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Künstliche Intelligenz

Google Fotos ade: Open-Source-Alternative Immich im Praxistest


Lange waren selbst gehostete Fotogalerien hässlich, langsam und unbedienbar. Doch das hat sich geändert: Mit Immich gibt es eine Open-Source-Alternative, die optisch und funktional auf Augenhöhe mit Google Fotos liegt – inklusive KI-Suche, Gesichtserkennung und smarter Alben. c’t 3003 hat eine 700 GByte große Fotobibliothek komplett von iCloud und Google Fotos auf den eigenen Server umgezogen und zeigt Schritt für Schritt, wie das geht – und welche Stolperfallen unterwegs lauern.

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(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)

Guckt mal hier, das ist nicht Google Fotos, sondern das ist die Open-Source-Fotoverwaltung Immich, die komplett auf meiner eigenen Hardware läuft. Sieht super aus, oder? Ja, tatsächlich hat die Software bei mir komplett Google Fotos und iCloud ersetzt. Beides habe ich gelöscht bzw. das teure Abo gekündigt. Und das, obwohl ich gut 700 GByte Daten habe, über 23.000 Fotos und 4000 Videos. Das spart mir nicht nur die monatlichen Abogebühren an Apple und Google, sondern die KI läuft auch lokal und nicht irgendwie in den USA. Und wenn das Internet mal ausfällt, habe ich trotzdem alle Fotos, sofort und ohne Ladebalken.

Ich wollte das eigentlich schon ewig machen, aber lange Zeit war das Problem: Selbst gehostete Fotogalerien sahen aus wie Websites aus dem Jahr 2003. Furchtbar zu bedienen und furchtbar anzuschauen. Das hat sich aber zum Glück geändert. Und ich finde, inzwischen ist diese Software sogar besser als die US-Cloud-Anbieter. Und dann gibt es auch noch PhotoPrism für Profis oder ihr verwendet Nextcloud für eure Fotos. Alles eine gute Alternative zu den kommerziellen Cloud-Diensten. Also bleibt dran.

Liebe Hackerinnen, liebe Internet-Surfer, herzlich willkommen hier bei …

So, fangen wir mit der Lösung an, die für die meisten wahrscheinlich am interessantesten ist: Immich. Relativ neu, Open Source und in erstaunlich kurzer Zeit zu einem echten Phänomen in der Self-Hosting-Community geworden. Warum? Weil das einfach aussieht und sich auch anfühlt wie ein modernes Premium-Produkt, also wie Google Fotos oder Apple Fotos. Ich meine, ich kann hier butterweich durch die letzten Jahre meiner Fotobibliothek scrollen, ich kann einfach in natürlicher Sprache suchen und ich muss mich null um irgendwelche Ordnerstrukturen kümmern. Ich meine, ich hätte darauf vielleicht noch Bock, aber da ich hier Accounts für die ganze Familie anlegen kann, ist das schon nice, wenn die Oberfläche so simpel wie möglich gehalten wird. Und Alben sind ja auch irgendwie die besseren Ordner, wenn man so Fotos verwaltet.

Ansonsten hat Immich so ziemlich alles, was ihr vielleicht bei Apple oder Google Fotos gut findet. Also so einen Rückblick: Heute vor X Jahren, eine ziemlich umfangreiche Suchfunktion und die Geschwindigkeit ist in meinen Tests deutlich vor Google und Apple Fotos. Also wenn ich da zufällig auf ein bestimmtes Datum zurückscrolle, sind da die Preview-Thumbnails direkt da und auch das große Bild lädt direkt. Bei Apple und bei Google hat das immer so ein bisschen Bedenkzeit gebraucht. Also Immich hat bei mir in den paar Wochen, in denen ich das jetzt produktiv verwende, echt ziemlich problemlos funktioniert.

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Um Immich zu verwenden, habt ihr drei Möglichkeiten: Ihr packt das per Docker auf euren Heimserver, ihr installiert das auf einem gemieteten VPS, oder ihr holt euch das schon fertig gehostet bei Anbietern wie pixelunion.eu. Da bekommt ihr 16 GByte kostenlos und zahlt dann für größere Speichermengen. Also ist auf jeden Fall eine gute Möglichkeit, das mal auszuprobieren oder wenn man wirklich gar keinen Bock auf selbst hosten hat.

