle Docks setzen auf USB-C und eine aktive Stromversorgung per eigenem Netzteil, ohne welches der Betrieb nicht möglich ist. Bis auf Lenovo verwenden alle Hersteller dafür einen DC-Rundstecker-Port, meist mit 19 Volt.
Welche ist die beste Dockingstation?
USB-C-Verwirrung
USB-C sollte alles vereinfachen. Tatsächlich ist es inzwischen aber ein Mischmasch aus unterschiedlichsten Standards, Funktionen und Bezeichnungen. Das bedeutet für die Anwender: Vorsicht beim Kauf. Es kann sein, dass der Stecker zwar USB-C ist, die Geschwindigkeit des Anschlusses aber deutlich geringer ausfällt, als man meint. Das kommt gerade bei Smartphones häufig vor. Mehr Details zu USB-C zeigen die Kollegen von heise online im Artikel USB-C: Der Alleskönner. Die Verwirrung setzt sich bei den Kabeln fort. Wie wir im Artikel Kaufberatung USB-C-Kabel: Nicht jedes kann alles zeigen, bedeutet der Stecker noch relativ wenig. Es kommt immer darauf an, wie viel Technik im Kabel steckt – und welche an den Geräten an beiden Enden des Kabels.
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte zu einem Dock und einem Kabel mit Thunderbolt-Zertifizierung greifen. Anders als bei reinem USB-Type-C gibt es hier klare Vorgaben von Intel. Dazu gehören etwa eine hohe Geschwindigkeit oder Power Delivery (PD, Stromversorgung von Geräten mit höherem Strombedarf über USB, wie Notebooks). Thunderbolt 3 oder Thunderbolt 4 erkennt man meist an einem Blitz und einer aufgedruckten Zahl, aktuelle Macbooks und die meisten Intel-basierten Notebooks haben mindestens eine solche Schnittstelle.
Und obwohl der Standard von Intel kommt, gibt es ihn auch für immer mehr Mainboards und Notebooks mit AMD-Innenleben. Hier tritt er namentlich meist unter der USB-4-Zertifizierung auf, die grundsätzlich identisch ausgestattet ist, wie Thunderbolt 4. Man muss jedoch weiterhin genau hinsehen, weil nicht jedes USB-4-Kabel oder -Gerät auch den vollen Funktionsumfang unterstützt – das Chaos geht also abseits von Thunderbolt weiter. Lediglich über Zusatzsymbole oder -begriffe lässt sich halbwegs zuverlässig herausfinden, welche Funktionen beim vorliegenden USB-4-Gerät inbegriffen sind. Dadurch, dass sich Thunderbolt 4 und die Maximalausstattung von USB 4 angeglichen haben, sind sie untereinander kompatibel: Mit einem Thunderbolt-Kabel fährt man also meist gut.
Monitore als USB-C-Dock
Wer ein aktuelles Notebook mit USB-C und Displayport hat, kann darüber kompatible Monitore direkt ansteuern. Im sogenannten Displayport-Alt-Mode über USB-C lassen sich Inhalte auf bis zu zwei 4K-Displays mit Thunderbolt 3 oder auf ein 8K-Display mit Thunderbolt 4 übertragen. Richtig genial wird es, wenn der jeweilige Monitor zugleich als USB-C-Dock arbeitet und das Notebook mittels USB-Power Delivery mit Strom versorgt. Das klingt zunächst deutlich komplizierter, als es ist. Im Grunde muss man nur das Notebook per USB-C am Monitor anstecken, anschließend bekommt das Notebook von dort den Strom. Der Bildschirm bekommt das Bild über das gleiche Kabel, und ein meist integrierter USB-Hub verbindet direkt noch weitere Geräte wie Backup-Festplatten, externe SSDs, Drucker oder Tastatur und Maus.
Beim Kauf des Monitors sollte man auf ein paar Dinge achten. Zunächst muss er den Displayport über USB-C unterstützen, andernfalls bleibt das Bild schwarz. Danach muss man sicherstellen, dass USB-Power-Delivery (USB PD) genügend Leistung für das Notebook mitbringt. Thunderbolt 3 und 4 unterstützen bis zu 100 Watt, die einzelnen Monitore sind aber in ihrer Leistung unterschiedlich. Wie viel Leistung man benötigt, hängt stark vom Notebook ab.
