Künstliche Intelligenz
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku
Test: Bluetti Pioneer Na bringt Natrium-Ionen-Akku in die Powerstation-Welt – überzeugt mit AC-Effizienz und Kälte-Tauglichkeit.
Die Bluetti Pioneer Na ist keine Powerstation, die vor allem über Rekordkapazität auffallen will. Ihr wichtigstes Merkmal ist die Zellchemie: Statt LiFePO4 oder NMC nutzt Bluetti hier einen Natrium-Ionen-Akku, im Datenblatt als SIB geführt. Die Nennkapazität liegt bei 900 Wh, das Gewicht bei 16 kg, die Abmessungen betragen 340 × 247 × 317 mm. Laut Handbuch darf die Pioneer Na von –15 °C bis 40 °C geladen und von –25 °C bis 40 °C entladen werden.
Damit zielt die Pioneer Na auf Einsatzbereiche, in denen klassische Lithium-Powerstations oft unpraktisch werden: Wintercamping, kalte Garagen, Gartenhäuser, Hütten, Fahrzeuge, Baustellen oder Notstromsituationen bei niedrigen Temperaturen. Viele LiFePO4-Geräte liefern bei Kälte zwar noch Strom, verweigern aber das Laden, sobald die Zellen zu kalt sind. Die Pioneer Na kann hier mehr Spielraum bieten.
Der Fortschritt liegt also nicht darin, dass Bluetti das Powerstation-Design neu erfindet. Gehäuse, Display, Anschlusslayout und Bedienlogik wirken vertraut. Das ist eher ein Vorteil als ein Makel: Die Pioneer Na fühlt sich im Alltag nicht experimentell an, obwohl im Inneren eine neue Akkuchemie arbeitet.
Natrium-Ionen-Zellen haben nicht die höchste Energiedichte. Genau das merkt man am Gewicht. Für 900 Wh sind 16 kg Gesamtgewicht weder übertrieben schwer noch als Leichtgewicht zu verstehen. Für dieses etwas höhere Gewicht verspricht die Technik bessere Kälteeigenschaften, eine lange Lebensdauer und eine Rohstoffbasis ohne Lithium und Kobalt. Bluetti bewirbt die Pioneer Na als langlebigen Speicher mit mehr als 4.000 Ladezyklen. Das macht sie nicht nur zu einem Winter-Spezialisten, sondern auch zu einem spannenden Langzeittest für eine neue Akku-Generation.
Bilder: Bluetti Pioneer Na
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
Bluetti Pioneer Na im Test: Kälteresistente Powerstation mit Natrium-Ionen-Akku mit 1500 W und 900 Wh
In der App lassen sich zusätzliche Details abrufen, etwa PV-Spannung und PV-Strom. Das war bei unserem Solartest hilfreich, weil die App nicht nur die Ladeleistung, sondern auch Spannung und Strom des PV-Eingangs anzeigte.
In der App lassen sich zusätzliche Details abrufen, etwa PV-Spannung und PV-Strom. Das war bei unserem Solartest hilfreich, weil die App nicht nur die Ladeleistung, sondern auch Spannung und Strom des PV-Eingangs anzeigte.
Verarbeitung, Display und Anschlüsse
Das Gehäuse wirkt sauber verarbeitet, die integrierten Griffe sitzen stabil und machen den Transport unkompliziert. Die bläulich-graue Farbgebung hebt die Pioneer Na sichtbar von vielen klassischen Powerstations ab. Sie wirkt eigenständig, ohne verspielt zu sein.
Vorn sitzen zwei Schuko-Ausgänge mit zusammen 1.500 W Dauerleistung, eine 12-V-Kfz-Buchse, vier USB-A-Ports, ein USB-C-Port mit bis zu 100 W sowie der DC-Eingang. Auf der Oberseite befindet sich zusätzlich ein kabelloses Ladepad mit bis zu 15 W. Seitlich sitzen AC-Eingang, Sicherung und Erdungsanschluss. Laut Handbuch liefert der AC-Ausgang insgesamt 1.500 W, die 12-V-Buchse 12 V / 10 A, USB-C bis zu 100 W und das Wireless-Charging-Pad 5, 7,5, 10 oder 15 W.
Das Display ist hell, übersichtlich und zeigt direkt am Gerät die wichtigsten Werte: Ladezustand, Eingangs- und Ausgangsleistung, Restzeit, Frequenz und aktive Ausgänge. In der App lassen sich zusätzliche Details abrufen, etwa PV-Spannung und PV-Strom. Das war bei unserem Solartest hilfreich, weil die App nicht nur die Ladeleistung, sondern auch Spannung und Strom des PV-Eingangs anzeigte.
Ein zweiter USB-C-Port wäre trotzdem wünschenswert gewesen. Viele Nutzer laden heute parallel Notebook, Smartphone, Kamera oder Tablet. Der vorhandene USB-C-Port ist mit 100 W stark genug für viele Notebooks, aber ein einzelner Port wirkt etwas knapp. Die App-Anbindung läuft per Bluetooth. Für Konfiguration und Kontrolle vor Ort reicht das gut aus; für Fernzugriff aus größerer Entfernung oder Smart-Home-nahe Szenarien wäre WLAN komfortabler.
Leistung: 1.500 W Dauerlast und Power-Lifting
Die AC-Seite gehört zu den Stärken der Pioneer Na. Offiziell liefert sie 1.500 W Dauerleistung. Für Überlast gibt Bluetti 1.500 bis 1.800 W für 2 Minuten, 1.800 bis 2.250 W für 5 Sekunden und noch höhere Lasten nur für sehr kurze Spitzen an. Damit deckt die Powerstation viele typische Verbraucher ab: Kaffeemaschine, kleiner Wasserkocher, Kompressor-Kühlbox, Werkzeug, Staubsauger, Router, Notebook-Set-up oder Beleuchtung.
Der Power-Lifting-Modus erweitert den Spielraum für einfache Heizlasten. Er ist laut Handbuch für reine Widerstandslasten wie Wasserkocher, Heizdecken, Haartrockner oder ähnliche Geräte gedacht. Obwohl solche Verbraucher mit bis zu 2.250 W betrieben werden können, bleibt die tatsächliche Ausgangsleistung der Pioneer Na weiterhin auf 1.500 W begrenzt. Praktisch senkt die Powerstation dafür die Spannung, damit diese Geräte weiterlaufen, ohne die Powerstation sofort zu überlasten und zum Abschalten zu zwingen.
Für empfindliche Elektronik, Computer, Netzteile oder Geräte, welche eine reine Sinuswellenspannung ohne Spannungseinbrüche benötigen, ist dieser Modus nicht gedacht. Im Alltag ist er trotzdem eine sinnvolle Ergänzung, weil gerade Heizgeräte kurzzeitig hohe Anforderungen stellen können.
Entladung: Sehr gute nutzbare AC-Kapazität
Für die Energie- und Effizienzmessungen wurden zwei vollständige Entladezyklen von 100 % auf 0 % durchgeführt. Zur Absicherung liefen parallel drei strommessende Smart-Plugs mit: Shelly Plug S Gen3, Tasmota-Refoss-P11 und Aubess Zigbee Smart Plug.
Messergebnisse – Entladung
| Entladetest #1 | ca. 440 W | 0,79 kWh | 0,80 kWh | 0,78 kWh |
| Entladetest #2 | ca. 920 W | 0,85 kWh | 0,86 kWh | 0,84 kWh |
Damit liefert die Pioneer Na im AC-Betrieb 0,78 bis 0,86 kWh nutzbare Energie. Der rechnerische Mittelwert liegt bei rund 0,83 kWh.
Bezogen auf die Nennkapazität von 900 Wh ergibt sich folgende AC-Entladeeffizienz:
| Niedrigster Messwert | 0,78 kWh / 0,90 kWh | 86,7 % |
| Höchster Messwert | 0,86 kWh / 0,90 kWh | 95,6 % |
| Mittelwert | ca. 0,83 kWh / 0,90 kWh | ca. 92 % |
Das ist ein starkes Ergebnis. Die Pioneer Na gibt am AC-Ausgang einen sehr hohen Anteil ihrer Nennkapazität frei. Sie wirkt hier nicht wie ein Gerät mit großem verstecktem Sicherheitspuffer, sondern wie eine Powerstation, die ihre 900 Wh im Alltag sehr gut nutzbar macht.