Aber der eigentliche Reiz liegt ja darin, dass ich eben nicht mehr auf teure Monats-Abos angewiesen bin und die volle Kontrolle habe. Ich habe Immich deswegen auf meinem NAS installiert. Das hat ordentlich Power, also darin steckt ein Intel Pentium Gold 8505 mit 5 Kernen und 6 Threads und 8 GByte DDR5-RAM. Das schafft auch das ganze Machine Learning ohne Probleme.

Ihr könnt Immich theoretisch auch auf einem Raspi betreiben. Ich habe das auf meinem Raspi 4B mit 8 GByte RAM und einer per USB angeschlossenen SSD getestet, installiert über CasaOS. Das geht, wirklich einfach sogar. Aber – und da kommt der Haken – die KI-Features bringen den kleinen Raspi schon ins Schwitzen. Gesichtserkennung, smarte Bildsuche, das läuft da nicht wirklich rund, weil das ewig braucht, um die ganzen Bilder zu verarbeiten.

Ihr habt zwei Optionen: Entweder ihr schaltet Machine Learning in den Einstellungen einfach ab oder ihr nutzt Remote Machine Learning. Ihr sagt Immich also: Bitte rechne das Zeug nicht selbst aus, sondern schick die Aufgabe übers Netzwerk an meinen Desktop-Rechner oder Mac. Der hat die Power und der Raspi hat dann Ruhe. Dazu setzt ihr einfach auf eurem Rechner einen kleinen Server über Docker auf, die genaue Anleitung dafür und natürlich zu allem anderen aus dem Video verlinke ich euch unten in der Videobeschreibung. Und ja, dann passiert dieses rechenintensive Machine Learning eben auf eurem großen PC und euer Raspi mit der SSD ist einfach eure Fotodatenbank.

So, jetzt aber zu dem Grundlegenden: der Installation. Egal, ob Raspi, NAS oder VPS, die Installation von Immich geht einfach per Docker. Ihr geht ins Terminal, legt euch einen Ordner an, auf dem die Fotos gespeichert werden sollen, ladet das Ganze per wget direkt von GitHub und öffnet dann noch die env-Datei. Hier passt ihr die Upload-Location an und vergebt ein Datenbank-Passwort. Dann startet ihr den Docker-Container und könnt im Browser direkt auf Immich zugreifen. Der Link wird euch nach der Installation direkt angezeigt, also die IP von eurem Homeserver Doppelpunkt 2283 ist das standardmäßig.

Um das Ganze auch von außerhalb zugänglich zu machen, habe ich das noch per Cloudflare getunnelt und direkt mit meiner Domain foto.domain.de verbunden. Und jetzt kann ich Links zu meinen Fotos inklusive Passwortschutz und Ablaufdatum direkt an Freunde und Familie schicken. Alternativ könnt ihr das natürlich auch über einen Reverse Proxy oder Tailscale machen. Immich ist allerdings nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt, einfach weil das maschinelle Lernen und die intelligente Suche das nicht erlauben. Heißt: Wenn ihr da von außen drauf zugreift, achtet auf eine Transportverschlüsselung, also HTTPS.

Okay, also wir haben Immich jetzt installiert, können davon überall aus drauf zugreifen und haben die App auf unserem Smartphone. Aber unsere gesamte Fotobibliothek liegt ja noch bei Apple oder bei Google und so eine schöne Ein-Klick-Export-Lösung gibt es da leider nicht. Allerdings könnt ihr den Google Takeout benutzen, dazu klickt ihr euch einfach durch dieses Formular und wählt aus, welche Daten ihr haben möchtet. Ich habe hier mal alle Fotos und Videos ausgewählt. Ja und dann dauert das einige Tage, bis ihr eine Mail mit einem Download-Link bekommt. Bei mir waren das dann insgesamt 8 einzelne Ordner, die ich jeweils runtergeladen habe. Bei Apple Fotos habe ich einfach alle Bilder und Videos markiert und dann auf eine externe SSD gezogen.