Bei Notebooks sollte man ebenfalls vorab genau prüfen, welche Technik installiert ist. Einfach ist es, wenn man Thunderbolt 3 oder 4 besitzt (erkennbar an einem kleinen Blitz neben der USB-C-Buchse). Dann ist Display Port auf alle Fälle mit dabei. Hat man USB-C, aber kein Thunderbolt, dann muss man auf das kleine DP-Logo achten.
Als Nächstes ist die Auflösung relevant. Full-HD (1920 × 1080 Pixel) ist, wenig überraschend, am günstigsten. Eine WQHD-Auflösung (2560 × 1440 Pixel) gibt es für etwa 50 bis 100 Euro mehr, wer UHD (3840 × 2160 Pixel) möchte, muss mindestens 260 Euro investieren. Dazwischen gibt es breitere Auflösungen wie UWQHD (3440 × 1440 Pixel), echtes 4K (4096 × 2160 Pixel) oder noch höhere 5K- oder 8K-Auflösungen.
Ein Notebook-Bildschirm und ein externer Monitor reichen nicht? Dann sind Funktionen wie das Daisy Chaining von Bildschirmen wichtig. Damit kann man mehrere Monitore (oder andere USB-C-Produkte wie externe Festplatten) in Reihe schalten. Vom PC geht weiter nur ein Kabel in den ersten Monitor, der ist dann wiederum mit dem zweiten Bildschirm verbunden. Gerade bei hohen Auflösungen wie UHD benötigt man dann aber einen starken Grafik-Chip im Notebook, sonst kommt man schnell an die Grenzen.
Testverfahren: Wie testen wir Dockingstationen?
Für die Bewertung und die daraus resultierende Platzierung beziehen wir neben dem Preis-Leistungs-Verhältnis, also wie viele Anschlüsse oder Funktionen man fürs Geld bekommt, auch die Verarbeitung mit ein. Weiterhin entscheidend ist die Datenübertragungsgeschwindigkeit, die wir mit einer 5 GB großen, generierten .dat-Testdatei prüfen. Diese kopieren wir von einer schnellen, externen NVMe-SSD über die Dockingstation per Thunderbolt-Kabel an einen angeschlossenen Mini-PC. Dessen Eingangsport unterstützt ebenfalls Thunderbolt 4.
Passive USB-C Dockingstation ab 15 Euro
Die günstigste Art der Docks sind passive Docks oder auch USB-C-Hubs. Diese flachen Geräte sind per USB-C mit dem Notebook verbunden und benötigen keine eigene Stromversorgung. Sie verfügen meist über einen oder mehrere USB-A-Anschlüsse, meist sogar mit USB 3.0, HDMI und LAN. Der erste Vorteil der passiven USB-C-Docks ist ihre Größe. Sie benötigen wenig Platz, sodass man sie einfach in die Laptop-Tasche werfen kann und auch unterwegs alle wichtigen Anschlüsse dabei hat. Wir haben über zehn Modelle getestet und küren den Testsieger in unserer Top 10: Der beste USB-C-Hub im Test.
Wichtig vor der Kaufentscheidung zu wissen: diese kleinen Hubs haben ihre Grenzen. Diese liegen in erster Linie bei der maximal möglichen Auflösung und der Bildwiederholfrequenz angeschlossener externer Monitore. Dazu kommt, dass deutlich weniger Anschlüsse zur Verfügung stehen, Displayport fehlt oft bei den günstigen Modellen unter 30 Euro. Ein anderer Punkt ist, dass man bei vielen Geräten den USB-C-Anschluss verliert. Wenngleich die Docks solch einen besitzen, so ist er in vielen Fällen nur zur Stromversorgung des Laptops gedacht, er schleift den Strom des Netzteils nur durch.
Einen letzten Kritikpunkt gibt es aber noch: Gerade bei günstigen Adaptern ist das USB-C-Verbindungskabel fest in das Dock integriert. Als klassisches Verschleißteil sind uns so über die Jahre bereits mehrere Hubs kaputtgegangen.
KVM-Switch: Dockingstation mit Schalter
Ein KVM-Switch kombiniert vereinfacht gesagt eine Dockingstation mit einem HDMI-Switch (Bestenliste). Hier kann man direkt mehrere PCs anschließen und per Knopfdruck die angeschlossenen Geräte, wie Maus, Tastatur und Monitor einfach mit dem jeweils anderen Computer verbinden.