Dass in unseren Messungen die höhere Last sogar leicht mehr nutzbare Energie ergab, sollte man nicht überinterpretieren. Messgerätetoleranzen, Lastprofil, Temperatur und BMS-Verhalten spielen hier mit hinein. Entscheidend ist die Gesamtaussage: Die AC-Ausbeute der Pioneer Na ist für eine 900-Wh-Powerstation sehr überzeugend. Ergänzende Vergleichsmessungen mit anderen Lastpunkten bestätigen diese Größenordnung.
AC-Laden: Schnell, flexibel und alltagstauglich
Die Pioneer Na bietet laut Handbuch die drei AC-Lademodi Standard, Turbo und Silent. Standard und Silent lassen sich direkt am Gerät wählen, Turbo wird über die App aktiviert. Für erweiterte Einstellungen verweist das Handbuch ebenfalls auf die App, unter anderem zur Anpassung des maximalen Netzeingangsstroms.
In der App unseres Testgeräts gibt es zusätzlich einen Custom-Modus. Dort lässt sich der maximale Netz-Ladestrom von 1 A bis 7 A einstellen.
Custom-Modus – rechnerische Ladeleistung bei 230 V
| 1 A | 1 x 230 V | 230 W |
| 2 A | 2 x 230 V | 460 W |
| 3 A | 3 x 230 V | 690 W |
| 4 A | 4 x 230 V | 920 W |
| 5 A | 5 x 230 V | 1.150 W |
| 6 A | 6 x 230 V | 1.380 W |
| 7 A | 7 x 230 V | 1.610 W |
Praktisch limitiert die Pioneer Na die AC-Ladeleistung auf rund 1.400 W. Die 7-A-Stufe ist also die Maximalstellung, aber keine reale 1.610-W-Ladung.
Gerade dieser Custom-Modus ist im Alltag sehr nützlich. Auf Campingplätzen, an schwach abgesicherten Steckdosen, im Altbau oder am Generator lässt sich die Ladeleistung fein abgestuft begrenzen, ohne auf grobe Presets angewiesen zu sein. Das ist ein echter Pluspunkt, weil die Pioneer Na damit nicht nur schnell, sondern auch sehr kontrolliert laden kann.
Messergebnisse – Laden
| Ladetest #1 | Turbo | ca. 1.410 W | 1,13 kWh | 1,13 kWh | 1,10 kWh | 68 Minuten |
| Ladetest #2 | Standard | ca. 440 W | 1,13 kWh | 1,14 kWh | 1,11 kWh | 2 h 36 min |
Auffällig positiv: Die bezogene Netzenergie bleibt in beiden Modi nahezu gleich. Turbo spart also vor allem Zeit, ohne in unseren Messungen deutlich mehr Energie zu verbrauchen. Wer schnell wieder einsatzbereit sein muss, lädt in gut einer Stunde voll. Wer nachts, im Wohnmobil oder besonders leise laden möchte, nutzt Standard oder Silent.
Round-Trip-Effizienz: Solide Gesamtbilanz
Für die Round-Trip-Effizienz wird die aus dem Netz bezogene Ladeenergie den anschließend entnehmbaren AC-Energiemengen gegenübergestellt.
Berechnungsgrundlage
| Ladeenergie 0-100 % | ca. 1,10 bis 1,14 kWh |
| Typische Ladeenergie | ca. 1,12 bis 1,14 kWh |
| Entnehmbare AC-Energie | 0,78 bis 0,86 kWh |
Round-Trip-Ergebnis
| Worst Case | 0,78 kWh / 1,14 kWh | ca. 68 % |
| Best Case | 0,86 kWh / 1,13 kWh | ca. 76 % |
| Praxiswert | Mittel aus den Messungen | ca. 73-74 % |
Das ist kein Rekordwert, aber für die Gesamtkette aus AC-Lader, Batteriemanagement, Natrium-Ionen-Zellen, Ladeendphase und DC-zu-AC-Wandler plausibel. Wichtig ist die Einordnung: Die reine AC-Entladung ist sehr effizient, und genau dort überzeugt die Pioneer Na besonders. Die Round-Trip-Verluste fallen vor allem dann ins Gewicht, wenn man die Powerstation regelmäßig als stationären Zwischenspeicher mit vielen Vollzyklen nutzt.
Beim Eigenverbrauch muss man zwischen Standby und aktivem Wechselrichter unterscheiden. Bluetti nennt für die Pioneer Na einen sehr niedrigen Standby-Verbrauch von rund 1,5 W. Mit eingeschaltetem AC-Wechselrichter liegen die Verluste naturgemäß höher; für Laufzeitabschätzungen rechnet Bluetti im Handbuch mit einem Eigenverbrauch von rund 15 W. Für Camping, mobile Arbeit, kalte Einsatzorte und Notstrom ist die hohe nutzbare AC-Kapazität im Alltag meist wichtiger als ein maximaler Round-Trip-Spitzenwert.
Solarladen: Stark, wenn die Spannung passt
Der Solareingang ist mit bis zu 500 W ordentlich dimensioniert. Die Pioneer Na akzeptiert am DC-Eingang 12 bis 60 V, maximal 10 A und maximal 500 W. Genau diese 10-A-Grenze ist in der Praxis entscheidend.
Unser Praxistest zeigt sehr gut, worauf es ankommt. Angeschlossen wurde ein 500-W-Solarmodul. Zum Testzeitpunkt hat dieses Modul direkt zuvor an einem anderen System ungefähr 400 W geliefert. An der Pioneer Na zeigte die App jedoch 32,7 V, 10,0 A und 329 W. Am Gerät selbst waren rund 330 W Eingang zu sehen.
Messergebnisse – Solarladen
| Angeschlossenes Modul | 500-W-Solarmodul |
| Erwartbare Modulleistung zum Testzeitpunkt | ca. 400 W |
| Anzeige App: Spannung | 32,7 V |
| Anzeige App: Strom | 10,0 A |
| Anzeige App: Leistung | 329 W |
| Anzeige Gerät | ca. 330 W |
Nicht das Panel war hier der Engpass, sondern die Stromgrenze des Solareingangs der Pioneer Na. Wer volle 500 W Ladeleistung nutzen möchte, benötigt daher mehr Spannung. Bei 10 A erfordern 500 W mindestens 50 V unter Last. Ein einzelnes 500-W-Modul mit niedrigerer Arbeitsspannung wird also vor Erreichen seiner Nennleistung ausgebremst.
Das ist kein Defekt, sondern eine typische MPPT-Grenze, die man bei der Modulwahl berücksichtigen muss. Mit einem passenden Modul-Set-up oder einer geeigneten Reihenschaltung mehrerer Module lässt sich die Pioneer Na deutlich besser laden. Wichtig bleibt die obere Spannungsgrenze: Diese darf 60 V nicht überschreiten.
USV, Pass-Through und Generatorbetrieb
Die Pioneer Na unterstützt Durchgangsladen und kann gleichzeitig Verbraucher versorgen. Für den USV-Betrieb nennt Bluetti eine Umschaltzeit von höchstens 20 ms. Das reicht nicht für jede hochkritische IT-Anwendung, ist aber für typische Notstromszenarien wie Router, kleine Netzwerkgeräte, Beleuchtung oder einfache Haushaltslasten interessant. Das Handbuch weist ausdrücklich darauf hin, dass die USV-Funktion nicht für Hochleistungs-Server oder Workstations gedacht ist.
Interessant ist auch die Pass-Through-Leistung. Am AC-Eingang sind bei „Charging + Bypass“ 230 V und 10 A möglich. Rechnerisch entspricht das bis zu 2.300 W Gesamtleistung am Eingang. Die reine AC-Ladeleistung bleibt davon getrennt und ist auf maximal 1.400 W begrenzt. Für die Praxis heißt das: Die Pioneer Na kann angeschlossene Verbraucher versorgen und parallel nachladen, ohne dass die gesamte Eingangsleistung ausschließlich in den Akku fließt.
Für den Generatorbetrieb ist der Custom-Modus besonders wertvoll. Kleine Inverter-Generatoren oder schwache Campinganschlüsse reagieren empfindlich auf Lastsprünge. Wenn sich der Ladestrom in 1-A-Schritten begrenzen lässt, kann man die Pioneer Na viel besser an die verfügbare Stromquelle anpassen. Zusätzlich gibt es einen AC-Selbstanpassungsmodus für problematische Netz- oder Generatorquellen.