Um eure Bilder jetzt in Immich zu bekommen, habt ihr mehrere Möglichkeiten. Entweder ihr ladet das direkt über den Browser hoch, macht bei großen Datenmengen aber wirklich keinen Spaß. Speziell für so größere Uploads gibt es bei Immich ein CLI-Tool. Dazu geht ihr ins Terminal, gebt diesen Befehl hier ein. Dazu braucht ihr einen Immich-API-Key, den könnt ihr euch in den Einstellungen generieren lassen. Dann sagt ihr genau, von wo die Fotos importiert werden sollen. Bei mir war das ein Ordner auf meiner SSD. Und dann geht er alle Dateien durch, sucht nach Duplikaten und lädt dann alles in den Zielordner. Bei meinen 514 GByte hier hat das einige Stunden gedauert.

Immich legt die Bilder, wenn ihr wollt, auch gleich nach einem festen Schema ab. Und das könnt ihr hier über das Storage Template anpassen. Ihr sagt dem System einfach: Leg die Dateien in einem Ordner für das Jahr ab und darin einen für den Monat. Und dann räumt Immich im Hintergrund einmal komplett auf. Danach habt ihr eine saubere, menschenlesbare Ordnerstruktur auf dem NAS, die auch dann noch funktioniert, wenn Immich mal nicht läuft. Und ihr könnt auch einfach Fotos direkt da rauskopieren, so als zusätzliches Backup. Das empfiehlt Immich übrigens auch direkt bei der Einrichtung. Also die 3-2-1-Backup-Regel: drei Kopien der Daten, zwei zu Hause und eine an einem anderen Ort. Ich habe dafür mein RAID-5-NAS, das sichert sich an eine externe Festplatte und den ganzen Immich-Ordner kopiert es mir nochmal auf einen extra Webserver.

Ja, und jetzt zu dem Teil, der Immich wirklich interessant macht. Weil natürlich will niemand Tausende Ordner per Hand durchsuchen. Das NAS wird nämlich nicht nur ein Datengrab. Mit Immich wird es eure ganz private Fotozentrale. Also ihr bekommt die Bilder hier so chronologisch sortiert, könnt aber auch nach den Geodaten direkt auf einer Karte schauen und habt über die Suche auch die Möglichkeit, nach bestimmten Dingen wie „Schnee“ zu suchen. Das funktioniert, weil Immich alle Fotos, die ihr da reinladet, maschinell einliest und generiert dabei auch noch Miniaturansichten und Erkenntnisse. Ihr könnt das auch hier in der Auftragswarteschlange sehen, wie viele Bilder noch durch die Gesichtserkennung und das OCR laufen, und gegebenenfalls die gleichzeitige Verarbeitung hochschalten, falls eure Rechenpower das hergibt.

Und diese ganzen Tools sind wirklich auf Google-Fotos-Niveau. Also hier mal der direkte Vergleich: Ich gebe bei beiden Diensten „Schnee“ ein und kriege so ziemlich alle Fotos, die ich jemals gemacht habe, als Schnee lag. Der Fairness halber: Beide machen da auch Fehler. Auf diesem Bild hier mit der Apple Vision Pro war es kalt, aber da lag ziemlich sicher kein Schnee. Und was dieser Screenshot von Volker aus der heise show mit Schnee zu tun haben könnte – keine Ahnung. Bei dem Suchbefehl „Sonnenaufgang am Strand“ hat mir Google aber nur ein Foto gezeigt und Immich ganz viele. Aber halt auch ganz viele, die ich da jetzt nicht so zugeordnet hätte. Also hier stehe ich im Schnee. Aber es sind halt trotzdem mehr richtige Bilder dabei als bei Google Fotos. Apple ist da meiner Erfahrung nach noch etwas hintendran und hat immer weniger Ergebnisse angezeigt als die beiden anderen Dienste. Sorry übrigens an der Stelle mal für das ganze Gepixle hier, aber ich habe das halt wirklich produktiv mit meinen ganzen privaten Fotos ausprobiert.