Möchte man keine externe Lösung nutzen, kommen Monitore mit integriertem KVM ins Spiel. Sie integrieren das praktische Switch-Feature, damit man die USB-Geräte zwischen den angeschlossenen PCs einfach wechseln kann. Wir nutzen bereits seit vielen Jahren einen Gigabyte M27Q, der genau eine solche Lösung bietet. Hier schließt man einmal per USB-B und HDMI/Displayport den Gaming-PC an und den Laptop per USB-C. Das Audio wird über den Bildausgang ebenfalls übertragen.
Alle USB-Geräte, wie Maus und Tastatur, schließt man nun an den Monitor direkt an. Für das Umschalten drückt man den eigenständigen Knopf auf der Rückseite des Monitors. Eine Besonderheit: Das Panel ist hier umgekehrt verbaut, womit die Subpixel in GBR statt RGB angeordnet sind. Wer empfindlich ist, kann hier Probleme bei Produktivitätsarbeiten bekommen. So können Texte für manche Nutzer verschwommen wirken.
eGPU: externe Grafikkarte als USB-C-Dock
Wer nicht nur ein paar zusätzliche Anschlüsse benötigt, sondern gleich noch so richtig fette Grafikpower braucht, der sollte sich eine eGPU ansehen. Diese externen Gehäuse sind etwa so groß wie zwei Schuhkartons und liefern alles, um eine vollwertige Grafikkarte zu betreiben. Schließt man ein Laptop per Thunderbolt 3/4 an, kann das Notebook auf diese Grafikleistung zugreifen. Das ist beispielsweise bei Themen wie dem Rendern von Inhalten, Machine Learning oder natürlich für Spiele spannend. Die aktuellen Versionen von Windows und Mac OS sollten problemlos mit den eGPUs zurechtkommen, im Zweifel sollte man aber die Treiber prüfen und aktualisieren.
Bei der eGPU-Wahl hat man zwei Optionen: ein leeres Gehäuse, in das man eine eigene Grafikkarte einbaut oder eine fest verbaute GPU in der Box. Beides kann Vor- und Nachteile haben. Leere eGPU-Gehäuse bieten eine größere Flexibilität bei der Auswahl der Grafikkarte, allerdings muss man die zusätzlichen Kosten einplanen. Komplettsysteme haben die Grafikkarte fest eingebaut, was normalerweise für kompaktere Bauformen sorgt, lassen sich aber nicht aufrüsten.
Die eGPUs besitzen größtenteils einen Thunderbolt-Anschluss und können die meisten Notebooks per USB-Power Delivery (USB-PD) versorgen. Allmählich setzen sich aber insbesondere im Segment der Mini-PCs (Bestenliste) die Oculink-Ports durch, die auf PCI-Express basieren und speziell für den Einsatz mit externen Grafikkarten gedacht sind. Dazu kommen die klassischen Grafikkarten-Anschlüsse, ein oder mehrere Buchsen für HDMI und Display Port. Beim Kauf sollte man zudem auf USB-A-Ports achten, zwei sollten es mindestens sein. Einige Geräte bringen dazu noch ein Gigabit-Ethernet mit, für den schnellen Anschluss ans Netzwerk.
Fazit
Moderne USB-C-Docks haben nichts mehr mit ihren riesigen Vorgängern gemein. Dank USB-C hat man nur noch ein Kabel, um das Notebook mit Strom zu versorgen oder Daten zu übertragen. USB-C hat, trotz des Versions-Wirrwarrs, einen weiteren Vorteil: Anders als früher ist das Dock nicht mehr an einen Hersteller oder eine Produktserie gebunden. Im Gegenteil kann man etwa ein Android-Smartphone einstecken und beispielsweise auf einem Beamer oder einem Display ein Dokument lesen oder eine Präsentation zeigen. Das macht die Investition in diese Produkte deutlich nachhaltiger.
Unter den besonders starken Dockingstationen gibt es zwischen 115 Euro und über 300 Euro viel Auswahl. Unser Testsieger von Asus zeigt aber für 125 Euro, dass nicht zwingend das Teuerste am besten ist.