Kältebetrieb: Die große Stärke der Pioneer Na
Der Kältebetrieb ist der wichtigste Grund, sich die Pioneer Na genauer anzuschauen. Laut Handbuch darf sie bis –15 °C geladen und bis –25 °C entladen werden. Damit ist sie deutlich stärker auf kalte Einsatzbereiche ausgelegt als viele klassische Powerstations.
Einen echten Frosttest konnten wir wegen der aktuellen Außentemperaturen nicht mehr durchführen. Eigene Messungen fanden bei Temperaturen im einstelligen Plusbereich und bei Raumtemperatur – in diesem Bereich arbeitete die Pioneer Na unauffällig, also ohne Einschränkungen beim Laden und Entladen. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, also etwa 0 bis 5 °C, sollte die Pioneer Na aber grundsätzlich normal nutzbar sein. Das Entladen liegt weit innerhalb des freigegebenen Temperaturbereichs. Beim Laden kann das Batteriemanagement je nach Zelltemperatur vorsichtiger regeln, insbesondere wenn das Gerät zuvor vollständig ausgekühlt war. Sobald Akku und Umgebung wieder in einem geeigneten Bereich liegen, kann die Powerstation vollständig geladen werden.
Gleichzeitig heißt das nicht, dass Frost für den Akku vollkommen egal wäre. Das Batteriemanagement begrenzt das Laden bei sehr niedrigen Temperaturen. Unter –10 °C wird nur bis maximal 60 % SoC geladen. Bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt reduziert das BMS die mögliche Ladung ebenfalls temperaturabhängig; sobald durch Erwärmung die Temperatur des Akkus wieder in einem geeigneten Bereich liegt, kann die Pioneer Na wieder vollständig geladen werden.
Diese Begrenzung ist kein Nachteil im eigentlichen Sinn, sondern Teil der Schutzstrategie. Die Powerstation erlaubt Kältebetrieb, schützt die Zellen aber vor ungünstigen Ladebedingungen. Für die Praxis ist das ein guter Kompromiss: Wer im Winter Strom benötigt, bekommt deutlich mehr Spielraum als mit vielen klassischen Powerstations, sollte das Gerät aber trotzdem trocken, geschützt und möglichst nicht dauerhaft komplett ausgekühlt betreiben.
Genau hier wird die Pioneer Na besonders interessant. Sie ist nicht nur eine Powerstation für den Sommerurlaub, sondern eine mobile Stromquelle für die kalte Jahreszeit. Sie passt zu Wintercamping, kalten Fahrzeugen, unbeheizten Gartenhäusern, autarken Hütten, Outdoor-Arbeiten oder Notstrom im Schuppen. Natürlich sollte auch die Pioneer Na nicht im Regen oder in hoher Feuchtigkeit betrieben werden. Aber innerhalb dieser Grenzen ist die Natrium-Ionen-Technik ein echter praktischer Vorteil.
Lautstärke und Temperatur
Die Lüftersteuerung ist je nach Last deutlich hörbar, ohne dass die Lautstärke zu unangenehm wird. Unter höherer Lade- oder Entladeleistung laufen die Lüfter ordentlich an. In Werkstatt, Garage, Gartenhaus, Fahrzeug oder beim Camping ist das meist unproblematisch. Im Schlafzimmer oder sehr ruhigen Wohnraum würde man eher den Standard- oder Silent-Modus bevorzugen.
Positiv ist, dass Bluetti eher auf sichere Temperaturen als auf maximale Ruhe regelt. Gerade bei einer neuen Zellchemie ist diese konservative Abstimmung nachvollziehbar. Für den typischen Einsatzzweck der Pioneer Na – mobile Energie, Winterbetrieb, Notstrom, Camping und Outdoor – passt diese Priorität gut.
Preis
Aktuell wird die Pioneer Na nur im Shop des Herstellers vertrieben. Sie kostet regulär 1100 Euro und ist aktuell für knapp 1000 Euro im Angebot. Wer die Powerstation zusammen mit einem Solarpanel betreibt, kann die Umsatzsteuerbefreiung für solche Einsatzzwecke in Anspruch nehmen. Damit sinkt der Preis auf 839 Euro. Allerdings ist die Pioneer Na erst im August wieder lieferbar.
Fazit
Die Bluetti Pioneer Na ist eine der spannendsten Powerstations ihrer Klasse, weil sie nicht einfach nur bekannte LiFePO4-Technik neu verpackt. Sie bringt Natrium-Ionen-Zellen in ein alltagstaugliches, robustes und leistungsstarkes Gerät. Genau das macht sie besonders: Die Pioneer Na ist kein reines Datenblatt-Experiment, sondern eine Powerstation, die sich im Alltag vertraut bedienen lässt und gleichzeitig eine neue Akkuchemie nutzbar macht.
In unseren Messungen überzeugt sie vor allem bei der nutzbaren AC-Kapazität. Aus 900 Wh Nennkapazität wurden am AC-Ausgang 0,78 bis 0,86 kWh entnommen, im Mittel rund 0,83 kWh. Das ist ein sehr gutes Ergebnis. Auch das AC-Laden gefällt: Im Turbo-Modus war die Pioneer Na nach 68 Minuten wieder voll, im Standard-Modus nach 2 Stunden und 36 Minuten. Die Netzenergie blieb dabei nahezu identisch, sodass der Nutzer vor allem zwischen Tempo und Geräuschkulisse wählen kann.
Der Solareingang verlangt etwas Planung, ist dann aber gut nutzbar. Die 500 W erreicht man nur mit ausreichend hoher Modulspannung; unser Test mit 32,7 V und 10 A zeigt klar, warum bei rund 330 W Schluss war. Wer die Modulwahl darauf abstimmt, kann die Pioneer Na auch solar zügig laden. Der Custom-Modus mit 1 bis 7 A macht sie zusätzlich angenehm flexibel an Steckdose, Campingplatz oder Generator.
Ihre größte Stärke bleibt aber die Kälte. Für Einsatzzwecke bei eisigen Temperaturen wie Wintercamping, in kalten Garagen, unbeheizten Hütten, dem mobilen Einsatz in Fahrzeugen oder Notstromsituationen zu Hause ist die Pioneer Na deutlich interessanter als viele klassische Powerstations. Sie ist nicht nur eine Sommer-Campingbox, sondern eine mobile Stromquelle für die kalte Jahreszeit. Zwar konnten wir mangels Frost keinen eigenen Minusgrad-Test durchführen, aber die technischen Daten und das Temperaturmanagement zeigen klar, worauf Bluetti dieses Gerät ausgelegt hat.
Kleinere Einschränkungen wie nur ein USB-C-Port, fehlendes WLAN und hörbare Lüfter unter Last bleiben. Sie ändern aber wenig am Gesamtbild: Die Pioneer Na ist eine robuste, schnell ladende und kälteresistente Powerstation mit neuer Akkuchemie. Gerade als erste ernst zu nehmende Natrium-Ionen-Powerstation zeigt sie überzeugend, wohin sich mobile Speicher entwickeln können – und warum diese Technik besonders für Wintereinsätze mehr ist als nur ein Marketingversprechen.
Künstliche Intelligenz
Sprühnebel statt Klimaanlage: Wasserzerstäuber für Terrasse und Garten
Hitzewelle auf Balkon und Terrasse? Günstige Sprühnebler-Systeme sorgen mit feinem Wassernebel für spürbare Abkühlung – ohne die Stromrechnung zu belasten.
Wenn die aktuelle Hitzewelle die Temperaturen weit über 30 Grad Celsius treibt, werden Balkon und Terrasse schnell zur Hitzefalle. Sonnenschirme und Markisen spenden zwar Schatten, senken die Umgebungstemperatur aber kaum. Ventilatoren treiben den Stromverbrauch in die Höhe, mobile Klimageräte sind für den Außeneinsatz ungeeignet.
Eine günstige und energiesparende Alternative sind Sprühnebler-Systeme. Feine Düsen zerstäuben Leitungswasser zu einem Nebel, der in der warmen Luft verdunstet und ihr dabei Wärme entzieht. Die sogenannte adiabate Kühlung senkt die gefühlte Temperatur um mehrere Grad – ohne Chemie und mit minimalem Wasserverbrauch von rund 13 Litern pro Stunde.