Ja, und wenn dann alle Fotos verarbeitet sind, lohnt es sich auf jeden Fall einmal die Immich-Duplikatsverwaltung anzuschmeißen. Die ist bei Immich – ähnlich wie bei Apple Fotos – direkt eingebaut. Not so fun fact: Google hat das nach wie vor nicht in seiner Fotos-App integriert. Da braucht ihr Drittanbieterlösungen. Hier bei Immich gehe ich unter Werkzeuge auf „Duplikate überprüfen“. Da wird jedes Bild, das doppelt in eurer Mediathek ist, erkannt und ihr könnt automatisch bei allen auswählen, dass es nur die bessere Qualität behält. Ihr könnt in den Einstellungen auch genau einstellen, wie genau die Duplikatserkennung arbeiten soll. Also hier in einem Bereich zwischen 0,001 und 0,1.

In den Einstellungen könnt ihr auch alles Mögliche zu eurer Datenbank, der Bildqualität für Vorschaubilder und so weiter einstellen. Außerdem könnt ihr da unter Benutzer weitere Accounts für Freunde und Familie anlegen, die ihre Bilder auch auf eurem Immich-Server parken wollen. Ihr könnt dann auch eine gemeinsame Mediathek haben, also so wie bei Apple Fotos.

Richtiger Flex ist es auf jeden Fall, wenn ihr eure eigene Domain damit verbindet und dann Bilder in der WhatsApp- oder Signal-Gruppe nicht mehr einfach reinkopiert, sondern direkt als foto.domain.de-Link sendet. So geteilte Alben können dann auch direkt heruntergeladen werden.

Immich ist komplett kostenfrei nutzbar, bietet aber einen Einmalkauf an, um die Entwicklungskosten zu stemmen. Ihr könnt da zwischen 100 Dollar für Server und 25 Dollar für Einzelpersonen auswählen. Zusätzliche Funktionen gibt es dafür aber nicht. Die sind alle schon vor der Bezahlschranke. Ihr könnt das also erstmal richtig intensiv ausprobieren und wenn ihr dann merkt: Ja, benutze ich irgendwie schon jeden Tag, dann dafür bezahlen.

Gut. Aber was ist, wenn ihr gar nicht diesen Smartphone-Vibe wollt, wenn ihr eher so Leute seid, die seit Jahren eine eigene Ordnerstruktur auf externen Festplatten gepflegt haben – Spiegelreflexkamera, RAW-Dateien, alles säuberlich sortiert – und ihr halt nicht wollt, dass irgendein Programm jetzt kommt und alles durcheinander wirft? Ja, dann ist PhotoPrism für euch wahrscheinlich interessant.

PhotoPrism ist, wenn man so eine Analogie bemühen will, so ein bisschen das Adobe Lightroom unter den selbst gehosteten Fotolösungen. Der Fokus liegt auf Metadaten und Kuration. Ihr öffnet ein Bild und kriegt rechts direkt alles angezeigt: Kameramodell, Blende, ISO, Belichtungszeit, verwendetes Objektiv. Kein Rumgeklicke durch Untermenüs.

Ihr fragt euch, welches euer Lieblingsobjektiv im letzten Urlaub war? Ein Klick, und PhotoPrism filtert sofort alle Bilder raus, die 2024 mit einer Sony Alpha und dem 50-mm-Objektiv aufgenommen wurden. Das macht schon ein bisschen Spaß.

RAW-Dateien versteht PhotoPrism nativ und es erkennt zusammengehörige Dateien. Also wenn ihr von einem Motiv eine RAW, ein bearbeitetes JPEG und noch ein kurzes Video habt, quasi ein Live-Foto, stapelt PhotoPrism das automatisch übereinander. Nennt sich „Stacking“. Ihr seht in der Galerie ein Motiv, habt aber alle Formate dahinter griffbereit. Die Galerie bleibt also aufgeräumt.