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Samt Quellcodezugriff: Indien plant diverse Pflichten für Smartphonehersteller
Indien will Smartphone-Hersteller zum Einhalten von insgesamt 83 Sicherheitsstandards verpflichten. Die stehen den Geschäftsinteressen der Unternehmen teilweise deutlich entgegen und werden von ihnen vehement abgelehnt. Reuters zufolge stammt der Anforderungskatalog aus dem Jahr 2023, doch nun überlegt die indische Regierung, Unternehmen zu seiner Einhaltung zu verpflichten. Wie die Nachrichtenagentur unter Berufung auf vier Quellen und eingesehene Dokumente berichtet, enthält der Katalog eine Reihe weitreichender Vorgaben, deren Erfüllung teilweise unrealistisch erscheint.
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Zu den am heftigsten umkämpften gehört wohl die Anforderung einer „vollständigen Sicherheitsbewertung“. Denn um diese überprüfen zu können, sollen laut Reuters Testlabore in Indien Zugriff auf den Quellcode der Smartphones bekommen, um ihn begutachten und auf Schwachstellen abklopfen zu können. Der zumindest teilweise proprietäre Quellcode wird von Smartphoneherstellern argwöhnisch gehütet und staatlichen oder anderen externen Stellen in aller Regel nicht zugänglich gemacht. Laut Reuters hält die Branchenvereinigung MAIT – die in Indien unter anderem Apple, Samsung, Google und Xiaomi vertritt – die Anforderung wenig überraschend für nicht umsetzbar und führt Geheimhaltungs- und Datenschutzgründe an. MAIT habe das zuständige IT-Ministerium aufgefordert, den Vorschlag fallen zu lassen.
MAIT widerspricht laut Reuters auch diversen anderen Anforderungen aus dem Katalog, die teilweise allerdings recht sinnvoll wirken. So werde etwa gefordert, dass man vorinstallierte Apps auch deinstallieren kann (sofern sie nicht für grundlegende Telefoniefunktionen erforderlich sind), oder dass Apps nicht auf Kamera, Mikrofon und Standort zugreifen dürfen, wenn sie sich im Hintergrund befinden und das Telefon nicht aktiv ist. Bei ersterem bemängele MAIT, dass viele Apps für kritische Systemkomponenten zwingend erforderlich seien, bei letzterem unter anderem, dass keine Testmethode dafür definiert werde.
Weitere kritische Vorgaben
Weitere Anforderungen aus dem Vorgabenkatalog sind allerdings auch aus Nutzersicht durchaus kritisch. Laut Reuters sollen Smartphones etwa deutlich anzeigen, wenn ein Gerät gerootet wurde oder anderweitig Sicherheitsbeschränkungen umgangen wurden, und dem Nutzer „korrigierende Maßnahmen“ vorschlagen. Smartphonebesitzer, die ihr Gerät absichtlich gerootet haben, könnte das massiv stören. Die Hersteller argumentieren jedoch damit, dass es keine zuverlässige Methode gebe, um modifizierte Geräte zu erkennen.
Laut Reuters will die indische Regierung außerdem, dass Smartphonefabrikanten Indiens nationales Zentrum für Kommunikationssicherheit informieren, wenn sie größere Updates oder Sicherheitspatches bereitstellen. Das solle geschehen, bevor die Patches an Nutzer ausgeliefert werden, und das Zentrum solle die Patches vorab testen können. Eine solche Anforderung könnte gerade bei Sicherheitsupdates zu gefährlichen Verzögerungen führen. Reuters zitiert die Smartphonehersteller folgerichtig mit der Aussage, dass eine solche Vorgabe „nicht praktikabel“ sei und Nutzer gefährden könnte.
Noch nicht in Stein gemeißelt
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Grundsätzlich scheint Indien geneigt, auf Kritik zu hören. Man befinde sich noch in Konsultation mit Technologieunternehmen. Gegenüber Reuters erklärte der IT-Sekretär Krishnan, dass man auf alle legitimen Bedenken der Industrie unvoreingenommen eingehen werde. In einem ähnlich gelagerten Fall von Anfang Dezember 2025 hatte Indien Smartphonehersteller verpflichtet, eine staatliche Sicherheits-App auf allen Geräten zu installieren. Nach breiter Kritik daran war die Regierung allerdings schnell zurückgerudert.
(syt)
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