Der Ratgeber klärt, wie die Nebelkühlung technisch funktioniert, wie viel Wasser und Druck nötig sind und wo die Systeme sinnvoll eingesetzt werden. Im Praxistest treten günstige No-Name-Sets von eBay und Amazon ab 20 Euro gegen das Sprühnebel-Set von Gardena an. Ein Blick auf Kaufkriterien, Preise und die Nutzung als automatische Pflanzenbewässerung rundet den Beitrag ab.
Wie kühlen Sprühnebler Balkon oder Terrasse?
Das Prinzip der Wasserzerstäuber ist einfach: Wasser wird mit hohem Druck durch feine Düsen gepresst, dabei entsteht ein sehr feiner Wassernebel. Idealerweise sind die Tropfen so klein, dass sie den Boden gar nicht erst erreichen, sondern bereits vorher von der Sonne in Dampf umgewandelt werden. Diese Verdunstung entzieht der Umgebung Energie in Form von Wärme.
Die abgekühlte Luft sinkt nach unten und vermischt sich mit der wärmeren Luft am Boden – so sinken die Temperaturen im Aufenthaltsbereich. Massive Schwankungen sind zwar nicht zu erwarten, ein paar Grad Unterschied sind aber drin. Dazu kommt der angenehm kühlende Effekt des feinen Nebels auf der Haut.
Die Feinheit der Wassertropfen hängt neben den Düsen vom Wasserdruck ab. Je höher der Druck, desto feiner lässt sich das Wasser verteilen. Im normalen Haushalt liegt der Druck im einstelligen Bereich, in München schwankt er zwischen 3 bar und 7 bar, wobei es eher Richtung 3 bar geht. Kommerzielle Systeme für die Gastronomie oder Indoor-Befeuchtung nutzen separate Pumpen, um den Druck auf 40 bar oder mehr zu erhöhen.
Neben dem Druck ist die Umgebungstemperatur wichtig. Je heißer es ist, desto besser verdampft der Nebel und desto besser fühlt es sich an. Im Praxistest schnitten die Systeme deutlich besser ab, sobald die Temperaturen über 30 Grad kletterten.
Wie viel Wasser benötigen die Sprühnebler?
Dank der schmalen Düsen liegt der Verbrauch der Systeme deutlich unter dem, was ein Rasensprenger hinaushaut. Gardena gibt bei seinem Sprühnebler einen Durchfluss von 13 l/h an. Unsere anderen ausprobierten Kits dürften sich in einer ähnlichen Kategorie befinden.
Zum Vergleich: Ein klassischer Rasensprenger genehmigt sich zwischen 600 und 800 l/h, abhängig vom Wasserdruck. Das macht die Sprühnebler nicht nur zu einer guten Alternative für die Kühlung der Terrasse, sondern lohnt sich auch bei der punktuellen Bewässerung von Gartenpflanzen – wobei es hier alternativ auch Bewässerungsschläuche mit Löchern oder dedizierte Micro-Drip-Systeme gibt. Mehr dazu zeigen wir im Ratgeber Automatische Bewässerung für Wohnzimmer, Balkon & Terrasse.
Günstige Sprühnebel-Kits von eBay und Amazon im Test
Der erste Nebler im Test ist ein knapp 31 Euro teures Angebot von eBay. Dort gibt es diese Systeme unter den verschiedensten Namen zwischen 20 Euro und 60 Euro. Der Aufbau ist aber allen ungefähr gleich: Mehrere Nebeldüsen sind an einem Standard-PU-Schlauch angeschlossen, an dessen Ende ein Schraubanschluss für den Wasserhahn sitzt. Die genutzten 6 × 4 mm PU-Schläuche sind günstig zu bekommen, damit kann man die Reichweite einfach verlängern.
Der Aufbau ist sehr einfach: Mit den mitgelieferten Kabelbindern werden die Düsen an Balken oder eine Leine gehängt, anschließend wird der Anschluss am Wasserhahn festgezogen. Wasser aufdrehen und die Nebler legen los. In der Praxis gibt es ein paar Probleme: Die Dichtung am Wasserhahn war bei unserem Testkit unterirdisch schlecht, dort spritzte mehr Wasser heraus als aus den Düsen. Mit zwei oder drei zusätzlichen Dichtungsringen kann man das einfach beheben.
Problem Nummer zwei ist die Ausrichtung der Düsen. Idealerweise sollten sie in 200 bis 250 cm Höhe nach oben spritzen, um eine möglichst hohe Verdunstung zu gewährleisten. Da man sie aber nach dem Festzurren mit den Kabelbindern nicht mehr ausrichten kann, muss man hier von Beginn an sauber arbeiten. Wer keine geeigneten Stellen zum Festzurren hat, muss hier sehr sorgfältig arbeiten. Klebehalterungen lösen sich sonst bei hohen Temperaturen oder Feuchtigkeit.
Das dritte und größte Problem sind die billigen Düsen selbst: Nach wenigen Tagen Betrieb waren die ersten davon verstopft. Auch wenn der Austausch einfach ist, wegen der Kabelbinder hat man mehr Aufwand.
Testfazit: Die Nebler sind eine schnelle und günstige Lösung, wenn man ein wenig basteln möchte. Die Kabelbinder der günstigen Sets sind als Aufhängesystem so lange komfortabel, bis man die Düse austauschen muss.
Der Wassernebel ist aber nicht so fein, dass man darunter mit einem elektronischen Gerät arbeiten möchte, fühlt sich aber gerade bei heißem Wetter sehr gut an. Wer die Düsen in einigen Metern Abstand anbringt, bleibt bei Windstille trocken – die Temperatur im Inneren der Wassernebelwand sinkt trotzdem spürbar ab.
Ein hervorragender alternativer Einsatzort ist die direkte Berieselung von Balkon- oder Gemüsepflanzen in Töpfen oder dem Hochbeet. Das System lässt sich dank der Standardkomponenten einfach ausbauen.
Gardena Sprühnebler im Test
Versuchsobjekt Nummer zwei ist das city gardening Outdoor Sprühnebel Automatic Set von Gardena. Für knapp 63 Euro bekommt man sieben Düsen, einen 10 m langen Schlauch, zehn Aufhängeschlaufen für Stoff oder Holz sowie eine manuelle Bewässerungssteuerung. Alternativ gibt es ein Set ohne Bewässerungssteuerung, das dann deutlich günstiger ist.
Wer bereits einen Gardena-tauglichen Anschluss hat, der steckt das Neblersystem einfach ein und kann loslegen. Alle anderen brauchen einen entsprechenden Hahnverbinder. Eine Düse ist vorinstalliert, die anderen kann man anschließen, indem man den Schlauch durchschneidet, auf die Düsen steckt und den Sicherungsring festzieht.
Neben der feinen Wasserverteilung haben uns zwei Dinge gut gefallen: Das Aufhängesystem für den Schlauch ist eine simple Schlaufe mit einer Klemme. Damit lässt sich der Wassernebler einfach an Schirmen oder oben an einem Trampolin anbringen. Zudem kann man die Position der Düsen nach dem Aufhängen ändern und perfekt ausrichten.
Die Düsen liefern einen sehr feinen Nebel, der aber wahrscheinlich aufgrund des Leitungsdrucks immer noch als Wasser am Boden ankommt. Teilweise bilden sich zudem größere Tropfen – auch das dürfte am zu geringen Leitungsdruck liegen.
Testfazit: Gardena liefert mit seinem Sprühnebel-Set eine einfach zu nutzende Komplettlösung, deren Aufhängesystem und Sprühnebler erfreulich durchdacht sind. Im Test verstopften die Düsen nicht, der Wassernebel ist aber auch nicht fein genug, um darunter mit einem Laptop zu arbeiten. Wer nicht lange basteln will und ohnehin schon einen Gardena-kompatiblen Wasseranschluss hat, kann bedenkenlos zugreifen. Gut gefallen hat uns im Test, dass sich das System einfach umbauen lässt.
Preis und Verfügbarkeit: Wie viel kosten Sprühnebler?
Viele der No-Name-Angebote auf eBay und Amazon sind nur für kurze Zeit oder in kleinen Stückzahlen verfügbar, weshalb sich die Produkte nicht in unserem Preisvergleich finden lassen. Immerhin hat sich seit der letzten Version dieses Beitrags die Verfügbarkeit der Produkte bei Amazon und eBay deutlich verbessert.