Und das Wichtigste für alle, die ihre Ordnerstruktur mit dem eigenen Blut verteidigen würden: PhotoPrism hat einen Read-Only-Modus. Das Tool bindet eure Festplatte ein, baut seinen Suchindex auf, aber fasst eure Originale kein einziges Mal an. Nichts wird verschoben, nichts umbenannt. Es liest nur.

Die Installation läuft vom Prinzip her wie bei Immich über Docker. Es gibt hier aber einen kleinen Twist: Da gibt es keinen schicken Browser-Setup-Assistenten. Ihr müsst euer Admin-Passwort vorher zwingend als Klartext in der compose.yaml festlegen, bevor ihr den Server überhaupt startet. Außerdem müsst ihr bei den Speicherpfaden sehr penibel sein. PhotoPrism braucht einen Ordner für die „Originals“, also eure echten Fotodateien, und strikt getrennt davon einen Ordner für den „Storage“, wo Datenbank und Thumbnails landen. Ein Tipp dazu: Legt den Storage-Ordner auf eine schnelle SSD und die fetten Originals auf die langsameren, aber großen HDDs. Das macht eure Timeline später beim Scrollen deutlich schwupsiger. Ja und dann: docker compose up -d, fertig.

Und dann kommt der eigentliche Trick: der Importprozess. Wenn ihr eure Daten bei Google per Google Takeout anfordert, bekommt ihr ja riesige ZIP-Dateien. Die jetzt übers LAN aufs NAS zu laden, wäre mühsam. Stattdessen schließen wir einfach eine externe SSD per USB hinten ans NAS an, geben den Pfad in der Docker-Konfiguration als Importordner ein. Und dann kopiert PhotoPrism die ganzen Bilder von der SSD direkt auf euren Zielort, berechnet dann für jedes Bild einen kryptografischen Fingerabdruck, prüft, ob das Bild schon in eurer Bibliothek ist, überspringt Duplikate und sortiert den Rest sauber ein. Das hat bei meinen 380 GByte Google-Takeout-Daten wirklich viel Zeit gespart.

Das haben wir im c’t-3003-Team ja eh im Einsatz. Dazu gibt es auch schon ein Video, das findet ihr hier.

Ja, und Nextcloud hat neben Text-, Kalender- und Talk-Funktion auch eine eingebaute Fotogalerie, die ist ja ganz vernünftig, aber out of the box nicht wirklich schnell bei großen Bibliotheken. Der Fix kommt aus dem Nextcloud-eigenen App Store: Die App Memories baut eine eigene Thumbnail-Datenbank auf. Damit habt ihr eine deutlich flüssigere Timeline, weil die App nicht jedes Mal die vollen Bilder lädt. Und wenn ihr noch die App Recognize dazuschaltet, bekommt ihr Gesichtserkennung und Objekt-Tagging direkt in Nextcloud. Wer also eh schon sein ganzes digitales Leben in Nextcloud hat, Dokumente, Kalender, Kontakte und so weiter, der kriegt damit eine vollwertige Foto-Alternative, ohne ein komplett neues System aufsetzen zu müssen. Externe Festplatten oder bestehende Ordner auf dem NAS bindet ihr über die App External Storage Support ein, dann muss Nextcloud die Daten nicht mehr erst nochmal kopieren.

Wer einen modernen Google-Fotos-Klon will, bei dem das Handy-Backup im Hintergrund einfach so funktioniert, der sollte Immich ausprobieren. Wer Metadaten liebt, mit RAW-Dateien arbeitet und riesige Festplattenarchive verwaltet, ist vermutlich mit PhotoPrism am besten aufgestellt. Und wer eh schon alles in Nextcloud hat: Memories plus Recognize draufklatschen, fertig.

