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Künstliche Intelligenz

1 Terawatt an KI-Chips – Elon Musk will größte Chipfabrik bauen


In der texanischen Haupstadt Austin hat Elon Musk am Samstag sein Projekt „Terafab“ angekündigt. Unter diesem Namen soll die größte voll integrierte Chipfabrik der Welt entstehen. Sie soll vorwiegend KI-Beschleuniger für Training und Inferencing herstellen, aber auch Solarzellen und Speicherbausteine. In der Terafab sollen auch die für die Belichtung von Halbleitern nötigen Masken selbst gefertigt werden und die fertigen Chips in Gehäuse gesetzt werden, das so gennannte „packaging“.

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Elon Musk verspricht sich von diesem integrierten Ansatz eine „um eine Größenordnung bessere“ Geschwindigkeit bei der Entwicklung der Chips. Sie sollen vollständig im selben Gebäude hergestellt und getestet werden. Sind Verbesserungen nötig, sollen neue Masken gefertigt werden, und der Prozess beginnt von vorne. Musk sagte, dass seines Wissens nach niemand in der Halbleiterindustrie diesen Ansatz verfolge.

In seinem knapp halbstündigen Vortrag, der bei X gestreamt wurde, machte Musk keinerlei Angaben zu den dafür nötigen Basistechnologien oder Zulieferern für Material oder die Maschinen, welche die Chips herstellen sollen. Firmen wie ASML, Weltmarktführer bei EUV-Lithographie, oder Trumpf, welche die Laser für diese Belichter herstellen, wurden nicht genannt. Auch Zeitpläne oder den Kostenrahmen ließ der Unternehmer offen.

Aus früheren Äußerungen von Musk ist nur bekannt, dass die Terafab 2 Nanometer kleine Strukturen auf den Chips erreichen soll. In diesen, bei verschiedenen Prozessen schlecht vergleichbaren, Dimensionen arbeitet derzeit auch Fertigungs-Technologieführer TSMC. Üblicherweise dauert die Entwicklung von derartigen Prozessen mehrere Jahre, wenn ein Unternehmen entsprechende Erfahrung, Personal und Maschinen besitzt.

Die Fabrik, die von Tesla, SpaceX und xAI gemeinsam betrieben werden soll, ist laut einem Renderbild in der Nähe des Tesla-Hauptquartiers bei Austin geplant. Auch zur Energieversorgung oder der Größe der Fläche machte Musk keine Angaben. Gleiches gilt für mögliche Partner. Der Unternehmer hatte jedoch früher angedeutet, dass seine Halbleiterfertigung mit Intel zusammenarbeiten könnte. Auch dieses Unternehmen, oder das auch in Austin ansässige AMD, erwähnte Musk nicht.

Nötig ist die eigene Halbleiterfertigung für die drei Musk-Unternehmen dem Vortrag zufolge nicht nur für die bisherigen Produkte von SpaceX, xAI und Tesla. In der ersten Hälfte seiner Ausführungen betonte Musk wieder einmal seine Vision von einem Leben der Menschheit im All. Um das zu erreichen, bräuchte man demnach ein Mehrfaches der Rechenleistung für Künstliche Intelligenz, die bisher auf der Erde zur Verfügung steht. Die bräuchte aber auch ein mehrfaches an Energie.

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Musks Vision: Optimus baut Raketen und Satelliten, und die stellen im All mehr KI-Rechenleistung als auf der gesamten Erde zur Verfügung.

(Bild: SpaceX, Screenshot: heise medien)

Folglich sollen die künftigen Rechenzentren vorwiegend mit Satelliten im All realisiert werden. Musk zeigte dazu Rendergrafiken eines „AI Sat Mini“ genannten Satelliten, dessen ausgefaltete Solarzellen das aktuelle Starship V3 von SpaceX überragen. Dieses ist rund 124 Meter hoch. Um 1 Terawatt Rechenleistung im All zu ermöglichen – das ist ein Ziel der Terafab – sollen die Satelliten von einem nochmals größeren Starship V4 von rund 140 Metern befördert werden. Dessen Nutzlast soll bei 200 Tonnen liegen.

Einer der AI Sat Mini soll eine Leistungsaufnahme von rund 100 Kilowatt bereitstellen. Dass die Frage der Kühlung von solchen Systemen im All ungeklärt sei, bezeichnete Musk als „bizarre Debatte“. SpaceX wisse durch die zehntausenden Starlink-Satelliten, wie man solche Geräte kühle. Andere KI-Unternehmer sehen das anders. Sam Altman von OpenAI nannte vor einem Monat die Idee von Rechenzentren im All „lächerlich“ – vor allem wegen der Kosten des Transports und der fehlenden Reparaturmöglichkeiten von orbitalen Systemen.