Wer selbst nach Angeboten sucht, sollte sich etwas Zeit nehmen und die Preise vergleichen. Wichtig: Beim Kauf auf Plattformen wie Amazon, eBay oder Aliexpress unbedingt auf die Lieferzeit achten! Aktuell sind viele Produkte nicht sofort verfügbar und kommen im schlimmsten Fall erst Ende des Sommers an.
Schläuche, Kabelbinder und Ersatzdüsen sind in den meisten Sets ebenfalls bereits enthalten, wir empfehlen aber den Kauf eines zusätzlichen 2- oder 4-Wege-Verteilers für den komfortablen Wechsel zwischen Vernebler und Gartenschlauch.
Wassernebel für automatische Pflanzenbewässerung nutzen
Dank des geringen Wasserverbrauchs eignen sich die Nebler wunderbar für eine gezielte Bewässerung von Balkon- oder Topfpflanzen. Dafür kann man die günstigen Sprühnebler verwenden, weil die Tropfengröße aber egal ist. Dazu ist es einfach, die Wassernebler in Blumenkästen passend auszurichten und die Pflanzen gezielt zu bewässern.
Einmal eingestellt, kümmern sich diese Computer um die Bewässerung. Für den Test haben wir die beim Gardena-Set mitgelieferte analoge Wasseruhr mit den Düsen aus dem eBay-Set verbunden.
Die Idee: Das System sollte alle paar Stunden die Blumenkästen jeweils fünf Minuten bewässern, auch wenn man abwesend ist. Im Grunde hat das super funktioniert. Einmal programmiert springt das System zuverlässig an, öffnet die Ventile und lässt die Düsen das Wasser verteilen. Damit kann man Pflanzentröge zuverlässig mit Wasser versorgen. Wer ein smartes System hat, der kann hier sogar noch einen Schritt weitergehen und die Beregnungszeiten abhängig von der Temperatur automatisch steuern. Mehr dazu in unserem Artikel Dumm vs. smart: Wer braucht welche Bewässerungsanlage?
Wir würden aber davon abraten, die Computer zur automatischen Kühlung zu verwenden. Wie oben erwähnt, sind die Tropfen nicht so fein, dass sie komplett verdunsten, bevor sie den Boden berühren. Sprich, wer mit dem Laptop oder einem Buch unter dem Nebel sitzt, der bekommt mehr Feuchtigkeit ab, als ihm lieb ist. Hier empfehlen wir, die Wassernebler manuell einzuschalten und vorher den Bereich von Produkten freizuräumen, die kein Wasser vertragen. Natürlich spricht nichts dagegen, einen smarten Bewässerungscomputer zu nutzen, den man per Smartphone-App oder Alexa-Zuruf aktiviert.
Fazit
Mit einem vergleichsweise geringen Geldeinsatz von 20 bis 30 Euro kann man im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse ein vernünftiges Sprühnebler-System aufbauen. Das hält zwar nicht mit den Lösungen in der Gastronomie mit, sorgt aber für ein deutlich angenehmeres Klima und erfrischt allein schon durch den feinen Wassernebel. Egal, ob Gardena oder die günstige No-Name-Alternative, beide liefern einen brauchbaren Nebel, abhängig vom Leitungsdruck.
Der akzeptable Wasserverbrauch macht die Wassernebler nicht nur für die Kühlung der Sonnenbadenden interessant. Die Systeme sind so flexibel, dass man damit vergleichsweise einfach eine gezielte Bewässerung von Pflanzen in Töpfen oder Blumenkästen realisieren kann.
Gekoppelt mit einer (smarten) automatischen Bewässerung lassen sich die eigenen Blumen und Kräuter damit deutlich effektiver gießen, als wenn man einmal am Tag mit der Kanne darüber geht.
Wer Kühlung für Innenräume sucht, dem empfehlen wir diese Artikel:
Weitere Sommerthemen gibt es hier:
Künstliche Intelligenz
UN-Bericht zu KI-Risiken: „Die Welt kann nicht regieren, was sie nicht versteht“
Weiterlesen nach der Anzeige
Die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz vollzieht sich in einer Geschwindigkeit, die sowohl die Forschung als auch Regierungen weltweit zu überholen droht. In diesem Umfeld hat das unabhängige internationale wissenschaftliche Expertengremium für KI der Vereinten Nationen seinen vorläufigen Bericht vorgelegt. Die Veröffentlichung bildet den ersten globalen unvoreingenommenen Versuch, die Chancen, Risiken und Auswirkungen der Technologie wissenschaftlich fundiert zu bilanzieren. Das zentrale Leitmotiv, das die UN dem Bericht in ihrer Ankündigung voranstellt, bringt die entdeckte Misere auf den Punkt: „Die Welt kann nicht regieren, was sie nicht versteht.“
Die Ergebnisse der Studie treffen die globale Politik an einem kritischen Zeitpunkt. Bislang tappen demnach Regierungen bei weitreichenden Entscheidungen über KI oft im Dunkeln und stützen sich auf widersprüchliche Quellen, die lokale Realitäten kaum berücksichtigen. Je mächtiger die Systeme würden, desto höher werde der Einsatz für die Menschheit.
Hier setzt die Arbeit des Panels an: Die Untersuchung umfasst sieben Kernbereiche, darunter wissenschaftliche Entwicklungspfade, wirtschaftliche Folgen sowie gesellschaftliche Anwendungen in Medizin und Bildung. Dazu beleuchten die Fachleute Fragen der nationalen Sicherheit, der Menschenrechte, des Kinderschutzes und der Zuverlässigkeit der Systeme.
Überholt von der Risikotechnologie
Die Experten verweisen auf ein chronologisches Problem: Politische Entscheidungsträger benötigen wissenschaftliche Beweise, um KI effektiv zu steuern. Doch bis diese feststehen, könnte es bereits zu spät sein, um noch lenkend einzugreifen. Der Co-Vorsitzende des Gremiums, KI-Pionier Yoshua Bengio, gab zu bedenken, dass die Fähigkeiten der KI die Kapazitäten der Politik überholten. Besonders besorgniserregend seien Hinweise auf täuschendes Verhalten von Systemen. Die Wissenschaft könne derzeit nicht garantieren, dass künftige KI nicht katastrophale Schäden anrichtet – sei es autonom oder durch böswillige Akteure. Um effektiv zu handeln, müsse die Politik die Technik grundlegend verstehen.
Die zweite Vorsitzende, die Journalistin und Nobelpreisträgerin Maria Ressa, ist ebenfalls wenig optimistisch. KI besitze zwar transformatives Potenzial. Doch auf dem aktuellen Pfad werde die Menschheit die versprochenen Gewinne nicht realisieren. Die Risiken für Gesellschaften und die menschliche Spezies seien zu hoch. Die treibenden Kräfte hinter der KI seien zugleich nicht dafür bekannt, erlangte Vorteile gerecht zu verteilen.
Die Warnung vor globaler Ungleichheit stützte auch der UN-Tech-Sonderbeauftragte Amandeep Singh Gill. KI schließt ihm zufolge digitale Gräben nicht von alleine. Die positiven Effekte landeten primär dort, wo bereits starke Institutionen und Datenbestände vorhanden seien. Wo diese fehlten, drohe die Technik Arbeitsplätze zu vernichten und Gemeinschaften in die Abhängigkeit von Systemen zu treiben, die ohne Berücksichtigung ihrer Belange entwickelt worden seien.
Weiterlesen nach der Anzeige
Weckruf für die Weltgemeinschaft
Mit der Übergabe des Berichts ist die wissenschaftliche Basis gelegt. Konsequenzen daraus muss die Politik ziehen. Der erste Härtetest steht an, wenn sich die Staatenvertreter nächste Woche zum Globalen Dialog über KI-Governance in Genf treffen, um die Empfehlungen in gemeinsames Handeln zu übersetzen.
Lesen Sie auch
UN-Generalsekretär António Guterres ließ keinen Zweifel daran, dass die Kosten des Abwartens täglich stiegen. Er sieht die Staatengemeinschaft in der Pflicht: „Wir können nicht mehr sagen, wir hätten von nichts gewusst. Was wir damit tun, hängt jetzt von uns allen ab.“ Der Bericht sei ein unüberhörbarer Weckruf, damit die Zukunft der KI nicht allein von den Kräften des Marktes, sondern von einer geeinten Weltgemeinschaft gestaltet werde. 2027 soll ein umfassender Hauptreport folgen.