Noch ein kleiner Hinweis, den ich jetzt auch nicht weglassen will: Ein NAS mit RAID schützt euch davor, wenn eine Festplatte stirbt. Es schützt euch aber nicht davor, wenn ihr versehentlich einen Ordner löscht, der Blitz einschlägt oder ihr euch ein Virus einfangt. Sorgt also unbedingt für ein echtes externes Backup von euren Bildern auf einer Festplatte im Schrank oder verschlüsselt bei einem externen Anbieter. RAID ist kein Backup. Und wenn ihr eure Fotos wirklich nur so sichert, also kein Google Fotos und kein Apple Fotos mehr verwendet, dann solltet ihr das möglichst sicher machen.

Ja, und jetzt würde mich wirklich interessieren: Zahlt ihr noch jeden Monat eure 3 oder 10 oder mehr Euro für iCloud oder Google One, oder habt ihr eure Bilder schon auf eigenem Platz? Schreibt es gerne mal in die Kommentare, abonniert den Kanal, hört mal bei unserem Podcast rein und tschüss!

c’t 3003 ist der YouTube-Channel von c’t. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.


(rum)



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Meta Glasses: Neue KI-Brillenmarke löst sich vom Ray-Ban-Design


Mark Zuckerberg persönlich hat auf Instagram den Verkaufsstart der neuen Meta Glasses verkündet. Die smarten Brillen entstehen erneut aus einer Zusammenarbeit mit dem Brillenkonzern EssilorLuxottica. Anders als bei den Ray-Ban Meta Smart Glasses tritt Meta hier allerdings erstmals unter eigenem Namen als Brillenmarke auf. Preislich liegen die neuen Modelle unterhalb der zweiten Ray-Ban-Generation.

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Zum Start gibt es drei Rahmenformen. Die rechteckige Form „Adventurer“ in zwei Größen, die kantigere „Fury“ und ein ovales Modell, das gemeinsam mit Kylie Jenner entworfen wurde. Insgesamt stehen 26 Kombinationen aus acht Farben und verschiedenen Gläsern zur Wahl, darunter Sonnen- und Transitionsgläser, polarisierte und klare Varianten. Wer Korrekturgläser braucht, kann sie nachträglich beim Optiker einsetzen lassen, ohne die Garantie zu verlieren.

An den Grundfunktionen ändert sich wenig gegenüber den bestehenden Modellen. Die Meta Glasses bieten freihändige Foto- und Videoaufnahme, offene Lautsprecher, Windgeräuschunterdrückung über mehrere Mikrofone und gut acht Stunden Akkulaufzeit. Das mitgelieferte Lade-Etui soll die Gesamtlaufzeit auf bis zu 40 Stunden erweitern können und einen neuen „Meta Glasses Charging Stand“ gibt es jetzt ebenfalls. Ein Knopf am Bügel oder ein Sprachbefehl ruft den KI-Assistenten Meta AI auf.

Der eigentlich spannende Unterschied steckt in der Software. Die Meta Glasses sind die ersten Brillen im Sortiment, die ab Werk mit „Muse Spark“, dem neuen KI-Modell aus Metas Superintelligence Labs laufen. Es soll besser erkennen, was Nutzer gerade sehen, und im Alltag gezielter unterstützen, etwa bei Terminen oder Ernährungsfragen. Das Modell kommt per Update auch auf die Ray-Ban Meta- und Oakley Meta-Brillen in Nordamerika.

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Dazu kündigt Meta einige Software-Neuerungen an, die alle Brillen betreffen. Eine „Dynamic Photo“-Funktion soll automatisch mehrere Bilder schießen und das Beste vorschlagen. Eine Fußgängernavigation mit Sprachanweisungen kommt bald auch auf Brillen ohne Display. Die Echtzeit-Übersetzung wächst von bislang sechs auf zwanzig Sprachen. Neu dabei sind unter anderem Japanisch, Mandarin und Koreanisch.

Meta und EssilorLuxottica haben im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben sieben Millionen smarte Brillen abgesetzt. Ob die günstigere Eigenmarke diesen Vorsprung weiter ausbaut, hängt auch vom regulatorischen Umfeld ab. In der EU geraten Kamerabrillen zunehmend ins Visier von Datenschützern und Parlamentariern.