Die in der Terafab hergestellten Chips sollen auch auf der Erde in konkreten Produkten zum Einsatz kommen, auch denen der Musk-Firmen. Der Unternehmer nannte als ein boomendes Segment mehrfach humanoide Roboter wie das System „Optimus“ von Tesla. Diese würden bald mehrfach häufiger hergestellt werden als Autos: „Ich schätze, die Produktion humanoider Roboter wird irgendwo zwischen einer und zehn Milliarden Einheiten pro Jahr liegen, das ist also eine ganze Menge.“

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(nie)



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Künstliche Intelligenz

Unbekannte senden falsche Katastrophenwarnung an Handys in Brasilien


Das ist wohl der Albtraum einer jeder Katastrophenschutzbehörde: Unbekannten Akteuren ist es gelungen, falsche Warnmeldungen über Brasiliens staatliches Warnsystem zu versenden. Die Behörden vermuten Cyberkriminelle hinter dem Vorfall. Derweil untersucht die Regierung, wie das passieren konnte.

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In der Nacht auf Samstag (Ortszeit) leuchteten in mehreren Regionen Brasiliens etliche Smartphones auf. Sie zeigten eine Warnung der höchsten Kategorie „Alarmstufe extrem“ und eine Nachricht des Zivilschutzes mit dem kryptischen Inhalt „misantropi4“ an. Der kryptische Part wird allgemein als das brasilianische Wort für Menschenhass, „misantropia“ interpretiert, wobei ein a durch eine 4 ersetzt wurde, typisch für den sogenannten „leet speak“ in der Hackerszene. Empfangen wurden die Warnungen in den Bundesstaaten São Paulo, Mato Grosso do Sul, Rio de Janeiro, Paraná und dem brasilianischen Bundesdistrikt, teilte die brasilianische Regierung mit – sie zählte insgesamt zehn der dubiosen Warnmeldungen an etliche Geräte.

Gesendet wurden die Nachrichten per Cell Broadcast, eine Technologie, die seit 2022 auch in Deutschland zu Einsatz kommt. Sie ermöglicht das Versenden von Warnungen etwa vor extremen Wetterlagen oder Gefahrensituationen an Handys in den jeweils betroffenen Regionen – ganz ohne eigens dafür installierte App. Zu hören jedes Jahr am bundesweiten Warntag, wenn hierzulande alle Handys testweise bimmeln.

Nach dem jetzigen Vorfall ist die Cell-Broadcast-Plattform der brasilianischen Regierung vorübergehend außer Betrieb. Die Regierung geht von einem Cyberangriff aus und hat forensische Ermittlungen eingeleitet. Wieviele Geräte die Angreifer letztlich erreichen konnten, das ließe sich aktuell nicht bestimmen, da es sich um eine „inoffizielle“ Warnung handele, erklärte Wolnei Wolff, verantwortlicher Sekretär des Ministeriums für Integration und regionale Entwicklung.  Er verwies auf die laufende Untersuchung, die sehr bald Ergebnisse liefern werde und die Plattform zudem sicherer machen solle.

Betreiber des Warnsystems ist Brasiliens nationale Kommunikationsagentur Anatel, sie sieht die Ursache offenbar nicht bei den Telekommunikationsanbietern, über deren Infrastruktur die Warnungen letztlich gesendet werden. Stattdessen verweist sie in ihrer Presseerklärung ebenfalls auf die Warnplattform des Zivilschutzes.

Neue Erkenntnisse über den Hergang des Angriffs dürften auch für andere Staaten interessant sein, die ebenfalls ein Cell-Broadcast-System nutzen – etwa Deutschland. Auch hier gab es schon einen Missbrauch nationaler Warnsysteme, allerdings keine Cyberattacke. Über die Warn-App Katwarn rief die Kreisverwaltung von Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz vorigen Sommer tausende Menschen dazu auf, das Pfalzlied zu singen. Hintergrund war der laufende Dürkheimer Wurstmarkt, bei dem gerade ein Fernsehteam vor Ort war. Die Behörde räumte den Vorfall ein und sprach von einem Fehler.

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Agentic QA: Wie KI-Agenten die Qualitätssicherung transformieren


Mit dem Aufkommen der LLMs hat sich das Tempo von Innovation und Wandel im Bereich des Softwaretestens neu definiert.

KI-Agenten können die Schwerarbeit übernehmen – Tests generieren, Protokolle analysieren und Schnittstellen überwachen –, während sich Experten darauf konzentrieren, Ergebnisse auszuwerten, Risiken einzuschätzen, die Qualität der KI-Ergebnisse sicherzustellen und KI-gesteuerte Prozesse zu steuern.

Die Rolle des Teams erweitert sich: Qualitätsexperten können nun strategisch über Risiken nachdenken, Fachwissen zur Abstimmung von Geschäft und Technologie einbringen und die Verhaltensoptimierung intelligenter Testagenten steuern. In dieser neuen Ära ist ihre Arbeit dynamischer, fokussierter und unverzichtbarer denn je.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Agentic QA: Wie KI-Agenten die Qualitätssicherung transformieren“.
Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.