(kbe)
Künstliche Intelligenz
So laufen Nicht-Steam-Spiele unter Linux | c’t 3003
Steam-Spiele laufen unter Linux mittlerweile hervorragend, dank Valves Kompatibilitätsschicht Proton. Aber was ist mit Spielen, die es nur bei GOG, Epic Games, Battle.net oder in der EA-App gibt? Genau dafür gibt es Open-Source-Tools wie Lutris, den Heroic Games Launcher und den noch recht neuen Faugus-Launcher. c’t 3003 hat ausprobiert, wie einfach sich diese Launcher installieren und bedienen lassen, wo es hakt und warum Anti-Cheat-Software bei manchen Spielen trotzdem einen Strich durch die Rechnung macht.
Weiterlesen nach der Anzeige
Transkript des Videos
(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)
Guckt mal hier, Linux-Gaming ist überall. Das funktioniert super, macht gar keine Probleme. Steam Deck, Steam Machine, Gaben – ja, alles toll und super. Aber was ist denn, wenn mein Spiel gar nicht bei Steam verfügbar ist? Ja, dann sieht die Nummer schon ein bisschen anders aus: Wie installiere ich dieses GOG-Spiel hier? Wie kriege ich den Battle.net-Launcher zum Laufen, und wer zum Geier benutzt überhaupt Amazon als Gaming-Plattform? Die Lösung dafür sind Open-Source-Tools wie Lutris, Heroic oder der Faugus-Launcher. Mit denen kann man auch Steam-fremde Spiele spielen, die Launcher ganz normal benutzen, und das alles soll auch noch ohne großes Gefummel möglich sein. Angeblich. Wie das geht, ob das wirklich so easy ist und warum Anti-Cheat-Software der größte Müll ist, klären wir in diesem Video. Bleibt dran!
Liebe Hackerinnen, liebe Internet-Surfer, herzlich willkommen hier bei…
Okay, wenn wir hier Linux-Distributionen vorstellen und aufs Thema Gaming zu sprechen kommen, kann man mittlerweile eigentlich allgemeingültig sagen: Steam-Spiele laufen auf Linux, sogar sehr gut. Unter NVIDIA-Karten vielleicht ein klein wenig schlechter als unter Windows, auf AMD-Karten teilweise sogar besser. Aber hier soll es jetzt nicht um Benchmarks gehen, was wo besser läuft – dafür planen wir schon ein großes Vergleichsvideo. Schreibt gerne mal in die Kommentare, ob euch das interessiert und welche Spiele wir testen sollen.
Hier geht es jetzt aber erst mal um eine Sache, die gerne mal etwas zu kurz kommt: Was mache ich auf Linux, wenn es mein Spiel gar nicht bei Steam gibt? Also Spiele vom Epic Launcher, Battle.net, EA App, Ubisoft oder gleich komplette Offline-Installationsdateien von GOG. Dafür gibt es hier drei gängige Möglichkeiten. Einmal den einfach zu bedienenden und gut aussehenden Heroic Games Launcher, der sich aber nur um Spiele von GOG, Epic Games oder Amazon kümmert. Dann Lutris, der theoretisch alles kann, aber deutlich fummeliger zu bedienen ist, wenn man tiefer reingehen will. Und als Geheimtipp noch der super simple und leichtgewichtige Faugus-Launcher, der aber noch etwas in den Kinderschuhen steckt. Wir gehen jetzt mal durch, wie man die bedient und wie kompliziert das Ganze eigentlich ist.
Benutzt Steam, Wine als Grundlage und Flatpaks
Weiterlesen nach der Anzeige
Okay, aber erst mal nur, damit es einmal gesagt ist: Wenn es ein Spiel ist, das es ganz normal bei Steam gibt und dort läuft, dann ist das der beste Weg, und den würde ich auch immer empfehlen. Denn Steam hat übergreifend die Kompatibilitätsschicht Proton eingebaut, die auf Wine basiert.
Kurzer Nerd-Einschub: Was ist das überhaupt? Wine ist so etwas wie eine Zwischenschicht, die Windows-Aufrufe für Linux übersetzt – also sowas wie Registry-Einträge, irgendwelche Files, die in „C:“ geschrieben werden müssen, und so weiter. Der Unterschied zu so etwas wie einer virtuellen Maschine ist, dass Wine keinen kompletten PC emuliert, sondern nur die notwendigen Funktionen von Windows in einer isolierten Umgebung. Der Vorteil gegenüber einer virtuellen Maschine ist dabei, dass Windows-Software und Spiele direkt auf dem System laufen und der Rechner nicht noch die ganze Hardware emulieren muss. Proton ist eine von Valve entwickelte und für Spiele optimierte Version von Wine, die auch immer weiter angepasst wird. Das sieht man auch ganz gut in den Patch-Notes: Da werden wirklich auch spezifische Probleme für einzelne Spiele gelöst und nicht nur allgemeingültiger Kram. Okay, Nerd-Einschub Ende.
Die Frage ist: Muss man Wine noch extra vorher installieren? Mmh, jein. Manche Distributionen wie CachyOS mit seinem Gaming-Package oder Zorin mit dem Windows App Support installieren Wine bei sowas schon mit. Das ist nicht von Anfang an direkt auf der Platte, aber nur einen Klick entfernt. Falls nicht, ist das aber nicht schlimm, denn man muss Wine eigentlich nicht unbedingt manuell installieren. Das liegt daran, dass man Steam, Heroic oder Lutris als Flatpak installieren kann. Flatpaks sind quasi kleine Pakete von Programmen, die teilweise eigene Abhängigkeiten – wie beispielsweise Wine – direkt integriert haben und abgeschotteter vom System funktionieren. Das kann auch mal zu Komplikationen führen, ist aber, zumindest meiner Erfahrung nach, oft die einfachere Lösung.
Hier unter Zorin OS mit modifiziertem GNOME sind Flatpaks extrem einfach installiert. Hier gibt es nämlich diesen GNOME Software Manager, quasi eine Art App Store, wo man einfach nach Programmen suchen und dann auch auswählen kann, ob man sie als Flatpak installieren will oder nicht. Jetzt jede Distro einzeln durchzugehen, wäre zu viel für dieses Video, aber bei denen, die wir hier auf dem Kanal schon vorgestellt haben, ist Software ähnlich einfach installiert.
Heroic Launcher
Falls man Spiele aus dem Epic Games Launcher, von GOG oder, warum auch immer, von Amazon auf Linux spielen will, dann eignet sich der Heroic Games Launcher hervorragend dafür. Der ist super einfach zu bedienen, straightforward, und hat bei mir wirklich gar keine Probleme gemacht. Den gibt es, wie eben erwähnt, in den gängigen Software-Repositories, beispielsweise hier auf Zorin OS im Gnome-Software-Store als Flatpak.
So sieht das Ding aus, und man bekommt direkt angeboten, sich bei den Plattformen einzuloggen. Mit einem Klick öffnet sich dann direkt ein Fenster zum jeweiligen Launcher, einloggen, und man ist drin. Wenn man dann auf Bibliothek geht und einmal aktualisiert, tauchen alle Spiele auf. Nice. Bevor man jetzt ein Spiel runterlädt, würde ich hier links unter Wine-Manager einmal checken, ob GE-Proton-latest heruntergeladen und ausgewählt ist – also die aktuellste Version.
Falls ihr euch fragt, was der Unterschied zwischen GE und dem „normalen“ Proton ist: Die GE-Version ist eine Custom- bzw. Community-Version mit zusätzlichen Patches und Fixes und bringt zusätzlich Codecs für Videosequenzen mit. Das normale Proton ist ja sehr auf Steam ausgelegt, und in diesem Fall präferiert der Heroic Launcher eher die GE-Version, um Spiele zum Laufen zu bringen. Das heißt nicht, dass die Version immer besser funktioniert, aber es scheint bei Heroic erst mal der Way to go zu sein. GE steht übrigens für GloriousEggroll, also herrliche Frühlingsrolle. Das ist der Nickname von Thomas Crider, dem Urheber dieser Community-Variante von Proton und Mitbegründer der Linux-Distro Nobara. Der Typ ist einfach auch einer der Hauptgründe, warum Spiele auch außerhalb von Steam gut laufen. Vielen Dank, Mr. Eggroll. Okay, zurück zu Heroic.