Sie kritisieren Risiken durch heimliche Aufnahmen und mögliche Gesichtserkennung. EssilorLuxottica glaubt offenbar nicht an einen Abschwung. Ab 2027 sollen smarte Brillen auch in Italien gefertigt werden, was in Bezug auf drohende EU-Regulierungen kein Nachteil sein dürfte.

Die Meta Glasses sind ab sofort in 17 Ländern erhältlich, darunter auch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Für die Modelle „Adventurerer“ und „Fury“ nennt Meta jeweils Preise ab 309 Euro, die „Starfire Kylie Edition“ beginnt bei 419 Euro.


(joe)



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heise+ Expertentalk: Balkonkraftwerk – Solarenergie leicht gemacht




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BenQ Creative Pro PV3250U: Kontraststarker Profi-Monitor mit hoher Farbtreue


Das bislang überschaubare Angebot an farbtreuen High-End-Monitoren mit 4K-Auflösung und 120 Hertz bekommt Zuwachs. BenQ will voraussichtlich ab September den Creative Pro PV3250U ausliefern, an dessen Spezifikationen bislang nur zwei andere Modelle herankommen.

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Die Basis bildet ein für IPS-Verhältnisse ungewöhnlich kontraststarkes 31,5-Zoll-Panel, das ein Verhältnis von 3000:1 schafft. Diesen Wert erreicht erst eine Handvoll neuere Panels, häufig unter der Bezeichnung IPS Black. Früher war das Territorium von VA-Panels mit geringerer Blickwinkelstabilität.

Laut BenQ fiel die Entscheidung gegen OLED bewusst, da der PV3250U primär für Inhalte mit normalem Dynamikumfang (SDR) gedacht ist. IPS stelle SDR-Farben originalgetreuer wieder, ohne sie ungewollt aufzubauschen.

Der PV3250U stellt 3840 x 2160 Pixel dar und deckt den sRGB-Farbraum komplett ab; DCI-P3 nahezu vollständig mit 99 Prozent. Der Monitor ist ab Werk vorkalibriert. BenQ nennt eine durchschnittliche Farbgenauigkeit von Delta E < 1, was selbst für vorkalibrierte Profi-Monitore ein guter Wert ist. Häufiger sind Maxima von 2 oder 1,5 anzutreffen. Die kalibrierten Werte werden in einer Lookup-Tabelle (LUT) auf dem Gerät gespeichert. Die durchschnittliche Helligkeit beziffert der Hersteller auf bis zu 450 Candela pro Quadratmeter (cd/m²), den Maximalwert auf 600. Eine Blende lässt sich über Magnete befestigen.

Als Bildeingänge stehen Displayport 1.4 und HDMI 2.1 bereit. Alternativ gibt es einen Thunderbolt-4-Anschluss, der neben einem Displayport-Signal auch Daten überträgt und ein Gerät mit bis zu 96 Watt laden kann. Über einen Thunderbolt-4-Ausgang lassen sich weitere Monitore in Reihe schalten.

Ein integrierter USB-Hub umfasst vier Downstream-Ports mit je 10 Gbit/s (USB 3.2 Gen 2), darunter dreimal Typ A und einmal Typ C. Ein Typ-C-Anschluss mit USB 3.2 Gen 2 stellt als Alternative zu Thunderbolt 4 die Upstream-Verbindung zum Host her.

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Der PV3250U integriert zwei Funktionen, die die Bildbearbeitung erleichtern können. Zum einen kann der Monitor Rahmen-Overlays in verschiedenen Seitenformaten über Bilder legen, zum anderen erhöht „Shadow Check“ die Details in dunklen Bildinhalten. Dazu erhöht der Monitor temporär die Gammakurve.

Das Monitormenü (OSD) lässt sich über Tasten und einen Joystick am Display steuern. Alternativ gibt es einen kleinen, runden Zusatzcontroller, den Nutzer auf den Schreibtisch stellen können.

Über die Preisgestaltung des Creative Pro PV3250U schweigt sich BenQ bislang aus. Der vergleichbare HP Series 7 Pro 732xk kostet fast 1000 Euro – in diesem Bereich dürfte auch das BenQ-Modell liegen.


(mma)



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