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Künstliche Intelligenz

Anthropic: Angst vor China-Spionage soll Auslöser für KI-Lockdown sein


Die Trump-Regierung greift im globalen KI-Wettlauf mit harten Bandagen durch. Auslöser für weitreichende Exportkontrollen gegen die KI-Schmiede Anthropic ist ein schwelender Konflikt um den Zugang zu dessen leistungsstärkster Technologie, dem Modell Claude Mythos. Anthropic stellte dieses System im Rahmen seines Programms Project Glasswing laut Wired auch dem südkoreanischen Telekommunikationsriesen SK Telecom zur Verfügung. Das soll die Sicherheitsbehörden im Weißen Haus auf den Plan gerufen haben, die hinter der südkoreanischen Firma verdeckte Verbindungen nach China vermuteten.

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Die Nervosität in Washington rund um eine potenzielle Peking-Connection verschärfte sich, als Amazon das Weiße Haus auf Schwachstellen in Fable 5 aufmerksam machte. Dabei handelt es sich um eine modifizierte Version von Mythos, die Anthropic Anfang Juni für die Öffentlichkeit freigegeben hatte. Amazon-Forscher demonstrierten, dass sich die eingebauten Sperren umgehen lassen, wodurch unbefugte Nutzer Zugriff auf die Cybersicherheitsfähigkeiten von Mythos erlangen könnten.

Für die US-Regierung fügten sich die Puzzleteile zu einem Bedrohungsszenario zusammen: Ein mächtiges KI-Werkzeug, das Software-Sicherheitslücken aufspüren kann, lag offenbar in den Händen eines Partners mit Verbindungen nach China. Dazu kam die Angst vor der möglichen Freischaltung aller Funktionen.

Per Exportbeschränkung ordnete das Weiße Haus an, sämtlichen ausländischen Staatsbürgern den Zugriff auf Mythos und Fable 5 zu entziehen, um jeglichen Datenabfluss Richtung Peking zu kappen.

Da eine Filterung nach Nationalitäten technisch kaum datenschutzkonform umsetzbar ist, zog Anthropic die Notbremse und schaltete die betroffenen Modelle ab. Dass die US-Regierung in diesem Fall derart kompromisslos reagierte, dürfte auch an Amodeis Weigerung liegen, sich politisch unterzuordnen. Das Pentagon hatte Anthropic wegen eines Streits über Massenüberwachung bereits im März vor die Tür gesetzt.

Dass gerade SK Telecom ins Visier der US-Falken geriet, ist historisch begründet. Zwar erwirtschaftete die Mobilfunksparte in China zuletzt kaum Umsatz und bestreitet jegliche unzulässige Nähe zu Peking. Doch SK Telecom ist Teil eines größeren Konglomerats, dessen Tochterfirmen Halbleiter- und Energiegeschäfte mit der Volksrepublik betreiben.

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Zudem unterhält SK Telecom seit über zwanzig Jahren das Joint Venture UNISK mit dem staatlichen chinesischen Telekommunikationsanbieter China Unicom. Diesen Konzern belegte die Trump-Regierung frühzeitig wegen mutmaßlicher Verbindungen zum chinesischen Militär mit Investitionsverboten. Der US-Regulierer FCC verbannte ihn aus dem US-Netz. Für das Weiße Haus Grund genug, die Reißleine zu ziehen.

Inzwischen versucht Anthropic, den Schaden in Washington zu begrenzen. Das Startup hat seine Lobby-Präsenz im Kapitol in diesem Jahr verdreifacht, ein Büro in Washington eröffnet und hochkarätige Republikaner sowie Ex-Trump-Mitarbeiter angeheuert. Aktuell verhandeln beide Seiten täglich über eine Lösung, bei der ein gemeinsames technisches Prüfverfahren den Weg für eine Wiederinbetriebnahme ebnen könnte. In der Tech-Branche wächst zugleich die Sorge, dass der China-Verdacht einen Präzedenzfall schafft und eine „elektronische Überprüfung der Staatsbürgerschaft“ zur Standardbedingung im Silicon Valley wird.

Kritiker werfen Amodei vor, die geopolitische Tragweite und die China-Paranoia in Washington unterschätzt zu haben. Eigene Warnungen seien ihm zum Verhängnis geworden: Amodei hatte zuvor betont, dass Mythos zu mächtig für hochentwickelte Cyberangriffe sei, um es ohne Kontrolle freizugeben. Zwar sprangen Anthropic nach der Zwangssperre über 175 Tech-CEOs und Cybersicherheitsexperten in einem offenen Brief bei. Doch das Vertrauen der US-Sicherheitsbehörden scheint verspielt.

OpenAI-Chef Sam Altman schaltete dagegen nach Trumps Wahlsieg sofort auf Kuschelkurs. Der ChatGPT-Betreiber stellte frühere Mitarbeiter des Präsidenten ein, finanzierte im Sinne der Regierung US-Rechenzentren und schickte über Lobby-Gruppen Gelder an Politiker, die gegen eine KI-Regulierung eintreten. Der Lohn der politischen Anpassung zeigte sich beim jüngsten G7-Gipfel: Altman saß beim KI-Lunch direkt neben Trump. Amodei musste mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron vorliebnehmen.


(nen)



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