Bis auf Wine muss man eigentlich sonst nichts einstellen. Man könnte hier noch das Design ändern, und falls man spezifische Probleme mit einzelnen Games hat, kann man wie bei Steam fürs jeweilige Spiel Startparameter einstellen oder die Proton-Version wechseln. Naja, ich kann jetzt auf jeden Fall hier in meiner Bibliothek, wie bei Steam auch, auf ein Spiel klicken, einen Speicherort auswählen und das einfach runterladen und starten. Und was soll ich sagen: Das funktioniert einfach. Auch bei Spielen, die irgendwelche Anti-Cheat-Maßnahmen benötigen, wie beispielsweise Rocket League – da wird bei der Installation direkt das benötigte Easy Anti-Cheat mit installiert.
Spiele von GOG, auch ältere wie dieser absolute Banger aus 2004, Vampire The Masquerade Bloodlines, lassen sich ebenfalls easy installieren. Was echt praktisch ist: Damit das Spiel auf aktueller Hardware läuft, gibt es bei GOG direkt die Patches, die man dafür braucht. Und in diesem Fall hat Heroic den benötigten Patch gleich direkt mit installiert – sehr praktisch. Das wird nicht bei allen Spielen der Fall sein, weil das auch mit GOG zusammenhängt, aber ja, schon nice.
Übrigens, das ist ja Epic Games – was ist eigentlich mit Fortnite? Ja, das funktioniert leider gar nicht. Das läuft zwar auch mit Easy Anti-Cheat, wird aber in diesem Fall aktiv blockiert. Aber ich rege mich später noch mal richtig explizit über Anti-Cheat-Software auf. Okay, der Heroic Launcher ist einfach zu bedienen, sieht gut aus, und ich würde ihn für Epic- und GOG-Spiele auf jeden Fall weiterempfehlen. Aber es gibt ja noch den Battle.net-Launcher für Blizzard-Spiele und die EA App für sowas wie Battlefield. Dafür gibt es auch eine Lösung, und die heißt Lutris.
Lutris
Lutris ist so eine Art Startrampe für andere Launcher, also beispielsweise Battle.net. Die werden mithilfe von Installationsskripten installiert und benutzbar gemacht, ohne dass man viel rumfummeln muss. Lutris ist aber nicht ganz so geschmeidig in der Bedienung wie Heroic, und das kann auch erst mal etwas abschreckend sein. Oder, wenn ich diesen Kommentar von „afrikaopa“ zitieren darf: „Lutris ist ein Buch mit sieben Siegeln für mich.“ Ja, das verstehe ich. Aber eigentlich ist das gar nicht so kompliziert, wenn man es einmal gecheckt hat. Das sehen auch andere so: Das Teil ist nämlich extrem beliebt, und eigentlich wird bei jedem Beitrag, wo jemand fragt, wie man Spiel XY auf Linux spielen kann, Lutris empfohlen.
Und Disclaimer: Ich weiß, Lutris kann auch noch sehr viel mehr, beispielsweise Emulation, und wenn man will, kann man hier wirklich extrem viel einstellen. In diesem Video beschränken wir uns aber erst mal nur auf die Basics. Es geht vor allem darum, erst mal die Nicht-Steam-Launcher zum Laufen zu bekommen. Man könnte auch Spiele direkt per Installationsskript quasi „einzeln“ installieren, aber der Launcher startet dann trotzdem. Das hätte den Vorteil, dass man für die jeweiligen Spiele einzeln die Wine- bzw. Proton-Version wählen könnte. Wenn man die kompletten Launcher in Lutris startet, ist halt alles immer mit einem Wine- bzw. Proton-Prefix unterwegs. Ja, bei mir lief das aber wunderbar bisher, und das ist wirklich auch die einfachste Methode, Lutris zu benutzen.
Also erst mal Lutris als Flatpak installieren, weil das, wie schon erwähnt, benötigte Abhängigkeiten direkt mitbringt. Und wenn man Lutris das erste Mal startet, sieht das, naja, irgendwie ein bisschen hässlich aus, und da ist auch erst mal gar nichts drin. Wie bei Heroic würde ich als erstes checken, ob die richtige Wine-Version am Start ist. Dafür hier das Burger-Menü öffnen, in die Einstellungen, unter Starter ganz nach unten zu Wine scrollen und aufs Zahnrad klicken. Hier aufklappen, und da sollte dann GE-Proton (latest) (standard) vorhanden und ausgewählt sein. Ansonsten habe ich in den Systemeinstellungen noch einen Speicherort ausgewählt und sonst nichts mehr verändert. Falls man sich auskennt, könnte man hier noch richtig viel einstellen, für meine Zwecke konnte ich aber alles so lassen, wie es ist.
Dann hier auf Quellen und die Launcher hinzufügen, die man in Lutris haben will. Lutris könnte in der Theorie alle Launcher komplett an einem Ort für euch bündeln, auch Steam – aber das läuft ja eh schon, also brauche ich das nicht in Lutris. Was die meisten brauchen werden, ist Battle.net, EA App, Ubisoft Connect, GOG und der Epic Game Store. Wenn die angewählt sind, kreuzen sie hier links bei den Quellen auf. Bei allen – bis auf Battle.net, dazu komme ich gleich noch – ist hier so ein kleines Männchen-Symbol daneben. Darüber kann man den Launcher runterladen und sich einloggen. Also beispielsweise bei Epic: Man klickt drauf, dann wird der Launcher installiert, und Lutris zeigt mir auch direkt an, welche Abhängigkeiten dabei mitinstalliert werden. Dann rödelt er kurz rum, und aha, jetzt startet der Epic Games Launcher. Einloggen, und schon kann man Spiele runterladen und einfach spielen wie bei Steam auch. Auch andere Sachen wie beispielsweise die Freundesliste sind am Start und funktionieren ganz normal. Sehr gut. Bei der EA App funktioniert auch alles ganz genauso: installiert, gestartet, alles läuft.
Okay, was ist mit GOG? Wenn man sich da eingeloggt hat, dann tauchen die Spiele auf dem Account direkt hier in der Lutris-Oberfläche auf. Hier beispielsweise Hollow Knight: Silksong. Ich klicke da einfach drauf und lade das runter. Ja – hier ganz kurz ein Einschub aus der Zukunft: So viel dazu. Beim Schreiben des Skripts hat das noch wunderbar funktioniert, und als ich das jetzt aufnehmen wollte, hat Lutris bei Silksong einfach gar nichts mehr gemacht. Ich habe das dann mal im Debug-Modus gestartet, und da steht, dass er keine Installationsdatei von GOG bekommt. Naja. Bei Heroic ging das wunderbar, und man kann da auch auswählen, ob man die Windows- oder die Linux-Version installieren möchte. Also, ich erzähle gleich noch, wie auch alte Spiele bei Lutris funktionieren können, aber würde für GOG-Spiele im Allgemeinen eher Heroic verwenden. So, Einschub Ende und zurück zu Lutris.
Bei älteren Spielen wie Vampire The Masquerade, die einen Patch brauchen, kann dieser direkt mitinstalliert werden. Dafür wird man während der Installation aufgefordert, den Speicherort der Patch-Datei anzugeben. Die muss man sich halt vorher irgendwie runterladen und abspeichern. Gibt man den Speicherort an, wird der Patch direkt mitinstalliert. Ja, und starten tut es dann trotzdem erst mal nicht – er findet anscheinend die richtige .exe-Datei nicht. Ich habe dann einmal in den Spieleinstellungen auf die richtige Vampire.exe gezeigt, und dann ging es. Trotzdem nervig.
Bei Battle.net gibt es kein Männchen-Symbol, mit dem der Download gestartet wird. Weiß auch nicht, warum. Aber das lässt sich relativ unkompliziert lösen: Einfach hier oben links auf das Plus und nach „Installations-Skripts auf der Lutris-Website suchen“, Battle.net eintippen und installieren. Dann läuft’s. Über das Plus könnte man übrigens auch direkt Installationsdateien und lokale Installationsskripte ausführen.
Okay, bis auf die GOG-Sachen lief das hier mit den Launchern eigentlich relativ geschmeidig bei Lutris. Aber hier haben wir noch ein Problem: Ubisoft Connect lässt sich zwar installieren, startet dann aber nicht. Er findet angeblich die ausführbare Datei nicht. Das scheint ein eher neueres Problem zu sein, und das zum Laufen zu bekommen, ist nervig. Nach ein bisschen Recherche stellt sich raus, dass der Launcher mit GE-Proton anscheinend nicht so richtig klarkommt. Damit die Installation klappt, muss man einmalig auf Wine-Staging umstellen – also eine andere Version von Proton bzw. Wine.
Damit das hier alles nicht zu lang wird und da das ein sehr spezifisches Problem ist, das man nur einmal fixen muss, gehe ich die Schritte einmal im Schnelldurchlauf durch. Falls ihr den Ubisoft-Connect-Launcher eh nicht benutzen wollt, findet ihr unten Timestamps und könnt einfach skippen. Also, erst mal Ubisoft Connect quasi mit Fehler installieren, damit das hier bei Lutris aufkreuzt. Dann Lutris schließen und Wine-Staging dazuinstallieren. Das geht sehr einfach mit dem Tool ProtonPlus. Damit lassen sich verschiedene Wine- bzw. Proton-Versionen sehr einfach zu Lutris dazuinstallieren. Also: ProtonPlus runterladen, starten und hier oben Lutris auswählen. Dann nach Wine-Staging suchen, die aktuellste Version auswählen und installieren. Dann Lutris wieder starten, Rechtsklick auf den Ubisoft-Connect-Eintrag und unter „Optionen des Starters“ Wine-Staging auswählen. Dann über die offizielle Seite den Ubisoft-Connect-Launcher für Windows runterladen und in Lutris unten links auf den kleinen Pfeil klicken, „Starte EXE innerhalb eines Wine-Prefix“ anwählen und die eben runtergeladene Ubisoft-Installationsdatei auswählen. Jetzt installiert das Ding ganz normal. Nach der Installation erst mal beenden, wieder Rechtsklick auf Ubisoft Connect, konfigurieren und unter „Optionen des Starters“ wieder Proton-GE auswählen. Fertig.
Nachdem ich das einmal gemacht hatte, lief alles ganz normal. Okay, das war zwar mit Ubisoft turbo-nerviges Linux-Gefrickel, aber ich muss schon sagen: Abgesehen davon war das sonst eigentlich alles gar nicht so wild mit Lutris.
Faugus-Launcher
Aber wirklich super simpel wird es mit diesem Geheimtipp hier: dem Faugus-Launcher. Den gibt es noch gar nicht so lange. Der Aufbau von dem Ding ist extrem simpel: Man hat dieses kleine Fenster, klickt auf das Plus und kann dann einen Launcher auswählen, die Proton-Version einstellen – am besten wie bei den anderen auch Proton-GE – und installieren. Ja, und bei mir hat da wirklich auf Anhieb alles funktioniert, auch Ubisoft Connect. Ich muss sagen: Einfacher geht es wirklich nicht. Aber GOG ist nicht direkt integriert, und auch der Epic Games Launcher wurde gerade ganz frisch zum Zeitpunkt dieser Aufnahme temporär wegen irgendwelcher inkompatibler Updates entfernt. Der sollte aber irgendwann wieder aufkreuzen, denke ich. Und für die beiden gibt es ja eh auch den Heroic Launcher.
Ihr fragt euch vielleicht: Hä, warum nicht gleich einfach nur den Faugus-Launcher verwenden? Ja, das Ding ist: Der läuft noch etwas unter dem Radar, und falls es mal Probleme geben sollte, gibt es dementsprechend weniger Dokumentation bzw. Community-Hilfe im Vergleich zu beispielsweise Lutris. Zusätzlich habe ich hier und da davon gelesen, dass sowas wie HDR manchmal Probleme macht und Spiele sich nicht richtig beenden lassen und ähnlicher Kleinkram. Alles, was ich ausprobiert hatte, lief aber direkt richtig gut. Ich würde auf jeden Fall empfehlen, den mal auszuprobieren, weil einfacher geht es wirklich nicht.
Okay, es gibt viele Möglichkeiten, so gut wie jedes Spiel unter Linux zum Laufen zu bringen. So gut wie – denn ich muss mich leider noch einmal aufregen.
Die Sache mit dem Anticheat
Es gibt leider noch so viele Spiele, die aufgrund von komplett invasiver, sich tief ins System grabender und obligatorischer Anti-Cheat-Software nicht auf Linux laufen. Das ist vor allem bei großen Multiplayer-Titeln ein Ding, bei denen die zwingend im Hintergrund laufen müssen. Hier mal ein paar Beispiele von Spielen, die, Stand jetzt, unter keinen Umständen unter Linux laufen: Fortnite, PUBG, Apex Legends (und das hat sogar mal funktioniert), Rainbow Six Siege, Battlefield 6, EA FC, GTA-5-Multiplayer und alle Spiele von Riot Games – also League of Legends, Valorant, TFT und 2XKO.
Riots Anti-Cheat-Programm heißt Vanguard und greift sehr tief ins System ein. Das läuft nämlich auf Kernel-Level. Das heißt, dass das Ding quasi auf der tiefsten Ebene des Systems und mit allen damit verbundenen Rechten arbeitet. Damit hat die Software in der Theorie Zugriff auf Treiber, Dateisystem, Netzwerk und vieles mehr – was echt ein bisschen hardcore ist, nur damit ich hier League of Legends spielen kann. Potenziell kann die Software damit auch einiges kaputt machen, ganz zu schweigen von den vielen anderen Problemen, die das Ding ohnehin schon macht. Bisher läuft Vanguard sogar direkt ab Systemstart, aber Riot hat jetzt ganz frisch angekündigt, zumindest daran etwas ändern zu wollen. Damit das allgemein auf Linux funktionieren könnte, müsste Vanguard komplett auf den Linux-Kernel angepasst werden. Und ja, ich will mir eigentlich wirklich gar nicht ausmalen, was dabei alles kaputtgehen könnte.
Naja, Easy Anti-Cheat kann im Gegensatz zu Vanguard unter Linux laufen, wenn die Spieleentwickler das aktiv anschalten bzw. nicht blockieren. Beispielsweise ist der Easy Anti-Cheat bei Elden Ring für Linux nicht blockiert, und das Spiel läuft. Das hat vermutlich auch damit zu tun, dass ein Spiel, wenn es auf dem Steam Deck als Verified gelabelt werden soll, auch mit Anti-Cheat auf Linux laufen muss. Fortnites Anti-Cheat ist beispielsweise auf Linux nicht freigegeben, weswegen das Spiel einfach gar nicht läuft. Aber es gibt Grund zur Hoffnung: Anscheinend hat Epic Games eine Stellenanzeige für einen Senior Game Security Engineer ausgeschrieben, und die Stelle soll sich mit den Linux-Anti-Cheat-Fähigkeiten von Epic befassen. Vielleicht wird es ja eines Tages doch noch was mit Linux und Anti-Cheat.
Bis dahin: Schreibt gerne mal in die Kommentare, was ihr gerade spielt, auf welchem System und wie das so läuft. Bis zum nächsten Mal. Tschüss!
c’t 3003 ist der YouTube-Channel von c’t. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.
(Sahin Erengil)
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonateniX-Workshop Angriffsziel lokales AD − Schwachstellen finden und beheben
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten„Don’t Starve Elsewhere“: Survival‑Hit kehrt nach zehn Jahren zurück
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenKine‑Exakta: Die erste Spiegelreflexkamera fürs Kleinbild
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenWeitere Entlassungswelle bei Disney: Bis zu 1000 Mitarbeiter betroffen
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten
xTool P3 im Test: CO₂-Laser mit 80 Watt schneidet und graviert auch Acryl
-
Social Mediavor 2 MonatenMetas neuer Creative Setup Workflow: Was sich wirklich ändert – und warum das nicht nur eine UI-Frage ist!
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 2 MonatenMega-GPUs für Nvidia, AMD & Co: TSMC zeigt CoWoS-Package mit >11.600 mm² & 24 × HBM5E
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenApple‑Geräte mit Microsoft Intune verwalten – zweiteiliges Live-Webinar
